Schweiz: Es ist mehr für den Klimaschutz zu tun – auch bei den Gebäuden

Das Bundesamt für Umwelt hat die CO2-Statistik 2018 veröffentlicht. Die CO2-Emissionen aus dem Verbrauch von Treibstoffen sind unverändert hoch, die CO2-Emissionen aus dem Verbrauch von Brennstoffen sinken zwar, aber eindeutig zu schwach. «Um die Klimaziele des Übereinkommens von Paris zu erreichen, ist eine Abnahme der fossilen Energien unumgänglich« schliesst die Medienmitteilung des BAFU – eine zu offene Formulierung.

Spätestens seit Oktober 2018 ist klar, dass «schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft» erforderlich sind, um das Klimaschutzziel, die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius, möglichst eineinhalb Grad Celsius im Vergleich zu vorindustriellen Levels zu begrenzen, erreichen zu können.

«NettoNull2030» – ausgehend vom 2017 noch zur Verfügung stehenden CO2-Emissionsbudget zur Erreichung des 1.5 °C-Ziels – gibt die Richtung vor. Die Politik schwächt dies bereitss massiv ab. Das Bundesamt für Energiewirtschaft hat Anfang 2018 eine Vision zum «Gebäudepark 2050» veröffentlicht. Der erste Punkt der «Vision Substitution» (ergänzend zur Vision Reduktion): Bis 2050 wird es (Ausnahmen vorbehalten) kein Heizöl, Erdgas oder Strom für den direkten Verbrauch zum Heizen mehr geben. Die Wirtschaftsallianz «Wärme Initiative Schweiz» hält fest: Bis 2050 wollen wir den Wärme-Sektor komplett erneuerbar und CO2-neutral gestalten! Das bedeutet, dass ab 2025 bis spätestens 2030 keine neuen Öl- oder Gaskessel mehr eingebaut werden sollten, weder beim Neu- oder Ersatzneubau von Gebäuden noch beim Ersatz der bestehenden Wärmeerzeugungsanlagen.

Wenn die fossile Null erst 2050 erreicht wird, ergibt dies gegenüber dem 1.5 °C-Budget rund 43 Prozent zu hohe CO2-Emissionen.

Der Hauseigentümerverband (HEV) reagiert mit Fakes auf die BAFU-Statistik. Er meint, die Fortsetzung des bisherigen Pfades – in den letzten 15 Jahren in etwa eine jährliche Reduktion der CO2-Emissionen im Gebäudebereich um zwei Prozent – sei ausreichend. Einverstanden, gegenüber dem Verkehr ist dies bereits eine erkennbare Reduktion des Verbrauchs fossiler Energien. Die Fortführung der HEV-Klimapolitik würde zu einer fossilen Null um das Jahr 2060 führen. Dies wäre fast 82 Prozent mehr CO2-Emissionen aus dem Gebäudebereich gegenüber dem 1.5 °C-Budget. Der HEV orientiert sich an Uralt-Zielen der kantonalen EnergiedirektorInnen, deutlich vor dem Pariser Klimaschutz-Übereinkommen festgehalten. Daran hält der HEV «unerschütterlich» fest, auf Kurs wie ein Öltanker, sorry, wie ein «Dampfer». Offenbar sind die Lernimpulse ausgehend von den Klimastreiks und Klimademos noch nicht beim HEV angekommen – ob es da wohl auch noch «HauseigentümerInnen for Future» braucht? Möglicherweise ist casafair, früher Hausverein, eine erster Ansatz dazu. Welche Auswirkungen wohl die Fakes des HEV auf die Klimapolitik haben werden?

Zur Wiederholung: Es ist mehr für den Klimaschutz zu tun – auch bei den Gebäuden! Idealerweise bereits ab 2040, kompromisslerisch erst 2050 ist eine fossile Null sowohl bei den Gebäuden als auch beim Verkehr zu erreichen. Ab sofort also mehr Klimaschutz, gerade auch bei Gebäuden!


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