Erdöl, Erdgas & Co: Schrötig und unnötig!

Die zweijährige Isabelle Dobbs Higginson hat ihren Grossvater John Kerry, Aussenminister der USA, am 22. April 2016 zur Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens begleitet. Dies wird in den Medien als Symbol für die langfristige Bedeutung des Abkommens verstanden.

2050, wenn das Klimaschutzabkommen die volle Wirkung entfaltet haben muss, wird Isabelle Dobbs Higginson 36 Jahre alt sein. Selbst dann, wenn sich Isabelle als Jugendliche oder junge Erwachsene für ein Klimaschutz-Engagement entscheiden sollte, braucht es spätestens ab heute eine immense Fülle von Handlungen, um die Vorgaben des Abkommens umsetzen zu können, braucht es viele Menschen, die sich für die Zukunftsmöglichkeiten der Menschen einsetzen – nur so wird es möglich sein, die Mensch gemachte Klimaveränderung so zu beschränken, dass das Leben auf dem Planeten Erde eine Chance hat.

Eine eindeutige Forderung: So rasch als möglich ist aus den fossilen Brenn- und Treibstoffen auszusteigen – Erdöl, Erdgas und Co. sollen möglichst im Boden bleiben! Das heisst: Erdoel, Erdgas & Co: Schroetig und unnoetig!

Der Ausstieg aus den fossilen Energien ist nicht von heute auf morgen möglich, aber auch nicht erst am Sankt Nimmerleinstag.

Die technische Nutzungsdauer einer Oel- oder Gasheizungsanlage beispielsweise beträgt 20 Jahre. Wer sich nach Ablauf dieser Nutzungsdauer wieder für eine Öl- oder Gasheizungsanlage entscheidet, handelt kurzsichtig und sicher nicht im gesellschaftlichen Interesse. Gebäude, die mehr Energie produzieren als die BewohnerInnen für die Abdeckung der Komfortbedürfnisse und der Nutzungsansprüche brauchen, so genannte PlusEnergieBauten, sind bereits heute möglich, solche Bauten müssen so rasch als möglich normal, nützlich und notwendig werden.

Autos mit Verbrennungsmotor haben so rasch als möglich nichts mehr auf unseren Strassen zu suchen. Zu beachten ist, dass etwa der öffentliche Schienenverkehr in der Schweiz schon lange «elektromobil» ist. Was es neben Fuss- und Veloverkehr zusätzlich an Verkehrsleistungen braucht, hat erneuerbare Energien für den Antrieb zu verwenden.

«Schrötig und unnötig» heisst: spätestens 2040 ist der vollständige Ausstieg aus den fossilen Brenn- und Treibstoffen möglich, wenn wir dies wirklich wollen!

Einige weitere Gedankenanstösse:

  • Nach wie vor wird im Tages-Anzeiger jeden Freitag der aktuelle Ölpreis abgedruckt – das wäre der richtige Platz für eine Angabe, was die Energiebereitstellung in einem Plusenergie-Gebäude pro Tag kostet.
  • Obwohl der Verbrauch von fossilen Brenn- und Treibstoffen in erheblichem Umfang für den übermässig grossen Fussabdruck der Gesellschaft verantwortlich ist, wird für diese nicht mehr zeitgemässen Energien in erheblichem Umfang Werbung betrieben. Solche Werbung ist ab sofort ersatzlos zu streichen.
  • Die finanzielle Beteiligung der öffentlichen Hand an Unternehmen, die im Geschäft mit fossilen Energien aktiv sind, ist so rasch als möglich zu beenden, Stichwort #Divest.
  • Auch in der Stadt Zürich ist eine konsequente Veloförderung zwingend und dringend – die gegenwärtige ausschliessliche Bevorteilung des Autoverkehrs hat mit Zukunftsgestaltung nichts zu tun.

Nur vier Tage nach der Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens erinnert sich die Welt an die dreissig Jahre zurückliegende Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks sagt dazu: Wir haben in den 30 Jahren seit Tschernobyl in langen und quälenden Debatten gelernt, dass die Nutzung der Atomenergie ein Irrweg war. Atomkraft ist eine Sackgassen-Technologie mit einem teuren Ende. Das heisst: der Ausstieg aus der Atomenergie und der Ausstieg aus den fossilen Brenn- und Treibstoffen gehört zusammen!

Das ist die Zukunft, die Isabelle Dobbs Higginson braucht, die alle Menschen auf diesem Planeten brauchen. Daher: Je suis Tuvaluan!

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