Klimaschutz: Echte Freiheit(en) nur mit kleinem Fussabdruck

Menschen, die in der Schweiz leben, haben gemäss WWF-Footprint-Rechner einen sehr grossen ökologischen Fussabdruck. 3.1 Erden beanspruchen die Menschen, die in der Schweiz leben. Da wir alle wissen, dass es keine Planeten B, C und D gibt, um diese Fussabdrücke auszuhalten, bleibt nur ein Weg für mehr Freiheiten: unser Fussabdruck muss deutlich kleiner werden. 

Sowohl in öffentlichen wie privaten Diskussionen kommt zum Ausdruck, dass Menschen den Anspruch auf einen fast beliebig grossen Fussabdruck erheben. Diese Menschen verstehen dies als Belohnung oder Bestätigung für ihr Leben, für ihren Lebensstil – eine spezielle Form einer säkularisierten Prädestination.

Zahlreiche politische Gruppierungen unterstützen diese Haltung, wenn sie einen «liberalen» Umgang mit der Klimakrise fordern. Es soll jeder und jedem überlassen werden, was «freiwillig» zum Schutze des globalen gemeinsamen Gutes Weltklima getan wird.

Bei allen Freiheiten sind allerdings nicht nur bei globalen Commons grundlegende ethische Prinzipien zu beachten. Zu Freiheiten gehören auch Verpflichtungen, etwa das grundlegende ethische Prinzip «Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde» in der Formulierung von Immanuel Kant. Eine andere Formulierung: Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.

Wissenschaftlich gut begründet haben wir alles dafür zu tun, möglichst rasch von den fossilen Energieträgern loszukommen. Da fossile Energien in fast allen Lebensbereichen eingesetzt werden können, braucht es sehr viele Handlungen von sehr vielen Menschen, um dies zu erreichen – der WWF-Footprint-Rechner erfordert die Beantwortung von gegen vierzig Fragen zu Handlungen und Verhaltensweisen. Uwe Schneidewind bezeichnet diesen Ausstieg aus den fossilen Energien als moralische Revolution, mit drei Abwehr- oder Verteidigungsstufen vor dem eigentlichen Handeln – gesellschaftlich stehen wir derzeit im Mittel bei etwa Stufe 2, mit einer grossen Bandbreite.

Wenn demokratische Rechtsstaaten auf Herausforderungen wie die Klimakrise reagieren, gibt es ein zentrales Instrument: Gesetze. Die Umsetzung der Rechtsanwendungen in konkrete Handlungen führt zu einer rechts- und lastengleichen Behandlung aller AkteurInnen. Aus diesem Grund sind Gesetze fundamental auch ins Hinblick auf Freiheiten oder Liberalitäten.

Menschen, die für sich ein Recht auf einen grossen ökologischen Fussabdruck geltend machen, wehren sich nicht grundsätzlich dagegen, diesen Fussabdruck zu verkleinern – unter der Voraussetzung, dass dies alle tun. Eine wehleidige Form des Gerechtigkeitsempfindens.

Dies hat damit zu tun, dass viele den ökologischen Fussabdruck als aufgezwungen wahrnehmen. Als MieterIn in einem Haus, welches mit Heizöl oder Erdgas beheizt wird, besteht der Zwang, dies hinzunehmen, mit entsprechenden Auswirkungen auf den ökologischen Fussabdruck. Als HauseigentümerIn bestehen beim Zeitpunkt der Heizungserneuerung grundsätzliche Handlungsmöglichkeiten – aber es bestehen offenbar so viele Zwänge, dass fünf Sechstel der Eigentümerschaften bei einer Wärmeerzeugung mit fossilen Energieträgern verbleiben.

Es hat nichts mit Freiheit zu tun, überhaupt fossile Energieträger einsetzen zu müssen. Auf der gesamten Kette von der Gewinnung bis zum Verbrauch entstehen erhebliche ökologische Belastungen für Mensch und Umwelt. Die gesamten fossilen Energien stehen fundamental gegen das fundamentale ethische Prinzip in der Formulierung von Immanuel Kant.

Dies wird etwa durch die Absichten der USA illustriert, die mit Verweis auf Freiheit und Unabhängigkeit Europa dazu bewegen wollen, statt Erdgas aus Russland Fracking-Flüssiggas aus den USA zu importieren.

Da es möglich ist, Gebäude so auszugestalten, dass sie mit einer möglichst geringen externen Zufuhr von Energien komfortable Bedingungen ermöglichen können – und dies mit einem kleineren ökologischen Fussabdruck als durch den Einsatz von Öl und Erdgas – heisst die Vorgabe hier:

  • möglichst tiefer Energieverbrauch,
  • dezentral und nachhaltig nutzbare erneuerbaren Energien einsetzen.     

Suffizienz, Effizienz und Konsistenz ermöglichen somit deutlich mehr Freiheiten als die Abhängigkeit von russischem Erdgas, US-Fracking-Gas oder Mittelmeer-Gas aus der labilen Region im Umfeld der Länder Zypern, Israel, Ägypten, Türkei und Libyen.

Ein ähnlicher Zwang ist die Fixierung auf das BIP (Bruttoinlandprodukt) als offenbar einzigem Mass für das Wohlergehen. Damit verbunden ist der konstruierte Zwang für ein dauerndes Wirtschaftswachstum, ein eigentlicher Konsumzwang. Neben dem tendenziell zunehmenden ökologischen Fussabdruck – siehe Earth Overshoot Day – hat dies allerdings erhebliche soziale «Fusstritte» zur Folge.

Mehr Freiheiten, ein kleinerer ökologischer Fussabdruck – das ist somit nur zu haben mit einem System Change

 

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