
Es ist davon auszugehen, dass auch in der Schweiz die sommerliche Hitze häufiger wird. Unsere vielen Gebäude müssen sommertauglich sein/werden!
Immer, wenn es einige Tage sehr heiss wird, kochen Themen hoch, die seit langen Jahren regelmässig ignoriert werden. Es muss so rasch als möglich mehr für Menschen- und Klimaschutz getan werden: es braucht eine schnelle Reduktion der Treibhausgas-Emissionen – und es braucht auch Anpassungen an den Klimawandel, zum Beispiel mehr Hitzeschutz!
Meine Grundausbildung als Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik-Ingenieur liegt Jahrzehnte zurück. Schon damals wurde von den Dozierenden festgehalten, dass der Raumkomfort umfassend zu betrachten ist, gerade auch für die Sommerzeiten.
«Wir alle» müssen dafür sorgen, dass alle Bauten hitzetauglich werden
Es ist somit längst bekannt, wie hitzetaugliche Bauten realisiert werden könnten. Zur Illustration eines der Minergie-Kernthemen: Hitzeschutz. Zwei Zitate von dieser Seite:
- Heimkommen, abkühlen, wohlfühlen – Die Hitzeschutzvorgaben von Minergie.
- In Minergie-Gebäuden bleibt es auch an heissen Tagen deutlich kühler als in konventionellen Gebäuden. Grund dafür sind die strengen Anforderungen an den Hitzeschutz, die deutlich höher sind als die gesetzlichen Vorgaben. Diese leisten einen wichtigen Beitrag für Komfort und Schutz vor sommerlicher Überhitzung.
Sobald es heiss wird, wird auch in der Schweiz nach «Klimaanlagen» geschrien. Dies sind Geräte, von denen behauptet wird, sie könnten Räume kühlen. Klar ist: hier geht es ausschliesslich um Symptombekämpfung. Es handelt sich keinesfalls um dauerhafte/nachhaltige Ansätze. Zum Beispiel ist davon auszugehen, dass alle diese Geräte dazu beitragen, die Aussenräume noch wärmer zu machen!
Es gibt deutlich bessere Lösungen. Wenn in einem Gebäude Heizflächen vorhanden sind, können diese vielfach dazu verwendet werden, den Räumen im Sommer auch Wärme zu entziehen. Die dabei anfallende Abwärme kann so genutzt und/oder geleitet werden, dass die Aussenluft nicht stärker aufgeheizt wird. Dies ist durchaus auch mit Low-Tech-Ansätzen machbar.
Klar ist: sommertaugliche Bauten sind aufwendiger als viele der bisher genutzten Bauten. Es ist von höheren Bau-, Umbau- und Technikkosten auszugehen. Angesichts der üblichen Sanierungsintervalle von Bauten braucht es eine Positivplanung, damit möglichst viele Bauten möglichst rasch sommertauglich sein werden. Damit die Sozialverträglichkeit als ein Aspekt der Nachhaltigkeit gewährt werden kann, ist hier sehr sorgfältig und zielorientiert vorzugehen. Idealerweise wird der Anteil des gemeinnützigen Wohnungswesens erhöht; zu klären ist auch, wie die Sozialverträglichkeit in sommertauglichen Nicht-Wohnbauten gesteigert werden kann.
Zur Illustration der Notwendigkeit des schnellen und weitsichtigen Handelns:

MeteoSchweiz stellt für zahlreiche Wetterstationen langjährige Messreihen etwa der monatlichen Durchschnittstemperaturen zur Verfügung, zum Beispiel für die Station Zürich Fluntern. In dieser Grafik sind die mittleren Monatstemperaturen der sommerlichen Monate Juni, Juli und August dargestellt, als Punkte für die einzelnen Jahre von 1950 bis 2026. Die Schwankungsbreite ist recht hoch. Darum sind in der Grafik auch die Mittelwerte für jeweils 20 Jahre dargestellt Von 1967 bis 1986 betrug der gerundete Mittelwert der Monate Juni, Juli und August 16.5 °C, von 1987 bis 2006 17.8 °C und von 2007 bis 2026 19 °C.
Das Zitat zu Minergie-Bauten zeigt deutlich: es braucht auch eine Anpassung von gesetzlichen Vorgaben, um sommertaugliche Bauten zu ermöglichen . Die allenfalls noch anzupassenden Vorschriften im Bauwesen stellen einen Beitrag zum Menschen- und Klimaschutz dar!
Einmal mehr: Wenn «wir alle» dies wollen, ist es möglich, dass Bauten raschmöglichst klima- und hitzeverträglich sind und wir unsere Bauten so rasch als möglich ausschliesslich mit nachhaltig und dezentral genutzten erneuerbaren Energien versorgen!
Erste Version 18. Juli 2026, aktualisiert mit den Daten von Juni bis Juli 2026 am 2. September 2026