Klimakrise: «Sturer Optimismus» am Freitag, Samstag, Sonntag, Montag, und so weiter

Klimaschutz und Klimaanpassung sind schon sehr lange relevante Themen. Weil bis anhin viel zu wenig getan wurde, braucht es jetzt einiges an «sturem Optimismus» (Christiana Figueres). Im Buch «MondaysForFuture» konkretisiert Claudia Kemfert diesen Optimismus, gemäss Untertitel «Freitag demonstrieren, am Wochenende diskutieren, ab Montag anpacken und umsetzen».

In 123 Antworten zu Fragen aus zehn Bereichen legt Claudia Kemfert ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihren Optimismus dar, als Anleitungen zum Anpacken und Umsetzen.

Beim Lesen gab es für mich regelmässig mehr oder weniger gute Bekannte zu entdecken; in meinem Blog finden sich durchaus verwandte Beiträge. Als Stichworte: Suffizienz, Effizienz, Konsistenz. Fehlende Kostenwahrheit mit direkten und indirekten Subventionen bei den fossilen Energieträgern. Eigenartiges Freiheits-Verständnis gegen zielführende Verbote und Gebote. PR und Lobby-Wirken der finanzkräftigen Fossilwirtschaft. Green Washing. Wenn wir wollen, schaffen wir das. Kreislaufökonomie.

Und sehr zentral: es geht nicht nur um die Klimaerhitzung, es geht um die gesamte Breite der 17 Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen (UNO). Zitat aus dem Buch: «Ein ehrgeiziger Katalog mit 17 Zielen, die erstmals alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziales, Umwelt, Wirtschaft – gleichermaßen berücksichtigten. Es geht um Armut und Hunger, Gesundheit und Bildung, Geschlechter- und andere Ungleichheiten, um Wasser- und Energieversorgung, um Wirtschaft und Infrastruktur, um Nachhaltigkeit und um Biodiversität im Wasser und an Land, um Frieden und um Partnerschaft — und um Klimaschutz geht es auch.»

Claudia Kemfert ist Ökonomin; die Fragen und Antworten etwa zu Steuern oder Emissionshandel sind in der Tendenz etwas umfassender als zu anderen Themen. Faszinierend etwa die Idee, in den Medien anstelle der Börsenzahlen täglich über den Stand der Nachhaltigkeitsindikatoren informiert zu werden. Dazu passt auch die Forderungen nach Ehrlichkeit, Transparenz, klaren Zielen (SMART natürlich) und umfassender Auskunft über die Zielerreichung.

Auch das Buch von Claudia Kemfert bestätigt angesichts der Klimakrise den hohen Handlungsdruck und drängt zu schnellem und umfassendem Handeln. Individuelles Handeln zuerst? Muss die Politik zuerst etwas tun? Sind andere Länder zuerst gefragt? Oder ist zuerst eine Anforderung aus einem anderen SDG-Zielbereich gefragt? Claudia Kemfert sagt klar «UND» – das passt zur Aussage des Weltklimarates IPCC: schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft. Einmal mehr eine Bestätigung für den längst angezeigten «System Change». Dazu gehört zentral, endlich die Machenschaften der finanzkräftigen Fossilwirtschaft umfassend offen- und stillzulegen. Damit würde auch in der Schweiz klar, wie absurd die Aussagen der SVP und zum Teil der FDP als kleine Finger und Sprachrohre der Fossillobby sind.

Sowohl als Wiederholung aus meinen Blogbeiträgen als auch als Bestätigung von Aussagen von Claudia Kemfert: Aussteigen [aus der Kernenergie und der CO2-intensiven Energiewelt] ist möglich… wenn wir wollen, und dies sogar wirtschaftlich und sozial verträglich – Ergebnisse der Nationalen Forschungsprogramme “Energiewende” (NFP 70) und “Steuerung des Energieverbrauchs” (NFP 71), vorgestellt vom Schweizerischen Nationalfonds am 14. Januar 2020.

Übrigens: Claudia Kemfert plädiert ausdrücklich für Demonstrationen nicht nur zur Klimakrise – ausdrücklich als Stärkung der zarten Pflanze Demokratie!

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