Die KEV zementiert Atomkraftwerke und stoppt den Weg in die Richtung einer nachhaltigen Energieversorgung – oder die wahren Gründe hinter dem Scheitern des KEV-Referendums

Die hämischen und schadenfreudigen Kommentare der Solarlobby zum Scheitern der KEV-Referendums verbergen, dass die KEV einer nachhaltigen Energieversorgung im Weg steht. Denn nachweislich zementiert die KEV die Atomkraftwerke in der Schweiz. Ohne Atomausstieg (und mit dem damit verbundenen Ausstieg aus den fossilen Energien) ist eine nachhaltige Energieversorgung nicht zu haben.

Was braucht es, um ein Referendum zu Stande zu bringen? Ganz einfach: rund 300’000 Franken – eine Unterschrift kostet ob mit oder ohne freiwillige UnterschriftensammlerInnen etwa einen Fünfliber. Einverstanden, es braucht noch einen klugen Kopf hinter einer solchen Sammelaktion und keine RealsatirikerInnen – aber selbst solche schaffen das Sammeln der Referendumsunterschriften für eine halbe Million Franken!

Die zentrale Frage ist also, warum diese halbe Millionen Franken in der Schweiz nicht zusammengekommen ist gegen die KEV. Auch dies ist ganz einfach: weil die Atomlobby die KEV als Legitimation sehr gut brauchen kann.

Atomkraftwerke werden seit Jahrzehnten auch in der Schweiz direkt und indirekt mit enormen Milliardenbeträgen subventioniert – würde die Subventionitis bei den erneuerbaren Energien z.B. durch ein KEV-Referendum in Frage gestellt, würde sich die Politik endlich mit dewm Atomwirtschafts-Subventionitis beschäftigen. Die Atomwirtschaft hat also alles Interesse daran, die KEV stillschweigend zu akzeptieren und durch diverse mit ihr verbandelte Stromversorgungsunternehmen auch zu beanspruchen. Da Atom- und Stromwirtschaft direkte Kanäle in alle Parteien haben, blieben allenfalls vorhandene Politkassen geschlossen, als es um das Sammeln der Unterschriften ging.

Die KEV-Subventionitis führt sehr direkt zu einer Betriebsgarantie für Atomkraftwerke in der Schweiz, obwohl sämtliche Atomkraftwerke so rasch als möglich stillzulegen wären.

Subventionen führen nicht dazu, dass die gewünschten Produkte billiger werden. Mit Subventionen werden nicht sehr fitte Branchen unterstützt – 10 bis 14 Prozent Rendite erwarten Heuschrecken-Investoren auch bei Projekten für erneuerbare Energien, siehe z.B. NZZ vom 23. Oktober 2012. Subventionitis-Produkte sind gerade etwa um die Subventionen teurer als ohne diese finanziellen Zückerli.

Weg mit den Subventionen, aber auch weg mit den lügenden Energiepreisen, das ist die korrekte Finanzvorgabe für die Energiepolitik. Es braucht weiter eine Quote 100 Prozent nachhaltig genutzte erneuerbare Energien – Fossil- und Atomenergien müssen so rasch als möglich vom Markt verschwinden. Erst dann können sich klug genutzte erneuerbare Energien auf dem Markt durchsetzen. Statt Subventionen also den raschestmöglichen Ausstieg aus der Atomenergie und aus den fossilen Energieträgern! Eine durch die KEV zementierte Atomwirtschaft braucht es dazu nicht!


Zur illustration: tägliche Anlagenkosten für bilanzmässige Solarstromvollversorgung (üblicher Haushaltstrom, Betrieb Wärmepumpe) für 4-Personen-Haushalt in Mehrfamilienhaus

Spezifische Kosten Solaranlage gemäss Swissolar 4500 CHF pro Kilowatt-Peak
Spezifischer Ertrag Solaranlage gemäss Swissolar 1050 Kilowattstunden pro Jahr pro Kilowatt-Peak
Flächenbedarf Solaranlage gemäss Swissolar 6 bis 12 Quadratmeter pro Kilowatt-Peak
Abschätzung Stromverbrauch
Typischer Stromverbrauch 4-Personen-Haushalt in Mehrfamilienhaus 2800 Kilowattstunden pro Jahr
Stromverbrauch Wärmepumpe Heizung/Warmwasser für Wohnung (85 Quadratmeter Wohnfläche) in saniertem Mehrfamilienhaus mit guter energetischer Qualität 1900 Kilowattstunden pro Jahr
Gesamtstromverbrauch Haushalt und Wärmepumpe 4700 Kilowattstunden pro Jahr
Erforderliche Solarzellenleistung 4.5 Kilowatt-Peak
Erforderliche Solarzellenfläche 27 bis 54 Quadratmeter
Kosten Solaranlage 20’150 CHF (gerundet)
Nutzungsdauer 25 Jahre
Kosten pro Monat 67.17 CHF pro Monat
Kosten pro Tag 2.21 CHF pro Tag

Anmerkung zur Tabelle: Zusätzliche Netzkosten für Abgabe von zeitweise überschüssigem Bezug, die Zwischenlagerung im Stromnetzsystem und den Bezug bei Bedarf sind nicht berücksichtigt.

Anmerkung: die erforderliche Solarzellenfläche bedingt eine Nutzung aller möglichen einigermassen geeigneten Dach- und Fassadenflächen. Dies betont einmal mehr die Notwendigkeit eines tiefen Energieverbrauchs von Gebäude und Haushalten und von guten Solarzellenwirkungsgraden.

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