Endlich Velofahrende konsequent bevorzugen

Eine Erfahrung: gestern abend auf einer Velofahrt durch die Stadt Zürich musste ich innerhalb von hundert Metern zweimal abrupt bremsen, weil Autofahrende massiv gegen Verkehrsregeln verstossen haben. Ein Autofahrender bog ohne zu Blincken nach rechts aufs Trottoir und schnitt mir den (Velo-)Weg ab. An einer Kreuzung bog ein mir entgegenkommendes Fahrzeug (in Fahrtrichtung) verbotenerweise nach links ab, zudem massiv zu schnell und ebenfalls mir den Weg abschneidend. Eine Medienmitteilung: die in der Schweiz verkauften Neuautos haben im Schnitt zwar etwas weniger Energie verbraucht als die Neuwagen der letzten Jahre – bezüglich dem Ausstoss an Treibhausgasen liegen diese Neuwagen immer noch deutlich über den anvisierten Zielen – und meilenweit entfernt von Vorgaben, die zur Erreichung ambitiöser Klimaschutzziele erforderlich wären. Festzustellen ist: das Auto ist verkehrs- und klimaschutzpolitisch ein riesengrosses Problemfeld, und es sind auch keine wirklich zukunftsfähigen Alternativen absehbar. Es mag sein, dass es rücksichtslose Velofahrende gibt – als legalistischer Velofahrer halte ich fest, dass die Verkehrsregeln, die tägliche Verkehrspraxis und die Polizei das intelligente Verkehrsmittel “Velo” geradezu schikanös behandeln. Auch wenn ich nicht als Zyniker auftreten möchte, stelle ich schlicht und einfach fest: dem Verkehr fehlt nach wie vor der Fukushima-Effekt! Nach wie vor wird Verkehrspolitik zuerst aus Windschutzscheibenoptik betrachtet – Autofahrende betrachten sich nach wie vor als gottgewollte Verkehrsteilnehmende. Wer etwa das neue Internet-Velorouten-Tool der Stadt Zürich betrachtet, stellt gegenüber der Routenplanung für Autofahrende fest: den Velofahrenden wird empfohlen, sich winklig durch die Stadt zu bewegen, während Autofahrende sehr direkt durch die Stadt geführt werden – ein nur schon optisch erheblicher Unterschied. Es gibt nur eines: das Velo muss endlich auch in der Stadt Zürich konsequent bevorzugt werden, es braucht direkte und ausschliesslich für den Veloverkehr nutzbare “Hauptrouten” durch die Stadt Zürich, angesichts der riesigen klimaschutz- und gesundheitspolitischen Bedeutung klar zu Lasten des MIEV respektive des motorisierten Individualverkehrs MIV. Wenn dem Velovekehr auch der Raum zugestanden wird, welcher der politischen Bedeutung entspricht, gibt es auch keine Veranlassung zum Ausweichen auf Trottoirs …
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