Einspeisevergütung: abschaffen statt jammern!

Wie können erneuerbare Energien für die Stromproduktion am besten gefördert werden? Einer Ansätze heisst: Einspeisevergütung. Dabei vergütet der Netzbetreiber – in der Schweiz swissgrid den AnlagebetreiberInnen einen festgelegten Produktionspreis. Dieser Mechanismus – als Dankeschön der Stromwirtschaft für das Ja der Umweltverbände zur Strommarktliberalisierung in Gesetzesparagraphen gefasst – vermag in keiner Art und Weise zu überzeugen. Derzeit jammern Landwirtschaft und Sonnenenergie-Verbände vereint über die Umsetzung der Einspeisevergütung. Um einen möglichst hohen Oekostromanteil zu einem möglichst geringen Preis zu erhalten, wurde der Anteil der Fotovoltaik an der Einspeisevergütung durch den Gesetzgeber beschränkt – weil es ich um eine zwar teure, aber relativ einfach realisierbare Technologie handelt, würden wesentlich mehr Leute auf ihren Dächern Fotovoltaikanlagen realisieren, als swissgrid entschädigen wird. Dies illustriert treffend, dass es sich dabei um ein marktfremdes Element handelt, das so schnell als möglich abzuschaffen ist. Die Alternative heisst: den Markt spielen lassen – statt Einspeisevergütung Solarstrombörsen! Eine Untersuchung des Institutes für Wirtschaft und Ökologie der Universität St. Gallen kommt zum Schluss, dass StromkundInnen Strom aus erneuerbaren Quellen wollen. Das können sie mit der Einspeisevergütung nicht direkt: sie erhalten einen Strommix, der auch einen Anteil von Strom aus erneuerbaren Quellen enthält. Mit der Solarstrombörse, wie sie beispielsweise das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich ewz anbietet, können StromkundInnen genau den Stromqualitätsmix einkaufen, welcher ihren Bedürfnissen entspricht. Dieses Modell funktioniert: das ewz führt regelmässig Ausschreibungsrunden für neue Solaranlagen durch, weil die ewz-KundInnen immer mehr Solarstrom bestellen – die Zahlungsbereitschaft der ewz-KundInnen entscheidet direkt über die Zubauraten! Ein echtes Marktmodell für den liberalisierten Strommarkt. Überzeugte Solaranlagen-RealisatorInnen sind zudem die besten Promotoren für Solarstrom: im Freundes- und Bekanntenkreis machen sie freudig Werbung für Solarstrom – Direktmarketing der freundlichen Sorte! Als Tipp: statt zu jammern und die wenig fortschrittlichen PolitikerInnen in Bern umbiegen zu wollen, ist es viel einfacher, den Solarstrom an eine bereits bestehende oder noch zu schaffende Solarstrombörse zu verkaufen, selber einen Teil zu beziehen und darauf zu bauen, dass die Marktteilnehmenden die schönen Worte über erneuerbare Energien tatsächlich Ernst nehmen!
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