Während den Eröffnungsfeierlichkeiten der 22. olympischen Winterspiele in Sotschi hat es geschneit. Geschneit? In den Subtropen? Es war bloss ein Schneeimitat aus einem Seifenschaumgemisch – Realsatire eben. Doss olympische Winterspiele im subtropischen Klima stattfinden, dass im Jahr 2022 die Fussballweltmeisterschaften in aufwändig gekühlten Hallen stattfinden sollen, ist einerseits der Willkür diktatorischer Staaten als auch der ebenso willkürlichen Weltsportmafia zuzuschreiben. Es ist schon wie zu Zeiten der Römer: „Brot und Spiele“ – auch wenn einigen der Menschen, die in der Umgebung von Sotschi leben und arbeiten, dieses Brot im Hals stecken geblieben sein dürfte – so äussert sich diktatorische Willkür leider zu häufig. Zu dieser Willkür gehört auch, die Grenzen der Natur, der Umwelt, nicht zu respektieren.
Nicht nur in der Schweiz wird immer deutlicher erkennbar, dass sich die Welt den aktuellen Überfluss auch ökonomisch nicht leisten kann – es geht dabei erst einmal um die ökonomischen Aspekte, der übergrosse ökologische Fussabdruck steht noch nicht einmal zur Diskussion. Festzuhalten ist: demokratische Rechtsstaaten sind bestens dafür geeignet, zunehmenden Wohlstand mehrheitsfähig zu verteilen (was nicht zwingend gerecht sein muss, schon gar nicht aus globaler Optik). Wenn derzeit etwa in der Schweiz etwas häufiger über die Finanzierung der öffentliche Haushalte gesprochen wird, hängt dies unter anderem damit zusammen, dass grosse Banken trotz Milliardengewinne keine Steuern zahlen – aber gleichzeitig die Ökonomieinstitute staatlicher Hochschulen aufkaufen und immense Marketingaktivitäten finanzieren (und riesige Boni ausschütten, die unabhängig von der erbrachten Leistung der Begünstigten in einem krassen Missverhältnis zu den ökonomischen Ergebnissen stehen.
Ohne Einschränkungen: wenn sich ein Unternehmen im Rahmen des gesetzlichen Spielraums, welcher immer auch ein Ermessensspielraum ist, steuerliche Optimierungen erlaubt, ist dies sowohl moralisch wie ethisch nicht zu kritisieren – selbst dann, wenn überflussverwöhnte StaatsbürgerInnen, die um ihren Überfluss fürchten, dies so wahrnehmen sollten. Klipp und klar: was nach Gesetz möglich ist, ist auch mit ethischen und moralischen Überlegungen nicht zu kritisieren – in Rechtsstaaten liefert das Gesetz auch den ethischen und moralischen Rahmen. Wenn es denn ethische und moralische Überlegungen gibt, die zu einer Veränderung der rechtsstaatlichen Regeln führen müssten, sind die dafür vorgesehenen demokratischen Regeln anzuwenden – vergangenheitsorientierte Veränderungen sind dabei zu verhindern: was bis anhin als legal galt, hat dies auch weiterhin zu sein!
Festzustellen ist, dass offenbar die „Globalisierung“ – zum Beispiel bei der Produktion von „Überfluss-Gütern“ – zwar eine Realität ist, dies sich aber bis anhin nicht umfassend auf die nationalen Gesetzgebung zur Besteuerung global tätiger Unternehmen ausgewirkt hat.
Die systemrelevante Firma Apple hat zeigen können, dass ihre Finanzpraktiken inklusive Steueroptimierungen juristisch korrekt sind, was nicht einmal in den USA allen PolitikerInnen gefällt, weil dies aufzeigt, dass die PolitikerInnen ihren Job nicht gemacht haben. Es ist davon auszugehen, dass etwa die rechtlich korrekten Finanzpraktiken international tätiger Rohstoffunternehmen zu einer Pervertierung der Entwicklungshilfe führen. Um dies zu verändern, sind erhebliche und aufeinander abgestimmte Anpassungen nationaler Steuergesetzgebungen erforderlich. Die Tobin-Tax etwa wäre ein erfolgsversprechender Ansatz!
Die Anforderung der international abgestimmten Anpassungen allerdings stellt eine echte Herausforderung dar, unter anderem deshalb, weil demokratische Rechtsstaaten auf diesem Planeten die Ausnahme darstellen! Es ist leider davon auszugehen, dass die Vielzahl von DiktatorInnen auf diesem Planeten von der aktuellen Situation persönlich (oder mindestens imagemässig) profitiert. Es ist zu befürchten, dass daher im globalisierten Steuerwesen noch lange keine Harmonisierung erfolgen wird, analog zum Negativbeispiel globaler Klimaschutz.
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Peter Schneider, Psychoanalytiker und regelmässiger Beantworter von LeserInnen-Fragen im Auto-Anzeiger (früher Tagesanzeiger), lehnt den ökologischen Fussabdruck geradezu kategorisch ab. In erster Linie darum, weil nicht alles, was der Mensch tue, moralisch betrachtet werden müsse – und weil ja Moral letztlich einen Bezug zu ethischen Werten hat, lehnt also Herr Schneider Ethik für den Alltag ab. Damit negiert er letztlich die Erkenntnisse und Errungenschaften der Aufklärung – die Postmoderne als Epoche der hedonistischen Beliebigkeit.
Selbstverständlich gelten auch die Gesetze der Chaostheorie – eine einzelne Autofahrt kann, muss aber nicht, direkt mit dem Hungertod eines Kindes in Afrika zu tun haben. Herr Schneider befürchtet eine Hypermoral, will zwar das Heraufdämmern einer Ökodiktatur nicht heraufbeschwören (was er allerdings genau deshalb trotzdem tut), er schreibt zwar, er plädiere keineswegs dafür, im Umgang mit den Ressourcen die Sau rauszulassen – aber Rezepte für einen klugen Umgang mit dem nachweislich übermässigen ökologischen Fussabdruck nennt er nicht.
Zynismus liegt mir nicht. Da ich eine endliche Zeit auf diesem Planeten verbringe, die Erde in einigen Milliarden Jahren voraussichtlich von der erkaltenden und sich daher ausdehnenden Sonne „aufgefressen“ wird, spielt es ja eigentlich gar keine Rolle, wie sich die Menschen auf diesem Planeten verhalten. Wie gesagt, ich bin kein Zyniker, darum sind diese Aspekte schlicht nicht relevant. Es geht um „Wenn, dann …“-Überlegungen. Es gibt seit längerem plausible Aussagen, die darlegen, dass gerade der übermässige ökologische Fussabdruck der reichsten Länder dieser Erde dazu führt, dass es zu Veränderungen der Lebensbedingungen auf diesem Planeten kommt – Stichwort Mensch gemachter Klimawandel -, welche gesellschaftspolitisch kaum bewältigbar sein dürften. Im Sinne der Vorsorge, zu verstehen als eine Art gesellschaftspolitische Versicherung, wäre es klug, dafür zu sorgen, dass der ökologische Fussabdruck der reichsten Gesellschaften auf dieser Erde deutlich vermindert werden könnte. Da es ein Klima auf der Erde auch ohne Menschen gibt, ist Klimaschutz ganz einfach Menschen-, Gesellschaftsschutz.
Die goldene Regel der Ethik postuliert, anderen Menschen nur das anzutun, was mensch für sich selber akzeptieren würde. Auch wenn es Unsicherheiten über die zu erwartende Entwicklung gibt – Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen -, verlangt die goldene Regel der Ethik zwingend, alles daran zu setzen, Entwicklungen, die gesellschaftspolitisch als nicht bewältigbar betrachtet werden, zu verhindern.
Der ökologische Fussabdruck ist für Menschen in der Schweiz sehr ernüchternd: selbst Menschen, die sich eigenverantwortlich ökologisch bewusst verhalten, liegen mehr oder weniger deutlich über der Schwelle eines als dauerhaft verträglich grossen ökologischen Fussabdruck. Dazu kommt, dass sämtliche Alltagsbereiche zu diesem übergrossen Fussabdruck beitragen – für viele gehören auch lieb gewordene Gewohnheiten dazu.
Die Benutzung des Autos zählt definitiv zu den Bereichen, die in der heutigen Form nicht zukunftsfähig sind. Die Vernunft ist bei Fragen rund ums Auto schon lange abhanden gekommen.
Ein beachtlicher Beitrag zum übergrossen ökologischen Fussabdruck stammt von der „Nahrungskette“: der Verminderung des Konsums von Fleisch, die jahreszeitliche und geographische Komponente (gefordert sind in erster Linie saisonale und lokale Produkte), die Reduktion der weggeworfenen Lebensmittelmenge, die Vermeidung von Übergewicht sind Aspekte, die den ökologischen Fussabdruck verkleinern.
Wird der Fleischkonsum schon nur andiskutiert – zum Beispiel anlässlich des WWF-Klimazmittags – wittern beispielsweise FDP-Politiker bereits „Vorschriften für eine Lebensweise“ oder „Umerziehungsaktionen“. Einmal jährlich gibt es eine solche Klimazmittag-Aktion – wo genau ist da das Problem, ausser in den Köpfen dieser FDP-Politiker?
Übergewicht trägt – schon fast als Symbol – ebenfalls zum übermässigen ökologischen Fussabdruck bei. Übergewicht ist auch eine gesundheitspolitische Herausforderung; viele so genannte Zivilisationskrankheiten werden durch Übergewicht verstärkt oder gar ausgelöst. Ich staune regelmässig über die Vehemenz, mit welcher sich sonst so aufgeklärt und vernünftig gebende Menschen wie etwa Beda M. Stadler für Übergewichtige einsetzen. Auch hier wieder: „kein Übergewicht“ ist keine Garantie für ewiges Leben (das behauptet auch niemand). Ein Leben mit Übergewicht ist durchaus möglich – im Sinne von Szenarien, also „Wenn, dann …“-Überlegungen, heisst die Botschaft auch hier: die Erfahrungen zeigen, dass das Idealgewicht, also „kein Übergewicht“, unter sonst gleichen Umständen zu einem „leichteren“ Leben führt – also analog zum Klimaschutz: mit Klimaschutzmassnahmen wird der Klimawandel gesellschaftspolitisch bewältigbarer.
„Wenn, dann …“-Szenarien dürften zu den rationalsten Instrumenten der Meinungsbildung gehören – oder anders, sie können durchaus einen Lernprozess auslösen. Es ist unverständlich, warum solche Überlegungen überhaupt auf Widerstand stossen! Oder ist es allenfalls so, dass die sich gegen jede Vernunft gegen solche Szenarien Wehrenden Menschen persönliche Interessen verfolgen (beim Beispiel Übergewicht etwa die persönliche Betroffenheit)? Oder ist es eine Überforderung, von Menschen zu erwarten, dass sie in jeder Lebenslage rational und vernünftig reagieren (das gilt durchaus für das Stichwort „Rauchen“ im Titel)?
Auch wenn es viele Ausreden – wenige davon kreativ – gibt: letztlich ist jeder Mensch für das eigene Verhalten selbst verantwortlich! Egal, ob dies dem schlechten Gewissen, der eigenen Moral- und Ethikvorstellung passt oder nicht …
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Frau Bundesrätin Doris Leuthard – jetzt seit etwas mehr als 100 Tage als Vorsteherin im UVEK tätig – hat aus dieser Sicht mit der Sistierung der laufenden Verfahren für die Rahmenbewilligungsgesuche für Ersatz-Kernkraftwerke einen absolut ungenügenden Schritt getan: diese überflüssigen Gesuche sind per sofort als gegenstandslos abzuschreiben! Es besteht NULL BEDARF für neue Atomkraftwerke. Denn es gibt alternative und bezahlbare Pfade für die Stromversorgung, die mit deutlicher geringeren Risiken – also kleinere Einwirkungsmöglichkeiten von Murphy’s Law – auskommen. Eine Stromversorgung ausschliesslich mit erneuerbaren, nachhaltigen nutzbaren Energiequellen ist möglich.. Und weil eben auch solche alternativen Stromproduktionsarten nicht ohne Risiken zu haben sind, ist alles daran zu setzen, den Energieverbrauch, darin inbegriffen den Stromverbrauch möglichst zu minimieren. Ein möglichst rascher Ausstieg ist realistisch, erfordert aber eine Umorientierung der Politikmehrheiten. Ich schätze dies als grössere Schwierigkeit ein als die eigentliche technische und ökonomische Realisierung des Ausstiegs! Die Atomlobby hat sich eine treue Anhängerschaft gekauft – genauso, wie sie auch Volksentscheide kauft und mit Geheimdienstmethoden die Anti-Atom-Szene unterwandert.
Wenn der Ausstieg aus der Atomenergie erreicht werden soll – dass dies möglich ist, haben dutzende Studien sowohl auf nationaler als auf internationaler Ebene mehrfach gezeigt – ist es zwingend, dass die Wählenden auch $VP, FDP, CVP etc aussteigen lassen. Denn: die zechprellerische und verteidigende Politik der ökologischen Grossfussabdruck-Parteien beschränkt sich nicht auf die Propagierung der unethischen, undemokratischen Atomenergie. Die Fachkompetenz von $VP, FDP und CVP zu ökologischen Fragestellungen ist massiv ungenügend – es gibt nicht nur keine realistische Murphy’s Law-Risikioeinschätzungen, auch die Climate Criminals und deren Anhängerschaft sind in ihrer überwiegenden Zahl ebenfalls in diesen beiden Parteien anzutreffen. P.S. Es gibt auch bei FDP und CVP Parteimitglieder mit Energiepolitik-Knowhow – allerdings vermögen sich diese nicht durchzusetzen.
Deshalb: wählen Sie die Atomenergie in Ihrem Strom-Haushalt ab – wählen Sie aber ebenso keine VertreterInnen von $VP, FDP, CVP und Co bei den diversen Wahlen, zum Beispiel bei den Erneuerungswahlen für den Zürcher Regierungsrat und den Zürcher Kantonsrat (Wahlen am 3. April 2011)!
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umweltnetz.ch ist mein privates Internet-Angebot, mein „Spielplatz“ für Experimente und als Präsenz im Internet. Dass es mir gelungen ist, nicht nur diese Seite in Google so weit vorne bei häufigen Suchbegriffen (immerhin gibt es nach Google ungefähr 26’000 Fundstellen von „zürich bahnhofstrasse weihnachtsbeleuchtung“), zeigt, dass meine Experimente zum Verständnis von Suchmaschinen gelungen sind – allerdings werde ich die Erkenntnisse meiner privaten Forschung nicht öffentlich machen.
Nun, diese Seite ist leidlich interessant und informativ, es hat einige durchaus präsentable Bilder dabei (weitere Bilder zu weiteren Themen hier) – ich meine, kein schlechtes Gewissen haben zu müssen, dass Google-BenutzerInnen in beachtlicher Zahl auf diese Seite gelenkt werden.
Diverse von Profis gemachte Angebote liegen in der Liste hinter meiner Internet-Seite. umweltnetz.ch als Hobbyseite ist werbefrei, somit gehen auch die WerbekundInnen dieser Profiangebote leer aus!
umweltnetz.ch ist mein Internet-Angebot zu Umwelt und Politik – die häufigsten Tags ökologischer Fussabdruck | 2000-Watt-Gesellschaft | Atomenergie | bedingungsloses Grundeinkommen für alle | Bundesrat | Demokratie | Energiepolitik | Gebäude | Kanton Zürich | Klimaschutz | LOVOS | Medien | nachhaltige Finanzwirtschaft | Nachhaltigkeit | Politik | Schweiz | Stadt Zürich | Verkehr | Verkehrspolitik | Volksabstimmung | Wahlen | Weltethos zeigen, dass umweltnetz.ch tatsächlich Infos und Meinungen zu Umwelt und Politik bietet.
Ich meine, dass ich als Internet-Nutzer und als Internet-(Mit-)Gestalter, aber auch als Teil der Informations-Gesellschaft mich auch an der Diskussion über die Medienzukunft mitzubeteiligen habe.
Qualität der Medien ist auch ein Thema der Forschung – unter Federführung von Prof. Kurt Imhof, Soziologe und Publizistikwissenschaftler an der Uni Zürich werden etwa Medienkompetenz, Nicht-Gratismedien (Zitat) auf Holz und Online Ende Zitat), Zusammenarbeit und Qualitätsanspruch und zivilgesellschaftliche und staatliche finanzielle Förderung postuliert. Lesenswert ist im übrigen auch Kurt Imhof’s Leserbrief-Replik auf den Kommentar des TAMEDIA-Verlegers Pietro Supino, welcher behauptet: die bei Politikern und Medientheoretikern verbreitete Sorge über den Untergang des Qualitätsjournalismus ist unbegründet (Das Magazin 2010/42). – Spannend: Der Beitrag von Pietro Supino ist im Magazin nicht mehr gratis zu haben, die Replik von Kurt Imhof steht auf einer anderen Internet-Seite immer noch zur Verfügung! Polemische Frage: Ist jetzt der Beitrag von Herrn Supino Qualität, weil er etwas kostet – wie sieht es dann mit der Qualität des (Gratis-)Beitrags von Herrn Imhof aus? Antwort aus meiner Sicht: Herr Supino verdient seinen Lebensunterhalt (und sicher noch einiges mehr) nicht mit journalistischer Arbeit, ebenso geht es Herrn Imhof als Professor der Uni Zürich. Dies zeigt aber auch die demokratischen Möglichkeiten des Internets: mit dem üblichen Zeitaufwand und den üblichen Kosten für die Pflege eines Hobbies ist eine Internetpräsenz möglich!
Es geht denn auch eher um die „Alltagstexte“ auf Holz und Online respektive um die Frage, ob es möglich ist, dass Menschen mit der Berufswahl JournalistIn auch zukünftig zur Informationsvermittlung eigene Texte erstellen und damit ihre Existenz sichern können – und nicht einfach per Copy-Paste PR-Texte von Unternehmen, Verbänden, Parteien, (reichen) Einzelpersonen in Medienkanäle einspeisen. Verständlichkeit, Transparenz, Unabhängigkeit, Genauigkeit, Informationstreue- und -sicherheit sind wichtige Elemente – ich verweise dazu auch auf meinen Beitrag Alles-Behaupti-Cheib-und-nüd-Bewiisi-Siech. Ein interessanter Ansatz für die Medienmitfinanzierung ist Flattr, ein Social-Payment-Service: Internet-NutzerInnen honorieren die Internet-Inhalte anderer mit Klicks und verteilen so ihre Geldspende auf die Internet-ProduzentInnen, während sie für ihre Arbeit Klicks erhalten und für diese entschädigt werden. Oder grundsätzlicher: bedingungsloses Grundeinkommen für alle – siehe dazu auch hier!
Andreas Blum, der früheren Radiodirektor DRS weist auf die Gefahren der aktuellen Medienpolitik hin und fordert öffentliche Mittel für die Unabhängigkeit der Medien. Das Betreiben von Medien erfordert grossen Kapitaleinsatz, Reiche und Superreiche können sich eigene Medien leisten oder investieren in Medien, exemplarische Beispiele etwa Silvio Berlusconi, Christoph Blocher oder Moritz Suter. Die Superreichen steuern die Medien und über die Medien die Gesellschaft: der selbstdefinierte Geldadel als Ersatz der absolutistischen Monarchen aus den Zeiten vor der französischen Revolution!
Trotz der Forderung nach Qualität also auch hier wieder der Hinweis auf den zukünftigen Stellenwert des Einfachmediums.
Diverse Untersuchungen zeigen die Bedeutung sozialer Netze: was der Nachbar gut findet, ist auch für die Nachbarinnen und Nachbarn von Interesse, die Meinung der Kolleginnen und Kollegen ist eine wichtige Beeinflussungsgrösse der eigenen Meinungsbildung und -findung. Auch wenn derzeit Facebook, Twitter und Co. – dank Werbung – sprudelnde Einnahmenquellen sind (ebenso wie Suchmaschinen, die das Internet überhaupt benutzbar halten), so sind diese virtuellen Netze durchaus in der Lage, die klassischen (direkt zwischenmenschlichen) Netze kräftig zu ergänzen. Umso unverständlicher ist, wenn solche Netze am Arbeitsplatz nicht genutzt werden können.
Zu beachten ist dabei: sowohl die „Digital Natives“ (Menschen mit ältestem Geburtsjahrgang 1980) als auch die „Digital Immigrants“ (Menschen mit Geburtsjahr vor 1970), aber auch die Zwischengeneration sind Lernende bei der Verwendung der Social Media. Die an den Computern sitzenden Menschen – Knoten – dieser virtuellen Social-Media-Netze (um die Begriffe „Freunde“ oder „Followers“ zu vermeiden) können bereits heute, in der Zukunft vermehrt, eine wichtige Rolle sowohl in der Informationsvermittlung als auch in der Meinungsbeeinflussung und -bildung übernehmen! Als Beispiel: Wenn „Freund X“, dessen Einträge ich regelmässig in einem Social Media zur Kenntnis nehme, wird dies einen direkteren Einfluss auf meinen Meinungsbildungsprozess haben, als wenn ich in einem Medium auf Holz oder online (Zitat Imhof, siehe oben) den Bericht über eine Medieninformation von Armee-Museumsdirektor Ueli Maurer (sorry, soll heissen Bundesrat Ueli Maurer) zur Kenntnis nehme.
Gerade die demokratischen Möglichkeiten des Gratis-Internet, die Risiken von durch GeldgeberInnen beeinflussten Medien, aber auch die Chancen und Risiken von Social Media betonen die zwingende Notwendigkeit einer hohen Medienkompetenz. Ein Aspekt davon: Rechte und Pflichten im virtuellen Raum, einer meiner Beiträge für den eZürich-Ideenwettbewerb.
The post Demokratie braucht Informationsqualität first appeared on umweltnetz.ch.]]>Eine (wahrscheinlich nicht repräsentative) Befragung kommt zum Schluss, dass in der Schweiz die KatholikInnen der Kirche davon laufen. Auch wenn etwa Angebote wie die Zürcher Bahnhofkirche zeigen, dass das Bedürfnis nach „Seelsorge“ illustrieren, hat es die Institution Kirche – zu einem erheblichen Teil selbstverschuldet – sehr schwer in der heutigen Zeit. Es besteht zwar ein sehr grosser Bedarf an ethischen und moralischen Vorstellungen – aber der hedonistische Zeitgeist, exemplarisch am Lifestyle „LOHAS“ setzt dabei auf Selbstbedienung: individualisierte Patchwork-Ethik entspricht dem Zeitgeist. Einerseits ist dies eine Qualität, denn das Erarbeiten eines eigenständigen Weltbildes, Gedanken zur eigenen Position in dieser Welt – so etwas wie ein autonomes Gewissen – sind zentrale Elemente einer zukunftsgerichteten Gesellschaft. Andererseits ist gerade LOHAS der Hinweis darauf, dass die individuellen (hedonistischen) Ansprüche vor den Ansprüchen der Gesellschaft stehen – es fehlen die gemeinsamen Ziele, die „Global Goals“, oder sie sind wie beim Klimaschutz für den individuellen Bereich derart abstrakt, dass sie nicht zwingend zu plausiblen Handlungsanleitungen führen. Letztlich führt diese allgemeine Verunsicherung zu absurden Abwehrhaltungen – und eben den Spontanverurteilungen in den Medien.
Die institutionellen Kirchen als während Jahrhunderten prägende Ethik- und Moralverwaltungen (immer in Verbindung mit Machtansprüchen und ökonomischen Zwängen) haben schlicht die gesellschaftlichen Entwicklungen nicht wahrgenommen. Rund 467 Jahre liegt beispielsweise die katholische Kirche hinter der Realentwicklung zurück! Erst jetzt wurde mit Schaffung einer offiziellen Grabstätte für Nikolaus Kopernikus die heliozentrische Sicht des Universums auch tatsächlich anerkannt – als Beleg dafür, dass es möglich ist, Glaube und Wissenschaft zu vereinbaren. Dies ist umso bedeutsamer, als gerade das heliozentrische Weltbild auch den Hedonismus (bildlich der einzelne Mensch als Zentrum des Universums, mit den anderen Menschen, der gesamten Mit- und Umwelt als Satelliten) deutlich relativiert.
Insbesondere die katholische Kirche hat den Schritt von der machtorientierten absolutistischen und zentralistischen Institution zur demokratisch geprägten, an den ganzheitlichen Bedürfnissen der Menschen ausgerichteten Organisation nicht geschafft. Dazu kommt, dass verschiedene Vorgaben – beispielsweise „Masshalten“, Solidarität, … den hedonistischen Zeitgeistansprüchen nicht wirklich entsprechen – obwohl sie etwa durch den ökologischen Fussabdruck deutlich bestätigt werden. Diese Diskrepanz zwischen Zeitgeist und gesellschaftlicher Relevanz trägt generell zu einer Distanzierung der Menschen von ihrer „Geburtskirche“ bei. Wenn dann noch erschreckendes Fehlverhalten einzelner kirchlicher Mitarbeitender und der einfältige Umgang der Kirchen mit diesen Verfehlungen (Stichworte sexueller und anderer Missbrauch) dazu kommt, ist klar, dass diese Distanz auch zur definitiven Verabschiedung führen kann. Wenn einzelne kirchliche Vertreter dies nur auf die Kirchensteuer zurückführen, setzt dies die Einfältigkeit fort.
P.S. Eine der Schwierigkeiten der Kirchen ist die lange „Verweilzeit“ des himmlischen Bodenpersonals im Dienst – da kommt einiges an Altlasten zusammen. Als ein Beispiel: Während etwa in Frankreich nach wie vor ein Züchtigungsrecht für Eltern und Lehrkräfte besteht (in der Schweiz ist dieses auf die Eltern beschränkt), wurde im deutschen Bundesland Bayern die Prügelstrafe in Schulen erst 1980 abgeschafft – der damals aktive Pädagoge Walter Mixa wurde von den damals menschlich fragwürdigen aber juristisch zulässigen (und damit gesellschaftlichen akzeptierten) Prügelstrafen dreissig Jahre später eingeholt und musste als Bischof von Augsburg zurücktreten – öffentliche Vorverurteilung und Pranger liessen annehmen, Herr Mixa habe gerade erst gestern noch Schüler verprügelt. Da der in schon fast historischen Zeiten körperstrafende Mixa das typische Bild eines konservativen Kirchenhierachikers darstellt, ist zu hoffen, dass dieser erzwungene Rücktritt von der katholischen Kirche als Chance genutzt wird.
Immer wieder leisten Menschen mit starkem kirchlichen/religiösen Bezug wertvolle Beiträge zu gesellschaftlichen Fragestellungen, dies allerdings nicht immer mit dem Wohlwollen der Institutionen (damit ist NICHT ausgesagt, dass nur Menschen mit kirchlichem/religiösen Bezug solche Beiträge leisten können – wenn sich allerdings die Aktivitäten der FreidenkerInnen auf eine fragwürdige Plakataktion beschränken, ist dies nicht gerade ermutigend). Der Weltethos mit der treibenden Kraft von Hans Küng ist nur ein Beispiel für eine vielsprechende Zukunftsorientierung mit dem Blick auf „Global Goals“. Ebenso haben sowohl die politische Ökologie als auch der Fall der Berliner Mauer wesentliche Impulse durch christlich orientierte Menschen erfahren. Einen interessanten Aspekt bringt auch der (Kirchen-)Ethiker Otto Schäfer vor: er stuft den Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft als Abschied vom Erdölzeitalter ein – verbunden mit Trauer und Zuversicht. Für Otto Schäfer ist der Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft „die Möglichkeit eines neuen Lebensstils, der Weg der „Genügsamkeit“ und des „Ballastabwerfens“. Wir werden uns trennen müssen von liebgewonnenen Gewohnheiten“. Weg von den LOHAS hin zu LOVOS also!
Der hedonistische Hedonismus funktioniert auf diesem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft, aber auch für die „Post Oil“-Phase nicht mehr. Als Vorschlag: anarchistische Monarchien im Rahmen der Demokratie! Jede ihre eigene Königin, jeder sein eigener König – jede und jeder sowohl für das Ganze wie für sich selbst verantwortlich!
The post Hedonistischer Absolutismus – anarchistische Monarchien first appeared on umweltnetz.ch.]]>Was sich Spanien und Italien, teilweise mit Unterstützung durch Deutschland, an Verhandlungsergebnissen und Verlautbarungen im „Konflikt“ Schweiz-Libyen erlaubt haben, kann selbst wohlwollend nur als gravierender Kniefall vor dem libyschen „Operetten“-Diktator interpretiert werden. Für Spanien und Italien scheinen rechtsstaatliche Grundsätze nicht zu gelten – nicht verwunderlich, muss Italiens Möchtegern-Diktator Berlusconi regelmässig von Gerichten gestoppt werden. Das Verhalten der Genfer Polizei anlässlich der Verhaftung von Ghadafi-Sohn und Gewalttäter Hanibal war überkorrekt, das Veröffentlichen von Polizeifotos war möglicherweise unklug – und die Schengen-Visa-Sperren durch die Schweiz waren sowohl formell wie inhaltlich richtig und angemessen. Libyen hat offensichtlich gegenüber Rachid Hamdani und Max Göldi Staatsterrorismus begangen, hat die grundlegenden Rechte dieser beiden Geiseln absichtlich und in massivster Art verletzt. Jede andere Aussage ist eine Lüge – oder eine Willfährigkeit gegenüber Ghadafi.
Spanien, Italien und Deutschland sind bestenfalls repräsentative Demokratien – die Menschen „dürfen“ eher selten ihre Repräsentanten wählen. Diese Repräsentanten verhalten sich in sehr vielen Situationen ausgesprochen autokratisch oder machiavellistisch. Nur schon beim öffentlichen Auftreten sind die Unterschiede augenfällig: während in Berlin, Madrid oder Rom riesige Autokonvois bewegt werden, wenn ein Regierungsmitglied unterwegs ist, sind etwa BundesrätInnen in der Schweiz ohne (oder zumindest mit nicht sichtbarer) „Leibwache“ unterwegs – zu Fuss, mit dem öffentlichen Verkehrsmittel, … – hier zeigt sich, dass in direkten Demokratien Regierungen MIT der Bevölkerung regieren, während in autokratischen System offenbar GEGEN die Bevölkerung regiert wird (mit der Ausnahme des Autokraten und Alt-Nationalrat Blocher).
Es besteht dringender Handlungsbedarf – und zwar auf Ebene der UNO. Die Staatsform und damit das Mass an Demokratie respektive Autokratie wird den einzelnen Staaten überlassen. Selbst aus Sicht der Menschenrechte schlimmste Diktaturen (China, Burma, …) können UNO-Mitglied sein. Hier braucht es zukünftig eine ethische Beurteilung der real existierenden Staatsform – die „gute Praxis des Regierens“ ist zu diskutieren und festzusetzen.
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„Über die Verhältnisse leben“ – mehr beanspruchen, als jeder und jedem zusteht – auf zu grossem Fuss leben – einen zu grossen (ökologischen) Fussabdruck haben. Sowohl die Ökonomie wie die Ökologie vertragen die aktuellen Ansprüche eines eher kleinen Anteils der Bevölkerung dieses Planeten nicht. Gier und Geiz der hedonistischen (liberalen Gesellschaft) sind kein Zukunftsmodell, sondern führen zu existenziellen Herausforderungen für die Menschheit.
„Abschied nehmen von der Verschwendung“ titelt der Ethiker Otto Schäfer und führt dazu aus: Ethische Überlegungen legen nahe, in der Energiepolitik auf Effizienz und Suffizienz zu setzen. Doch rechnet die Ethik oft zu wenig mit der Trägheit und Widersprüchlichkeit der Menschen. Wahrscheinlich ist ein kollektiver Trauerprozess notwendig, um uns von unserer verschwenderischen Lebensweise zu verabschieden.
Zuerst die wachsende Erkenntnis über den menschgemachten Klimawandel, Stichworte IPCC, Al Gore (Eine unbequeme Wahrheit – An Inconvenient Truth), dann die Finanzwirtschaftskrise: es braucht viel, bis die Alarmzeichen wahrgenommen werden, bis Handlungsbereitschaft besteht. Doch auch dann immer noch: Konjunkturprogramme, die im wesentlichen jene Strukturen erhalten wollen, die nicht nachhaltig sind (z.B. Abwrackprogramme für Autos, eine überdimensionale und auf „noch mehr vom Gleichen“ ausgerichtete Bauwirtschaft).
Was es jetzt vordringlich braucht:
Nachtrag 28.2.09
Warren Buffett schlägt in einem Brief an die Investoren seiner Holding Berkshire Hathaway einen ausgesprochen optimistischen Ton an. Optimismus ist nicht nur bei der Finanzwirtschaftskrise ein wichtiger mentaler Faktor, das gleiche gilt auch für die Ökologie, zum Beispiel der Ja-Anteil von 76.4 % bei der Abstimmung in der Stadt Zürich zur 2000-Watt-Gesellschaft am 30. November 2008. Es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass Demokratie und Markt wichtige Triebkräfte des Wohlstandes vieler Länder sind. Nur: dieser Wohlstand hat bekanntlich einen Preis, er geht zulasten von Menschen in anderen Regionen und zukünftiger Generationen. Dieser Buffett-Optimismus von den besten Tagen der USA, die noch bevorstehen, kommen daher, dass grosse Teile der Bevölkerung einiger weniger Staaten deutlich über die Verhältnisse leben, letztlich also nicht nur von den ihnen zustehenden Zinsen leben, sondern vom Kapital auch anderer Menschen! Der ökologische Fussabdruck ist eine der Grössen zur Illustration dieser übermässigen Beanspruchung, siehe dazu u.a. Wikipedia. Pro Mensch auf dieser Erde stehen 1.8 Hektar Fläche zur Verfügung. Eine Mensch in den USA braucht 9.7 ha, über 5 mal mehr, als verfügbar ist – auch in Europa, damit auch der Schweiz, beansprucht der durchschnittliche Bewohner, die durchschnittliche Bewohnerin mehr als doppelt so viel von diesem Planeten, wie zur Verfügung steht! Es ist zu hoffen, dass die aktuelle Finanzwirtschaftskrise die Möglichkeit bietet, eine Wirtschaftsweise zu formulieren, die allen Menschen gute Tage – den meisten Menschen, allerdings nicht jenen in den USA und in Europa, sogar bessere Tage – bringt, mit einem ökologischen Fussabdruck, welcher nicht grösser ist als die verfügbaren Kapazitäten. Doch dies ist wirklich möglich, das muss die Menschen wollen – das ist echter Optimismus, und nicht einfach Buffett’scher Egoismus bezogen auf das eigene Aktien-Portefeuille! Haben oder Sein – Erich Fromm – das ist hier die Frage: was genau macht gutes Leben, besseres Leben eigentlich aus?
1. Fassung 26.2.09
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Anstand: eine klassische Worthülse! Würde man dazu 200 Leute befragen, würde man 400 Definitionen dafür bekommen. Ein Nachschlagen bei Wikipedia etwa ergibt einiges – als Zitate:
Anstand bezeichnet die „gute Sitte“ im Benehmen. Zweck des Anstands ist es, dem gesellschaftlichen Umgang durch Zügelung der individuellen Willkür Formen bereit zu stellen, die als Ausdruck grundlegender Wertvorstellungen gelten sollen.
Der anständige Mensch als Idealtypus des Weltbildes der Aufklärung respektiert in Einstellung und Verhalten die Persönlichkeit des Anderen und achtet darauf, dass dieser nicht bloßgestellt (Scham), gedemütigt (Hochmut) oder benachteiligt (Ungerechtigkeit) wird.
Persönlicher Anstand kann erlernt, jedoch nicht reglementiert werden; wohl aber können auf Prinzipien des Anstands beruhende Regeln oder Gesetze festgelegt und zur Geltung gebracht werden. Dies geschieht grundlegend in der Erklärung der Menschenrechte.
Anstand ist also das Bemühen einer Einzelperson, die Menschenrechte auf das individuelle Verhalten anzuwenden. Wenn Herr Blocher vor einem Zuviel an Anstand warnt, greift er einmal mehr fundamental die Menschenrechte an.
Dazu eine Geschichte: Ein aufstrebender Jurist hat sich das Vertrauen eines Unternehmers erworben. Als der Unternehmer stirbt, berät der Jurist die Nachkommen. Das Unternehmen habe keine Zukunft, da es kaum Eigenmittel gebe und die Marktchancen schlecht seinen. Der Jurist erhielt den Auftrag zum Verkauf des Unternehmens – er fand einen ungenannten Investor und handelte für diesen den Verkaufspreis aus: angesichts der düsteren Aussichten einigte man sich auf 20 Mio Franken anstelle des geschätzten inneren Wertes von 80 Mio Franken. Dieser Jurist war, wie im Tages-Anzeiger nachzulesen war, Christoph Blocher – und das Unternehmen war die Ems Chemie.
Die Verkäufer des Unternehmens wurden benachteiligt, weil ihnen nicht der dem Unternehmen entsprechende Wert erstattet wurde – weil diese Geschichte auch öffentlich wurde, wurden die Verkäufer auch gedemütigt. Die Inbesitznahme der Ems Chemie durch Christoph Blocher war also in hohem Mass unanständig. Auch auf den weiteren Pfaden seiner Vermögensvermehrung ist immer wieder Blocherscher Unanstand die treibende Kraft. Gerade diese masslose und auf den eigenen Vorteil ausgerichtete Unternehmenspolitik ist wesentliche Ursache der Finanzkrise, welche im September/Oktober 2008 ihren Höhepunkt erreichte – in diesem Zusammenhang mag heute tatsächlich niemand mehr von Anstand zu sprechen…
Diesen Unanstand hat Herr Blocher auch in die Politik und insbesondere in die SVP hineingetragen. Diverse SVP-Blocher-Kampagnen arbeiten bewusst mit Demütigung, Blossstellung und wollen bestehende Ungerechtigkeiten zementieren (zum Beispiel Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (AUNS), Arbeitsgruppe Südliches Afrika (ASA), die den Apartheids-Staat Südafrika unterstützte).
Anstand verbietet nicht die kritische Distanz zu Personen und Inhalt – im Gegenteil, Anstand verpflichtet dazu, genau hinzuschauen. Wenn andere gedemütigt, blossgestellt und ungerecht behandelt werden, verlangt der Anstand, sich dagegen zu wehren. Auch hier: es braucht nicht weniger Anstand, sondern sehr sehr viel! Wobei: Profiteure und Unanständige wie Herr Blocher haben nicht den Anspruch, dass man sich für sie wehrt!
Und dies an die Adresse der Verantwortlichen des Ustertages 2008: es zeugt nicht gerade von Klugheit, ausgerechnet Herrn Blocher zum Thema „Anstand“ sprechen zu lassen – hier wäre einE profesionelleR EthikerIn wesentlich geeigneter gewesen.
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Darum ist in vielen Aussagen zur 2000-Watt-Gesellschaft regelmässig zu lesen oder zu hören, die 2000-Watt-Gesellschaft sei mit heute verfügbaren technischen (Effizienz-)Möglichkeiten zu erreichen und sei auch zu finanzieren.
Aus meiner Sicht ist dies eine der Möglichkeiten, um die 2000-Watt-Gesellschaft zu erreichen. Weil allerdings ein erheblicher Teil der Effizienzgewinne durch die gesteigerten Ansprüche gerade wieder kompensiert wird, dürfte dieser Weg durchaus Sysiphos-Qualitäten haben.
Ich schlage deshalb vor, das Thema 2000-Watt-Gesellschaft nicht aussschliesslich aus Effizienzsicht zu betrachten, sondern auch andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen.
Das beginnt bei den Begriffen. Allein schon die Verwendung des Wortes „Verzicht“ suggeriert, dass es ein wie auch immer geartetes Recht gibt, eine gegenwärtige Verhaltensweise weiter zu kultivieren.
Es gibt Ueberlegungen Richtung „ökologischer Fussabdruck„, die darauf hinweisen, dass der durchschnittliche Schweizer, die durchschnittliche Schweizerin diesen Planeten übermässig beansprucht. Dazu auch eine Aussage aus dem Nachhaltigkeitsmonitoring MONET des Bundes: Statt von den Zinsen zu leben, zehrt die Schweiz vom Kapital zukünftiger Generationen und anderer Länder. Erweitert wird dies durch den „Ökologischen Schuldentag“, der Erkenntnis vom globalen Leben auf Pump: Seit dem 6. Oktober 2007 sind alle weltweit verfügbaren natürlichen Ressourcen, die unsere Erde in diesem einen Jahr regenerieren kann, ausgeschöpft. Ausgebeutete Rohstoffe können nicht mehr auf natürliche Weise ersetzt, Müll, den wir erzeugen, nicht mehr abgebaut werden. Treibhausgase, die wir jetzt noch in die Atmosphäre blasen, kann das Ökosystem Erde nicht mehr ausgleichen. – ein Zitat aus einer Greenpeace-Medienmitteilung.
Verzicht scheint mir ein nicht angemessener Begriff zu sein, wenn es um die Reduktion übermässiger Ansprüche geht. Es ist davon auszugehen, dass es nötig sein wird, auch liebgewordene Gewohnheiten in Frage zu stellen, wenn zukünftige Generationen eine Überlebensmöglichkeiten auf diesem Planeten haben sollen. Dazu auch der Hinweis auf eine Abhandlung eine Ethikers: Abschied nehmen von der Verschwendung.
Das Wuppertal-Institut beschäftigt sich schon länger mit Fragen der Suffizienz, insbesondere auch den Sprachregelungen dazu. Dies tönt dann so: Masshalten, von nichts zuviel wollen, damit für anderes, das man ebenfalls braucht, noch Platz bleibt!
Aus 2kwblog.umweltnetz.ch
The post Verzicht first appeared on umweltnetz.ch.]]>Zeichen hinterlassen Päpste nicht nur durch Bauwerke, sondern auch durch ihre Aussagen und Festsetzungen zum religiösen und alltäglichen Leben der Menschen, die sich als Teil der römisch-katholischen Kirche verstehen.
Papst Johannes Paul II hat baulich einige Spuren hinterlassen im Vatikanstaat – er hat aber auch in seinem langen Pontifikat eine ganze Reihe von Schriften verfasst, die sich sehr konkret auf die Kirche und die Gläubigen auswirken. Papst Johannes Paul II hat mit viel Ausdauer und lautstark sich für den Frieden eingesetzt. Und er hat beeindruckt durch sein Charisma, seine Klugheit und seine Gläubigkeit.
Prägend auch seine Auffasung über die menschliche Verpflichtung, sich quasi bis zum letzten Atemzug einzusetzen für die Aufgaben und Pflichten, die Menschen durch ihr Menschsein zu erfüllen haben. Durch seine langdauernde Krankheit hat er gezeigt, dass auch Leiden Teil des menschlichen Lebens, der menschlichen Verpflichtung ist. Es gibt aber auch einen Zeitpunkt, von dieser Erde zu gehen, auch wenn die Aufgabe noch so gross und noch nicht zu Ende gebracht ist: eine medizinisch-technische Lebensverängerung um jeden Preis braucht es nicht!
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Auch bei einem grossen Papst gibt es „Aber“! Dazu gehören Entscheide zu dogmatischen Themen, zu Themen des alltäglichen Lebens – die nicht mehr damit erklärt werden können, dass eine so alte Institution wie die katholische Kirche halt eben konservativ entscheide. Beispielsweise der Pflichtzölibat, die Rolle der Frau in der Kirche oder Fragen der Sexualität wurden durch den Papst nicht wirklich angegangen, sondern tabuisiert. Der Papst hat sich eigentlich jeweils nur dazu geäussert, dass es einen Glauben an Gott gibt, nicht aber, was diesen Glauben inhaltlich ausmacht und welche Auswirkungen dieser Glaube auf das Alltagsleben hat.
Wer sich mit derartigen Fragen kritisch und nicht im Sinne der tabuisierten Haltung des Papstes auseinandersetzte, hatte und hat es schwer in der katholischen Kirche, wie beispielsweise Prof. Hans Küng (Entzug der Lehrerlaubnis 1979). Es ist eigenartig, dass ein Papst, welcher dem friedlichen Umgang mit den Menschen untereinander ein derart grosses Gewicht zukommen lässt, ausgerechnet kirchenintern derartige zumindest psychische Gewalt angewendet hat. Der Entzug der Lehrerlaubnis ist ein sehr harter Eingriff in das Wirken einer Person, die mit vollem Engagement, aufbauend auf dem christlichen Glauben, sich dafür einsetzt, Glaubensgrundsätze zu vermitteln, auch als Basis für ein segensreiches Wirken innerhalb der Kirche.
Am Beispiel von Hans Küng lässt sich zeigen, wie dramatisch sich dieser harte und nicht zu rechtfertigende Eingriff sowohl auf die Weltpolitik als auch die Glaubwürdigkeit der Glaubensgemeinschaften und ihrer Kirchen auswirkt.
Hans Küng ist einer der wichtigen Förderer und Botschafter des Weltethos (Details). Hans Küng hat 1990 festgehalten:
Die Religionen der Welt können nur dann einen Beitrag zum Frieden der Menschheit leisten, wenn sie sich auf das ihnen jetzt schon Gemeinsame im Ethos besinnen: auf einen Grundkonsens bezüglich bestehender verbindender Werte, unverrückbarer Massstäbe und persönlicher Grundhaltungen.
1993 wurde von verschiedenen Religionen (Bahai, Brahma Kumaris, Buddhismus, Christentum, Eingeborenen-Religionen, Hinduismus, Jainismus, Judentum, Islam, Neu-Heiden, Sikhs, Taoisten, Theosophen, Zoroastrier, Interreligiöse Organisationen) eine „Erklärung zum Weltethos“ verabschiedet.
Mit dieser Erklärung haben sich erstmals Vertreter aller Religionen über Prinzipien eines Weltethos verständigt und sich auf vier unverrückbare Weisungen verpflichtet, die im einzelnen konkretisiert werden:
Wenn der Weltethos bereits eine grössere Bedeutung hätte – und das hat der Papst mit der Ächtung von Prof. Hans Küng wirkungsvoll verhindert – hätte vor dem Irak-Krieg 2003 nicht die absurde Situation entstehen können, dass
Es ist ohne Wenn und Aber festzuhalten, dass die päpstliche Position für eine friedliche Lösung mit dem Weltethos vereinbar ist, nicht aber die der jeweiligen Akteure. Der Papst ist allerdings durch seine Haltung vor allem gegen innen, seine Position durch einen Unfehlbarkeits-Anspruch vertreten zu wollen, erheblich vom Weltethos abgewichen – und reduziert sich dadurch auf einen jener vielen „Global Players“, die sich auf ihre „Macht“ berufen, was letztlich eine Gewalt-Ausübung darstellt. Mit der umfassenden Berufung auf einen „reinen“ Weltethos wäre es dem Papst allenfalls gelungen, sowohl Bush wie den irakischen Staatschef von ihren vollständig vom Weltethos abweichenden Haltungen abrücken zu lassen und vor allen jegliche Formen der religiösen Rechtfertigung des eigenen gewalttätigen Verhaltens unmöglich zu machen.
Nicht nur der Papst, alle Menschen auf dieser Erde haben die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass auf dieser Erde die oben genannten vier unverrückbaren Weisungen verpflichtend werden!
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