There’s probably no God. Now stop worrying and enjoy your life. Dieser Satz soll demnächst auf Anregung der Autorin und Journalistin Ariane Sherine als Buswerbung in den Londoner Strassen unterwegs sein. Ist das im Satz angesprochene Gegensatzpaar „Glauben“ oder „das Leben geniessen“ aus menschlicher Sicht überhaupt zu verantworten? „Glauben oder das Leben geniessen?“ weiterlesen
Kategorie: Allgemein
Zynisches BIP
Was ist besser für die Wirtschaft (die ja eigentlich dazu da ist, das Wohlergehen der Menschheit zu finanzieren)? Klimaschutzmassnahmen oder Klimawandelfolgenanpassung? Nicholas Stern empfiehlt eigentlich, dass 1 statt 5 besser ist – Klimaschutzmassnahmen vor Klimawandelfolgenanpassung also. Der Rechnungshof des US-Kongresses hat ausgerechnet, dass sich das BIP der USA wegen der endlich vorgesehenen, allerdings immer noch sanften Klimaschutzmassnahmen bis 2050 um 3.5 % weniger erhöhen würde als ohne diese absolut ungenügenden Klimaschutzmassnahmen – dies kann nur noch als hochgradiger BIP-Zynismus beurteilt werden.
Oranges Wort: Fahrleitungsstörung
Das Wort oder vielleicht auch Unwort der letzten Wochen: Fahrleitungsstörung, vor allem bei der SBB. In letzter Zeit scheinen sich solche Störungen zu häufen. Ein ziemliches oranges Wort. Da stellt sich eine Frage: Ist dies eine Folge des intensiven Verkehrs oder des mangelnden vorsorglichen Unterhalts der Fahrleitungen der SBB? „Oranges Wort: Fahrleitungsstörung“ weiterlesen
Velo: DAS Verkehrsmittel auch der Zukunft!
Der Gaspedal-Fanatiker Monjek Rosenheim, Stadtzürcher FDP-Gemeinderat, darf wieder einmal seine abstrusen Velohasser-Tiraden im Auto-Anzeiger (früher Tages-Anzeiger) vom 19.9.09 plazieren. Mit massiv falsch interpretieren Unfallzahlen will er einmal mehr die Velofahrenden aus der Stadt verdrängen – und macht klar, um was es geht: allen Platz den Autos.
Bundesrats-Lotterie
Gewählt mit 129 Stimmen im 4. Wahlgang: Didier Burkhalter – so tönte es irgendwann am 16.9.09 nach 10 Uhr vor der Vereinigten Bundesversammlung. Dieses Ergebnis deckt sich mit der Bundesratslotterie – zufällig ist auch dieses Erlebnis möglich, irgendwann. Dass wieder einmal mehr eine Person in den Bundesrat gewählt wurde die ein bisschen mehr als minimal Konsensfähig ist, mag der Konstanz des politischen Systems dienen – mehr aber nicht.
Kann denn Surfen arbeiten sein?
Manchmal sind jene Menschen, die politische Vorstösse aus dem Parlament zu bearbeiten haben, nicht zu beneiden. Ein solches Beispiel ist der Vorstoss des eigenartigen SVP-Ablegers PFZ: Sperrung von Facebook für alle städtischen Mitarbeiter. Städtische Mitarbeitende – auch MagistratInnen wie etwa die Stadtpräsidentin – hätten zu arbeiten und nicht zu surfen. „Kann denn Surfen arbeiten sein?“ weiterlesen
Faktor 775
39 Minuten hat es gedauert, bis wahrscheinlich etwa 15’000 Tickets für die Champions League-Heimspiele des FCZ ausverkauft waren. Deutlich länger, nämlich 3 Wochen, also 775 mal länger, hat es gedauert, bis 15’000 Tickets für den verbilligten Gebäude-Energie-Ausweis der Kantone GEAK ausverkauft waren.
Die Preise für den Schnäppchen-GEAK (Fr. 200.–) und das Gesamtpaket von drei FCZ-CL-Tickets sind preislich durchaus vergleichbar. Und mit grosser Wahrscheinlichkeit gibt es in der Schweiz mehr HausbesitzerInnen als FCZ-Fans!
Das elektronische Dorf: die private Öffentlichkeit
Die Diskussionen um das Google-Produkt Street View, der Umgang mit Facebook, zum Beispiel am Arbeitsplatz oder als Informationsquelle z.B. bei Anstellungsgesprächen, die Verwunderung, dass privat gemeinte Internet-Seiten plötzlich zum öffentlichen Thema werden (Stichwort René Kuhn, jetzt ehemaliger SVP-Präsident der Stadt Luzern: Aspekte des Lernens im Umgang miteinander im elektronischen Dorf. „Das elektronische Dorf: die private Öffentlichkeit“ weiterlesen
Die Gewissensprüfung ist demokratie-unwürdig
Seit dem 1. April 2009 verzichtet der Staat klugerweise auf eine Gewissensprüfung, wenn junge Menschen Zivildienst anstelle des Militärdienstes leisten wollen. Der Tatbeweis – die anderthalbfache Zivildienstdauer im Vergleich zum Militärdienst – ist sinnvollerweise ausreichend als Beweis für die Gewissensnot, die beim Leisten des Militärdienstes entstehen würde. Der Chef Armee stört sich daran, dass sich deutlich mehr junge Menschen für zivilen Dienst an der Gesellschaft entscheiden. Dessen Argumente erfordern einen deutlichen Protest. „Die Gewissensprüfung ist demokratie-unwürdig“ weiterlesen
WeghörerInnen
Darf man das Verhalten des libyschen Staates kritisieren – müssen sich Kritisierende entweder mit absurden Staatenabschaffungsvorstössen eines schnell alternden Diktators beschäftigen oder sich vorwerfen lassen, die Rückkehr von „Geiseln“ zu verzögern?
Darf die nachgeborene Generation den Jubelpatriotismus des nicht wirklichen Bundesrates Ueli Maurer und einer starren Weltkriegsgeneration nicht einmal in Frage stellen – obwohl längst bekannt ist, dass die Regierenden eine fiktive Geschichte erzählen über die Schweiz im 2. Weltkrieg, die nichts mit der Realität zu tun haben?
Dürfen sich AussenministerInnen z.B. der EU empören, wenn Krieg nicht sauber ist, wie sie dies gerne hätten? Dürfen sie sich weiterhin der Fiktion hingeben, Probleme liessen sich mit militärischer Gewalt lösen? „WeghörerInnen“ weiterlesen