Abstimmungsempfehlungen für die Volksabstimmung vom 27. November 2022

Nur zwei Stimmzettel liegen in der Stadt Zürich im Abstimmungs-Couvert für die Volksabstimmung, bei der am 27. November 2022 die Resultate ermittelt werden. Es geht um eine Variantenabstimmung auf kantonaler Ebene und einen grossen Rahmenkredit für die Stadt Zürich. Zwei Wochen vor dem Auszählzeitpunkt ist die Einsendequote der Abstimmungs-Couverts noch eher tief, da sollte noch einiges drin liegen! 

Kanton Zürich: Krankenkassen-Prämien und Steuerabzüge

Es geht um eine $VP-Volksinitiative, in der im Titel auch noch das Wort «Gerechtigkeit» vorkommt. Nachweislich ist die $VP eine Propaganda-Lügen- und -Fake-Partei. Weil Gegenvorschläge zu derartigen Initiativen meist faule Kompromiste sind, ist – wie bereits von SP, Grünen und AL empfohlen – die Sache klar:

  • $VP-Volksinitiative zum steuerlichen Krankenkassen-Prämienabzug: NEIN
  • Gegenvorschlag des Kantonsrates: NEIN

Stadt Zürich: erneuerbare Energien ?!?!

«Wechsel von fossiler zu erneuerbarer Heizenergie» – schon nach sechs Zeilen Lektüre in der Abstimmungszeitung scheint die Sache klar zu sein. Dazu kommt: die Propaganda-Lügen- und -Fake-Partei $VP ist dagegen. Als ein Beleg von $VP-Fakes und -Lügen ein Zitat aus dem Propagada-Text der $VP in der Abstimmungszeitung: «… gute Durchmischung verschiedener Heizsysteme mit fossilen und erneuerbaren Energieträgern …»

Ein erstes Stirnrunzeln: gemäss Abstimmungszeitung sollen bei diesen thermischen Netzen maximal 10 bis 15 Prozent nicht-CO2-freie Energieerzeugung verwendet werden – Hinweise auf Netto Null 2040 werden als blosse Absichtserklärungen wahrnehmbar.

Sind derartige thermische Netze eine «Brücke in die Zukunft» oder doch eher «Sackgassen»? Klar ist: so rasch als möglich ist bei allen Gebäuden für die Wärme- und Stromversorgung ein möglichst hoher Eigenversorgungsanteil zu erreichen. Wird die Heizenergie in den thermischen Netzen wie bei diesen Projekten auf Endenergieniveau (also direkt für die Heizung und Wassererwärmung verwendbar) verteilt, handelt es sich eher um eine energiepolitische Sackgasse. Die Nachhaltigkeitsprinzipien Suffizienz und Effizienz werden in ihrer Bedeutung gemildert, weil es die Absicht ist, mit derartigen Systemen auch Spitzenlasten abzudecken. Diese entstehen besonders ausgeprägt in Gebäuden, die nicht sach-, fach- und zeitgerecht unterhalten werden!

Weil zudem geschrieben wird, dass mit diesen thermischen Netzen auch eine Kälteversorgung sichergestellt werden können, ergeben sich weitere Fragen. Braucht es nun in all diesen Gebieten zwei aufwändig erstellte Endenergie-Systeme sowohl für Heizung/Warmwasser und Kühlung? Oder wie soll bei winterlichen Heizenergie-/Warmwasser-Netzen und sommerlichen Kühlnetzen allfälliger Kühlbedarf im Winter und der Warmwasserbedarf im Sommer abgedeckt werden?

Wesentlich sinnvoller wäre es, in diesen Netzen ausschliesslich Niedertemperaturwärme zirkulieren zu lassen – und die Bereitstellung von Endenergie in jedem Gebäude separat vorzunehmen. Die Netze wären kostengünstiger und auch mit weniger grauer Energie erstellbar, zudem könnte Wärme- und Kälteenergie gleichzeitig dezentral bedarfsabhängig bereit gestellt werden. In Ergänzung dazu könnte dezentral anfallende Abwärme bei anderen an das System angeschlossenen Nutzer*innen verwendet werden. Ein solches System hätte tatsächlich Brückenfunktion auf dem Weg zu Netto Null 20XY.

Selbst bei einem zu erwartenden Ja der Stimmberechtigten braucht der Ausbau der thermischen Netze noch einiges an weiterführenden Ansätzen, um tatsächlich einen zukunftsfähigen Beitrag leisten zu können.

PS: Es geht bei den thermischen Netzen, die mit diesem Rahmenkredit realisiert werden sollen, NICHT um Abwärme aus der Kehrichtverbrennung.   

  • Rahmenkredit von 573 Millionen Franken für den Ausbau der thermischen Netze: keine Abstimmungsempfehlung

 

 

 

 

 

 

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