Ökolügen oder kognitive Dissonanz?

Nur 15 Tage nach der Volksabstimmung zur Initiative Grüne Wirtschaft bestätigt eine Umfrage von sotomo, dass die NeinsagerInnen einer verlogenen Propaganda-Kampagne der ewiggestrigen Parteien und Verbände aufgesessen sind – einmal mehr zeigt sich, dass Ökolügen kurze Beine haben.

Es gab nur faktenwidrige Argumente gegen die Initiative Grüne Wirtschaft, und doch haben die Stimmberechtigten – als Folge einer millionenteuren Lügenkampagne der Antiökologiefront der No-Futur-Schweiz (mit Think Tank Avenir Suisse) – wegen diesen Lügen dieses zukunftsfähige Volksbegehren abgelehnt. Es ist nun mal so, dass die Bewohnerinnen und Bewohner der Schweiz über einen übermässig grossen ökologischen Fussabdruck verfügen – von der No-Futur-Schweiz mit dem Recht auf Unvernunft schöngeschwafelt.

Wenn ein Amtsdirektor den «Sinn des Konsums» hinterfrage, zweifle er direkt am ökonomischen Prinzip der Marktwirtschaft. So steht in einem Tages-Anzeiger-Artikel zu einer Aussage des BAFU-Direktors Marc Chardonnens. Aus offizieller Sicht ist wegen der Fixierung auf das zynische BIP immer noch Konsumismus angesagt – ökologisches resp. nachhaltiges Verhalten ist offiziell gar nicht erwünscht. Kognitive Dissonanz wäre dies, wenn die eine Hirnhälfte Ökologie verlangt, und die andere Nicht-Ökologie. Es gilt noch nicht als gesellschaftlich anerkannt, dass jede und jeder den ökologischen Fussabdruck zu verkleinern hat, ganz im Gegenteil. Oder anders: Die Mehrheit der Bevölkerung tut genau das, was der Staat will – Schwatzen über Umweltschutz, aber nur das absolute Minimum tun, um ja den Konsum resp. das Wirtschaftswachstum nicht zu vermindern.

Wenn jetzt die NeinsagerInnen vom 25. September 2016 von Ökolüge sprechen, meinen sie eigentlich sich selbst und den Staat, nehmen dies aber zum Anlass, um weiterhin antiökologische Politik zu betreiben – dabei wäre eine mustergültige Umsetzung der Energiestrategie 2050 und ein Ja zum geordneten Ausstieg aus der Atomenergie längst überfällig.


PS: Aus demokratischer Sicht gibt es nur einen Ansatz, um hier dem Rechtsstaat mehr Gewicht zu geben. Die Abstimmungsergebnisse sind mit den eingesetzten Finanzmitteln der Ja- und Nein-Kampagnen zu gewichten.

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