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Internet | umweltnetz.ch https://www.umweltnetz.ch/content Umwelt und Politik - ein Internet-Angebot von Toni W. Püntener Mon, 26 Feb 2024 22:57:27 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 44487214 Entschleunigung auch bei den digitalen Medien https://www.umweltnetz.ch/content/entschleunigung-auch-bei-den-digitalen-medien Mon, 26 Feb 2024 22:53:18 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=9011 Wie schnell sollen Medien sogenannte News publizieren? Ein Beispiel vom Montag, 26. Februar 2024 führt zur Schlussfolgerung, dass eine gewisse Entschleunigung angesagt ist. Tages-Anzeiger «Publiziert heute um 10:25 Uhr» steht am 26. Februar 2024 beim Internet-Artikel im Tages-Anzeiger zur doppelten Lohnzahlung an Mitarbeitende der Stadt Zürich. Gemäss Dateiname lautete zu diesem Zeitpunkt der Artikel-Titel «Datenpanne … „Entschleunigung auch bei den digitalen Medien“ weiterlesen

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Wie schnell sollen Medien sogenannte News publizieren? Ein Beispiel vom Montag, 26. Februar 2024 führt zur Schlussfolgerung, dass eine gewisse Entschleunigung angesagt ist.

Tages-Anzeiger

«Publiziert heute um 10:25 Uhr» steht am 26. Februar 2024 beim Internet-Artikel im Tages-Anzeiger zur doppelten Lohnzahlung an Mitarbeitende der Stadt Zürich. Gemäss Dateiname lautete zu diesem Zeitpunkt der Artikel-Titel «Datenpanne bei der Stadt – Tausende städtische Angestellte haben Lohn doppelt erhalten».  Um 22 Uhr am Abend des 26. Februars 2024 – also nicht einmal ganz 12 Stunden später – lautet der Titel «Doppelter Lohn für Zürcher Stadtangestellte – 175 Millionen Franken falsch ausbezahlt» mit dem Lead «Die ZKB hat die Februarlöhne der Stadt Zürich irrtümlich doppelt ausbezahlt. Schuld an der Panne soll ein Swisscom-Lieferant sein.»

Innerhalb weniger Stunden ist die Verantwortung für die Fehlzahlungen von der Stadt Zürich über die ZKB zur Swisscom und noch weiter zu einer Privatunternehmung  gewandert.

Gegen 80 Kommentare von Lesenden sind in dieser Zeit zusammengekommen.

PS: Mit dem Festhalten am ursprünglichen Publikationszeitpunkt suggeriert der Tages-Anzeiger, all die am Abend enthaltenen Infos seien bereits zum vorgeblichen Publikationszeitpunkt im Artikel enthalten gewesen.     

NZZ

Im Vergleich dazu zeigt sich bei der NZZ ein anderer Ablauf. «Aktualisiert 26.02.2024, 17.16 Uhr» steht im Titelbereich des Artikels
«Riesenpanne: Wegen eines Fehlers bei einem Swisscom-Lieferanten erhalten Mitarbeitende der Stadt Zürich 175 Millionen Franken zu viel» (PPS: Gemäss Dateinamen lautete der NZZ-Titel zu Beginn eines «turbulenten Tages» (Zitat aus dem Lead des NZZ-Artikels) «Stadt Zürich zahlt Löhne an Mitarbeitende doppelt aus»). Bei der NZZ sind Kommentare von Lesenden nicht möglich.

Intranet ist öffentlich!

Interessant ist, dass sowohl Tages-Anzeiger wie NZZ aus dem städtischen Intranet zitieren. Dieses als «intern» verstandene digitale Medium ist somit auch ein öffentliches Medium! Oder anders: auch hier gilt die Erkenntnis, dass etwas nur intern (oder «geheim») bleiben kann, wenn höchstens zwei Personen davon wissen, weil dann zumindest diesen beiden Personen bekannt ist, wer Infos öffentlich gemacht respektive «verraten» hat. 

Kommentare sind und bleiben (leider) Stammtisch

Auch dieses Beispiel einer irrtümlichen Lohndoppelzahlung zeigt in den Kommentarseiten (des Tages-Anzeigers) einmal mehr, dass vorteilhaft auf diesen unsinnigen Stammtisch-Teil verzichtet werden sollte!

Daher: auch bei den Medien entschleunigen!

Regelmässig zeigt sich, dass die ersten News zu einem Thema unbrauchbar sind. Vorteilhaft sollten auch derartige News etwas «reifen». Vier Stunden Wartezeit zwischen News-News und Publikation wäre bereits ein erster Entschleunigungsschritt, nicht nur bei Tages-Anzeiger und NZZ, sondern erst recht bei den Boulvard- und Gratis-Medien. Und: KEINE KOMMENTAR-STAMMTISCHE ZUR VERFÜGUNG STELLEN!  


PPPS: Ein neckisches Detail: die illustrierenden Bilder in den Medien mit Stadt-Zürich-Sujets stammen aus einer anderen Jahreszeit – da wird die Entschleunigung eigentlich bereits genutzt!

PPPPS: Ich habe während langen Jahren bei der Stadt Zürich gearbeitet, kenne gewisse Dinge somit auch von dieser Seite.
     

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Durchschnittsblicke 2023 https://www.umweltnetz.ch/content/durchschnittsblicke-2023 Sun, 31 Dec 2023 16:47:41 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=8918 Meine «Spielerei» Durchschnittsbilder gibt auch für 2023 wieder einige Durchschnittsblicke.

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Meine «Spielerei» Durchschnittsbilder gibt auch für 2023 wieder einige Durchschnittsblicke.

Der durchschnittliche Bundesrat

Im Dezember 2023 wurde nach dem Rücktritt von Alain Berset Beat Jans neu in den Bundesrat gewählt. Mit den offiziellen Einzelportraits sieht der Bundesrat im Durchschnitt Anfang 2024 so aus:

So hat der durchschnittliche Bundesrat jeweils zu Beginn der Jahre 2022, 2023 und 2024 ausgesehen:

PS: In der real existierenden Konkordanz der Schweiz geht es nicht um zukunftsfähige Lösungen, sondern um den typischen KOMPROMIST (absichtlicher Schreibfehler zur Beurteilung der durchschnittlichen Konkordanzleistung der CH-Politik).


Der durchschnittliche Uetliberg-Blick

2023 hat sich die Zahl meiner Wanderungen zum Uetliberg nochmals reduziert – ich habe 38 Uto-Kulm-Besuche germacht! Dazu kommt: die Webcam hat im Frühling vom Aussichtsturm auf den Sendeturm gewechselt. Im Archiv dieser Kamera werden nur Bilder jeweils um 12 Uhr gespeichert. Das Durchschnittsbild entspricht also nicht mehr  meinem Durchschnittsblick, sondern ist ein Mittagsdurchschnitt meiner Uto-Kulm-Besuchstage (von den 27 Tagen, an denen 2023 diese Webcam im Einsatz war).

 

 

 


Der durchschnittliche Maighels-Hütten-Blick

Auch die Webcam der Maighels-Hütte SAC hat zuverlässig 3 Bilder pro Tag abgespeichert (zumindest an 355 Tagen).

Hier eine Sammlung von durchschnittlichen Monatsbildern (im Dezember wurde der Bildausschnitt leicht nach Westen verschoben):

Und so sieht der Durchschnittsblick jeweils um 9 Uhr aus (an 355 Tagen 2023):


Durchschnittsbilder?

Das Einleitungsbild dieses Beitrages ist ein Durchschnittsbild berechnet aus 41 Einzelbildern im 16:9-Querformat, die ich 2023 in Facebook publiziert habe. Zum Abschluss das 16:9-Durchschnittsbild:

 

Nochmals zur Einordnung: Einzelbilder sehen immer deutlich besser aus als Durchschnittsbilder! Darum als Wunsch für 2024: möglichst viele schöne Einzelbilder (ob als Fotografien oder als Wahrnehmung der täglichen Realitäten), damit Ende 2024 eine möglichst gute Durchschnitts-Erinnerung möglich wird!

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Seegfrörni-Indikator: Kältesummen an den grösseren Zürcher Seen im Winter 2021/22 https://www.umweltnetz.ch/content/seegfroerni-indikator-kaeltesummen-an-den-groesseren-zuercher-seen-im-winter-2021-22 Fri, 01 Apr 2022 19:05:00 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=8386 Nachtrag Dezember 2023: Seegfrörni-Indikator: Kältesummen an den grösseren Zürcher Seen im Winter 2023/24 1. April 2022: Im Mittel ist der März 2022 am Zürichsee wärmer als die langjährigen Durchschnittstemperaturen – wie schon die Monate Januar und Februar. Somit verharrt die Kältesumme des Winters 2021/22 auf dem tiefsten Wert der letzten zwölf Jahre. Einmal mehr also … „Seegfrörni-Indikator: Kältesummen an den grösseren Zürcher Seen im Winter 2021/22“ weiterlesen

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Nachtrag Dezember 2023: Seegfrörni-Indikator: Kältesummen an den grösseren Zürcher Seen im Winter 2023/24

1. April 2022: Im Mittel ist der März 2022 am Zürichsee wärmer als die langjährigen Durchschnittstemperaturen – wie schon die Monate Januar und Februar. Somit verharrt die Kältesumme des Winters 2021/22 auf dem tiefsten Wert der letzten zwölf Jahre. Einmal mehr also keine Seegfrörni am Zürichsee!

Weil die von mir im Internet beobachteten Messstationen am Greifensee und am Pfäffikersee zeitweise oder dauerhaft ausgefallen sind, gibt es für diese beiden Seen keine Angaben für die Kältesumme des gesamten Winters. Klar ist: auch am Pfäffikersee und am Greifensee war der Winter mindestens mild, eine Seegfrörni hat sich nicht ergeben.

Eine weitere Bestätigung dafür, dass die Klimakrise – verharmlosend auch als Klimawandel bezeichnet – Seegfrörnen an den grösseren Zürcher Seen weniger wahrscheinlich macht!

 

Kältesummen der Winter 2010/11 bis 2021/22
Winter
(November bis
März)
Kältesumme Pfäffikersee
[Kelvin-Tage]
Kältesumme Zürichsee
[Kelvin-Tage]
2021/22 (Ausfall Messung) 1.7 (12)
2020/21 60.9 (6) 30.4 (6)
2019/20 16 (11) 2.8 (11)
2018/19 41.6 (8) 9.1 (8)
2017/18 70.8 (5) 41.5 (5)
2016/17 133.2 (4) 68.8 (3)
2015/16 18.1 (10) 7.1 (9)
2014/15 60.6 (7) 24.1 (7)
2013/14 29.5 (9) 5.2 (10)
2012/13 153.1 (2) 61.7 (4)
2011/12 170.3 (1) 120.6 (1)
2010/11 143.1 (3) 71.1 (2)
Erforderliche Kältesumme 120
320

(in Klammern Rangfolge der «Winterkälte», kältester Winter blau, mildester Winter rot)

Die Entwicklungen der Kältesummen an den grösseren Zürcher Seen – Pfäffikersee, Greifensee und Zürichsee – als Grafik:

Anmerkung zu Grafik: Seit etwa Mitte Januar 22 ist die Messstation am Pfäffikersee ausgefallen. Bei der Messstation am Greifensee stand die Messstation für einige Tage still. Deshalb sind seither für diese Messstationen keine weiteren Verläufe der Kältesumme eingetragen.  

9. März 2022: Eher kalte Nächte, eher mittlere Temperaturen über Mittag und Nachmittag – das Wetter der ersten Märztage. Am Zürichsee, am Greifensee und aufgrund der Wetterstation Wetzikon voraussichtlich auch am Pfäffikersee sind keine weiteren Beiträge zur Kältesumme dazugekommen. Der Ausblick für die drei Folgewochen von MeteoSchweiz prognostiziert bis in den April hinein mittlere bis milde Temperaturen; somit sind kaum Tagesmitteltemperaturen unter dem Gefrierpunkt zu erwarten. Der Saisonausblick von MeteoSchweiz befasst sich bereits mit dem Vierteljahr von April bis Juni. Somit ist offensichtlich, dass auch der Winter 2021/22 keine Seegfrörni an den grösseren Zürcher Seen zu bieten hat/hatte. Am Zürichsee dürfte die Kältesumme des Winters 2021/22 für den Minimalwert der letzten zwölf Jahre stehen.

20. Feb. 2022: Der Februar 22 am Zürichsee zeigt ausschliesslich mittlere und milde Temperaturen. Es gab somit keine weiteren Beiträge zur Kältesumme. Auch wenn wegen des Ausfalls der Messstationen an Pfäffikersee und Greifensee die Kältesummen-Linien nicht mehr weitergeführt werden, sind auch diese Seen sehr weit entfernt von der Gefrierschwelle. Der Ausblick für die drei Folgewochen von MeteoSchweiz prognostiziert bis Mitte März hinaus mittlere bis milde Temperaturen. Der Saisonausblick von MeteoSchweiz – derzeit von März 2022 bis und mit Mi 2022, also bereits über den Winter hinaus – lässt milde bis warme Bedingungen im bevorstehenden Vierteljahr erwarten.

25. Jan. 2022: Am Zürichsee ist seit Anfang 2022 weniger als ein Kelvintag Kältesumme zusammengekommen. Wegen eines am Greifensee bereits behobenen und am Pfäffikersee fortbestehenden Messunterbruchs verzichte ich auf entsprechende Aussagen zu diesen Seen. Allerdings sind die zusätzlich zusammengekommen Kältesummen auch an diesen Seen klein und nach wie vor weit entfernt von der Gefrierschwelle. Zu beachten ist zudem, dass an zwölf Tagen «zwischen den Jahren» die Aussentemperaturen zum Teil deutlich über 4 °C lagen, was die Abkühlung des Seewassers gebremst hat. Der Ausblick für die drei Folgewochen von MeteoSchweiz prognostiziert über Mitte Februar hinaus mittlere bis milde Temperaturen. Der Saisonausblick von MeteoSchweiz – derzeit von Februar 2022 bis und mit April 2022, also bereits über den Winter hinaus – lässt milde bis warme Bedingungen im bevorstehenden Vierteljahr erwarten.

17. Jan. 2022: Die Kältesummen haben an allen drei Seen in unterscheidlichem Mass zugenommen. Seit dem 15. Januar sind bei den Messstationen am Pfäffikersee und am Greifensee keine aktualisierten Tageswerte mehr verfügbar. Der Ausblick für die drei Folgewochen von MeteoSchweiz prognostiziert bis Ende Januar mittlere Temperaturen, Anfang Februar soll es etwas kälter werden. Der Saisonausblick von MeteoSchweiz – derzeit von Februar 2022 bis und mit April 2022, berechnet im Januar 2022 – geht temperaturmässig von einem eher warmen bevorstehenden Viertelhalbjahr aus.
Nachtrag 19. Jan. 2022: Nach dem Messunterbruch am Greifensee (behoben seit dem 17. Jan.) und am Pfäffikersee (derzeit keine Messwerte im Internet publiziert) werden in der Grafik derzeit nur die Werte für den Zürichsee angezeigt. Für die weitere Darstellung der Kältesummen für Pfäffikersee und Greifensee wären für die ausgefallenen Messwerte Interpolationen und Schätzungen erforderlich – dies würde ich erst vornehmen, wenn sich in den Folgewochen erhebliche weitere Beiträge zur Kältesumme ergeben würden.

2. Jan. 2022: Milde Temperaturen prägten die Festtage und den Start ins Neue Jahr. Es sind keine weiteren Beiträge zur Kältesumme des Winters 2021/22 dazugekommen. Gemäss Ausblick für die drei Folgewochen von MeteoSchweiz sind für die bevorstehende Woche weiterhin milde Temperaturen zu erwarten, dann wird es kälter. Der Saisonausblick von MeteoSchweiz – derzeit von Januar 2022 bis und mit März 2022, berechnet im Dezember 2021 – sagt wie bereits festgehalten ein temperaturmässig eher mildes bevorstehendes Viertelhalbjahr voraus.

23. Dez. 2021: Der 22. Dezember 2021 lieferte am Zürichsee den ersten Beitrag zur Kältesumme des Winters 2021/22. Am 21. Dezember war dies auch am Greifensee der Fall. Noch sind die Kältesummen auch am «kältesten» Standort am Pfäffikersee eher klein. Gemäss Ausblick für die drei Folgewochen von MeteoSchweiz sind in den nächsten beiden Wochen milde Temperaturen zu erwarten. Der Saisonausblick von MeteoSchweiz – derzeit von Januar 2022 bis und mit März 2022 – hat sich noch nicht verändert: temperaturmässig eher mildes bevorstehendes Viertelhalbjahr.

11. Dez. 2021: Bis jetzt gibt es erst am Pfäffikersee (sehr) kleine Beiträge zur Kältesumme. Der Ausblick für die drei Folgewochen von MeteoSchweiz lässt vor den Festtagen eher mittlere bis milde Temperaturen erwarten. Über die Festtage und den Start ins Neue Jahr sieht es nach etwas mehr Kälte aus. Was wohl an an weiteren Beiträgen für die Kältesumme des Winters 2021/22 zusammenkommen wird? Der Saisonausblick von MeteoSchweiz – derzeit von Januar 2022 bis und mit März 2022 – weist auf einen möglicherweise eher mildes Viertelhalbjahr hin.

2. Dez. 2021: An einem einzigen Tag im November 2021 lag am Pfäffikersee die Tagesmitteltemperatur unter 0 °C, ein erster kleiner Beitrag zur Kältesumme des Winters 2021/22! Der Ausblick für die drei Folgewochen von MeteoSchweiz lässt im Vergleich mit dem langjährigen Durchschnitt eher mittlere bis kalte Temperaturen erwarten – da könnten allenfalls demnächst weitere Beiträge für die Kältesumme des Winters 2021/22 zusammenkommen. Der Saisonausblick von MeteoSchweiz – derzeit von Dezember 2021 bis und mit Februar 2022 – weist auf einen möglicherweise mittleren bis milden Winter hin.

Hintergrund zu Seegfrörni/Seegfrörnen

«Gibt es in Zukunft noch Seegfrörnen?» fragte MeteoSchweiz am 20. Februar 2020 (Anfang Dezember 2022 ist der Beitrag beim scnat netzwerk zu finden) – eine Art Prognose: Durch den Klimawandel dürften Seegfrörnen zukünftig noch seltener werden. 


Verwendet werden die im Internet verfügbaren Daten von drei Messtationen:


Zur Kältesumme: es braucht für den Zürichsee eine Kältesumme von 320, für den Greifensee eine solche von 160 und den Pfäffikersee von 120 Kelvin-Tagen. Wikipedia-Definition der Kältesumme: Die Kältesumme eines Winters oder Monats erhält man, indem man alle Beträge negativer Tagesmitteltemperaturen (Temperaturen unter 0 °C) aufsummiert.

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Auftakt zum #Weltbienentag: Bienenschwarm im Wohnquartier https://www.umweltnetz.ch/content/auftakt-zum-weltbienentag-bienenschwarm-im-wohnquartier https://www.umweltnetz.ch/content/auftakt-zum-weltbienentag-bienenschwarm-im-wohnquartier#comments Wed, 20 May 2020 12:31:10 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=7978 Honigbienen haben – zusätzlich zum von ihnen hergestellten genussreichen Honig – eine hohe Bedeutung für die Bestäubung von Blüten. Honigbienen gelten daher als Nutztiere. Viele andere Bienenarten sind ebenfalls von grossem Nutzen sowohl für die Natur wie für den Menschen. Diese Bedeutung ist sicher eine gute Begründung für den Weltbienentag jeweils am 20. Mai – … „Auftakt zum #Weltbienentag: Bienenschwarm im Wohnquartier“ weiterlesen

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Honigbienen haben – zusätzlich zum von ihnen hergestellten genussreichen Honig – eine hohe Bedeutung für die Bestäubung von Blüten. Honigbienen gelten daher als Nutztiere. Viele andere Bienenarten sind ebenfalls von grossem Nutzen sowohl für die Natur wie für den Menschen. Diese Bedeutung ist sicher eine gute Begründung für den Weltbienentag jeweils am 20. Mai – damit auch zukünftige Generationen sich an den Leistungen der vielen Bienen erfreuen können.

Als eine Art Einleitung hatte ich am Vortag des Weltbienentages 2020 ein Erlebnis mit Bienen in meinem Wohnquartier. 

Wie ich später von NachbarInnen erfahren haben, zog am späteren Vormittag plötzlich eine grosse Wolke von Bienen durchs Quartier. Als ich kurz vor Mittag vor der Tür des Wohnhauses stand, wurde ich von einem Passanten auf einen Bienenschwarm oben in einer Föhre der Umgebungsbepflanzung aufmerksam gemacht.

Im Dokument Bienenschwärme – Wie reagieren? der «Schädlingsprävention und -beratung» der Stadt Zürich ist festgehalten, wie bei Sichtung eines Bienenschwarms vorzugehen ist: «Wenn Sie einen Bienenschwarm sehen, verständigen Sie in der Stadt Zürich so bald wie möglich die Feuerwehr (Einsatzzentrale Schutz & Rettung: Tel. 118) …». Das habe ich gemacht – mit der Information, dass in den nächsten Stunden ein Team der Berufsfeuerwehr vorbeikommen würde.

Nur wenige Bienen flogen ohne Hektik um den Schwarm oben im Baum. Dies bot mir die Gelegenheit, diese Bienenansammlung fotografisch festzuhalten.

Als ich zufällig mitte Nachmittag nach aussen ging, bereiteten sich zwei Feuerwehrmänner auf den Einsatz vor. Sie waren gerade dabei, die speziellen ImkerInnen-Schutzanzüge anzuziehen. Kurz darauf stand einer der Männer auf einer Leiter, sein Kollege reichte ihm eine grosse Holzkiste nach oben. Nach wenigen Handschlägen auf den Ast oberhalb des Schwarmes liessen sich die Bienen in den Holzkasten fallen, einige schwirrten um die Männer in ihren Schutzanzügen herum.

Mit einem speziellen Duftstoff wurde der ursprüngliche Sammelort eingesprüht – die Kiste mit der Königin, unter dem Baum abgestellt, sollte der neue Wunschort des Schwarmes werden. 

Eine Stunde später war es bereits ziemlich ruhig um die Kiste; nur wenige Bienen waren in der Nähe unterwegs. Keine Bienen waren mehr unterwegs, als die Feuerwehrmänner – vielen Dank für die Arbeit! – deutlich nach Eindunkeln die nun mit einem Gitter verschlossene Kiste abholten.

Der eingefangene Schwarm war bereit, um am Weltbienentag an eine Imkerin oder einen Imker vermittelt zu werden.

Somit ist davon auszugehen, dass auch dieser Bienenschwarm bald wieder dazu beiträgt, auf Stadtgebiet Blüten zu bestäuben – und vielleicht sogar einige Gläser Honig zu produzieren!

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#ChallengeForFuture: ein Rückblick als Ausblick https://www.umweltnetz.ch/content/challengeforfuture-ein-rueckblick-als-ausblick Fri, 15 May 2020 08:51:36 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=7968 Ein Blick zurück ist regelmässig eine Herausforderung. Ein Blog ermöglicht einen solchen Rückblick. Nach wie vor sind in meinem Blog einzelne Beiträge aus dem Jahr 2000 verfügbar. Ein Beitrag aus dem Juni 2000, also vor fast zwanzig Jahren, trägt den Titel «Grenzen des Wachstums auch beim Flugverkehr überschritten», im Lead stehen zu den überschrittenen Grenzen … „#ChallengeForFuture: ein Rückblick als Ausblick“ weiterlesen

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Ein Blick zurück ist regelmässig eine Herausforderung. Ein Blog ermöglicht einen solchen Rückblick. Nach wie vor sind in meinem Blog einzelne Beiträge aus dem Jahr 2000 verfügbar. Ein Beitrag aus dem Juni 2000, also vor fast zwanzig Jahren, trägt den Titel «Grenzen des Wachstums auch beim Flugverkehr überschritten», im Lead stehen zu den überschrittenen Grenzen die Stichworte Fluglärm, Luftschadstoffbelastung und Ausstoss an Treibhausgasen. Fünfmal weniger Flugverkehr war damals die Schlussfolgerung.

Ausserhalb der Zeiten des Corona-Lockdowns sind mindestens die im Beitrag aus dem Jahr 2000 erwähnten Grenzen nach wie vor überschritten. 2019 fanden beim Flughafen Zürich Kloten mit 275’400 Flugbewegungen zwar etwa fünfzehn Prozent weniger Flüge als im Jahr 2000 statt; bis auf gewisse Effizienzverbesserungen bei Flugzeugen und finanziellen Kompensationsmöglichkeiten des Treibhausgas-Ausstosses sind allerdings kaum wirkliche Klimaschutz-Entwicklungen feststellbar. Und die Reaktionen des Bundes auf die Finanzwünsche der Luftfahrtbranche nach dem Corona-Lockdown zeigen, dass Klimaschutz noch nicht wirklich beim Flugverkehr angekommen ist.

In der Klimapolitik-Umsetzung geht es hin und wieder um fosssilfreie Treibstoffe für den Flugverkehr. Flüssige synthetische Treibstoffe werden hin und wieder vorgeschlagen. Aus sogenannt «überschüssigem Strom» aus erneuerbaren Quellen, derzeit vor allem Wind- und Sonnenstrom, sollen mittels «Power-to-Liquid»-Prozessen flüssige Treibstoffe entstehen. Eine weitere Möglichkeit zur Herstellung solcher flüssiger Treibstoffe sind spezielle Solarreaktoren. Zu beachten ist dabei allerdings: zur Sicherstellung einer hohen Energiedichte sind diese Treibstoffe den Treibstoffen fossilen Ursprung zumindest sehr ähnlich – auch wenn kein zusätzlicher fossiler Kohlenstoff in die Atmosphäre gelangt, hätten weitere Abgase der Verbrennungsprozesse weiterhin Treibhauswirkung, würden also weiterhin zur Klimaerhitzung beitragen. Die Lärm- und Schadstoffbelastung würden zudem erhalten bleiben.

Fünfmal weniger Flugverkehr habe ich im Jahr 2000 vorgeschlagen, mit damals noch geringeren Klimaschutzvorgaben. Denn NettoNull2030 war damals noch kein Thema – das hat sich mit den seither erfolgten zu bescheidenen Klimaschutz-Aktivitäten nochmals geändert.

Kurzstreckenflüge auf die Bahn, das ist eigentlich schon lange eine Möglichkeit – Diskussionen gibt es eigentlich nur noch darüber, wie kurz respektive lang diese fluglosen Strecken sein können resp. dürfen. Ob elektrische Antriebe auch für Langstreckenflüge möglich sind, ist abhängig von Stromspeichern mit hoher Energiedichte (bei üblichen Stromspeichern geht es eher um die effiziente Speicherung für längere Perioden bis hin zu Saisons). Spannend ist auch die Frage, ob zukünftig anstelle des Flugzeugs mit Kombination von Fluggeschwindigkeit und Auftriebwirkung an den Flügeln Luftschiffe eine Alternative sein könnten. Die voraussichtlich tieferen Fluggeschwindigkeiten würden zu längeren Reisen führen, was das Reiseverhalten verändern würde – «für eine Pizza nach Nizza» oder «für das Weihnachts-Shopping nach New York» wären dann endgültig Legende. Und spätestens die Corona-Lockdown-Erfahrungen zeigen, dass digitale Webinare oder Video-Konferenzen situativ praktikable Alternativen zu physischem Verkehr sind.

Fliegen als Bestandteil unserer Verkehrsnutzung ist tatsächlich eine #ChallengeForFuture – dies im Wissen darum, dass es in der Schweiz einen beachtlichen Anteil von Personen gibt, die wenig bis nicht mit dem Flugzeug unterwegs sind, und dass SchweizerInnen im Mittel weltweit betrachtet zu den intensivsten Flugzeug-NutzerInnen gehören.  

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2000-Watt-Gesellschaft: NULL – die grosse Herausforderung https://www.umweltnetz.ch/content/2000-watt-gesellschaft-null-die-grosse-herausforderung Sat, 09 May 2020 14:21:09 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=7938 2008 galt die Verpflichtung der Stadt Zürich auf die 2000-Watt-Gesellschaft als visionär. Die seither entstandenen Erkenntnisgewinne zeigen etwas deutlich: im Sinne der Zukunftsfähigkeit und zur Sicherstellung einer nachhaltigen Entwicklung verstärkt sich tendenziell die visionäre Herausforderung. Jetzt geht es um NULL, Brutto oder Netto Null fossile Energien, und dies möglichst rasch. Um 2008 und einige Jahre … „2000-Watt-Gesellschaft: NULL – die grosse Herausforderung“ weiterlesen

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2008 galt die Verpflichtung der Stadt Zürich auf die 2000-Watt-Gesellschaft als visionär. Die seither entstandenen Erkenntnisgewinne zeigen etwas deutlich: im Sinne der Zukunftsfähigkeit und zur Sicherstellung einer nachhaltigen Entwicklung verstärkt sich tendenziell die visionäre Herausforderung. Jetzt geht es um NULL, Brutto oder Netto Null fossile Energien, und dies möglichst rasch.

Um 2008 und einige Jahre danach hat die Stadt Zürich festgelegt, was genau unter 2000-Watt-Gesellschaft zu verstehen ist: eine Tonne Treibhausgase pro Person und Jahr aus dem Energieverbrauch auf Stadtgebiet inklusive Vorketten (beispielsweise beim Öl vom Bohrloch bis zum Tank) plus die bevölkerungsproportionalen Anteile aus dem Treibstoffverbrauch des Flugverkehrs, und dies im Jahr 2050. Es handelt sich dabei um sogenannte CO2-Äquivalente.

Der Vollständigkeit halber: als zweites Ziel neben den Vorgaben für Treibhausgase geht es längerfristig um die Beschränkung der mittleren Primär-Energie-Dauerleistung auf eben 2000 Watt pro Person, respektive in Zürich 2‘500 Watt bis 2050. In diesem Beitrag behandle ich in erster Linie die Überlegungen zu den Treibhausgasen, die mittlere Primär-Energie-Dauerleistung wird sicher auch wieder zum Thema.

Im Mai 2009 wurde im Dokument «Grundlagen für ein Umsetzungskonzept der 2000-Watt-Gesellschaft» die Treibhausgas-Zielsetzung für das Jahr 2150 (also hundert Jahre später als für die Stadt Zürich) auf diese eine Tonne CO2-Äquivalente pro Person festgelegt, mit dem Zwischenziel zwei Tonnen CO2-Äquivalente pro Person im Jahr 2050. Im September 2014 wurde einzig der Zeitpunkt für das Langfristziel auf 2100 verschoben, also eine Tonne CO2-Äquivalente pro Person im Jahr 2100 (Bilanzierungskonzept 2000-Watt-Gesellschaft, Kurzfassung, September 2014).

Auch wenn bereits 2012 klar war, dass für echten Klimaschutz brutto oder netto Null um 2040 bis spätestens 2050 erreicht werden müsste, was durch die Konferenz COP 21 des Weltklimarates IPCC im Dezember 2015 in Paris und später durch im Oktober 2018 veröffentlichte Berichte bestätigt wurde, war und ist nicht nur in der Schweiz oder im Kanton Zürich die Politik wesentlich langsamer.

Die Stadt Winterthur etwa hat im November 2012, rund vier Jahre nach der Stadt Zürich, ebenfalls die Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft beschlossen, Zitat: «Bis zum Jahr 2050 sollen die folgenden Ziele erreicht werden: … Die Treibhausgasemissionen werden auf 2 Tonnen CO2-Äquivalente pro Person und Jahr reduziert.»

Im Kanton Zürich enthält der Zweck-Paragraph 1 des kantonalen Energiegesetzes seit September 2010 in Buchstabe d) eine Klimaschutzvorgabe: «Dieses Gesetz bezweckt, … die Effizienz der Energieanwendung zu fördern und im Rahmen des kantonalen Zuständigkeitsbereiches bis ins Jahr 2050 den CO2-Ausstoss auf 2,2 Tonnen pro Einwohnerin und Einwohner und Jahr zu senken». Hier geht es um den CO2-Ausstoss, also nicht um Treibhausgase insgesamt.

Im Mai 2020, bald fünf Jahre dem Pariser Klimaschutz-Übereinkommen – bald zwölf Jahre nach der Festschreibung der 2000-Watt-Gesellschaft in der Gemeindeordnung der Stadt Zürich, bald zehn Jahre nach Gültigkeit der CO2-Vorgabe im kantonalen Energiegesetz, bald acht Jahre nach den Beschlüssen in Winterthur zur 2000-Watt-Gesellschaft – steht immer noch alles genau so wie vor zwölf, zehn oder acht Jahren in den massgeblichen Bestimmungen der Stadt Zürich, des Kantons Zürich und der Stadt Winterthur.

So hat der Stadtrat von Zürich am 20. November 2019 die Überarbeitung der kommunalen Energieplanung auf dieser Basis beschlossen. Allerdings hat der Stadtrat dabei vergessen, dass die 2000-Watt-Gesellschaft verbunden ist mit der Verpflichtung zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung – mit den Vorgaben des Pariser Klimaschutz-Übereinkommens vom Dezember 2015 ist brutto oder netto Null spätestens 2050 zwingend. Dazu passen auch zahlreiche Vorstösse in den Parlamenten der Stadt, des Kantons Zürich und des Bundes, entsprechend den Forderungen von Klimastreiks und Klimademos, Stichwort «Fridays for Future». Entgegen den Vorgaben der Gemeindeordnung zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung sollen 2050 immer noch zwanzig Prozent der Wärmeversorgung mit den fossilen Energieträgern Erdgas und Öl abgedeckt werden, und etwa elf Prozent mit Biogas (Effizienz-Szenario, Abbildung 17 im Planungsbericht Energieversorgung).

Und dann dies: am 18. März 2020 – nur rund 120 Tage später! – hat der Stadtrat die «Klima- und Energie-Charta Städte und Gemeinden» genehmigt. Diese verlangt unter anderem: «Die gesamte Energieversorgung (Primärenergie, d.h. inklusive Vorkette) auf Gemeindegebiet umfassend Strom, Wärme, Kälte, Mobilität und Prozessenergie bis spätestens 2050 auf Energiequellen umstellen, die 100 % erneuerbar sind und keine Treibhausgase mehr emittieren.»

Energieplanung und Klima- und Energie-Charta passen nicht zusammen: die Energieplanung hat eine Perspektive von fünfzehn Jahren. Sie beeinflusst in diesem Zeitraum Entscheide von Gebäudeeigentümerschaften etwa zu Wärmeerzeugungsanlagen mit einer technischen Nutzungsdauer von etwa zwanzig Jahren. Fünfzehn plus zwanzig Jahre ausgehend vom Jahr 2020, dies bedeutet also Wirkungen bis mindestens 2055 – brutto oder Netto Null sollte schon Jahre vorher erreicht sein, also ist die Energieplanung mit Beschlussdatum vom 20. November 2019 offensichtlich illegal (Zitat aus dem Buch «Null Öl. Null Gas. Null Kohle.» von Marcel Hänggi: «Eine unzureichende Klimapolitik ist illegal», gestützt auf das Gutachten Paris-Abkommen. Menschenrechte und Klimaklagen).

Offenbar hat dabei auch die politische Herkunft der zuständigen StadträtInnen einen erheblichen Einfluss: während der Verwaltungsratspräsident der Energie 360° AG Mitglied der FDP (heisst irgendwie «Fuck de Planet»-Partei oder so) ist, hat der Vorsteher des städtischen Finanzdepartements, der Grüne Daniel Leupi, die Sache wesentlich anders konkretisiert. Am 4. Februar 2020 wurde die «Strategische Planung 2020 bis 2023: Klima- und Umweltziele» des Finanzdepartements der Stadt Zürich vorgestellt. Ein längeres Zitat aus der Medienmitteilung: «Unter anderem soll bis 2030 die CO2-neutrale Versorgung der städtischen Wohnsiedlungen mit zu 100 Prozent erneuerbarer Energie umgesetzt sein. Die städtischen Rechenzentren sollen ökologisch und energieeffizient genutzt werden. Zudem werden Anleihen der Stadt Zürich am Kapitalmarkt als grüne Investitionen positioniert.» Dies entspricht den Vorgaben der Klima- und Energie-Charta für stadteigene Einrichtungen.


Mit hoher Wahrscheinlichkeit mitbeeinflusst durch die Klimastreiks ausgehend von Greta Thunberg ist auch in der Schweiz einiges in Bewegung geraten, zusätzlich zu den zahlreichen politischen Vorstössen in den legislativen Gremien.

Der Bundesrat hat am 28. August 2019 Netto Null 2050 für die Schweiz beschlossen, Zitat: «Ab dem Jahr 2050 soll die Schweiz unter dem Strich keine Treibhausgasemissionen mehr ausstossen. Damit entspricht die Schweiz dem international vereinbarten Ziel, die globale Klimaerwärmung auf maximal 1,5 °C gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen.»

Das Bundesamt für Energie hat im Oktober 2019 in Dokument «Künftige Rolle von Gas und Gasinfrastruktur in der Energieversorgung der Schweiz» sinngemäss festgehalten: «Langfristig ist der Einsatz von Erdgas – unter Beimischung von Biogas – im Gebäudebereich NICHT sinnvoll.»

«Alternative, erneuerbare Brenn- und Treibstoffe (beispielsweise Biogas, synthetische Gase oder flüssige Treibstoffe) langfristig nur für ganz gezielte Einsatzzwecke vorsehen – sie werden auch 2050 nur limitiert zur Verfügung stehen, beispielsweise für Hochtemperaturprozesse in der Industrie, saisonale Speicherung von Strom oder die Luft-/Seeschifffahrt.» steht in der Klima- und Energie-Charta (siehe oben).

Damit wird offensichtlich: eine im November 2019 festgesetzte Energieplanung, die für die Wärmeversorgung 2050 der Stadt Zürich vierzehn Prozent Erdgas und elf Prozent Biogas vorsieht, entspricht in keiner Art und Weise einer Konkretisierung der nachhaltigen Entwicklung. Eine solche Energieplanung steht gegen die Interessen der Stadt Zürich und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner.


Die Klima- und Energie-Charta nennt die 2000-Watt-Gesellschaft als «etabliertes Konzept». Die Charta wurde von der Fachstelle 2000-Watt-Gesellschaft entworfen, wird aber vom Klima-Bündnis Schweiz getragen.

Mitte der Nuller-Jahre wurde klar, dass der Begriff «Nachhaltige Entwicklung» konkretisiert werden musste. Die Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft boten sich dazu an, mit Zielwerten für die Treibhausgasemissionen und die mittlere Primär-Energie-Dauerleistung. Rund zehn bis fünfzehn Jahre später entstand die «Klima- und Energie-Charta Städte und Gemeinden». Da stellt sich die Frage, ob in der üblicherweise schnelllebigen Gesellschaft selbst Nachhaltigkeitsvorgaben eine begrenzte Nutzungsdauer haben, einerseits braucht es Anpassungen an neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, andererseits haben viele Dinge in der Gesellschaft leider die Tendenz, recht schnell zur sinnentleerten Worthülse zu verkommen.

Die Diskussion sowohl über Begriffe als auch über die Ziele der nachhaltigen Entwicklung darf nicht davon ablenken, dass «schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft» erforderlich sind, um die Klimaerhitzung auf ein für die Menschheit und die Umwelt erträgliches Mass zu begrenzen.

Ein fundamentaler Unterschied zu den Ausgangsdiskussionen über die 2000-Watt-Gesellschaft: damals wurde davon ausgegangen, dass netto oder brutto Null Treibhausgase wenn überhaupt in sehr ferner Zukunft erreicht werden müsste, also noch lange tendenziell immer weniger fossile Brenn- und Treibstoffe zur Verfügung stehen könnten. Derzeit ist demgegenüber offensichtlich, dass die Null um 2040 bis spätestens 2050 zu erreichen ist.

Als Erkenntnis hat sich weiter ergeben, dass für eine zukunftsfähige Entwicklung eine Anpassung an die Klimaerhitzung erforderlich ist; zudem dürften Entnahmen von Treibhausgasen aus der Atmosphäre verbunden mit dauerhaften Rückhaltungen notwendig werden. Auch wenn in den letzten Jahrzehnten einiges getan wurde: da hat offensichtlich mindestens eine Generation versagt und zu wenig für eine nachhaltige Entwicklung getan. Im Interesse der EnkelInnen und UrenkelInnen braucht es deutlich mehr – möglichst rasch NULL! Da muss die Politik zwingend mittun!

Der Schweizerische Nationalfonds hat Anfang 2020 festgehalten: «Aussteigen [aus der Kernenergie und der CO2-intensiven Energiewelt] ist möglich… wenn wir wollen, und dies sogar wirtschaftlich und sozial verträglich» – Ergebnisse der Nationalen Forschungsprogramme “Energiewende” (NFP 70) und “Steuerung des Energieverbrauchs” (NFP 71), vorgestellt am 14. Januar 2020.

Ich werde weiterhin beispielsweise mit der werkstatt.zweitausendundeinwatt dazu beitragen, dass die NULL möglichst rasch erreicht wird.

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#nobailoutwithoutchange: Flugverkehr ist nicht-nachhaltig! https://www.umweltnetz.ch/content/nobailoutwithoutchange-flugverkehr-ist-nicht-nachhaltig Tue, 05 May 2020 10:36:53 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=7917 Zu viel Verkehr schränkt die Mobilität ein. Gerade der Flugverkehr zeigt zudem keinerlei Ansätze für eine zukunftsgerichtete Nachhaltigkeit. Staaten, die den Flugverkehr mit viel Geld unterstützen, sind somit verfassungswidrig nicht auf Nachhaltigkeitskurs. Nach 2001/02 braucht es in der Schweiz schon wieder öffentliche Mittel für Luftfahrtunternehmen und die Luftfahrtbranche. Unabhängig von den Hintergründen: da wird nicht … „#nobailoutwithoutchange: Flugverkehr ist nicht-nachhaltig!“ weiterlesen

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Zu viel Verkehr schränkt die Mobilität ein. Gerade der Flugverkehr zeigt zudem keinerlei Ansätze für eine zukunftsgerichtete Nachhaltigkeit. Staaten, die den Flugverkehr mit viel Geld unterstützen, sind somit verfassungswidrig nicht auf Nachhaltigkeitskurs.

Nach 2001/02 braucht es in der Schweiz schon wieder öffentliche Mittel für Luftfahrtunternehmen und die Luftfahrtbranche. Unabhängig von den Hintergründen: da wird nicht einmal aus ökonomischer Sicht nachhaltig gearbeitet. Die Luftfahrt in der aktuellen Form ist in keiner Art und Weise zukunftsfähig – und es gibt keinen plausiblen Weg, wie (minimal) die Klimaneutralität des Flugverkehrs so rasch als möglich realisiert werden könnte. Wenn Bundesrätin Simonetta Sommaruga am 5. Mai 2020 behauptet hat, die Entscheidfindung über die Finanzspritze für die Flugwirtschaft sei der falsche Zeitpunkt für Diskussionen über Klimaschutz, so ist dies das Nachplappern von absurden Lügen der Flugwirtschafts-Lobby. Gerade angesichts der Coronakrise ist die Bewältigung der Klimakrise von höchster nicht aufschiebbarer Dringlichkeit.

Menschen in der Schweiz beanspruchen zur Deckung ihrer vorgeblichen Mobiltätsbedürfnisse deutlich mehr Flugkilometer als der Durchschnitt der Weltbevölkerung. Auch wenn es immer wieder sensationslüsterne Newsmeldungen zu angeblichen fossilfreien Antriebsvarianten für den Flugverkehr gibt: einerseits ist gerade beim Flugverkehr nicht nur der CO2-Ausstoss massgeblich für den Treibhauseffekt, zudem gibt es keine plausiblen Entwicklungspfade für zum Beispiel erneuerbare Flüssigtreibstoffe (dazu sind derzeit «überschüssige Stromprodukte» und/oder riesige Solarflächen irgendwo auf der Welt erforderlich).

Bei aller Zuversicht für zweckmässige Weiterentwicklungen: eine nachhaltige Flugwirtschaft ist nicht einmal in Ansätzen erkennbar. Zudem gibt es gerade für kurze Distanzen ökologisch sinnvollere Alternativen, dazu kommt, dass anstelle des Geschäftsreiseverkehrs nach Corona-Erfahrungen auch digitale Austauschmöglichkeiten wie Video-Conferencing eine gewisse Bedeutung haben dürften. 

Die Erhaltung einer auf dauernd zunehmenden Verkehr ausgerichteten Branche ist nicht nur in Corona-Zeiten falsch, und darf keinesfalls mit öffentlichen  Mitteln nicht einmal temporär erfolgen. Es braucht auch beim Luftverkehr einen «System Change»!

Mit dem Luftverkehr sind Arbeitsplätze und damit Existenzen von Menschen, von Familien verbunden. Der Flugverkehr trägt nachweislich zum übergrossen ökologischen Fussabdruck bei – auf Dauer ist es nicht zu verantworten, dass Menschen in Wirtschaftszweigen arbeiten (müssen), die einen wahrnehmbaren Teil zum ökologischen Fussabdruck beitragen – selbst neoliberalste Phantasien funktionieren auf Dauer nicht mit derartigen Fussabdrücken.

Da spätestens die Corona-Zeiten gezeigt haben, dass sogenannt systemrelevante Tätigkeiten eher dem Tief- oder gar Tiefstlohn-Segment zugeordnet sind, wird offensichtlich, dass das aktuelle Wirtschaftssystem in keiner Art und Weise nachhaltig ist. Auch ausserhalb der Luftfahrtbranche ist die Wirtschaft nicht nachhaltig unterwegs – das zeigt sich etwa daran, dass sogar in der reichen Schweiz  hunderttausende Menschen an oder unter der Armutsschwelle leben und derzeit zehntausende auf kostenlose oder vergünstigte Lebensmittel angewiesen sind.

Der «System Change» erfordert den Übergang zu einem bedingungslosen Grundeinkommen für alle.

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#EarthHour2020Online https://www.umweltnetz.ch/content/earthhour2020online Sat, 28 Mar 2020 19:30:25 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=7839   Earth Hour – seit vielen Jahren machen Menschen und Städte von 20:30 bis 21:30 Uhr am letzten März-Samstag auf die weltweite Klima- und Biodiversitätskrise aufmerksam: für eine Stunde wird zum Beispiel die Beleuchtung öffentlicher Bauten und Anlagen ausgeschaltet. Das Bild zeigt die Momente des Aus- und Einschalten des Lichtes anlässlich der Earth Hour 2019 vom … „#EarthHour2020Online“ weiterlesen

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Earth Hour – seit vielen Jahren machen Menschen und Städte von 20:30 bis 21:30 Uhr am letzten März-Samstag auf die weltweite Klima- und Biodiversitätskrise aufmerksam: für eine Stunde wird zum Beispiel die Beleuchtung öffentlicher Bauten und Anlagen ausgeschaltet. Das Bild zeigt die Momente des Aus- und Einschalten des Lichtes anlässlich der Earth Hour 2019 vom Limmatufer in der Stadt Zürich aus, mit Blick auf Rathaus, Grossmünster und Münsterbrücke.  

Wegen der Corona-/COVID19-Krise ist die Earth Hour 2020 ein #Bleibzuhause-Anlass – darum hier das Bild aufgenommen während der Earth Hour 2019 in der Stadt Zürich.

Unabhängig vom weiteren Verlauf der Corona-/COVID19-Krise: es braucht schnelle, umfassende und weitreichende Schritte, um aus der Klima- und Biodiversitätskrise entkommen zu können. Seit rund 40 Jahren wird von der Wissenschaft vor der Klimakrise gewarnt – passiert ist viel zu wenig, nach wie vor dominieren die fossilen Energien unsere Energieversorgung. Klimastreiks und Klimademos haben berechtigterweise auf dieses ungenügende Klimaschutz-Handeln hingewiesen.

NettoNull2030 ist eine zwingende Handlungsvorgabe, um der Menschheit eine Zukunft auf diesem Planeten zu ermöglichen. Die Earth Hour 2020 ist auch ein deutlicher Hinweis, unsere Gesellschaftspolitik vermehrt enkelInnen- und urenkelInnen-tauglich auszugestalten. Nur ein Mehr an Klimaschutz sichert langfristig die Freiheit der Menschheit!    

Die Handlungsaufforderung ist einfach und eindeutig: so rasch als möglich aus den fossilen und nuklearen Energien aussteigen! Wenn wir alle dies wollen, ist dies nachhaltig, also ökologisch, sozial und ökonomisch, bestens realisierbar! Eben: falls wir es alle wollen!     

 

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Big Data und Manipulation – von der Mündigkeit von KonsumentInnen und BürgerInnen https://www.umweltnetz.ch/content/big-data-und-manipulation-von-der-muendigkeit-von-konsumentinnen-und-buergerinnen Sun, 11 Dec 2016 17:33:28 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6637 Ein in diversen Aspekten postfaktischer Artikel zur Beeinflussung von Wahlen durch «Big Data»-Analysen hat Anfang Dezember 2016 für erheblichen Aufruhr gesorgt. Dass Wahlen und Abstimmungen manipuliert werden, ist nicht erst seit den Präsidentschafts-Wahlen oder den Schweizer Abstimmungen im Herbst 2016 zur Grünen Wirtschaft oder zum Atomausstieg offensichtlich. Nicht nur in der Schweiz vertrauen weite Kreise … „Big Data und Manipulation – von der Mündigkeit von KonsumentInnen und BürgerInnen“ weiterlesen

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Ein in diversen Aspekten postfaktischer Artikel zur Beeinflussung von Wahlen durch «Big Data»-Analysen hat Anfang Dezember 2016 für erheblichen Aufruhr gesorgt. Dass Wahlen und Abstimmungen manipuliert werden, ist nicht erst seit den Präsidentschafts-Wahlen oder den Schweizer Abstimmungen im Herbst 2016 zur Grünen Wirtschaft oder zum Atomausstieg offensichtlich.

Nicht nur in der Schweiz vertrauen weite Kreise der Politiklandschaft nicht die Kraft der Argumente. Mit erheblichen finanziellen Mitteln wird massiv Propaganda betrieben, und zwar in der Regel jenseits der Fakten. Rechtsnationale Kräfte sind da wesentlich finanzkräftiger als Links-Grüne-Gruppierungen – die Abstimmungsergebnisse können auch in der Schweiz als gekauft gelten. Das hat lange Tradition in diesem Lande – wir leiden beispielsweise nach wie vor unter einem absurden vorgeblichen Drei-Säulen-System zur Sicherung der Altersvorsorge. Es geht schon lange nicht mehr um objektivierbare Inhalte, sondern um die Durchsetzung der eigenen postfaktischen Scheinwirklichkeit. Politik kommt traditionsgemäss ohne kontinuierlichen Verbesserungsprozess aus.

«Für eine Million Franken mache ich aus jedem Kartoffelsack einen Bundesrat», soll schon vor langen Jahren einer der Senior-PR-Profis gesagt haben. Ebenso überliefert ist der Zusatz, dass eigentlich eine halbe Million reichen würde, nicht so klar sei aber, was genau weggelassen werden könne.

Wenn nun «Big Data» ebenfalls zu Meinungsbeeinflussung herangezogen werden kann, ist dies nicht überraschend, sondern eine Anpassung der PR-, Marketing- und Propaganda-Möglichkeiten an die derzeit genutzten digitalen Medien.

Der Gedanke, dass Persönlichkeitsprofile Trump zum Wahlsieg verholfen haben könnten, ist beängstigend. Doch Wahl- und Kaufentscheide treffen wir immer noch als mündige Bürger. Der Lead des Tages-Anzeiger-Artikels Was hinter der Angst vor Big Data steckt lenkt dabei allerdings von der Tatsache ab, dass PR, Marketing und Propaganda sowohl in der Politik als auch beim Konsum erhebliche Wirkung zeigen.

Auch wenn ich regelmässig in umweltnetz.ch Empfehlungen zum Ausfüllen der Abstimmungszettel veröffentliche: Bei vielen Abstimmungsfragen verlasse ich mich auf Parolenvorschläge von Parteien, denen ich weltanschaulich nahestehe. Mag sein, dass dies zur Mündigkeit zählt.

Ich lese vor Abstimmungen zusätzlich sehr viele Medienbeiträge. Bei Themen aus dem Umweltbereich, bei denen ich aufgrund meiner langjährigen beruflichen Beschäftigung eine erhebliche Expertise vorweisen kann, bin ich regelmässig entrüstet über die Faktenwidrigkeit von Medienbeiträgen – ziemlich übel ist dies bei Beiträgen, die als «Faktencheck» bezeichnet sind. Ich muss somit davon ausgehen, dass dieser Bullshit-Aspekt auch bei Themen, bei denen ich keine Expertise vorweisen kann, anzutreffen ist. Politische Mündigkeit hin oder her, wenn die Medien lügen, dient dies nicht der unabhängigen Meinungsbildung. Nicht ohne Grund haben derzeit Verschwörungstheorien aller Art Hochkonjunktur.

Als spezielles Thema: Mündigkeit bei Kaufentscheiden! Politik, Wirtschaft, Medien vermitteln den Eindruck, dass die Einwohnenden alles zu unternehmen haben, um das BIP zu fördern, nach dem Motto «neuer, grösser, schneller, schöner». Gleichzeitig ist bekannt, dass der derzeitige Umgang mit Ressourcen mit Sicherheit nicht nachhaltig ist. Illustrativ: Der gleiche Wochentag Ende November wird sowohl als «Black Friday» (Weihnachtseinkaufsrummeltag) als auch als «Buy Nothing Day» (konsumkritischer Aktionstag) bezeichnet. Worin besteht jetzt wohl die Mündigkeit? Vielleicht so: Bloss das kaufen, was wirklich nötig ist, egal an welchem Wochentag. Wie finde ich allerdings heraus, was wirklich nötig ist? Medien, Plakatwände und Fernsehwerbung taugen da definitiv nicht. Die Mündigkeit spricht dafür, sich an dem zu orientieren, was Umweltorganisationen zu bieten haben!

Übereinstimmender Gehalt postfaktischer Kampagnen ist, KonsumentInnen, BürgerInnen vorzugaukeln, sie hätten Ansprüche auf mehr, auf mehr Wohlstand, mehr Geld, mehr Konsum. Etwas plump ausgedrückt wird dabei suggeriert, Blocher oder Trump seien Milliardäre, und wer sich ihnen anschliesse, habe ebenfalls das Potenzial und das Recht, MilliardärIn zu werden. Objektiverweise wirken weder Blocher noch Trump besonders zufrieden. Somit bleibt offen, warum es erstrebenswert sein soll, diesen alten Männern nachzueifern. In Erinnerung an die frühere Wirtschafts-Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom, welche sich für die Commons, die Allgemeingüter eingesetzt hat, gibt es nur eine plausible Verhaltensweise: Zukunftsfähig sind persönliche Interessen nur dann, wenn sie auch der Allgemeinheit dienen. Ein häufiges Merkmal postfaktischer Argumentationen ist demgegenüber die Priorisierung individueller und damit egoistischer Vorteile. Vergessen geht dabei neben Ostrom auch der kantsche Imperativ «Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.» vergessen. Dieser allgemeinen Regel der Ethik ist vermehrt Beachtung zu schenken, auch im Umgang mit Big Data, PR, Marketing und Propaganda. Letztlich geht es um gemeinsame Werte der Gesellschaft, idealerweise sogar der globalen Gesellschaft. Auch dazu kann und soll Big Data genutzt werden!


Auffällig ist auch die Wortwahl bei der Titelsetzung: «Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt» lautet der Originaltitel des Artikels – «Auf die Bombe folgten die Explosionen» eine erste Reaktion der Autoren Mikael Krogerus und Hannes Grasseger. Die Unangemessenheit sowohl der Titelsetzung als auch der Inhalte zeigt sich, dass parallel dazu von diversen Bomben und Explosionen im wirklichen Sinn der Worte berichtet wird, mit einer grossen Zahl von getöteten Menschen.

The post Big Data und Manipulation – von der Mündigkeit von KonsumentInnen und BürgerInnen first appeared on umweltnetz.ch.]]> 6637 News – Bullshit oder Meinungsbildung? https://www.umweltnetz.ch/content/news-bullshit-oder-meinungsbildung Sun, 11 Dec 2016 15:34:12 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6634 «Postfaktisch» wurde von der «Gesellschaft für deutsche Sprache» am 9. Dezember 2016 als Wort des Jahres bezeichnet. Nachdem einer der populärsten Postfaktisten – Donald Trump – vor kurzem als Persönlichkeit des Jahres 2016 bestimmt wurde, stellt sich immer drängender die Frage, ob Medien welcher Art auch immer Bullshiting oder Meinungsbildung betreiben — möglicherweise handelt es … „News – Bullshit oder Meinungsbildung?“ weiterlesen

The post News – Bullshit oder Meinungsbildung? first appeared on umweltnetz.ch.]]> «Postfaktisch» wurde von der «Gesellschaft für deutsche Sprache» am 9. Dezember 2016 als Wort des Jahres bezeichnet. Nachdem einer der populärsten Postfaktisten – Donald Trump – vor kurzem als Persönlichkeit des Jahres 2016 bestimmt wurde, stellt sich immer drängender die Frage, ob Medien welcher Art auch immer Bullshiting oder Meinungsbildung betreiben — möglicherweise handelt es sich um Marketing oder Propaganda.

Mein Blog umweltnetz.ch trägt die Byline «Umwelt und Politik» – mein Blog ist ein Beitrag in der digitalen Informationswelt. Auch wenn ich leidenschaftlich und anwaltschaftlich zu ökologischen Fragen unterwegs bin, liegt mir viel an glaubwürdigen und plausiblen Informationen zum Umweltbereich. Ganz einfach: Um eine enkel- oder gar urenkeltaugliche Entwicklung zu ermöglichen, ist ein umfassender Transformationsprozess erforderlich. Dies geht nur dann, wenn Menschen, viele Menschen, einen solchen Transformationsprozess einleiten wollen. Meinungsbildung und Marketing braucht es dazu zwingend, Bullshiting und Propaganda eher weniger.

Wie informiere ich mich? Oder anders: Wie bilden sich Meinungsbildner ihre Meinung? Ich habe einige Bots erstellt, die von mir programmiert das Internet nach Informationen zu Umweltthemen absuchen und mir diese Quellen in Listenform zur Verfügung stellen, entweder über RSS-Quellen oder Twitter/Tweets.

Das Ergebnis eines solchen Bots:

Die digitale Zeitung von umweltnetz.ch in einem neuen Browser-Fenster öffnen


Meine Auswahl daraus ist ebenfalls als Liste verfügbar:

Meine Auswahl aus den vom Bot gefundenen Quellen in einem neuen Browser-Fenster öffnen

Die Bewirtschaftung all dieser Quellen ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Weil ich die Bot-Tools selber programmiere, kann ich sehr rasch auf neue Themen reagieren. «Postfaktisch» etwa gehört bereits zu den von den Bots berücksichtigten Stichworten – Trump, Merkel oder Obama allerdings nicht.

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