Ein Sonntags-Nachmittag-Besuch verbunden mit einer Velofahrt – da gibt es viel zu sehen, zu hören und zu riechen. Einige Momentaufnahmen von dieser Velofahrt.
Hin und wieder führt die Velofahrt an Haltestellen des öffentlichen (Bus-)Verkehrs vorbei. Manchmal steht da eine Person, schaut auf den Bildschirm des Mobile-Gerätes und zeigt ein verzücktes Lachen. Vielleicht ist gerade die Geburtstagsgratulation der Lieblingstante oder des charmanten Grossvates eingetroffen. Oder via Mitteilungsdienst wird ein Witz geschrieben. Möglicherweise war es auch der Link zu einem grandiosen Youtube-Filmchen. Der Auslöser des Lachens könnte auch ein speziell witziger Eintrag im einem der «Social Media»-Kanäle sein.
Eigentlich wissen wir es: Lachen, Lächeln tut gut! Mit unseren Mitteilungen und Beiträgen auf Social Media bieten sich immer wieder Gelegenheiten, anderen ein Lachen, ein Lächeln zu ermöglichen.
Das Lächeln am rechten Strassenrand bleibt zurück, plötzlich knallt, röhrt, donnert es links von mir. Da fährt ein Auto vorbei, dann ein Töff, und nochmals ein Auto. Kurz darauf stinkt es grässlich nach Abgasen. Offenbar sind da wieder einmal deutlich übermotorisierte Oldtimer unterwegs, mit Menschen am Steuer, die sich zumindest im Moment nicht für das Wohlergehen und die Gesundheit ihres Umfeldes interessieren.
Klar ist: Strassenlärm stellt eine erhebliche Gesundheitsgefahr dar, Luftverschmutzung ist ebenfalls gesundheitsrelevant. Und der Mensch gemachte Klimawandel hat erhebliche gesundheitliche Bedeutung.
Es ist nicht notwendig, mit Lärm und Gestank durch die Gegend zu fahren – es gibt ausreichende Alternativen um unterwegs zu sein. Eine Berechtigung zur Verursachung von Lärm und Gestank gibt es nicht – da ist es nötig, solche Uraltfahrzeuge entweder stillzulegen oder technisch nachzubessern.
PS: Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass grosse und schwere E-Autos ebenfalls erheblichen Lärm verursachen. Und auch der Schienenverkehr!
Manchmal verlaufen die markierten und signalisierten Velospuren weit ab von der Strasse, zum Beispiel in der Nähe eines Sees. Auch hier wirkt die Verkehrtpolitik: obwohl Velofahrende und zu Fuss gehende kluge Unterwegsformen pflegen, steht ihnen so wenig Verkehrsyfläche zur Verfügung, dass erhebliche Aufmerksamkeit udn Rücksichtnahme erforderlich. Derweil lärmen und stinken die Autos auf den Strassen mit hohen Geschwindigkeiten und somit grossem Platzbedarf. Gerade mit der Entdeckung der Naherholungsmöglichkeiten in Corona-Zeiten braucht es da erhebliche Veränderungen bei Platzansprüchen der verschiedenen Verkehrsmittel.
Als eine weitere Momentaufnahme: auch wenn einzelne Aspekte der Velofahrt eher unangenehm oder unerfreulich sind, der spätsommerliche Nachmittag und die körperliche Betätigung tragen erheblich zum Genuss des Velofahrens bei.
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Es ist aufgrund zahlreicher Indikatoren offensichtlich, dass der Verkehr in erheblichem Umfang nicht nachhaltig ist. Der Verkehr ist zu vermindern, um die Mobilität zu erhalten (Original von Udo J. Becker). Danach sind in erster Linie Verkehrsmittel zu bevorzugen, die nachweislich die geringsten Umweltbelastungen verursachen. Im Wesentlichen ist alles darauf auszurichten, dass Menschen mit den zur Gesundheitsvorsorge empfohlenen 7000 täglichen Schritten die Bedürfnisse der Alltagsmobilität abdecken können. Die Füsse, das Velo, der öffentliche Nahverkehr müssen den grössten Anteil der zurückgelegten Wege und Strecken übernehmen.
Autos mit Verbrennungsmotoren sind zu laut, sie verursachen Luftverunreinigungen in erheblichem Umfang, sie beanspruchen zu viel Platz (sie sind zuerst Stehzeuge, und ausnahmsweise auch mal Fahrzeuge), sie stossen zuviel an Treibhausgasen aus. Aus einer Informationsseite der Automobilbranche: Knapp 80 % der Kraftstoffenergie gehen ‚verloren‘.
Auch wenn mindestens 95 % aller Autofahrten vermieden werden könnten, durch Verkehrssparen, Alternativen, mehr Denken beispielsweise, wird ein kleiner Bedarf verbleiben nach einem angetriebenen individuellen Verkehrsmittel. Elektrische Fahrzeuge, die mit aus erneuerbaren, nachhaltig nutzbaren Quellen produziertem Strom angetrieben werden, mit Batteriekonzepten, die bezüglich des Rohstoffeinsatzes dem Grundsatz von der Wiege zur Wiege entsprechen, sind bereits heute grundsätzlich verfügbar.
Ich stelle seit etwa 20 Jahren Endlosschleifen bei den Diskussionen über die besten Antriebstechniken für Fahrzeuge fest. Ich habe ein gewisses Verständnis dafür, dass insbesondere die deutsche Automobilindustrie aus geschichtlichen Gründen an den Verbrennungsmotoren hängt. Andererseits ist aber festzuhalten, dass selbst hoch entwickelte Gesellschaften (und dies zu sein behaupten ja die Staaten in Mitteleuropa und Nordamerika von sich) nicht in der Lage sind, eine Vielzahl von Antriebstechnologien sowohl dauernd zu optimieren als auch neu zu entwickeln.
Wenn die Verbrennungsmotoren so rasch als möglich dorthin gelangen sollen, wo sie hingehören, nämlich ins Museum, braucht es endlich einen gesellschaftlichen und technologischen Konsens: spätestens in fünf Jahren werden nur noch Fahrzeuge ohne Verbrennungsmotor, idealerweise solche mit Elektromotor, verkauft – Occasionsautos dürfen noch fünf Jahre länger auf dem Markt bleiben. Mit der Konzentration auf eine Technologie werden die Voraussetzungen geschaffen, alle verfügbaren Kräfte und Ressourcen etwa in der Forschung auf diese Technologie auszurichten. Damit wird ein massiver Innovationsschub ausgelöst, welcher dazu beitragen kann, die offenen Punkte zu klären und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Und parallel dazu ist politisch und zivilgesellschaftlich dafür zu sorgen, dass deutlich weniger Wege und Strecken erforderlich sind, um im Alltag mobil sein zu können.
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Was schon lange zu vermuten war: Es handelt sich bei der Familie Schoch und deren Fans um eine faschistoide Schlägertruppe, die ausserhalb von Demokratie und Rechtsstaat unterwegs ist. Wer zudem auf einem Grundstück mitten in einem bewohnten Stadtquartier während zwei Nächten eine hauptsächlich lärmige Dauerparty veranstaltet und danach tonnenweise eigentlich noch brauchbares Material als Abfall zurücklässt, stellt sich selber ins Abseits.
Einmal mehr wurde die kantonale Baudirektion unter dem uneingeschränkt amtsunfähigen Regierungsrat Markus Kägi der offensichtlichen Lüge überführt. Mit Regierungsratsbeschluss Nr. 564/2013 wurde beschlossen und der Öffentlichkeit am 30.5.2013 mitgeteilt, dass auf dem Grundstück Uetlibergstrasse 111 vor dem Abbruch der Gebäude eine «gefährliche» (Originalzitat!) Asbestsanierung und anschliessend eine Altlastensanierung vorzunehmen sei, mit dem «Ziel …, das von Altlasten befreite Grundstück im Frühling 2014 den Baurechtsnehmern zu übergeben.» Wenn nun die Baudirektion auf die nach zwei Jahren erfolgende dreitägige Wiederbesetzung bloss mit einer Strafanzeige reagiert und ziemlich verschämt mitteilt, dass noch nicht einmal der Baurechtsvertrag abgeschlossen sei, entspricht dies eher der Reaktion des Kaisers ohne Kleider aus dem Märchen. Zukünftig wird keiner Bauherrschaft mehr geglaubt, die eine Altlastensanierung vorschiebt, um selbst ohne Projekt mit dem Abbruch von Gebäuden vollendete Tatsachen zu schaffen.
Zu den VerliererInnen gehört auch die als Baurechtnehmerin vorgesehene Stiftung Abendrot, eine als «alternativ» eingestufte Pensionskasse. Per Google ist nach wie vor eine Medienmitteilung der Stiftung vom 15. Oktober 2013 zu finden, in der es heisst: Die Terminplanung sieht vor, dass noch im Oktober 2013 der Planungsauftrag vergeben wird, damit das Bauprojekt ausgearbeitet und das Betriebskonzept in Zusammenarbeit mit den künftigern Nutzern und Vertretern des Quartiers erstellt werden kann. Die Baueingabe ist auf Frühling 2014 und der Baubeginn auf Frühling 2015 terminiert. Bis zu diesem Zeitpunkt wird auch der Rückbau und die Altlastensanierung abgeschlossen sein. Fertigstellung und Bezug ist auf Herbst 2016/Frühling 2017 vorgesehen. Ende Zitat. Auch hier wurde erst jetzt auf Nachfrage der Medien bekannt, dass der Baubeginn «im Frühsommer 2016», also etwa in einem Jahr, stattfinden könnte!
Ich bin kein Fan des derzeitigen Vintage-Trends im Städtebau. Ich erachte es als nicht generationengerechten Substanzverzehr, das Wohnen in verfallenden Gebäuden zu propagieren. Gut eingebettet in den Life-Cycle von Gebäuden ist es zweckmässig, Gebäude werterhaltend und auch wertvermehrend zu bewirtschaften, unter Realisierung der dringend erforderlichen Energie- und Klimaschutzmassnahmen im Gebäudebestand. Ein klug realisierter Ersatzneubau mit besten Energiestandards und Vorgaben zur Limitierung der pro Person beanspruchten (Wohn-)Fläche ist einem nur eingeschränkt nutzbaren Denkmalschutzobjekt auch aus ökologischer Sicht immer vorzuziehen.
Verliererin ist auch die Stadt Zürich, die während der illegalen Besetzung eine kluge nicht eskalative Strategie verfolgt hat, was durch nicht eingehaltene Abmachungen (Stichwort Abfall) und den tätlichen Angriff auf den stellvertretenden stellvertetenden Polizeivorsteher Leutenegger nicht belohnt wurde.
Diese Aussage bezieht sich ausdrücklich nicht auf Gemeinderat Mauro Tuena, dieser provokative SVPler hat nämlich unter keinem Titel etwas auf diesem Areal zu suchen – in der Formulierung der kantonalen Baudirektion ist das unbefugte Begehen des Grundstücks als «Hausfriedensbruch» zu betrachten. Bekanntlich ist es in einem Rechtsstaat nicht zulässig, eine Straftat damit zu begründen, dass sich auch andere strafbar gemachten hätten!
VerliererInnen sind auch all jene, die aus der durch die temporären Wieder-BesetzerInnen des Grundstücks erfolgten mehrfachen, durch die Stadt im Moment akzeptierten Gesetzesverletzungen ableiten, dies zukünftig ebenfalls als Handlungsprinzip zu befolgen (z.B. Aussetzen des Zahlens von Steuern). Oder sind solche Äusserungen allenfalls eine Folge des Schlafmangels wegen des Extremlärms oder handelt es sich dabei um Auswirkungen der Juli-Hitzeperiode?
P.S. Es ist durchaus von öffentlichem Interesse, wie die Stadt Zürich NACH dem Wochenende mit der Ahndung der offensichtlichen Gesetzesverstösse umgehen wird.
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Als Velofahrer habe ich regelmässig den Eindruck, dass es zu wenig Abstellplätze hat, dass aber gleichzeitig die bestehenden Angebote sehr gut genutzt werden. Mir geht es da wie den meisten anderen Velofahrenden: ich möchte mein Velo möglichst nahe bei einem laden, einer grösseren Haltestelle abstellen können. Und da Velos – im Vergleich mit Autos auch im parkierten Zustand eher klein und leicht beweglich sind, wirkt eine Veloabstellfläche schnell ziemlich chaotisch. Herr Lehmann vermutet an solchen Orten viele vergessene oder gestohlene Velos. In der Stadt Zürich ist dies nicht so, da funktioniert die „Veloordnung„: Velos, die mindestens vier Wochen auf öffentlichem Grund unbewegt bleiben, nimmt ERZ mit. Ende Zitat.
Diese Vorgehensweise scheint zu funktionieren – auf einen Vorstoss aus dem Gemeinderat auf eine Verschärfung der ERZ-Velomitnahme-Praxis schreibt der Stadtrat: Alle Veloabstellplätze in der Stadt Zürich werden innerhalb von 5 bis 6 Monaten einmal geprüft. Veloabstellplätze in der Nähe von Bahnhöfen werden mehrmals pro Woche kontrolliert, und die sehr stark genutzten Veloabstellplätze am Hauptbahnhof und in Zürich-Stadelhofen werden gar täglich kontrolliert. Velos werden eingesammelt, wenn sie 30 Tage lang nicht bewegt werden. Eine Abkürzung dieser Frist ist angesichts der Erfahrungen nicht opportun. Ende Zitat. „Velolittering“ scheint also billige CVP-Stimmungsmache gegen ein sehr zweckmässiges Verkehrsgerät.
Insbesondere Strassenverkehrslärm gehört gerade in Städten zu jenen Aspekten, die die Lebensqualität der BewohnerInnen und StadtnutzerInnen erheblich einschränken – auch wenn Lärm ausgehend von der ursprünglichen Bedeutung „Alarm“ auch sicherheitstechnisch von Bedeutung ist (sind vielleicht darum die ziemlich leisen Velos nicht wirklich akzeptiert im Verkehr? Ihr geringer Lärmpegel passt schlecht zu Geschwindigkeit). Die Überlegungen von Harley Davidson, den Elektroantrieb mit einem Soundgenerator zu kombinieren, illustriert, dass Lärm zumindest bei einzelnen Fahrzeugkategorien mindestens so wichtig ist wie das Vorankommen, ohne Berücksichtigung der Tatsache, dass Lärm eine der negativen Begleiterscheinungen mindestens des motorisierten Verkehrs ist!
Solange das Abstellen von Velos als Littering bezeichnet wird, so lange Verkehrsmittel, und seien es traditionelle Motorräder, Lärm verursachen müssen, geht es im Verkehr ausschliesslich um Emotionen statt um rationale Vorgänge! Da braucht es noch einiges an Entwicklungen.
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Begriffe sind immer auch Worthülsen – deshalb zuerst einige Zitate aus Wikipedia zum Begriff „Stille„:
In diesen Zitaten habe ich, und das sei hier festgehalten, Aussagen wie „Stille kann religiöse Empfindungen unterstützen“ oder „Stille ist eine Rahmenbedingung für Bewusstseins- oder Entspannungszustände“ bewusst ausgeklammert. Darauf werde ich zurückkommen.
„Stille“ – ich habe auch nach Analogien gesucht aus Bereichen, die mit anderen Sinnen als dem Gehör zu tun hat. Vor den Zeiten des papierreduzierten Büros hatte das oberste leere Blatt des Schreibblocks diesen Charakter, jetzt sind es am Computer die offenen Fenster von Editoren, Blogtools, Textverarbeitungs-, Grafik- oder Mindmap-Programmen.
In Gesprächen – etwa in Interviews – wird „Stille“ als bewusstes Element eingesetzt. Wenn der oder die BefragerIn schweigt, ergibt sich mehr Freiraum für die befragte Person – häufig ergeben sich dadurch überraschende Aussagen. Stille Befragte signalisieren, dass zur nächsten Frage übergegangen werden soll (die gleiche Bedeutung hat allerdings auch ein Logorrhö-Anfall der befragten Person).
Während etwa Urs Spinner, Sprecher des Hochbaudepartements der Stadt Zürich, konsequent von einem „Raum der Stille“ spricht, machen lärmende Medien und KritikerInnen daraus eine Kapelle, einen Gebetsraum – Stille wird automatisch und ohne Reflexion mit „Beten“ gleichgesetzt. Ich bestreite nicht, dass Stille auch für Gebete eine zweckmässige Randbedingung ist – aber Beten ist nicht die einzige Möglichkeit, die sich aus der Stille ergibt.
Beruhigende und konsumhemmende Wirkung, Steigerung von Konzentration, Leistung und Wohlbefinden – Stille ist ein positive Sache.
Stille hilft bei der Entwicklung von Ideen, Stille ermöglicht Klärungen der Positionen – weil Stille Raum schafft für Kreativität. Ich erlebe Stille – oder zumindest relative Stille – bei Wanderungen z.B. am Uetliberg, beim Gehen oder Verweilen in Parks, bei Aufstiegen mit dem Velo über steile Wege abseits stark befahrener Strassen, aber auch in Kirchen.
Wenn sich die öffentliche Hand am Beispiel der Stadt Zürich überlegt, selbst an einem Ort wie dem Stadion Hardturm in einem Teilbereich einen Ort der Stille zu schaffen, ist dies auch ein Zeichen dafür, dass das Gemeinwesen Stille als unterstützungswürdig erachtet – ein wohltuender Kontrast in einer hektischen und lärmigen Welt.
Wer sich gegen einen solchen „Raum der Stille“ stellt, ist offenbar interessiert an Unruhe und Lärm, an hemmungslosem Konsum, fehlender Konzentration, Leistungsabfall und Missbehagen. Dies wirft ein eigenartiges Licht auf die FreidenkerInnen – oder müsste dies eher heissen „Frei vom Denken“?
Die lautesten PlärrerInnen gegen „Räume der Stille“ sind gleichzeitig jene, die sich gegen die Kirchensteuer für Unternehmen, respektive für deren Abschaffung im Kanton Zürich, engagieren. Ich plädiere selber dafür, dass in der Politik das Scheinargument der „unheiligen Allianzen“ nicht verwendet wird. Trotzdem weiss ich noch nicht, ob solche Abschaffungsvorstösse eine Lachnummer oder eine Beleidigung der Demokratie darstellen, wenn sie gleichzeitig von den FreidenkerInnen und einem Bischof mit immer weniger Basis unterstützt werden.
Interessenbindung: Toni W. Püntener als Autor dieses Blogbeitrages ist Mitglied der Synode der römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich.
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Montag-Morgen 8 Uhr: auf dem Bauplatz der Nicht-Grünmatt-Überbauung der FGZ beginnen die Arbeiten mit dem Rammkran: mit sehr hohem Impulslärm werden die bautechnisch erforderlichen Rammpfähle in den Boden geschlagen. Objektiverweise ein Steinzeitverfahren, für die AnwohnerInnen mit massiv übermässigen und absolut unnötigen Lärmbelastungen verbunden.
Die Lebensqualität in Städten wird im wesentlichen bestimmt durch die gegenseitige Rücksichtnahme. Gehört dazu, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung, welche trotz penetranter omnipräsenter Werbung und offensichtlich einzig wichtigem Thema – die Oelpest im Golf von Mexico beispielsweise ist seit dem Start der Fussball-WM in Südafrika am 11. Juni 2010 aus den Schlagzeilen verschwunden – während etwa eines Monats durch lärmige Fussballfans belästigen lassen muss, selbst während den nächtlichen Ruhezeiten unter der Woche? Und dies, obwohl gleichzeitig – möglicherweise sogar auch von Fussballfans – verlangt wird, dass die nächtlichen Stunden- und Viertelstundenschläge von den Kirchentürmen abgestellt werden.
Lärm hat den gleichen Wortstamm wie Alarm – Geräusche als Hinweis auf drohende Gefahr also. Klar, FussballfreundInnen wollen nicht wirklich Gefahr sein, sie wollen ihrer Freude oder ihrem Ärger über den Spielverlauf Ausdruck geben. Wer sich gegen diesen Lärm wehrt, sei dies nun die frühere Stadtzürcher Polizeivorsteherin Esther Maurer, seien dies die AnwohnerInnen, wird als „Spassbremse“, zwinglianisch, Lachnummer und so weiter bezeichnet. Dabei ist die Reaktion auf diesen Fussball-Lärm so etwas wie ein Schmerzschrei, denn Lärm schmerzt – interessant dabei, dass in der Natur die sogenannten Beutetiere (Pferde, Rinder, usw) keinen Schmerzschrei von sich geben, damit sie ihren Jägern keinen Hinweis auf eine potentiell wehrlose Beute geben. Das Zulassen von nächtlichem Fussball-Fan-Lärm in Gartenbeizen ist ein direkter Angriff auf die Lebensqualität der Menschen, die in dieser Stadt wohnen – da wird die Toleranz überstrapaziert, da wird bewusst auf die gegenseitige Rücksichtnahme verzichtet.
Vielleicht hat dies ja einmal mehr mit der Sprache zu tun. „Lärmschutz“ heisst das Wort – andere Zusammensetzungen mit „schutz“ heissen etwa Klimaschutz, Gesundheitsschutz, Denkmalschutz, Zivilschutz. Offenbar verstehen viele unter diesem Begriff, dass der Lärm zu schützen sei! Selbst die nicht als ausgeprägte Lebens- und UmweltqualitätsschützerIn bekannte Baurekurskommission musste die Verantwortlichen der Stadt Zürich darauf hinweisen, dass es neben dem Vergnügungsaspekt auch die Ansprüche der Anwohnenden zu berücksichtigen gilt, was beispielsweise zum NZZ-Titel Grenzen der «Eventitis» auf der Landiwiese geführt hat.
Lärm ist ein Alarmzeichen, Lärm macht krank – selbst Fussballfan-Lärm! Warum eigentlich lässt sich Freude und Ärger nur mit Alarmsignalen ausdrücken?
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Als Bundeskanzlerin Merkel und der (damalige) Bundespräsident Couchepin im Frühling 2008 vereinbarten, die Fluglärmsituation um den Flughafen Zürich-Kloten neu zu beurteilen, war allen Beteiligten klar: da wird nochmals eine Ehrenrunde gedreht, da wird einmal mehr nicht an der Lösung des Problems gearbeitet – weil es auf den bisher angedachten Wegen nicht zu lösen ist.
Die ersten Reaktionen aus Zürich und dem süddeutschen Raum auf den BAZL-Bericht zeigen das konsum- und umweltpolitische Dilemma: Fliegen wollen viele, aber die zugehörige Belastung ist eigentlich nicht tragbar. Oder anders: Fliegen ist – wie viele gegenwärtige Konsumhaltungen – nicht mit der goldenen Regel der Ethik vereinbar. Die Nicht-Akzeptanz von Fluglärm weist deutlich darauf hin, dass sowohl in Deutschland wie in der Schweiz massiv übermässig auf zu grossem (ökologischen) Fuss gelebt wird. Flugverkehr ist nicht nachhaltig!
Einer der ältesten Einträge meiner Internetseite aus dem Jahr 2000 beschäftigt sich genau mit dieser Thematik: es geht um die Grenzen des Flugverkehrs. Im Jahr 2000 fanden demnach in Zürich fünf mal mehr Flugbewegungen statt, als klimaverträglich wären! Auch im Flugverkehr gilt für die Zukunft: weniger, seltener, überlegter.
Fünf mal weniger Flugverkehr als Klimaschutzmassnahme – das würde auch die Fluglärmthematik nicht nur um den Flughafen Zürich kräftig entschärfen.
Die aktuelle Festlegung von Lärmgrenzwerten aus dem Flugverkehr nimmt weder auf die Belästigungswirkung von Fluglärm noch auf die nachweislich erheblichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit Rücksicht – die Politik gibt auch im Flugverkehr den Luftverkehrsbedürfnissen der Reisenden deutlich mehr Gewicht als den Lebensqualitätsbedürfnissen der Wohnenden!
Oder anders: weil zu viele KonsumentInnen gleich dem übermütigen Sohn des Ikarus Gefallen finden an sehr viel Flugverkehr, lassen sich beim Lärmschutz und dem Klimaschutz keine Fortschritte erzielen – so etwas wie die Rache der Götter für den menschlichen Übermut!
Nachtrag 9.11.09
Zahlen lügen nicht, das gilt auch für den sehr largen Zürcher Fluglärm-Index (ZFI). Wie zu erwarten war, hat der ZFI schon kurz nach der Einführung gezeigt, dass der Flughafen wirklich viel zu viel Lärm verursacht. Also nichts neues – aber auch diese Zahlen helfen dem Zürcher Regierunsgrat und insbesondere Nicht-mehr-lange-Regierungsrätin nicht weiter! Flugverkehr ist nicht nachhaltig – da hilft nur eines: deutlich weniger Flugverkehr!
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Dies ist allerdings ein ziemlich grober Denkfehler: auch im Flugverkehr gibt es eine stark prägende nationale Gesetzgebung, es gibt eine Vielzahl von internationalen Vorgaben. Aber auch bei anderen Themenbereichen ist es üblich, dass die direkt betroffene Bevölkerung ein Mitspracherecht im Sinne eines Vetos hat. Es gibt keinen Grund, an diesem Betroffenheitselement der Demokratie nur ein Mü zu rütteln.
Demokratie ist Herrschaft durch die Beherrschten – tragfähige, dauerhafte Entscheide bedingen eine stabile Mehrheit. Ein übles Spiel der Lobbyisten-Gruppen ist es, durch das Verschieben der Demokratiegrenzen diesen Entscheidungsfindungsprozess zu anonymisieren. Die intensiven Diskussionen in der Grossregion – und gleichzeitig Flughafenregion – Zürich zeigen, dass ein sinnvolles Gleichgewicht zwischen Last und Nutzen rund um den Flughafen Zürich noch nicht gefunden ist. Erheblicher Fluglärm belästigt die Menschen rund um den Flughafen, dies auch in 20 und mehr Kilometer Entfernung. Rund um den Flughafen gibt es erhebliche Infrastrukturaufgaben, z.B. für die Zu- und Wegbringung der riesigen Reisenden- und BesucherInnen-Ströme, deren Bewältigung in Konkurrenz steht mit den Bedürfnissen der Wohnenden – warum etwa ist es nicht möglich, endlich und dringlich ein umfassendes Radwegnetz zu erstellen im Kanton Zürich? Warum etwa sind auch im Kanton Zürich noch viel zu viele Menschen durch den Verkehr übermässig belärmt? Warum ist der Flugverkehr von sämtlichen Klimaschutzvorgaben ausgenommen?
Auch im „Ausschuss“-Bericht der Avenir Suisse kommt der Begriff „Klimaschutz“ nicht vor, obwohl unterdessen anerkannt ist, dass der Flugverkehr gemessen an seiner volkswirtschaftlichen Bedeutung ein Übermass zur menschgemachten Klimaveränderung beiträgt. Gerade der Flugverkehr respektive die für den Flugverkehr Verantwortlichen könnten nämlich sehr einfach einen erheblichen Beitrag zur Verminderung des Ausstosses von Treibhausgasen leisten, zum Beispiel durch den Verzicht auf den Kurzstreckenverkehr, welcher wesentlich sinnvoller durch die Bahn abgedeckt werden kann – ob dies allen Verkehr bis 5 oder gar 10 oder noch mehr Bahnreisestunden betrifft, ist gesellschaftlich zu diskutieren (als Empfehlung: eine Nacht-Bahn-Reise von Basel nach Kobenhagen zeigt den Lebensqualitätsbeitrag dieser Reiseform).
Wenn Avenir Suisse die Betroffenen zum Schweigen verknurren will, zeigt Avenir Suisse eine erschreckende Denkfaulheit: offenbar sind die gerade in der Grossregion Zürich augenfällig werdenden Nachteile des Flugverkehrs derart gravierend, dass die Diskussion darüber verhindert werden soll – offenbar fehlen die echten Argumente; gebetsmühlenartig vorgebrachte Glaubenssätze zum Flugverkehr haben gerade in der Flughafenregion die Verzückungsreaktion längst überwunden. Oder hat da wohl jemand Angst, dass die demokratischen Diskussionen und Entscheide den Flugverkehr in die passende gesellschaftspolitische Position zurechtrücken? Gerade die Finanzkrise hat bestens gezeigt, dass die Verkehrsmittelindustrien – egal ob Auto, Zug oder Flugzeug – und damit auch der Verkehr weit davon entfernt sind, nachhaltig zu sein – im übrigen: immerhin ein Verfassungsauftrag!
Darum: der Avenir-Bericht gehört dorthin, wo der Ausschuss von Fabriken hingehört: auf den Müllhaufen, bestenfalls in einen zweckmässigen Entsorgungskreislauf! Wer glaubwürdig als Denkfabrik für die Zukunft der Schweiz agieren will, hat zwingend Aspekte wie Nachhaltigkeit, Lebensqualität der Wohnenden, Klimaschutz, Respektierung der Demokratie in die Ueberlegungen einzubeziehen. Und da hat der Flugverkehr erhebliche Defizite. Einmal mehr hat Avenir Suisse (und damit die Wirtschaft) eine Chance verpasst, tatsächlich ernsthafte Zukunftsbeiträge zu produzieren.
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Der Stau ist der Preis dafür, dass zu viele meinen, gleichzeitig ihre individuellen Verkehrsbedürfnisse abdecken zu können. Den Stau gibts auch beim öffentlichen Verkehr: dann nämlich, wenn viele stehen und wenige sitzen, auch dies ein klassisches Überlastphänomen.
Wie die Region Zürich zeigt, sowohl auf der Strasse wie auf der Schiene, sind die meisten bereit, den (Stau-)Preis zu bezahlen, der mit ihren Verkehrsansprüchen verbunden ist. Denn: wer dem Stau ausweichen will, hat ausreichende Möglichkeit. Zum Beispiel früher oder später unterwegs sein – oder Wohn- und/oder Arbeitsort so aussuchen, dass zu Stosszeiten nur kurze Wege oder gar solche, die zu Fuss oder mit dem Velo zurückgelegt werden können, erforderlich sind. Dies ist auch deutlich ökologischer! Dazu passt, dass der TCS Zürich mit dabei war, als sich die Ewiggestrigen aufmachten, die Verankerung des Ziels der 2000-Watt-Gesellschaft in der Zürcher Gemeindeordnung zu verhindern. Mit immerhin 76.4 % zogen es die ZürcherInnen vor, den Weg in die Zukunft zu versuchen und nicht in der Windschutzscheibenoptik zu verharren.
Der Strassenverkehr, der individuelle Motorfahrzeuverkehr (MIEF – sorry MIV) ist eine der massgeblichen Quellen für den CO2-Ausstoss, und ist derzeit auf fossile Treibstoffe angewiesen; der Strassenverkehr ist zudem massgebliche Quelle der übermässigen Lärmbelastung vieler Menschen. Das Auto ist Symbol des übermässigen ökologischen Fussabdrucks.
Das heutige Auto ist eine klassische Sackgasse auf dem Weg zur Zukunft – darum wird ja derzeit auch die Automobilwirtschaft mit Milliarden-Beträgen aus öffentlichen Mitteln subventioniert (bis hin zur deutschen Abwrackprämie).
Da gibts nur eins: Stau weg – aber im Kopf!
Nachtrag 9.4.09
Zitat aus dem postscriptum von Hans Steiger im P.S. vom 9.4.09 zu dieser Initiative: „Idiotie (ugs. abwertend) grosse Dummheit, widersinniges törichtes Verhalten„.
Erste Fassung 6.4.2009
The post Stau weg! first appeared on umweltnetz.ch.]]>Die Exekutiven von Stadt und Kanton Zürich haben im Lärmschutz die vom Gesetz und vom Volk übertragene Verantwortung bis anhin nicht wahrgenommen. Sie erfüllen in diesem Bereich ihre Aufgaben eindeutig nicht. Oder anders: die Lärmschutzpolitik von Stadtrat und Regierungsrat von Stadt und Kanton Zürich ist schlicht ein Flop!
Anhand dieser zwar nicht neuen, aber auf neue bestätigten Erkenntnisse ist es zwingend, dass Stadtrat und Regierungsrat auf ihre bisherigen Entscheide zum Ausbau zum Beispiel der Schweighofstrasse zurückzukommen und angesichts der offensichtlichen Defizite im Lärmschutz ein neues Projekt zu entwerfen, welches dem Schutz der Menschen vor dem Strassenlärm oberste Priorität einräumt. Es sind dringlich Massnahmen zu ergreifen, welche die Lärmbelastung an der Quelle vermindern, welche also die Geschwindigkeit und Menge des Strassenverkehrs deutlich vermindern – und dies nicht nur wegen des Lärms, sondern auch im Hinblick auf die Luftreinhaltung und den Klimaschutz. Dies führt letztlich zu einer Steigerung der Lebensqualität für die BewohnerInnen der Stadt Zürich.
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