Politik oder Symbolik?

Obwohl die Pseudo-Abzocker-Initiative nichts gegen irgendwelche Lohn- oder Abgeltungsexzesse auf den obersten Unternehmensebenen anbieten kann, sondern auf politischem Weg die Rechte der AktionärInnen, insbesondere der abzockenden AktionärInnen, massiv verstärkt, geht es bei der Abstimmung über die so genannte Minderinitiative schon lange nicht mehr um Politik, sondern um Symbolik. Die Minderinitiative bietet die Gelegenheit zur Kropfleerete, zum Werfen fauler Eier und Tomaten gegen die Sitten und Gebräuche der Wirtschaft, unabhängig davon, ob die Initiative die gewünschten Effekte zur Folge hat, unabhängig davon, ob massive negative Folgen zu gegenwärtigen sind. Mit rationalen Argumenten ist da nichts mehr zu wollen!

Weiterlesen

schief, schiefer, economiesuisse

In einer Konkurrenzmarktwirtschaft ist es legitim, dass der Verband der Reichen und Superreichen (=Economiesuisse) eine schiefe Sicht auf die Einkommenssituation wirft. Steuer-, finanz- und sozialpolitisch dürfen allerdings solche absurden Positionsbezüge keine Auswirkungen zur Folge haben.

Weiterlesen

Sinn und Ostrom

“Ökonomie” hat zwar einige wissenschaftliche Ansätze, hat aber letztlich eine gewisse Verwandschaft mit der Astrologie. Schlicht darum, weil Menschen eben Menschen und nicht ökonomische Roboterwesen sind. Ökonomie hat somit einen hohen metaphysischen Anteil – die Glaubenskomponente bei der Ökonomie ist häufig als die wissenschaftliche Grundlage. Weil ÖkonomInnen viel wohlklingende Wortwatte verwenden, haben die Aussagen durchaus Horoskop-Charakter – man kann vieles hinein interpretieren. Dies heisst aber auch: Ökonomie hat nur einen begrenzten Nutzen für den Alltag! Beispiel gefällig? Hier kommt es – es handelt von Herr Sinn und Frau Ostrom.

Weiterlesen

Zum Referendum gegen das Cassis-de-Dijon-Prinzip: Geteiltes Leid – halbes Leid?

Jetskis – Wassertöffs so quasi – mögen für einzelne KonsumentInnen in Beliebigkeitsistien als das ultimative Gadget betrachtet werden – wer allerdings beim Erholen am Strand von diesen “Wespen” belästigt wird, dürfte nicht sehr erfreut sein. Derzeit sind Jetskis in der Schweiz nicht zugelassen, wohl aber in der EU. Wenn das Cassis-de-Dijon-Prinzip auch in der Schweiz Gültigkeit erlangt, wird es der Schweiz in immer mehr Bereichen verunmöglicht, eigene Standard, und dies betrifft vor allem den Umwelt-, Sozial- und Qualitätsbereich, durchzusetzen. Um dies zu verhindern, haben verschiedene Kreise das Referendum gegen die entsprechenden Beschlüsse des Parlaments ergriffen (die Referendumsfrist läuft bis zum 1. Oktober 2009). Weiterlesen

Gesundheitswesen? Krankheitswesen?

Endlich hat das Bundesamt für Statistik einen Wachstumträger (zu deutsch: Beitrag zur Steigerung des Bruttoinlandproduktes BIP) ermittelt, nämlich das Gesundheitswesen (Medienmitteilung aus dem Jahr 2005 für 2003, neuere Zahlen hier. Seit mindestens 20 Jahren nehmen die Kosten des Gesundheitswesens wesentlich schneller zu als das gesamte Bruttoinlandprodukt, erst in letzter Zeit gibt es eine gewisse Verlangsamung. Eigenartig: alle, die sonst so lautstark nach einer Zunahme eben dieses Bruttoinlandproduktes schreien, runzeln die Stirne angesichts dieser Zahlen. Somit wird einmal mehr offensichtlich, dass das BIP kaum etwas mit dem Wohlstand zu tun hat. Weiterlesen

Flugverkehr, Finanzwirtschaft, Automobilbranche

Trotz (leider) ständig zunehmender Nachfrage nach Flugverkehrsleistungen gehören Konkurse und Groundings zu den Realitäten der Flugverkehrsbranche. Trotz fast religiöser Verehrung der Finanzwirtschaft stehen die Exzesse dieses Zweiges der nicht realen Wirtschaft am Ausgangspunkt der globalen Finanzkrise ab Herbst 2008. Obwohl auch der Strassenverkehr (leider) noch dauernd zunimmt, stehen Mitte November 2008 diverse Automobilhersteller vor dem ökonomischen Kollaps. Sind diese Gleichzeitigkeiten Zufall? Oder kommen dabei Zusammenhänge zum Ausdruck? Weiterlesen

economiesuisse: schiefe Sicht auf Einkommen und Steuern!

Am 20. August 2007 hat economiesuisse unter der Leitung von Pascal Gentinetta, dem designierten Direktor von economiesuisse eine interessante “Studie” vorgestellt, die dann in den Medien wie folgt zitiert wurde: “Gemäss einer Studie von Economiesuisse bezahlen 20 Prozent der Bevölkerung rund 60 Prozent der Staatsausgaben.” Weiterlesen