2024 war in Zürich Fluntern das viertwärmste Jahr seit 161 Jahren. Menschenschutz (oder Klimaschutz) hat in Gesellschaft und Politik einiges an Bedeutung verloren. Da braucht es gesellschaftliche Veränderungen!
Regelmässig am 2. Januar veröffentlicht MeteoSchweiz die Durchschnitts-Temperaturen des Dezember-Vormonats. Damit lässt sich die Jahresdurchschnittstemperatur bestimmen. 2024 lag die Jahresdurchschnittstemperatur in Zürich Fluntern gemäss diesen Angaben bei 11.04 °C – der vierthöchste Wert seit Messdaten-Verfügbarkeit 1864.
Der höchste Wert wurde im Jahr 2022 mit 11.53 °C ermittelt. 2023 betrug die aufgrund der Messungen ermittelte Jahresdurchschnittstemperatur 11.45 °C; etwas höher als der Wert für 2024 war das Jahr 2018 mit einem Wert von 11.16 °C.
Mit den von Meteo Schweiz zur Verfügung gestellten Daten lassen sich auch die Temperaturstreifen-Grafiken erstellen. In zwei Versionen sieht dies so aus:


Auf-/abgerundetet liegt die Bandbreite der Jahresmitteltemperaturen von 1864 bis 2024 bei rund 5.2 Kelvin – mit den höchsten Werten hauptsächlich in den letzten 35 Jahren.
In 20 Worten nochmals einige Fakten dazu (als Wiederholung):

Leider sind wir alle noch nicht so weit, dass wir mit Fakten umgehen können – und dies seit Jahrzehnten! Es handelt sich um ein Mehrgenerationen-Versagen.
Zwar haben die reichsten Menschen, die auf der Erde leben, auch einen grossen Treibhausgas-Fussabdruck, tragen also übermässig zur Klimakrise bei. Das ändert allerdings nichts daran, das WIR ALLE unseren Beitrag zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen leisten müssen. Soziale Aspekte sind dabei zu berücksichtigen: Klimaschutz kostet, das stimmt. Wenn WIR ALLE allerdings zu wenig Klimaschutz machen, verstärkt sich die Klimakrise, und die so oder anfallenden Kosten für die Anpassung an die Klimakrise werden noch höher. Die sozialen Aspekte der Klimakrisen-Anpassung werden allerdings von der Klimaschmutz-Mafia nie thematisiert. Exemplarisch ist der Umgang von Stände-, National- und Bundesrat mit dem Entscheid des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte zur Klage der KlimaseniorInnen.
Als ein Aspekt: in der Schweiz sind die Sommerzeiten bereits wärmer geworden. Die Temperaturen dürften nochmals zulegen. Sommerlicher Wärmeschutz war bis anhin etwa bei Wohnbauten kaum ein Thema – dies wird auch bei bestehenden Bauten wichtiger werden, was zu erheblichen Kosten führt, um die gesundheitlichen Auswirkungen der Sommerhitze begrenzen zu können.
Es ist davon auszugehen, dass die Lebensweise im Sommer auch in der Schweiz angepasst werden wird – bis hin zu Siesta-Mittagszeiten. Weil die Klimakrise bereits Auswirkungen zeigt, braucht es «schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft»!
Die «Kompromist»-Politik (Vorsicht: absichtlicher Schreibfehler!) vernachlässigt den Klimaschutz und damit den Menschenschutz – das ist kurzfristiger (Liberal-)Egoismus und ist in keiner Art und Weise mit der Enkel*innen- und Urenkel*innen-Zukunft vereinbar.
Um einen ausreichenden Menschenschutz auch für die Generationen der Enkel*innen und Urenkel*innen zu erreichen, erfordern die «schnellen, weitreichenden und beispiellosen Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft» eine MORALISCHE REVOLUTION!
Erste Version 2. Januar 2024
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Wir erleben Wetter. Klimaeinschätzungen erfordern unter anderem statistische Analysen. Bis zum Jahr 1864 zurück sind für Zürich Fluntern Angaben zu den mittleren Monatstemperaturen verfügbar.
Der Februar 2024 war auch in Zürich Fluntern der wärmste Februar seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1864. In diesen 161 Jahren lagen die mittleren Februartemperaturen zwischen zwischen -8.9 und +6.8 °C (Grad Celsius).
Eine erste Darstellung zeigt die einzelnen Temperaturpunkte verstreut über dieses Temperaturspektrum ergänzt mit einer gleitenden Mitteltemperatur für jeweils 30 Jahre:
Es ist eine Zunahme der gleitenden 30-Jahre-Mitteltemperatur erkennbar, in der Tendenz in den letzten Jahren stärker als zu Beginn der Aufzeichnungen..
Eine zweite Darstellung berechnet für Abschnitte von 30 Jahren die jeweiligen Durchschnittstemperaturen.

Zum Vergleich: Die gleiche Darstellung für die Februar-Monats-Mitteltemperaturen für Altdorf, ebenfalls seit 1864:

Die Fakten sind klar: die Klimaerhitzung ist menschgemacht!
In meinem Beitrag Temperaturstreifen – wir alle brauchen Menschenschutz! finden sich einige zentrale Aussagen dazu. Wichtig ist, auch im Sinne von «Positive Climate Ficition»: wir können etwas tun. Denn es geht vor allem darum, dass Klimaschutz MENSCHENSCHUTZ ist! Mit als Menschenschutz verstandenem Klimaschutz können die Lebensbedingungen für alle Menschen verbessert werden – davon profitiert alles Leben auf der Erde. Klimaschutz ist Mencshenschutz ist guter Umgang mit der Schöpfung. Dazu sind schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft erforderlich.
Der Klimastreik entstand als breite Bewegung aufgrund des offensichtlichen Politik-, Wirtschafts- und Gesellschaftsversagen zum Menschenschutz. Da wurde immer wieder behauptet, da gäbe es aber andere Möglichkeiten als den Klimastreik, etwa Volksinitiativen.
Mit der Gletscher-Initiative wurde dies gemacht. Das Parlament entwickelte daraus einen indirekten Gegenvorschlag, der in der Volksabstimmung angenommen wurde. Das Ergebnis ist gegenüber dem erforderlichen Menschenschutz noch nicht ausreichend, aber immerhin ein Schrittchen in die richtige Richtung. Offensichtlich ist, dass es bald eine Gletscher-Initiative 2.0 braucht.
Was nun das Parlament bei der Revision des CO2-Gesetzes tut, ist im Sinne des Menschenschutzes völlig untauglich und weit entfernt von den «schnellen, weitreichenden und beispiellosen Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft». Da nimmt die fossile Klimaschmutzwirtschaft unter anderem mit «Ölbert Rösti» wieder massiv Einfluss.
Es ist sicher so, dass die erforderlichen Veränderungen einen (Investitions-)Preis haben – der allerdings durch die zukünftigen (Betriebs-)Kosten kompensiert wird. Oder ist es allenfalls so, dass die Klimawandel-Anpassungskosten für die Wirtschaft mehr Ertrag versprechen als der unmittelbare Klimaschutz? Oder dass sogar die CO2-Entnahme noch mehr Geld verspricht – allerdings auch durch jene zu bezahlen, die vorgeblich vor den Kosten der Klima-/Menschenschutz-Massnahmen geschützt werden sollen.
Ganz einfach:
Link zur Datensammlung mit Monatsdaten (teilweise) seit 1864 von Meteo Schweiz
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Für eine zukunftstaugliche Entwicklung muss unsere gesamte Energieversorgung aus nachhaltig und dezentral nutzbaren erneuerbaren Energiequellen stammen – zum Beispiel von der Sonne. Wir alle wollen.
Wer durch die Stadt Zürich läuft oder fährt, wird feststellen, dass es zwar einiges an Solaranlagen gibt, dass aber noch längst nicht alle geeigneten Flächen genutzt werden. Die grüne Gemeinderätin Sibylle Kauer und der grüne Gemeinderat Dominik Waser wollten in einer Anfrage vom Stadtrat wissen, warum der Solarausbau in der Stadt Zürich so langsam vorankommt. Der Stadtrat hat am 8. März 2023 die sechs Fragen auf neun Seiten beantwortet.
Das Tempo des Solarausbaus wird demnach durch zahlreiche exogene Faktoren bestimmt. Es besteht beispielsweise erst seit kurzer Zeit eine gesetzliche Solaranlagen-Zubaupflicht für Neubauvorhaben.
Zudem sollte die Nutzungsdauer von Solaranlagen mit den (derzeit zu langen) Sanierungsintervallen abgestimmt werden – damit Solaranlagen möglichst während der gesamten technischen Nutzungsdauer zur Stromproduktion dienen können.
Auch ist derzeit die Einspeisevergütung für nicht direkt genutzten Solarstrom alles andere als fördernd.
Ebenso wirken die Bewilligungsverfahren hemmend.
Vielfach sind insbesondere bestehende Dachflächen nicht genügend stark, um die zusätzlichen Lasten von Solaranlagen aufnehmen zu können.
Dass zudem zahlreiche Bauten im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) aufgeführt sind, bremst die Realisierung von Solaranlagen.
Weil Flachdächer ökologisch wertvoll zu begrünen sind, bestehen erhöhte Planungs- und Realisierungsanforderung bei der Kombination mit Solaranlagen.
Insbesondere bei privaten Eigentümerschaften bestehen Renditeüberlegungen, die sich leider selten mit der Realisierung von Solaranlagen verbinden lassen, selbst wenn die bestehenden finanziellen Förderungen einen wirtschaftlichen Betrieb erlauben würden.
Die Liste der bereits bestehenden und jeweils situativ weiterentwickelten Förderansätze ist lang. Es wird klar ersichtlich, dass auch die Stadt der Ansicht ist, dass wir alle Solaranlagen wollen!
Seit 2021 besteht eine städtische Photovoltaik-Strategie. Damit soll «eine starke Beschleunigung des Ausbaus von PV-Anlagen» für «die maximale Nutzung der Dachflächen» erzielt werden. Das Netto-Null-Ziel der Stadt wird als Argument angeführt. Das passt, weil einerseits der Weltklimarat IPCC mit dem aktuellsten Report noch eindringlicher «schnelle, weitreichende und beispiellose Massnahmen in allen Bereichen der Gesellschaft» fordert. Ebenso ergeben sich Konsequenzen aus der Tatsache, dass bereits am 25. März 2023 der «Swiss Deficit Day» erreicht wurde.
Ganz klar: Wir alle wollen so rasch als möglich ausschliesslich erneuerbare, nachhaltig nutzbare Energien einsetzen!
Nachtrag 26. März 2023:
In der NZZ vom 26. März 2023 kommentiert David Vonplon mit dem Titel «Wie die Grünen mit ihrer Politik dem Bau neuer Atomkraftwerke Vorschub leisten» völlig neben den Fakten. Dies weist darauf hin, dass sicher die $VP und wahrscheinlich auch FDP und Die Mitte nicht wirklich für Sonnenenergie als erneuerbare, nachhaltig nutzbare Energien sind.
Was in Nationalrat und Ständerat als Schockreaktion auf 30 oder 40 Jahre Nichts- oder Viel-zu-Wenig-Tun an Erlassen beschlossen wurde, fördert einen eigentlichen Wildwuchs an Solaranlagen, weit ab von jeder nachhaltigen Entwicklung. Es wurde mehrfach gezeigt, dass es verfassungs- und gesetzeskonforme Vorgehensweisen gibt, um den erforderlichen Solaranlagen-Zubau zu ermöglichen.
Es ist nicht auszuschliessen, dass $VP, FDP und Mitte eigentlich ganz andere Pläne haben – es könnte durchaus sein, dass diese Parteien im Sinne der liberalen Fehldenkerei «Technologieoffenheit» weiterhin an der Atomenergie festhalten möchten. Ein Ansatz könnte sein, die Reputation der Sonnenenergie mit untauglichen Wildwuchs-Projekten dauerhaft zu schädigen – der NZZ-Kommentar von David Vonplon legt dieses Denkmuster offen, auch wenn die Etikette dazu den Grünen umgehängt wird.
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Der Schutz der Menschen verlangt schon lange nach «schnellen, weitreichenden und beispiellosen Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft». Gerade in Ländern wie der Schweiz dominiert demgegenüber nach wie vor eine meritokratische Grundhaltung.
Zukunftsorientierte Veränderungen waren in der real existierenden schweizerischen Monekratie schon immer eine schwierige Sache. Die Klimakrise, die Corona-/Covid19-Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben die meritokratische Grundhaltung von Menschen, der Politik und der Wirtschaft erheblich verstärkt.
Es gilt derzeit in erster Linie eine individuelle Maximierungshaltung. Eine vorgeblich liberale Sichtweise stärkt sämtliche Formen von Einzel- und Gruppen-Egoismen. Diese «Nur-ich»-Politik ignoriert sämtliche gesellschaftliche Solidarität, insbesondere auch die zwingend erforderliche Enkel*innen- und Urenkel*innen-Tauglichkeit.
Das Klima auf der Erde ist keine statische Grösse, Klimaveränderungen gehören zum Planeten Erde. Was seit einiger Zeit die Menschheit auf der Erde verursacht, ist eine gegenüber den üblichen Entwicklungen erheblich zeitlich beschleunigte Veränderung. Wie diverse Berichte, Untersuchungen und Prognosen zeigen, haben etwa deutlich höhere Sommertemperaturen erhebliche Auswirkungen nicht nur auf das menschliche Leben auf dem Planeten Erde. Das Leben zahlreicher Menschen dürfte gefährdet sein, oder anders: «Klimaschutz» ist definitv MENSCHENSCHUTZ!
Markus Kunz hat in einem Post Scriptum in der Zürcher P.S.-Zeitung einige Stichworte zur Bedrohungslage festgehalten: Wassermangel, Insektensterben, Tipping Point (Kippmomente, wegen des Klimawandels im System Erde), Aussterben ganz vieler Fischarten wegen zu warmen Meeren, Emission von Riesenmengen Methangas wegen auftauendem Permafrost, Abschmelzen der Antarktis wegen massiv zu hoher Temperaturen, Massentierhaltung, Demokratieabbau, zunehmende Ungleichheit (grösste Bedrohung des sozialen Friedens), Abhängigkeit von Lieferketten, … «Alles wird gut» – so der ironische oder gar sarkastische Schluss des Post Scriptum.
Wenn wir alle wollen, können wir diese dystopischen Bedrohungslagen abwenden. Wir alle wissen, was gegen die Klimakrise, gegen die Tipping Points der Klimaveränderung unternommen werden kann (oder muss). Suffizienz, Effizienz und Konsistenz sind die handlungsleitenden Prinzipien für eine nachhaltige Entwicklung. Konkretisiert ist dies beispielweise im Climate Action Plan CAP der Klimabewegung, oder für die Stadt Zürich in «8 Klimamassnahmen FÜR ZÜRICH – Schneller uf Netto Null. Euses Züri vo morn» von Klimastreik Zürich.
Absurd ist dabei, dass die liberalen Eigenverantwortungs-Egoist*innen diese Konkretisierung der zwingend erforderlichen «schnellen, weitreichenden und beispiellosen Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft» entweder als unmöglich oder als eine eigene Form der Dystopie wahrnehmen – und sich dagegen aussprechen!
Die fast 75 Prozent Ja-Stimmen der Stadtzürcher Stimmberechtigten zu «Netto Null 2040» am 15. Mai 2022 sind zwar ein schöner Erfolg. Aber «Netto Null 2030» reicht bei weitem nicht, um den Beitrag der Stadt Zürich zum Menschenschutz sicherzustellen! Gleiches gilt für den ebenfalls am 15. Mai 2022 mit einem Anteil von etwa zwei Dritteln Ja-Stimmen genehmigten neuen Klimaschutz-Eintrag in der Verfassung des Kantons Zürich.
Es braucht einiges an Optimismus, um dafür einzustehen, das zu tun, was etwa aus wissenschaftlicher Sicht als ausreichender Menschenschutz gilt – Stichwort beispielsweise «Netto Null 2030». Denn es gilt «WIR ALLE WOLLEN», siehe zum Beispiel dazu Plan W. 2039 – Wir alle wollen: Vorabzug Januar 2021.
Wenn diverse Reaktionen nicht nur zum Klima- resp. Menschenschutz betrachtet werden, könnte die Befürchtung entstehen, dass der Menschenschutz in Gesellschaft und Politik deutlich hinter den Einzel- und Gruppen-Egoismen zurücktreten muss. Das kann und darf nicht sein. Es gibt keine andere Wahl: «schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft» sind zwingend. WIR ALLE WOLLEN Menschenschutz!
Zum Menschenschutz gehört auch der Erhalt der physischen und mentalen Gesundheit. Wenn aus den dystopischen Wissenschaftsberichten zur Klimakrise Optimismus für «schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft» entsteht, wie dies etwa Klimastreik und Klimabewegung zeigen, haben wir alle alles daran zu setzen, diesen Optimismus mitzutragen und sehr schnell konkret zu handeln!
Eigentlich ist seit mindestens 50 Jahren bekannt, dass wir so rasch als möglich aus den fossilen Energien aussteigen sollten. Nach wie vor hat allerdings die fossile Klimaschmutz-Wirtschaft viel zu grossen Einfluss auf die Politik.
Wer nach wie vor fossile Energien braucht, hat in den letzten Jahrzehnten (mehrfach) falsch entschieden, wurde (mehrfach) falsch beraten oder hat sich von der fossilen Lügen-Propaganda einwickeln lassen.
Nach wie vor bestehen erhebliche direkte und indirekte Subventionen, wenn fossile Rohstoffe eingesetzt werden. Wenn nun als Folge des Ukraine-Krieges Massnahmen zur Senkung des fossilen Energiepreises diskutiert werden, werden im übermässigen Ausmass die Interessen der fossilen Klimaschmutz-Wirtschaft bedient. Weiterhin will offenbar die Politik Signale dafür setzen, um den schon längst fälligen Ausstieg aus den fossilen Energien zu verhindern. Eigentlich würde es stattdessen auch finanzielle Signale brauchen, die die effiziente und suffiziente nachhaltige Nutzung lokaler, dezentraler Energien belohnen.
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Der «Strike of Future» am 21. Mai 2021 als ein Anlass der Klimabewegung und die Berichterstattung über die Szenarien zur Abstimmung vom 13. Juni 2021 über das (völlig ungenügende) CO2-Gesetz prägen derzeit die öffentliche Wahrnehmung über die schweizerische Klimapolitik.
Die Lügen-Propaganda voller Propaganda-Lügen der Klimaschutz-Misswirtschaft sind auf den Plakatwänden, in den Print- und Digital-Medien sowohl in Inseraten wie im redaktionellen Teil zu sehen, zu lesen und zu hören. Die $VP und der Heizöl- und Erdgas-Verein (HEV) setzen viel Geld der fossilen Misswirtschaft ein, um ihre Propaganda-Lügen als Lügen-Propaganda möglichst nahe zu den Stimmberechtigten zu bringen. Lügen können nicht als zu schützende «Meinung» geltend, sondern sie sind und bleiben Lügen. Wenn die Demokratie eine Zukunft haben soll, braucht es sehr schnell neue Regeln zum Umgang mit Lügen und zur Transparenz über die in der Politik eingesetzten Propaganda-, PR- und Werbegelder. Sonst wandelt sich die Demokratie noch weit stärker als bereits heute Richtung Monekratie.
Zumindest die Medien versuchen, den Eindruck zu vermitteln, als sei die Klimabewegung bereits wieder am Ende respektive auf Irrläufen unterwegs. Ankerpunkt dafür ist der regelmässig verwendete Slogan «SystemChange not ClimateChange»; ebenso die Öffnung der Klimabewegung hin zu weiteren Themen.
«Schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft» – das ist das, was nicht nur die Wissenschaft für ernsthaften Klimaschutz fordert. Ja, da ist tatsächlich «SystemChange» gefordert, und es geht um sehr sehr viele Themen menschlicher Aktivitäten. Schliesslich behandelt auch die Nachhaltigkeits-Strategie der Vereinten Nationen (die 17 SDGs, Sustainable Development Goals) eine grosse Bandbreite. Und das ganze muss möglichst schnell umgesetzt werden. SDG 12, das Klimaschutz- und Klimafolgen-Ziel der UNO, ist das einzige, welches das Wörtchen «sofort» enthält!
Es reicht nicht, die Klimaschmutz-Verbrennungsmotoren der Autos mit Antriebssystemen mit erneuerbaren Energien zu ersetzen. Es braucht eine neue Mobilitätspolitik, die alles daran setzt, im Alltag gar nicht oder möglichst wenig unterwegs zu sein. Der verbleibende Verkehr hat mit möglichst nachhaltigen Mitteln (zu Fuss, mit dem Velo, eventuell öffentlicher Verkehr) zu erfolgen – zumindest die Städte sind autofrei auszugestalten. 7’000 Schritte pro Tag, mit gesundheitlichen Vorteilen verbunden, können dabei als Massstab verwendet werden.
So rasch als möglich haben alle unsere Bauten von Energieverschleuderungs-Maschinen (mit mehr oder weniger hohem Energiekonsum) zu Prosumer-Bauten zu werden – Null-Energie oder sogar Plus-Energie muss bei Bauten zum neuen 3N (normal, nützlich, notwendig) werden!
Mit verschiedenen Begründungen hat sich auch unsere Ernährung zu verändern. Nahrungsmittel tierischer Herkunft – zum Beispiel Fleisch, Milchprodukte, Eier – haben von der Bedeutung her abzunehmen, und auch dies als «schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen».
Festzustellen ist allerdings, dass die offizielle Schweizer Klimapolitik noch nicht im Sinne der Nachhaltigkeit funktioniert. «Netto Null 2050» des Bundesrates entspricht definitiv nicht den Absichten der UN-SDGs, ebenso verlangt das Pariser Klimaschutz-Übereinkommen deutlich mehr. «Netto Null 2030» ist das, was es braucht. Und eben: «Netto Null 2030» ist möglich – wenn wir dies wollen!
Das CO2-Gesetz in der Volksabstimmung vom 13. Juni 2021 erfüllt nicht einmal die Zielvorgabe «Netto Null 2050».
Offensichtlich ist: da geht es um Veränderungen, die den kurzfristigen, egoistischen Plänen diverser Misswirtschaft-Unternehmen eher nicht entsprechen. Und gleichzeitig geht es auch um Veränderungen mit grossem emotionalem Gewicht. Völlig klar, dass da Propaganda-Lügen in Form von Lügen-Propaganda festzustellen ist.
Unabhängig vom Ergebnis der Volksabstimmung vom 13. Juni 2021 braucht es gerade in einer Demokratie eine Klimapolitik, die nachhaltig ist, die enkel*innen-tauglich ist. Dazu ist der Einfluss der Fossil-Misswirtschafts-Monekratie auf null zu reduzieren – die Propaganda-Lügen der Lügen-Propaganda ist nicht demokratieverträglich.
Es braucht «morgen» – also am 14. Juni 2021 – eine Klimapolitik, die «übermorgen» – also ab dem 15. Juni 2021 – «schnell, weitreichend und beispiellos» zu wirken beginnt!
Dazu sind sämtliche Aktivitäten der Klimabewegung zwingend notwendig!
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Das von National- und Ständerat am Ende der Herbstsession 2020 beschlossene CO2-Gesetz ist ein sehr schlechtes und nicht wirklich zielführendes Gesetz, egal wie es von Bundesrätin Sommaruga, FDP und anderen Parteien schöngeschwatzt wird. Da setzt sich das im Klimaschutz geradezu notorische Demokratieversagen fort.
Nun, «darf» zu einem solchen Gesetz von jenen, die es als deutlich nicht zielführend erachten, eibe Volksabstimmung verlangt werden? Oder dürfen dies nur jene tun, die das Gesetz als viel zu weit gehend erachten, weil sie von den fossilen LobbyistInnen ferngesteuert sind?
Offensichtlich ist in der Schweiz nur die zweite Variante politisch opportun – die Stimmberechtigten sollen also akzeptieren, dass ein neues Gesetz zwar völlig ungenügend ist, aber immerhin «es bitzeli» mehr bringt als das aktuell geltende Gesetz.
Nehmen wir mal an, dass das neue CO2-Gesetz tatsächlich ermöglicht, was ihm angedichtet wird – die Erfahrungen im Umweltbereich zeigen allerdings, dass die Wirksamkeitsprognosen meist zu hoch liegen. Da lohnt sich trotzdem das Denken in Varianten.
Wichtig für das Denken in Varianten sind die Massstäbe. Ich gehe davon aus, dass für derartige Überlegungen das CO2-Budget durchaus tauglich ist. Ende 2017 standen noch etwa das Zehnfache des damaligen jährlichen CO2-Ausstosses zur Verfügung, um die durch die Verbrennung fossiler Brenn- und Treibstoffe ausgelöste Klimaerhitzung auf 1.5 Kelvin im globalen Durchschnitt zu begrenzen.
Wie sieht es nun mit den Varianten aus?
Eine der Varianten: Das Referendum wird von den Stimmberechtigten nicht unterstützt. Das Gesetz tritt somit wie beschlossen in Kraft. Und weil Bundesrat und zahlreiche Parteien meinen, ein gutes Gesetz zur Verfügung zu haben, was ja auch durch die Zustimmung der Stimmberechtigten zum Ausdruck kam, vergehen viele viele Jahre, bis das Gesetz angepasst wird. Keine Chance, das CO2-Budget einzuhalten!
Oder so: Bei der Referendumsabstimmung wird das Gesetz mehr oder weniger knapp abgelehnt. Weil nur Argumente zu hören waren, dass das Gesetz zu weit gehe, lassen Bundesrat und die meisten Parteien die Finger vom Thema. Auch bei dieser Variante wird das CO2-Budget massiv überschritten, die Klimakrise geht sehr kräftig voran.
Ein bisschen optimistischer: auch hier wird das Gesetz abgelehnt, aber auch mit den Stimmen jener, denen das Gesetz zu wenig weit ging. Dies stärkt jene Kräfte, die einen zweiten, diesmal deutlich weiter gehenden Vorschlag für das CO2-Gesetz machen. Das Budget wird immer noch überschritten, aber etwas weniger deutlich. Also ein gewisser Vorteil. Noch besser wird es, wenn der Versuch gelingt, in dieser Situation ein sehr ambitiöses CO2-Gesetz vorzuschlagen.
Und dann dies: das Gesetz wird in der Referendumsabstimmung angenommen. Das gibt jenen Kräften, die die Vorschläge für ein sehr starkes CO2-Gesetz bereits am Abstimmungstag zur Verfügung haben. Weil eine Initiative zu langsam ist, können dies Bundesrat und Parlament in einem gemeinsamen Effort leisten. Wenn es sehr schnell geht und das neue Gesetz wirklich sehr weitgehend ist – das ist gemäss Wissenschaftsangaben ökonomisch und sozial vorteilhaft möglich –, könnte es sogar gelingen, das CO2-Budget einzuhalten.
Bei aller Höflichkeit wird hier auf den Initiativansatz verzichtet. Einerseits gibt es mit der Gletscher-Initiative bereits einen solchen Vorstoss – und diesen möchte der Bundesrat mit einem Gegenvorschlag beantworten, der der Initiative sämtliche Substanz nimmt. Dazu kommt: bei den Diskussionen zur Lancierung der Gletscher-Initiative wurde davon ausgegangen, dass es etwa zehn Jahre von der ersten Unterschrift bis zum Inkrafttreten der durch die Initiative bewirkten neuen Gesetzesbestimmungen geht – das wäre eine eher langsame Variante in Varianten-Strauss.
Als Ergebnis des Varianten-Denkens: das neue CO2-Gesetz und die damit verbundenen Referendumsstrategien haben eher geringe Auswirkungen. Was für den Klimaschutz entscheidend ist, sind schnelle und wirksame Schritte, die über das CO2-Gesetz Version September 2020 hinausgehen. Und dies hängt in erster Linie vom Wollen von Bundesrat und der Mehrheit des Parlamentes ab! Damit könnte auch recht schnell das Demokratieversagen behoben werden.
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«Wart schnäll» – «Schnäll e chli warte»: häufig zu hörende Redewendung, in vielen Situationen angewandt. Soll ich «schnell warten», oder soll ich schnell mit Warten beginnen? Bei vielen gesellschaftlichen Fragestellungen – typisch COVID-19 oder Klimawandel – wird «Warten» auch sehr häufig genannt.«Management by Patient Waiting» wird und wurde häufig als Devise für den Umgang mit aktuellen, sogar mit drängenden Fragestellungen vorgegeben.
Wenn es um eine noch ziemlich am Beginn stehende Entwicklung wie eine globale Pandemie geht, zeigt «Warten» durchaus Wirkung: wird zugewartet, das zu tun, was in unserer Gesellschaft als normal, nützlich und notwendig gilt, gelingt es, die Ansteckung mit dem Corona-Virus deutlich zu verlangsamen. Weil wir es als Gesellschaft nicht geschafft haben, unser Wohlergehen von einer mehr oder weniger wachsenden Wirtschaft unabhängig zu machen, müsste für diverse lautstarke Stimmen das «schnäll» beim Warten allerdings wirklich bald vorbei sein.
Allerdings: es wird immer offensichtlicher, dass eine derartige Pandemie durchaus mit dem übergrossen ökologischen Fussabdruck insbesondere der reichen Länder zusammenhängt! Oder anders: wenn wir an einer nachhaltigen, an einer dauerhaften Strategie für die Vermeidung und den Umgang mit allenfalls trotzdem auftretenden Pandemien interessiert sind, müssen wir auch nach dem Warten gewisse Dinge, die als normal, nützlich und notwendig gelten, in Frage stellen.
Um etwa den von Menschen gemachten Klimawandel zu begrenzen, ist es nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nötig, «schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft» zu realisieren. Nur so ist es möglich, die drohende Klimakrise zu verhindern oder mindestens abzuschwächen.Nun, seit etwa vierzig Jahren höre ich bei der Klimapolitik immer noch «wart schnäll» oder «schnäll e chli warte». Nun, die Klimapolitik der Schweiz ist nach wie vor weit davon entfernt, das umzusetzen, was nach wissenschaftlichen Erkenntnissen notwendig ist – und sogar diese zu schwache Klimapolitik erreicht ihre Ziele nicht, Zitat aus der Medienmitteilung des Bundes vom 15. April 2020: «Nach heutiger Einschätzung wird die Schweiz ihr nationales Klimaziel für 2020 von minus 20 Prozent Treibhausgasausstoss gegenüber 1990 gesamthaft verfehlen.»
Statt Warten ist es tatsächlich notwendig, auch von dem loszukommen, was heute als normal, nützlich und notwendig gilt; dazu gehört beispielsweise die Versorgung mit Erdgas, gegen alle Sentimentalitäten und kurzsichtigen wirtschaftlichen Interessen. Beispiel dazu ist etwa die Stadt Winterthur: «Das Gasnetz soll … mittel- bis langfristig … verkleinert werden und dereinst nur noch erneuerbares Gas durchleiten.» heisst es in einer Medienmitteilung ebenfalls vom 15. April 2020. Und es geht um ein Gasnetz, welches über die vergangenen 160 Jahre auf- und ausgebaut wurde.
Die erforderlichen «schnellen, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft» erfordern eben, dass wir uns von diversen Dingen verabschieden, die derzeit noch als normal, nützlich und notwendig gelten, die uns schon fast zu lieb geworden sind.
Zu beachten: «Der Klimawandel ist gefährlicher als Corona» gilt bereits als breit anerkannt und bestens abgestützt.Da ist eigentlich schon lange nichts mehr mit
Oder anders: Wir müssen raschmöglichst weg von den fossilen (und nukelaren) Energieträgern – «wart schnäll» oder «schnäll e chli warte» hat da keinen Platz mehr. Ja, das geht, das sagt auch der Schweizerische Nationalfonds: Aussteigen [aus der Kernenergie und der CO2-intensiven Energiewelt] ist möglich… wenn wir wollen, und dies sogar wirtschaftlich und sozial verträglich – Ergebnisse der Nationalen Forschungsprogramme „Energiewende“ (NFP 70) und „Steuerung des Energieverbrauchs“ (NFP 71), vorgestellt am 14. Januar 2020. Einmal mehr: wenn wir wollen, ist die Vermeidung/Abschwächung der Klimakrise möglich – im Wissen darum, dass dazu ein «System Change» erforderlich ist. «Wart schnäll» oder «schnäll e chli warte» liegt allerdings nicht mehr drin!
Konkretisiert werden kann dies bereits bei den Sofortmassnahmen, die wegen des Corona-«Lockdowns» politisch diskutiert werden. Dies heisst etwa, dass es eine allfällige Staatshilfe für den Flugverkehr nur mit Paris-konformen Klimazielen geben sollte, oder dass das bedingungslose Grundeinkommen für alle so rasch als möglich einzuführen ist.
PS: Das fiktive Datum WXYZ.PQ.HI EF:TU:MN steht für «Warten bis zum Sankt-Nimmerleinstag»! Oder doch nur für die nächsten ein, zwei, drei Minuten?
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Seit Jahrzehnten ist klar, dass die Menschheit aus den fossilen Energien aussteigen muss, wenn zukünftige Generationen eine gute Zukunft auf diesem Planeten haben sollen – eine eindeutige Konkretisierung der nachhaltigen Entwicklung also! Ebenso ist schon einige Zeit bekannt, dass dieser Ausstieg aus den fossilen Energien «schnell» erfolgen muss. Dieses «schnell» braucht noch einige Impulse.
Wir befinden uns in einer Klimakrise. Die vom Menschen gemachte Klimaerhitzung – neben den üblichen Klimaveränderungen des Gesamtsystems Planet Erde – lässt schlimme Auswirkungen auf Mensch und Umwelt befürchten. Wenn wir wollen, muss es nicht soweit kommen!
Der Weltklimarat IPCC hat im Oktober 2018 geschrieben: Limiting global warming to 1.5 °C would require rapid, far-reaching and unprecedented changes in all aspects of society. [DeepL-Übersetzung: Eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C erfordert schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft.]
Die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz hat darauf aufbauend festgehalten: Um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, müssen die Nettoemissionen von CO2 bis spätestens 2050 weltweit auf null gesenkt werden. Ergänzt wird dies mit der Aussage «Je schneller wir auf Null sind, umso geringer der Klimawandel und seine Auswirkungen.»
UN Environment Programme (UNEP) hat am 26. November 2019 mitgeteilt: Cut global emissions by 7.6 percent every year for next decade to meet 1.5°C Paris target. [DeepL-Übersetzung: Reduzierung der globalen Emissionen um 7,6 Prozent jedes Jahr für das nächste Jahrzehnt, um das 1,5°C-Ziel von Paris zu erreichen.]
Zusammen mit den Schweizer Zahlen der CO2-Emissionen seit 1990 und einem daraus abgeleiteten Kurztrend für die nächsten Jahre lässt sich diese UNEP-Empfehlung auch als Grafik darstellen:

Gerade in den letzten Jahren wurde in der Schweiz etwas für den Klimaschutz getan – aber ganz offensichtlich nicht schnell und weitreichend genug. Da braucht es noch einiges mehr an Tempo, der Klimaschutz muss deutlicher zügiger, flotter, rascher … werden! Genauso, wie dies die Wissenschaft schon länger fordert, genau so, wie dies Klimastreik, Fridays4Future und viele weitere fordern.
Dies betrifft selbst jene, die bis anhin im Klimaschutz als First Mover unterwegs waren. Wenn etwa der Stadtrat von Zürich am 20. November 2019 eine Energieplanung festsetzt, die für 2050 immer noch von 20 Prozent fossilen Energien für die Wärmeversorgung ausgeht, so entspricht dies nicht den erforderlichen «schnellen, weitreichenden und beispiellosen Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft». Auch die Stadt Zürich hat endlich das fossile Divestment umzusetzen.
Für den Klimaschutz als ein Teilbereich der nachhaltigen Entwicklung geht es letztlich um eine «moralische Revolution», um einen «System Change». Auch wenn Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft erforderlich sind, schaue ich hier neben einigen sehr allgemeinen Aspekten vor allem auf die Gebäude und den Verkehr. Da ist eigentlich längst bekannt, was zu tun ist.
Der Ausstieg aus den fossilen Energien um 2035 bis spätestens 2050 ist eine zentrale Vorgabe – und gleichzeitig eine einfache, verständliche und gut kommunizierbare Botschaft. Es ist unerklärlich, wie schwer sich die Politik der Schweiz mit dieser einfachen Vorgabe tut – die Gletscher-Initiative ist ein absolutes Minimum. Und doch überlegt sich (Stand Anfang März 2020) der Bundesrat, ob es einen (abschwächenden) Gegenvorschlag braucht. Und National- und Ständerat befassen sich extrem langsam mit der schon lange fälligen umfassenden Revision der CO2-Gesetzgebung. Ein mögliches Referendum ist aus demokratischen Gründen immer legitim – angesichts der Gegnerschaft allerdings offensichtliche Interessenpolitik der fossilen Miss- und Mistwirtschaft. Ganz klar: Die erforderliche Klimaschutz-Schnelligkeit sieht anders aus.
Daraus ergibt sich eine klare Forderung: Volksabstimmungen über Zukunftsthemen sollten erst wieder stattfinden, wenn Transparenz über die Finanzströme von Parteien und Verbänden besteht. Konkret: Die bisherigen Nein-Ergebnisse zu Energiegesetz-Änderungen etwa in den Kantonen Solothurn und Bern sind eine klare Folge der Monekratie. Da haben die fossile Miss- und Mistwirtschaft mit sehr viel Geld Abstimmungsergebnisse gekauft, auch über die Tarnorganisation Heizöl- und Erdgas-Verein (welche sich irreführend in der Öffentlichkeit als Hauseigentümerverband bezeichnet).
Ein wirtschaftlich und sozial verträglicher Ausstieg aus der Kernenergie und der CO2-intensiven Energiewelt ist schon mit den heute bekannten technischen und finanziellen Mitteln grundsätzlich möglich … wenn wir wollen. Der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) teilte dies am 14. Januar 2020 mit.
Wer also – wie der Fossilmiss- und -mist-Wirtschaft-Handlanger $VP – das Gegenteil behauptet, verbreitet Lügen und Fakes, gegen die Interessen der Schweiz und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner.
Denn: Schon längst ist bekannt, dass die Klimafolgenanpassung deutlich mehr kostet und kosten wird als der Klimaschutz! Es gibt verschiedene ÖkonomInnen, die aus volkswirtschaftlichen Gründen (mehr BIP-Generierung!) gegen Klimaschutz- und für Klimafolgenanpassungs-Massnahmen sind.
Nach wie vor sind es im Gebäudebereich die First Mover, die konkreten Klimaschutz realisieren. Selbst wenn dies populär ist, braucht es im Gebäudebereich sowohl für Suffizienz-, Effizienz- und Konsistenz-Massnahmen keine Förderbeiträge. Denn langfristige sind auf Suffizienz, Effizienz und Konsistenz ausgerichtete Gebäude kostengünstiger, auch wenn etwas höhere Investitionskosten anfallen. Hier braucht es klare gesetzliche Vorgaben, im Sinne der Ökoroutine. PS: Suffizienz heisst etwa, dass pro Person weniger Wohn- und Arbeitsfläche beansprucht wird.
Um die schnellen, weitreichenden und beispiellosen Veränderungen umsetzen zu können, besteht ein erheblicher Bedarf an Weiterbildung, Beratung und Coaching aller AkteurInnen und Akteure. Und es braucht Geschichten über eine gelingende Zukunft!
Wer heute noch fossile Energieträger einsetzt, braucht Stoffe, die selbst bei fach- und sachgemässer Anwendung Giftstoffe (u. a. CO2, Methan) für das globale Klima ausstossen – was soll «liberal» daran sein, fossile Energieträger zu verbrauchen?
Sehr grosse zusätzliche Mengen an Strom und eventuell Wärme aus nachhaltig dezentral nutzbaren erneuerbaren Energien werden mittel- bis längerfristig eine gewisse Rolle spielen bei so genannt «grünen» industriell hergestellten Stoffen wie Wasserstoff, weiteren synthetischen Gasen oder neuen Flüssig-Brenn- und Treibstoffen. Allerdings ist es wenig zweckmässig, diese als umfassenden Ersatz für Heizöl, Diesel, Kohle oder Erdgas propagandamässig herauszuposaunen. Allenfalls werden Güter-Strassen-Transporte, See- und Luftfahrt und spezielle Industrieprozesse auf diese Art und Weise klimaverträglicher ausgestaltet werden können.
Stromversorgung, Heizung und Wassererwärmung für Gebäude sind in erster Linie mit dezentral nutzbaren erneuerbaren Energieträgern sicherzustellen – die heutigen Energieversorgungsunternehmen werden andere Rollen zum übernehmen haben. Abwärme in begrenztem Rahmen und Grund- und Seewasser können gewisse Anteile der Energieversorgung von Gebäuden abdecken. Kehricht-Fernwärme ist in der heutigen Form wenig zukunftsfähig, da sowohl der Klimaschutz als auch die «Sustainable Development Goals» eine Verabschiedung der Wegwerfgesellschaft erfordern.
«Der Verkehr schränkt die Mobilität ein» – dies gilt in erster Linie für den Autoverkehr, letztlich aber auch für den öffentlichen Verkehr. Die Alltagsmobilität ist zu Fuss und mit dem Velo abzudecken – ideal mit höchstens 7’000 bis 10’000 Schritten (oder einem entsprechenden Velozeit-Äquivalent) pro Tag.
«Die Schweiz ist ja global betrachtet so unbedeutend, da müssen wir doch nicht vorbildlich sein in Sachen Klimaschutz». oder «Solange China, die USA, Indien, Russland, Australien, Deutschland, Frankreich [Liste beliebig verlängerbar] nichts für den Klimaschutz tun, müssen auch wir nichts tun.»
«Ich bin doch bereits so vorbildlich in Sachen Umweltschutz, da sollen zuerst die anderen so weit sein, bevor ich mehr Klimaschutz mache.» oder «Wir sind doch bereits so vorbildlich in Sachen Umweltschutz, da sollen zuerst die anderen so weit sein, bevor wir mehr Klimaschutz machen.»
«Und sowieso, zuerst muss die Bevölkerungsexplosion gebremst werden.»
«Bei uns ist Klimaschutz so teuer, da müssen wir zuerst billigere Massnahmen in den Entwicklungsländern finanzieren.»
«Massnahme A bringt doch nichts, wäre es nicht besser, wir würden zuerst B oder C realisieren?»
Auch diese Liste von Ausreden und Ausflüchten ist beliebig verlängerbar. Offenbar sind dies Begründungen dafür, dass Klimaschutz nicht ausreichend schnell realisiert wird.
Einige Antworten:
Postwachstums-Ökonomie mit einer Steigerung der Regional-, Lokal- und Selbstversorgung, ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle, die Stärkung von ehrenamtlicher oder Freiwilligen-Arbeit, die Gleichstellung der Geschlechter sind Elemente, die gerade zwingend zum erforderlichen «System Change» gehören, die für «schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft».
Schneller Klimaschutz ist zwingend – in kurzer Zeit, zügig, flott, rasch muss echter Klimaschutz her!
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Zur gelingenden Zukunft gehört eine Welt mit vielen Veränderungen gegenüber dem heutigen Zustand. Ein Aspekt ist, dass diese Welt mit gelingender Zukunft ohne fossile Brenn- und Treibstoffe auskommt (auch ohne Atomenergie). Wenn wir dies wollen, ist dies zu erreichen – im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung, die soziale, ökonomische und ökologische Aspekte im Sinne der Zukunftsfähigkeit berücksichtigt. Dies ist seit mindestens dreissig Jahren klar, auch wenn diese Botschaft nicht überall die notwendige Resonanz bewirkt hat. Die Klimastreiks ausgehend von Greta Thunberg haben mehr Aufmerksamkeit für den Klimaschutz bewirkt, verbunden allerdings mit einer eigenartigen Gegen-Warmluft-Produktion.
Hin und wieder wird angeführt, es gehe den Menschen so gut wie noch nie auf dem Planeten Erde; es gibt tatsächlich einige Indikatoren, die in diese Richtung weisen. In einer umfassenden Betrachtung sieht dies anders aus. Die 2015 festgelegten 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs), die bis 2030 erreicht sein sollten, wurde im Sommer 2019 das Scheitern befürchtet, weil zu viel geschwatzt und zu wenig getan werde.
Als Gegenreaktion auf die aktuellen Klimadiskussionen wird immer wieder behauptet, Grund für den Wohlstand gerade der reichen Länder sei der (übermässige) Verbrauch fossiler Brenn- und Treibstoffe (mit lügenden Preisen). Dies ist eine klassische Fake-Meldung – es konnte mehrfach gezeigt werden, dass eine fossilfreie Energieversorgung volkswirtschaftlich vorteilhaft ist und die Unabhängigkeit erhöht.
Der Weltklimarat IPCC hat im Oktober 2018 festgehalten, dass Klimaschutz «schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft» erfordert. Dies bedeutet, dass eine nachhaltige Entwicklung die Handlungs- und Denkräume Suffizienz, Effizienz und Konsistenz erfordert. Viele heute üblichen Verhaltensweisen haben neben einem hohen Energieverbrauch auch zahlreiche weitere mehr oder weniger negative Nebenwirkungen. Es reicht also nicht, etwa beim Autofahren bloss erneuerbare Antriebsenergie zu nutzen (Konsistenz), sondern es ist auch zu prüfen, ob das Auto für die jeweiligen Verkehrsdienstleistungen die beste Form ist (Effizienz) oder ob allenfalls sogar auf gewisse Verkehrsnachfragen verzichtet werden könnte (Suffizienz). Der Klimaschutz für eine gelingende Zukunft erfordert somit, liebgewordene Gewohnheiten, manchmal auch Traditionen situativ in Frage zu stellen. Zu beachten ist, dass die individuelle Betroffenheit sehr unterschiedlich sein kann – wer sich seit Jahren vegetarisch ernährt, hat sich mit anderen Fragen zu beschäften als beispielsweise der eingefleischte Grillitarier, der heute ein tägliches grosses Stück Fleisch als Selbstverständlichkeit versteht.
Eine gelingende Zukunft – da gilt auch der verschiedenen Quellen zugeschriebene Spruch «Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen». Das beginnt bei den Unsicherheiten, wenn es um die exakten, auf einen bestimmten Ort bezogenen Auswirkungen der Klimaerhitzung geht. Ein Teil des Widerstandes gegen Klimaschutz folgt aus diesen überinterpretierten Prognosen – Klimaschutz ist in dieser Situation als Zukunftsversicherung zu verstehen, vor allem dann, wenn mit Suffizienz, Effizienz und Konstistenz die Gewähr besteht, dass die erforderlichen Veränderungen eine gelingende Zukunft gewährleistet, wenn auf diesem Weg für die gesamte Menschheit ein zukünftiges Wohlergehen ermöglicht werden kann. Dies erfordert möglicherweise ein anderes volkswirtschaftliches Mass als das Bruttoinlandprodukt (BIP) – eine «Wohlstandsbuchhaltung» schlagen ForscherInnen aus Cambridge vor, ein weiterer Beitrag in dieser bereits lange dauernden Diskussion.
Die Gegenreaktionen zur aktuellen Klimadiskussion entstehen massgeblich aus der Sorge um die absehbaren und erforderlichen Veränderungen; für viele ist ein Abweichen von der gegenwärtigen Situation nicht erwünscht, unabhängig von der Notwendigkeit. Interesssanterweise ist es dafür zwingend, den von Menschen gemachten Klimawandel zu negieren, weil dann nämlich die Frage gestellt wird, was denn der Nicht-Klimaschutz kosten würde, welche Folgen er hätte. Bereits 2006 wurde im Stern-Report festgehalten, dass Klimaschutz um Faktoren günstiger ist als die Anpassung an die Klimaerhitzung. Die seither relative Untätigkeit hat dazu geführt, dass sowohl Klimaschutz als auch Klimaerhitzungs-Anpassung erforderlich ist. Die Gegenreaktion zur aktuellen Klimadiskussion ist auch damit zu erklären, dass es auch 2019 einfacher ist, die ÜberbringerInnen der Handlungsaufforderungen zu bestrafen, statt Handlungen in Angriff zu nehmen.
Es bleibt die Aussage: Wir brauchen schnell mehr Klimaschutz für eine gelingende Zukunft!
Hintergründe zur Klimaerhitzung
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