Kein Planet B – Verantwortung im Anthropozän

Mein News-System hat heute mehrere Meldungen zu einer dringlichen Warnung des britschen Astrophysikers Stephen Hawking angezeigt: Weil die Menschheit nicht ausreichend schnell auf bedrohliche Situationen reagiert, geht Stephen Hawking davon aus, dass die Erde noch höchstens 100 Jahre bewohnbar sein wird – und er empfiehlt deshalb die Auswanderung der Menschheit irgendwo Richtung Weltraum. Nur: das funktioniert nicht! Es gibt keinen Planet B! Wir im Anthropozän lebenden Menschen haben endlich Verantwortung zu übernehmen, um unsere einzigartige Erde als Lebensraum mindestens für die EnkelInnen und UrenkelInnen zu erhalten.

Dystopische Visionen – eine Dystopie ist das Gegenteil einer in der Tendenz positiv wahrgenommenen Utopie – gehören seit langer Zeit zur Menschheit. Martin Luther wird die Aussage «Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen» nachgesagt, eine hoffnungsvolle Haltung gegen dystopische Gedanken.

Hoimar von Ditfurth hat dies 1985 im Titel eines seiner Bücher aufgenommen: «So laßt uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen». Zitat aus Wikipedia: Ditfurth betont das Ausmass der bevorstehenden Probleme. Die Probleme sind a) drängend („höchstens noch zwei Generationen“) und b) weltweit (es gibt keine weiteren Ausweichräume für die Menschheit auf der Erde). Ditfurth hat durchaus Hoffnung: Da die Probleme weltweit sind, kann nur noch eine weltweit koordinierte Anstrengung aller Länder der Erde „den Effekt in letzter Minute“ bringen. Eine klare Botschaft also, was es zu tun gibt: Weltweit koordinierte Anstrengungen aller Länder!

Hawking nennt unter anderem den vom Menschen gemachten Klimawandel als einen der Gründe für seine dystopische Haltung. Immerhin: Die Weltgemeinschaft hat an der COP 21-Konferenz in Paris im Dezember 2015 ein weitreichendes Klimaschutz-Übereinkommen abgeschlossen – jetzt müssen den schönen Worten Taten folgen, Anstrengungen nicht nur der Länder, sondern aller Menschen auf dieser Erde!

Auch Karen Duve gibt sich in ihrem Buch «Warum die Sache schiefgeht. Wie Egoisten, Hohlköpfe und Psychopathen uns um die Zukunft bringen.», 2014 Verlag Galiani Berlin, durchgehend dystopisch. Dies zeigen etwa die Schlusssätze ihres Werks: Wenn man die menschliche Perspektive einmal kurz aufgibt, ist es eigentlich ein ganz erfrischender Gedanke, dass Homo sapiens demnächst ausstirbt. Falls nicht sogar eine so starke Aufheizung eintritt, dass sämtliches Leben auf der Erde auf Null heruntergefahren wird, das grauenhafte Leiden für ein paar Millionen Jahre Pause macht und die Erde als Todesplanet mit kochenden Ozeanen durch das Weltall saust, bis sich eines Tages mit den ersten Einzellern wieder etwas völlig Neues entwickelt, die Evolution einen ganz anderen Weg einschlägt. Diesmal eine Schöpfung ohne Intelligenz. Oder Intelligenz gepaart mit Sanftmut. Großäugige, intelligente Weidetiere. Es kann doch eigentlich nur besser werden.

Die Sache mit dem Auswandern in den Weltraum hat bereits lange Geschichte. Neulich, im Dezember 2016, fand sich etwaq in derStandard.at ein Bericht darüber, dass wenn schon der Saturnmond Titan zu kolonisieren wäre. An dieser Stelle ein Zitat aus dem letzten Absatz dieses Berichts: Und doch außer Reichweite. Das Saturnsystem kreist in 1,4 Milliarden Kilometern Entfernung zur Sonne. Die Nasa-Sonde Cassini benötigte sieben Jahre für diese Reise. Ohne leistungsfähigere Triebwerke sei an einen solchen Trip in das äußeren Sonnensystem noch nicht zu denken, meinen Wohlforth und Hendrix. Damit bleibe der Menschheit vorerst nur ein Ausweg, so die Autoren: Wir müssen unsere Probleme hier auf der Erde lösen.

Es bleibt also dabei: Wir müssen unsere Probleme hier auf der Erde lösen. Anstrengungen der Länder, der Menschen, Intelligenz, Sanftmut werden als Ansätze genannt – das müsste doch zu schaffen sein. Und darum sind die Aussagen von Stephen Hawking als dringliche Warnung zu verstehen.

Ein erstes kleines Zeichen: Ein Ja zur Abstimmung uber das Energiegesetz am 21. Mai 2017!

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