Seegfrörni-Indikator: Kältesummen an den grösseren Zürcher Seen im Winter 2021/22

1. April 2022: Im Mittel ist der März 2022 am Zürichsee wärmer als die langjährigen Durchschnittstemperaturen – wie schon die Monate Januar und Februar. Somit verharrt die Kältesumme des Winters 2021/22 auf dem tiefsten Wert der letzten zwölf Jahre. Einmal mehr also keine Seegfrörni am Zürichsee!

Weil die von mir im Internet beobachteten Messstationen am Greifensee und am Pfäffikersee zeitweise oder dauerhaft ausgefallen sind, gibt es für diese beiden Seen keine Angaben für die Kältesumme des gesamten Winters. Klar ist: auch am Pfäffikersee und am Greifensee war der Winter mindestens milde, eine Seegfrörni hat sich nicht ergeben.

Eine weitere Bestätigung dafür, dass die Klimakrise – verharmlosend auch als Klimawandel bezeichnet – Seegfrörnen an den grösseren Zürcher Seen weniger wahrscheinlich macht!

 

Kältesummen der Winter 2010/11 bis 2021/22
Winter
(November bis
März)
Kältesumme Pfäffikersee
[Kelvin-Tage]
Kältesumme Zürichsee
[Kelvin-Tage]
2021/22 (Ausfall Messung) 1.7 (12)
2020/21 60.9 (6) 30.4 (6)
2019/20 16 (11) 2.8 (11)
2018/19 41.6 (8) 9.1 (8)
2017/18 70.8 (5) 41.5 (5)
2016/17 133.2 (4) 68.8 (3)
2015/16 18.1 (10) 7.1 (9)
2014/15 60.6 (7) 24.1 (7)
2013/14 29.5 (9) 5.2 (10)
2012/13 153.1 (2) 61.7 (4)
2011/12 170.3 (1) 120.6 (1)
2010/11 143.1 (3) 71.1 (2)
Erforderliche Kältesumme 120
320

(in Klammern Rangfolge der «Winterkälte», kältester Winter blau, mildester Winter rot)

Die Entwicklungen der Kältesummen an den grösseren Zürcher Seen – Pfäffikersee, Greifensee und Zürichsee – als Grafik:

Anmerkung zu Grafik: Seit etwa Mitte Januar 22 ist die Messstation am Pfäffikersee ausgefallen. Bei der Messstation am Greifensee stand die Messstation für einige Tage still. Deshalb sind seither für diese Messstationen keine weiteren Verläufe der Kältesumme eingetragen.  

9. März 2022: Eher kalte Nächte, eher mittlere Temperaturen über Mittag und Nachmittag – das Wetter der ersten Märztage. Am Zürichsee, am Greifensee und aufgrund der Wetterstation Wetzikon voraussichtlich auch am Pfäffikersee sind keine weiteren Beiträge zur Kältesumme dazugekommen. Der Ausblick für die drei Folgewochen von MeteoSchweiz prognostiziert bis in den April hinein mittlere bis milde Temperaturen; somit sind kaum Tagesmitteltemperaturen unter dem Gefrierpunkt zu erwarten. Der Saisonausblick von MeteoSchweiz befasst sich bereits mit dem Vierteljahr von April bis Juni. Somit ist offensichtlich, dass auch der Winter 2021/22 keine Seegfrörni an den grösseren Zürcher Seen zu bieten hat/hatte. Am Zürichsee dürfte die Kältesumme des Winters 2021/22 für den Minimalwert der letzten zwölf Jahre stehen.

20. Feb. 2022: Der Februar 22 am Zürichsee zeigt ausschliesslich mittlere und milde Temperaturen. Es gab somit keine weiteren Beiträge zur Kältesumme. Auch wenn wegen des Ausfalls der Messstationen an Pfäffikersee und Greifensee die Kältesummen-Linien nicht mehr weitergeführt werden, sind auch diese Seen sehr weit entfernt von der Gefrierschwelle. Der Ausblick für die drei Folgewochen von MeteoSchweiz prognostiziert bis Mitte März hinaus mittlere bis milde Temperaturen. Der Saisonausblick von MeteoSchweiz – derzeit von März 2022 bis und mit Mi 2022, also bereits über den Winter hinaus – lässt milde bis warme Bedingungen im bevorstehenden Vierteljahr erwarten.

25. Jan. 2022: Am Zürichsee ist seit Anfang 2022 weniger als ein Kelvintag Kältesumme zusammengekommen. Wegen eines am Greifensee bereits behobenen und am Pfäffikersee fortbestehenden Messunterbruchs verzichte ich auf entsprechende Aussagen zu diesen Seen. Allerdings sind die zusätzlich zusammengekommen Kältesummen auch an diesen Seen klein und nach wie vor weit entfernt von der Gefrierschwelle. Zu beachten ist zudem, dass an zwölf Tagen «zwischen den Jahren» die Aussentemperaturen zum Teil deutlich über 4 °C lagen, was die Abkühlung des Seewassers gebremst hat. Der Ausblick für die drei Folgewochen von MeteoSchweiz prognostiziert über Mitte Februar hinaus mittlere bis milde Temperaturen. Der Saisonausblick von MeteoSchweiz – derzeit von Februar 2022 bis und mit April 2022, also bereits über den Winter hinaus – lässt milde bis warme Bedingungen im bevorstehenden Vierteljahr erwarten.

17. Jan. 2022: Die Kältesummen haben an allen drei Seen in unterscheidlichem Mass zugenommen. Seit dem 15. Januar sind bei den Messstationen am Pfäffikersee und am Greifensee keine aktualisierten Tageswerte mehr verfügbar. Der Ausblick für die drei Folgewochen von MeteoSchweiz prognostiziert bis Ende Januar mittlere Temperaturen, Anfang Februar soll es etwas kälter werden. Der Saisonausblick von MeteoSchweiz – derzeit von Februar 2022 bis und mit April 2022, berechnet im Januar 2022 – geht temperaturmässig von einem eher warmen bevorstehenden Viertelhalbjahr aus.
Nachtrag 19. Jan. 2022: Nach dem Messunterbruch am Greifensee (behoben seit dem 17. Jan.) und am Pfäffikersee (derzeit keine Messwerte im Internet publiziert) werden in der Grafik derzeit nur die Werte für den Zürichsee angezeigt. Für die weitere Darstellung der Kältesummen für Pfäffikersee und Greifensee wären für die ausgefallenen Messwerte Interpolationen und Schätzungen erforderlich – dies würde ich erst vornehmen, wenn sich in den Folgewochen erhebliche weitere Beiträge zur Kältesumme ergeben würden.

2. Jan. 2022: Milde Temperaturen prägten die Festtage und den Start ins Neue Jahr. Es sind keine weiteren Beiträge zur Kältesumme des Winters 2021/22 dazugekommen. Gemäss Ausblick für die drei Folgewochen von MeteoSchweiz sind für die bevorstehende Woche weiterhin milde Temperaturen zu erwarten, dann wird es kälter. Der Saisonausblick von MeteoSchweiz – derzeit von Januar 2022 bis und mit März 2022, berechnet im Dezember 2021 – sagt wie bereits festgehalten ein temperaturmässig eher mildes bevorstehendes Viertelhalbjahr voraus.

23. Dez. 2021: Der 22. Dezember 2021 lieferte am Zürichsee den ersten Beitrag zur Kältesumme des Winters 2021/22. Am 21. Dezember war dies auch am Greifensee der Fall. Noch sind die Kältesummen auch am «kältesten» Standort am Pfäffikersee eher klein. Gemäss Ausblick für die drei Folgewochen von MeteoSchweiz sind in den nächsten beiden Wochen milde Temperaturen zu erwarten. Der Saisonausblick von MeteoSchweiz – derzeit von Januar 2022 bis und mit März 2022 – hat sich noch nicht verändert: temperaturmässig eher mildes bevorstehendes Viertelhalbjahr.

11. Dez. 2021: Bis jetzt gibt es erst am Pfäffikersee (sehr) kleine Beiträge zur Kältesumme. Der Ausblick für die drei Folgewochen von MeteoSchweiz lässt vor den Festtagen eher mittlere bis milde Temperaturen erwarten. Über die Festtage und den Start ins Neue Jahr sieht es nach etwas mehr Kälte aus. Was wohl an an weiteren Beiträgen für die Kältesumme des Winters 2021/22 zusammenkommen wird? Der Saisonausblick von MeteoSchweiz – derzeit von Januar 2022 bis und mit März 2022 – weist auf einen möglicherweise eher mildes Viertelhalbjahr hin.

2. Dez. 2021: An einem einzigen Tag im November 2021 lag am Pfäffikersee die Tagesmitteltemperatur unter 0 °C, ein erster kleiner Beitrag zur Kältesumme des Winters 2021/22! Der Ausblick für die drei Folgewochen von MeteoSchweiz lässt im Vergleich mit dem langjährigen Durchschnitt eher mittlere bis kalte Temperaturen erwarten – da könnten allenfalls demnächst weitere Beiträge für die Kältesumme des Winters 2021/22 zusammenkommen. Der Saisonausblick von MeteoSchweiz – derzeit von Dezember 2021 bis und mit Februar 2022 – weist auf einen möglicherweise mittleren bis milden Winter hin.

Hintergrund zu Seegfrörni/Seegfrörnen

«Gibt es in Zukunft noch Seegfrörnen?» fragte MeteoSchweiz am 20. Februar 2020 – eine Art Prognose: Durch den Klimawandel dürften Seegfrörnen zukünftig noch seltener werden. 


Verwendet werden die im Internet verfügbaren Daten von drei Messtationen:


Zur Kältesumme: es braucht für den Zürichsee eine Kältesumme von 320, für den Greifensee eine solche von 160 und den Pfäffikersee von 120 Kelvin-Tagen. Wikipedia-Definition der Kältesumme: Die Kältesumme eines Winters oder Monats erhält man, indem man alle Beträge negativer Tagesmitteltemperaturen (Temperaturen unter 0 °C) aufsummiert.