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beispiellos | umweltnetz.ch https://www.umweltnetz.ch/content Umwelt und Politik - ein Internet-Angebot von Toni W. Püntener Fri, 03 Jan 2025 08:36:29 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 44487214 Temperaturstreifen – wir alle brauchen Menschenschutz! https://www.umweltnetz.ch/content/temperaturstreifen-wir-alle-brauchen-menschenschutz Thu, 02 Jan 2025 19:47:51 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=8929 Temperaturstreifen – als Einladung für einen ernsthaften Klimaschutz zum Schutze der Menschheit!

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2024 war in Zürich Fluntern das viertwärmste Jahr seit 161 Jahren. Menschenschutz (oder Klimaschutz) hat in Gesellschaft und Politik einiges an Bedeutung verloren. Da braucht es gesellschaftliche Veränderungen!

 

 

 

Temperaturstreifen Zürich Fluntern 1864 bis 2024

Regelmässig am 2. Januar veröffentlicht MeteoSchweiz die Durchschnitts-Temperaturen des Dezember-Vormonats. Damit lässt sich die Jahresdurchschnittstemperatur bestimmen. 2024 lag die Jahresdurchschnittstemperatur in Zürich Fluntern gemäss diesen Angaben bei 11.04 °C – der vierthöchste Wert seit Messdaten-Verfügbarkeit 1864. 

Der höchste Wert wurde im Jahr 2022 mit 11.53 °C ermittelt. 2023 betrug die aufgrund der Messungen ermittelte Jahresdurchschnittstemperatur 11.45 °C; etwas höher als der Wert für 2024 war das Jahr 2018 mit einem Wert von 11.16 °C.

Mit den von Meteo Schweiz zur Verfügung gestellten Daten lassen sich auch die Temperaturstreifen-Grafiken erstellen. In zwei Versionen sieht dies so aus:

 

 

 

 

 

 

 

 


Auf-/abgerundetet liegt die Bandbreite der Jahresmitteltemperaturen von 1864 bis 2024 bei rund 5.2 Kelvin  – mit den höchsten Werten hauptsächlich in den letzten 35 Jahren.

In 20 Worten nochmals einige Fakten dazu (als Wiederholung):

Wir können noch etwas tun!

Leider sind wir alle noch nicht so weit, dass wir mit Fakten umgehen können – und dies seit Jahrzehnten! Es handelt sich um ein Mehrgenerationen-Versagen.

Zwar haben die reichsten Menschen, die auf der Erde leben, auch einen grossen Treibhausgas-Fussabdruck, tragen also übermässig zur Klimakrise bei. Das ändert allerdings nichts daran, das WIR ALLE unseren Beitrag zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen leisten müssen. Soziale Aspekte sind dabei zu berücksichtigen: Klimaschutz kostet, das stimmt. Wenn WIR ALLE allerdings zu wenig Klimaschutz machen, verstärkt sich die Klimakrise, und die so oder anfallenden Kosten für die Anpassung an die Klimakrise werden noch höher. Die sozialen Aspekte der Klimakrisen-Anpassung werden allerdings von der Klimaschmutz-Mafia nie thematisiert. Exemplarisch ist der Umgang von Stände-, National- und Bundesrat mit dem Entscheid des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte zur Klage der KlimaseniorInnen.

Als ein Aspekt: in der Schweiz sind die Sommerzeiten bereits wärmer geworden. Die Temperaturen dürften nochmals zulegen. Sommerlicher Wärmeschutz war bis anhin etwa bei Wohnbauten kaum ein Thema – dies wird auch bei bestehenden Bauten wichtiger werden, was zu erheblichen Kosten führt, um die gesundheitlichen Auswirkungen der Sommerhitze begrenzen zu können.

Darum: Klimaschutz ist MENSCHENSCHUTZ!

Es ist davon auszugehen, dass die Lebensweise im Sommer auch in der Schweiz angepasst werden wird – bis hin zu Siesta-Mittagszeiten. Weil die Klimakrise bereits Auswirkungen zeigt, braucht es «schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft»!

Die «Kompromist»-Politik (Vorsicht: absichtlicher Schreibfehler!) vernachlässigt den Klimaschutz und damit den Menschenschutz – das ist kurzfristiger (Liberal-)Egoismus und ist in keiner Art und Weise mit der Enkel*innen- und Urenkel*innen-Zukunft vereinbar.

Um einen ausreichenden Menschenschutz auch für die Generationen der Enkel*innen und Urenkel*innen zu erreichen, erfordern die «schnellen, weitreichenden und beispiellosen Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft»  eine MORALISCHE REVOLUTION!          


 

Erste Version 2. Januar 2024

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Menschenschutz: der wärmste Februar seit Beginn der Aufzeichnungen https://www.umweltnetz.ch/content/menschenschutz-der-waermste-februar-seit-beginn-der-aufzeichnungen Fri, 08 Mar 2024 07:42:13 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=9016 Wir erleben Wetter. Klimaeinschätzungen erfordern unter anderem statistische Analysen. Bis zum Jahr 1864 zurück sind für Zürich Fluntern Angaben zu den mittleren Monatstemperaturen verfügbar.     Der Februar 2024 war auch in Zürich Fluntern der wärmste Februar seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1864. In diesen 161 Jahren lagen die mittleren Februartemperaturen zwischen zwischen -8.9 … „Menschenschutz: der wärmste Februar seit Beginn der Aufzeichnungen“ weiterlesen

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Wir erleben Wetter. Klimaeinschätzungen erfordern unter anderem statistische Analysen. Bis zum Jahr 1864 zurück sind für Zürich Fluntern Angaben zu den mittleren Monatstemperaturen verfügbar.

 

 

Der Februar 2024 war auch in Zürich Fluntern der wärmste Februar seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1864. In diesen 161 Jahren lagen die mittleren Februartemperaturen zwischen zwischen -8.9 und +6.8 °C (Grad Celsius).

Eine erste Darstellung zeigt die einzelnen Temperaturpunkte verstreut über dieses Temperaturspektrum ergänzt mit einer gleitenden Mitteltemperatur für jeweils 30 Jahre:

Es ist eine Zunahme der gleitenden 30-Jahre-Mitteltemperatur erkennbar, in der Tendenz in den letzten Jahren stärker als zu Beginn der Aufzeichnungen..

Eine zweite Darstellung berechnet für Abschnitte von 30 Jahren die jeweiligen Durchschnittstemperaturen.

Zum Vergleich: Die gleiche Darstellung für die Februar-Monats-Mitteltemperaturen für Altdorf, ebenfalls seit 1864:

 

 

 

 

 

Die Klimaerhitzung ist menschgemacht – und wir können etwas dagegen tun

Die Fakten sind klar: die Klimaerhitzung ist menschgemacht!

In meinem Beitrag Temperaturstreifen – wir alle brauchen Menschenschutz! finden sich einige zentrale Aussagen dazu. Wichtig ist, auch im Sinne von «Positive Climate Ficition»: wir können etwas tun. Denn es geht vor allem darum, dass Klimaschutz MENSCHENSCHUTZ ist! Mit als Menschenschutz verstandenem Klimaschutz können die Lebensbedingungen für alle Menschen verbessert werden – davon profitiert alles Leben auf der Erde. Klimaschutz ist Mencshenschutz ist guter Umgang mit der Schöpfung. Dazu sind schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft erforderlich. 

Trotz Klimastreik und Volksabstimmungen: die «Klimakiller» dominieren!

Der Klimastreik entstand als breite Bewegung aufgrund des offensichtlichen Politik-, Wirtschafts- und Gesellschaftsversagen zum Menschenschutz. Da wurde immer wieder behauptet, da gäbe es aber andere Möglichkeiten als den Klimastreik, etwa Volksinitiativen.

Mit der Gletscher-Initiative wurde dies gemacht. Das Parlament entwickelte daraus einen indirekten Gegenvorschlag, der in der Volksabstimmung angenommen wurde. Das Ergebnis ist gegenüber dem erforderlichen Menschenschutz noch nicht ausreichend, aber immerhin ein Schrittchen in die richtige Richtung. Offensichtlich ist, dass es bald eine Gletscher-Initiative 2.0 braucht.

Was nun das Parlament bei der Revision des CO2-Gesetzes tut, ist im Sinne des Menschenschutzes völlig untauglich und weit entfernt von den «schnellen, weitreichenden und beispiellosen Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft». Da nimmt die fossile Klimaschmutzwirtschaft unter anderem mit «Ölbert Rösti» wieder massiv Einfluss.

Es ist sicher so, dass die erforderlichen Veränderungen einen (Investitions-)Preis haben – der allerdings durch die zukünftigen (Betriebs-)Kosten kompensiert wird. Oder ist es allenfalls so, dass die Klimawandel-Anpassungskosten für die Wirtschaft mehr Ertrag versprechen als der unmittelbare Klimaschutz? Oder dass sogar die CO2-Entnahme noch mehr Geld verspricht – allerdings auch durch jene zu bezahlen, die vorgeblich vor den Kosten der Klima-/Menschenschutz-Massnahmen geschützt werden sollen.

Ganz einfach:

Wir brauchen «schnelle, weitreichende und beispiellose Massnahmen in allen Bereichen der Gesellschaft», um endlich ernsthaften Menschen- und Klimaschutz zu ermöglichen!    


Link zur Datensammlung mit Monatsdaten (teilweise) seit 1864 von Meteo Schweiz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sonnenenergie nutzen – wir alle wollen! https://www.umweltnetz.ch/content/sonnenenergie-nutzen-wir-alle-wollen Sat, 25 Mar 2023 18:55:57 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=8781 Für eine zukunftstaugliche Entwicklung muss unsere gesamte Energieversorgung aus nachhaltig und dezentral nutzbaren erneuerbaren Energiequellen stammen – zum Beispiel von der Sonne. Wir alle wollen. Wer durch die Stadt Zürich läuft oder fährt, wird feststellen, dass es zwar einiges an Solaranlagen gibt, dass aber noch längst nicht alle geeigneten Flächen genutzt werden. Die grüne Gemeinderätin … „Sonnenenergie nutzen – wir alle wollen!“ weiterlesen

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Für eine zukunftstaugliche Entwicklung muss unsere gesamte Energieversorgung aus nachhaltig und dezentral nutzbaren erneuerbaren Energiequellen stammen – zum Beispiel von der Sonne. Wir alle wollen.

Wer durch die Stadt Zürich läuft oder fährt, wird feststellen, dass es zwar einiges an Solaranlagen gibt, dass aber noch längst nicht alle geeigneten Flächen genutzt werden. Die grüne Gemeinderätin Sibylle Kauer und der grüne Gemeinderat Dominik Waser wollten in einer Anfrage vom Stadtrat wissen, warum der Solarausbau in der Stadt Zürich so langsam vorankommt. Der Stadtrat  hat am 8. März 2023 die sechs Fragen auf neun Seiten beantwortet. 

Bremsende exogene Faktoren

Das Tempo des Solarausbaus wird demnach durch zahlreiche exogene Faktoren bestimmt. Es besteht beispielsweise erst seit kurzer Zeit eine gesetzliche Solaranlagen-Zubaupflicht für Neubauvorhaben.

Zudem sollte die Nutzungsdauer von Solaranlagen mit den (derzeit zu langen) Sanierungsintervallen abgestimmt werden – damit Solaranlagen möglichst während der gesamten technischen Nutzungsdauer zur Stromproduktion dienen können.

Auch ist derzeit die Einspeisevergütung für nicht direkt genutzten Solarstrom alles andere als fördernd.

Ebenso wirken die Bewilligungsverfahren hemmend.

Vielfach sind insbesondere bestehende Dachflächen nicht genügend stark, um die zusätzlichen Lasten von Solaranlagen aufnehmen zu können.

Dass zudem zahlreiche Bauten im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) aufgeführt sind, bremst die Realisierung von Solaranlagen.

Weil Flachdächer ökologisch wertvoll zu begrünen sind, bestehen erhöhte Planungs- und Realisierungsanforderung bei der Kombination mit Solaranlagen.

Insbesondere bei privaten Eigentümerschaften bestehen Renditeüberlegungen, die sich leider selten mit der Realisierung von Solaranlagen verbinden lassen, selbst wenn die bestehenden finanziellen Förderungen einen wirtschaftlichen Betrieb erlauben würden.

Die Liste der bereits bestehenden und jeweils situativ weiterentwickelten Förderansätze ist lang. Es wird klar ersichtlich, dass auch die Stadt der Ansicht ist, dass wir alle Solaranlagen wollen!

Wir alle wollen!

Seit 2021 besteht eine städtische Photovoltaik-Strategie.  Damit soll «eine starke Beschleunigung des Ausbaus von PV-Anlagen» für  «die maximale Nutzung der Dachflächen» erzielt werden. Das Netto-Null-Ziel der Stadt wird als Argument angeführt. Das passt, weil einerseits der Weltklimarat IPCC mit dem aktuellsten Report noch eindringlicher «schnelle, weitreichende und beispiellose Massnahmen in allen Bereichen der Gesellschaft» fordert. Ebenso ergeben sich Konsequenzen aus der Tatsache, dass bereits am 25. März 2023 der «Swiss Deficit Day» erreicht wurde. 

Ganz klar: Wir alle wollen so rasch als möglich ausschliesslich erneuerbare, nachhaltig nutzbare Energien einsetzen!     


Nachtrag 26. März 2023:

Sonnenenergie nutzen – wir alle wollen! Stimmt das wirklich?

In der NZZ vom 26. März 2023 kommentiert David Vonplon mit dem Titel «Wie die Grünen mit ihrer Politik dem Bau neuer Atomkraftwerke Vorschub leisten» völlig neben den Fakten. Dies weist darauf hin, dass sicher die $VP und wahrscheinlich auch FDP und Die Mitte nicht wirklich für Sonnenenergie als erneuerbare, nachhaltig nutzbare Energien sind.

Was in Nationalrat und Ständerat als Schockreaktion auf 30 oder 40 Jahre Nichts- oder Viel-zu-Wenig-Tun an Erlassen beschlossen wurde, fördert einen eigentlichen Wildwuchs an Solaranlagen, weit ab von jeder nachhaltigen Entwicklung. Es wurde mehrfach gezeigt, dass es verfassungs- und gesetzeskonforme Vorgehensweisen gibt, um den erforderlichen Solaranlagen-Zubau zu ermöglichen.

Es ist nicht auszuschliessen, dass $VP, FDP und Mitte eigentlich ganz andere Pläne haben – es könnte durchaus sein, dass diese Parteien im Sinne der liberalen Fehldenkerei «Technologieoffenheit» weiterhin an der Atomenergie festhalten möchten. Ein Ansatz könnte sein, die Reputation der Sonnenenergie mit untauglichen Wildwuchs-Projekten dauerhaft zu schädigen – der NZZ-Kommentar von David Vonplon legt dieses Denkmuster offen, auch wenn die Etikette dazu den Grünen umgehängt wird.  

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Indirekter Gegenvorschlag zur Gletscher-Initiative: eine gute Sache, aber viel zu wenig Menschen-Schutz! https://www.umweltnetz.ch/content/indirekter-gegenvorschlag-zur-gletscher-initiative-eine-gute-sache-aber-viel-zu-wenig-menschen-schutz Thu, 15 Sep 2022 20:30:00 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=8620 Am 15. September 2022 hat der Ständerat weitgehend dem indirekten Gegenvorschlag des Nationalrates zur Gletscher-Initiative zugestimmt. Dies ist ein Musterbeispiel für den Umgang mit den Volksrechten. Allerdings: für den Menschen-Schutz – was mit Klimaschutz eigentlich gemeint ist – bringt auch der indirekte Gegenvorschlag viel zu wenig. Am 10. Mai 2019 startete – nach einer mehr … „Indirekter Gegenvorschlag zur Gletscher-Initiative: eine gute Sache, aber viel zu wenig Menschen-Schutz!“ weiterlesen

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Am 15. September 2022 hat der Ständerat weitgehend dem indirekten Gegenvorschlag des Nationalrates zur Gletscher-Initiative zugestimmt. Dies ist ein Musterbeispiel für den Umgang mit den Volksrechten. Allerdings: für den Menschen-Schutz – was mit Klimaschutz eigentlich gemeint ist – bringt auch der indirekte Gegenvorschlag viel zu wenig.

Am 10. Mai 2019 startete – nach einer mehr oder weniger langen Vorbereitungsphase – die Unterschriftensammlung für die Gletscher-Initiative. Am 27. November 2019, 202 Tage später, wurden über 113‘000 beglaubigte Unterschriften eingereicht. Sogar mehr als die erforderlichen Unterschriften kamen in etwa drei Achteln der maximal für die Sammlung zulässigen Zeit von 18 Monaten zusammen.

So quasi als eine Art Weihnachts-Geschenk gab die Bundeskanzlei kurz vor Ende 2019 bekannt, dass die Initiative zustande gekommen sei. Mehr als anderthalb Jahre später beantrage der Bundesrat dem Parlament gegenüber der Initiative deutlich abgeschwächte Verfassungsbestimmungen als direkten Gegenvorschlag.

Die nationalrätliche UREK-Kommission [Kommissionen für Umwelt, Raumplanung und Energie] entschied sich für die Ausarbeitung eines indirekten Gegenvorschlages. Mit Volksinitativen können nur Verfassungsänderungen vorgeschlagen werden. Das Parlament als gesetzgebende Institution kann als (indirekten) Gegenvorschlag direkt Gesetzesänderungen vorschlagen und beschliessen – die Umsetzung kann daher rascher starten als nach Annahme einer Initiative in der Volksabstimmung, weil die Konkretisierung nachfolgend ebenfalls über gesetzliche Bestimmungen erfolgen muss.

Im Juni 2022, also mehr als drei Jahre nach Start der Unterschriftensammlung, hat der Nationalrat dem indirekten Gegenvorschlag zugestimmt. Einschätzungen aus dem Umfeld der Gletscher-Initiative: «Der vorliegende indirekte Gegenvorschlag ist ein Minimum, um die Ziele der Gletscher-Initiative zu erreichen». Vom Ständerat wurde «ein rasches Vorgehen, punktuelle Verbesserungen und keinerlei Abschwächungen des Gesetzestextes» erwartet. Die UREK des Ständerates schlug eine abgeschwächte Version vor – dank einigem öffentlichem Druck stimmte wie oben bereits erwähnt der Ständerat am 15. September 2022 im Wesentlichen der Variante Nationalrat des indirekten Gegenvorschlages zu.

Es braucht viel mehr als bloss die Lancierung einer Volksinitiative

Trägerschaft der Gletscher-Initiative ist der Verein Klimaschutz Schweiz. Spätestens mit einem Tages-Anzeiger-Bericht über Sophie Fürst, Geschäftsleiterin dieses Vereins, wird sichtbar, was es braucht , damit eine Initiative direkt oder indirekt Erfolg hat. Ein breit abgestützter Initiativtext, eine kurze und intensive Unterschriftensammlung, eine breite Abstützung, eine intensive Begleitung der bundesrätlichen Beschlüsse und der Tätigkeit von National- und Ständerat, eine Sichtbarmachung der Anliegen der Initiativen-Unterstützer*innen ist zwingend. Klar ist: auch in einer Basisdemokratie und in Ergänzung zu sehr viel Freiwilligenarbeit braucht es grossen Aufwand in verschiedenen Fachbereichen – zum Beispiel Wissenschaft, Wirtschaft, Kommunikation, Publizistik, Marketing, Lobbying – um einem derartigen Anliegen die nötige Beachtung zukommen zu lassen. Die Aktivitäten von Klimastreik und Klimabewegung waren ebenfalls fördernd. Immerhin: Der Verein Klimaschutz Schweiz ist breit abgestützt – und wesentlich transparenter als die üblichen Polit-Marketing-Kampagnen.

Erledigt ist die Sache noch nicht. Es eine inhaltliche Differenzbereinigung mit dem Nationalrat, dann startet eine Referendumsfrist – und falls das Referendum zustande kommt, wird eine Volksabstimmung stattfinden (zumindest wird am Abend des 15. September gemunkelt, die $VP habe Referendumsabsichten).

Kein ausreichender Menschenschutz respektive Klimaschutz

Die Gletscher-Initiative als eigentlich bereits breit abgestützter Kompromiss wurde zwar von gewissen Kreisen als «radikal» eingeschätzt. Allerdings reichen inhaltlich die von der Initiative vorgeschlagenen Verfassungsänderungen nicht aus, um dafür zu sorgen, dass die Schweiz einen gerechten Beitrag leisten würde zur Begrenzung der von der Menschheit gemachten Klimaerhitzung auf höchsten 1.5 °C gegenüber dem vorindustriellen Zustand.

ETH-Professorin Dr. Sonia Seneviratne hat dazu in einem Beitrag im Forschungsmagazin Horizonte festgehalten, dass es für Menschenschutz/Klimaschutz eine Halbierung der Emissionen bis 2030 und zwischen 2040 und 2050 überhaupt keine Emissionen mehr brauche.

Die Umweltallianz von schlägt eine «Sichere Schweizer Energieversorgung 2035» vor, Zitat: «Unser Ziel ist es, die Klimaerwärmung auf höchstens 1,5 Grad zu beschränken. Gelingen kann uns dies mit einer weitsichtigen Schweizer Energieversorgung, welche bis 2035 netto keine CO2-Emissionen mehr in die Atmosphäre ausstösst. Sie ist effizient, setzt auf Solarenergie und weniger Verbrauch».

Auch der indirekte Gegenvorschlag zur Gletscher-Initiative leistet somit keinen ausreichenden Beitrag der Schweiz zu Menschen- und Klimaschutz. Da muss also noch einiges mehr passieren. Es braucht also eine Gletscherinitiative Plus. Oder hilft hier die vielzitierte Eigenverantwortung von Privaten und Wirtschaft. Echter Menschen- und Klimaschutz braucht «schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft».

Eigentlich ist seit 1973, der damaligen Erdölpreiskrise, bestens bekannt, dass so schnell als möglich aus den fossilen Energien auszusteigen ist. Dass 2022 als direkte und indirekte Folgen des russischen Angriffkriegs auf die Ukraine die unkluge Abhängigkeit von fossilen und nuklearen Energien wieder ins gesellschaftliche Bewusstsein rückt, dokumentiert in erschreckender Art und Weise das Mehrgenerationen-Versagen bei der Energieversorgung. Die dringend erforderliche urenkel*innen-taugliche Energieversorgung muss so rasch als möglich auf ausschliesslich erneuerbare nachhaltig genutzte Energieträger ausgerichtet werden. Das dürfte noch einiges an stark formulierten und stark getragenen Volksinitiativen erforderlich machen.

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Menschen heute und in der Zukunft schützen https://www.umweltnetz.ch/content/menschen-heute-und-in-der-zukunft-schuetzen Tue, 17 May 2022 13:40:33 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=8546 Der Schutz der Menschen verlangt schon lange nach «schnellen, weitreichenden und beispiellosen Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft». Gerade in Ländern wie der Schweiz dominiert demgegenüber nach wie vor eine meritokratische Grundhaltung.     Zukunftsorientierte Veränderungen waren in der real existierenden schweizerischen Monekratie schon immer eine schwierige Sache. Die Klimakrise, die Corona-/Covid19-Pandemie und der Krieg … „Menschen heute und in der Zukunft schützen“ weiterlesen

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Der Schutz der Menschen verlangt schon lange nach «schnellen, weitreichenden und beispiellosen Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft». Gerade in Ländern wie der Schweiz dominiert demgegenüber nach wie vor eine meritokratische Grundhaltung.

 

 

Zukunftsorientierte Veränderungen waren in der real existierenden schweizerischen Monekratie schon immer eine schwierige Sache. Die Klimakrise, die Corona-/Covid19-Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben die meritokratische Grundhaltung von Menschen, der Politik und der Wirtschaft erheblich verstärkt.

Einzel- und Gruppen-Egoismen dominieren

Es gilt derzeit in erster Linie eine individuelle Maximierungshaltung. Eine vorgeblich liberale Sichtweise stärkt sämtliche Formen von Einzel- und Gruppen-Egoismen. Diese «Nur-ich»-Politik ignoriert sämtliche gesellschaftliche Solidarität, insbesondere auch die zwingend erforderliche Enkel*innen- und Urenkel*innen-Tauglichkeit.

«Menschenschutz» muss im Vordergrund stehen.     

Das Klima auf der Erde ist keine statische Grösse, Klimaveränderungen gehören zum Planeten Erde. Was seit einiger Zeit die Menschheit auf der Erde verursacht, ist eine gegenüber den üblichen Entwicklungen erheblich zeitlich beschleunigte Veränderung. Wie diverse Berichte, Untersuchungen und Prognosen zeigen, haben etwa deutlich höhere Sommertemperaturen erhebliche Auswirkungen nicht nur auf das menschliche Leben auf dem Planeten Erde. Das Leben zahlreicher Menschen dürfte gefährdet sein, oder anders: «Klimaschutz» ist definitv MENSCHENSCHUTZ! 

Markus Kunz hat in einem Post Scriptum in der Zürcher P.S.-Zeitung einige Stichworte zur Bedrohungslage festgehalten: Wassermangel, Insektensterben, Tipping Point (Kippmomente, wegen des Klimawandels im System Erde), Aussterben ganz vieler Fischarten wegen zu warmen Meeren, Emission von Riesenmengen Methangas wegen auftauendem Permafrost, Abschmelzen der Antarktis wegen massiv zu hoher Temperaturen, Massentierhaltung, Demokratieabbau, zunehmende Ungleichheit (grösste Bedrohung des sozialen Friedens), Abhängigkeit von Lieferketten, … «Alles wird gut» – so der ironische oder gar sarkastische Schluss des Post Scriptum.

Menschenschutz: Optimismus statt Dystopien

Wenn wir alle wollen, können wir diese dystopischen Bedrohungslagen abwenden. Wir alle wissen, was gegen die Klimakrise, gegen die Tipping Points der Klimaveränderung unternommen werden kann (oder muss). Suffizienz, Effizienz und Konsistenz sind die handlungsleitenden Prinzipien für eine nachhaltige Entwicklung. Konkretisiert ist dies beispielweise im Climate Action Plan CAP der Klimabewegung, oder für die Stadt Zürich in «8 Klimamassnahmen FÜR ZÜRICH – Schneller uf Netto Null. Euses Züri vo morn» von Klimastreik Zürich.

Absurd ist dabei, dass die liberalen Eigenverantwortungs-Egoist*innen diese Konkretisierung der zwingend erforderlichen «schnellen, weitreichenden und beispiellosen Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft» entweder als unmöglich oder als eine eigene Form der Dystopie wahrnehmen – und sich dagegen aussprechen!

Die fast 75 Prozent Ja-Stimmen der Stadtzürcher Stimmberechtigten zu «Netto Null 2040» am 15. Mai 2022 sind zwar ein schöner Erfolg. Aber «Netto Null 2030» reicht bei weitem nicht, um den Beitrag der Stadt Zürich zum Menschenschutz sicherzustellen! Gleiches gilt für den ebenfalls am 15. Mai 2022 mit einem Anteil von etwa zwei Dritteln Ja-Stimmen genehmigten neuen Klimaschutz-Eintrag in der Verfassung des Kantons Zürich.

Es braucht einiges an Optimismus, um dafür einzustehen, das zu tun, was etwa aus wissenschaftlicher Sicht als ausreichender Menschenschutz gilt – Stichwort beispielsweise «Netto Null 2030». Denn es gilt «WIR ALLE WOLLEN», siehe zum Beispiel dazu Plan W. 2039 – Wir alle wollen: Vorabzug Januar 2021.

Zwingend: WIR ALLE WOLLEN Menschenschutz

Wenn diverse Reaktionen nicht nur zum Klima- resp. Menschenschutz betrachtet werden, könnte die Befürchtung entstehen, dass der Menschenschutz in Gesellschaft und Politik deutlich hinter den Einzel- und Gruppen-Egoismen zurücktreten muss. Das kann und darf nicht sein. Es gibt keine andere Wahl: «schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft» sind zwingend. WIR ALLE WOLLEN Menschenschutz! 

Zum Menschenschutz gehört auch der Erhalt der physischen und mentalen Gesundheit. Wenn aus den dystopischen Wissenschaftsberichten zur Klimakrise Optimismus für «schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft» entsteht, wie dies etwa Klimastreik und Klimabewegung zeigen, haben wir alle alles daran zu setzen, diesen Optimismus mitzutragen und sehr schnell konkret zu handeln!


Egoismus-Politik immer noch für die fossile Klimaschmutz-Wirtschaft

Eigentlich ist seit mindestens 50 Jahren bekannt, dass wir so rasch als möglich aus den fossilen Energien aussteigen sollten. Nach wie vor hat allerdings die fossile Klimaschmutz-Wirtschaft viel zu grossen Einfluss auf die Politik.

Wer nach wie vor fossile Energien braucht, hat in den letzten Jahrzehnten (mehrfach) falsch entschieden, wurde (mehrfach) falsch beraten oder hat sich von der fossilen Lügen-Propaganda einwickeln lassen. 

Nach wie vor bestehen erhebliche direkte und indirekte Subventionen, wenn fossile Rohstoffe eingesetzt werden. Wenn nun als Folge des Ukraine-Krieges Massnahmen zur Senkung des fossilen Energiepreises diskutiert werden, werden im übermässigen Ausmass die Interessen der fossilen Klimaschmutz-Wirtschaft bedient. Weiterhin will offenbar die Politik Signale dafür setzen, um den schon längst fälligen Ausstieg aus den fossilen Energien zu verhindern. Eigentlich würde es stattdessen auch finanzielle Signale brauchen, die die effiziente und suffiziente nachhaltige Nutzung lokaler, dezentraler Energien belohnen.

 

       

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Klimaschutz: was ist an «schnell» nicht verständlich? https://www.umweltnetz.ch/content/klimaschutz-was-ist-an-schnell-nicht-verstaendlich Tue, 10 Mar 2020 19:58:56 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=7820 Seit Jahrzehnten ist klar, dass die Menschheit aus den fossilen Energien aussteigen muss, wenn zukünftige Generationen eine gute Zukunft auf diesem Planeten haben sollen – eine eindeutige Konkretisierung der nachhaltigen Entwicklung also! Ebenso ist schon einige Zeit bekannt, dass dieser Ausstieg aus den fossilen Energien «schnell» erfolgen muss. Dieses «schnell» braucht noch einige Impulse. Wir … „Klimaschutz: was ist an «schnell» nicht verständlich?“ weiterlesen

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Seit Jahrzehnten ist klar, dass die Menschheit aus den fossilen Energien aussteigen muss, wenn zukünftige Generationen eine gute Zukunft auf diesem Planeten haben sollen – eine eindeutige Konkretisierung der nachhaltigen Entwicklung also! Ebenso ist schon einige Zeit bekannt, dass dieser Ausstieg aus den fossilen Energien «schnell» erfolgen muss. Dieses «schnell» braucht noch einige Impulse.

Wir befinden uns in einer Klimakrise. Die vom Menschen gemachte Klimaerhitzung – neben den üblichen Klimaveränderungen des Gesamtsystems Planet Erde – lässt schlimme Auswirkungen auf Mensch und Umwelt befürchten. Wenn wir wollen, muss es nicht soweit kommen!

Der Weltklimarat IPCC hat im Oktober 2018 geschrieben: Limiting global warming to 1.5 °C would require rapid, far-reaching and unprecedented changes in all aspects of society. [DeepL-Übersetzung: Eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C erfordert schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft.] 

Die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz hat darauf aufbauend festgehalten: Um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, müssen die Nettoemissionen von CO2 bis spätestens 2050 weltweit auf null gesenkt werden. Ergänzt wird dies mit der Aussage «Je schneller wir auf Null sind, umso geringer der Klimawandel und seine Auswirkungen.»

UN Environment Programme (UNEP) hat am 26. November 2019 mitgeteilt: Cut global emissions by 7.6 percent every year for next decade to meet 1.5°C Paris target. [DeepL-Übersetzung: Reduzierung der globalen Emissionen um 7,6 Prozent jedes Jahr für das nächste Jahrzehnt, um das 1,5°C-Ziel von Paris zu erreichen.] 

Zusammen mit den Schweizer Zahlen der CO2-Emissionen seit 1990 und einem daraus abgeleiteten Kurztrend für die nächsten Jahre lässt sich diese UNEP-Empfehlung auch als Grafik darstellen:

Gerade in den letzten Jahren wurde in der Schweiz etwas für den Klimaschutz getan – aber ganz offensichtlich nicht schnell und weitreichend genug. Da braucht es noch einiges mehr an Tempo, der Klimaschutz muss deutlicher zügiger,  flotter, rascher … werden! Genauso, wie dies die Wissenschaft schon länger fordert, genau so, wie dies Klimastreik, Fridays4Future und viele weitere fordern.

Dies betrifft selbst jene, die bis anhin im Klimaschutz als First Mover unterwegs waren. Wenn etwa der Stadtrat von Zürich am 20. November 2019 eine Energieplanung festsetzt, die für 2050 immer noch von 20 Prozent fossilen Energien für die Wärmeversorgung ausgeht, so entspricht dies nicht den erforderlichen «schnellen, weitreichenden und beispiellosen Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft». Auch die Stadt Zürich hat endlich das fossile Divestment umzusetzen.


Für den Klimaschutz als ein Teilbereich der nachhaltigen Entwicklung geht es letztlich um eine «moralische Revolution», um einen «System Change». Auch wenn Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft erforderlich sind, schaue ich hier neben einigen sehr allgemeinen Aspekten vor allem auf die Gebäude und den Verkehr. Da ist eigentlich längst bekannt, was zu tun ist.

Der Ausstieg aus den fossilen Energien um 2035 bis spätestens 2050 ist eine zentrale Vorgabe – und gleichzeitig eine einfache, verständliche und gut kommunizierbare Botschaft. Es ist unerklärlich, wie schwer sich die Politik der Schweiz mit dieser einfachen Vorgabe tut – die Gletscher-Initiative ist ein absolutes Minimum. Und doch überlegt sich (Stand  Anfang März 2020) der Bundesrat, ob es einen (abschwächenden) Gegenvorschlag braucht. Und National- und Ständerat befassen sich extrem langsam mit der schon lange fälligen umfassenden Revision der CO2-Gesetzgebung. Ein mögliches Referendum ist aus demokratischen Gründen immer legitim – angesichts der Gegnerschaft allerdings offensichtliche Interessenpolitik der fossilen Miss- und Mistwirtschaft. Ganz klar: Die erforderliche Klimaschutz-Schnelligkeit sieht anders aus.

Daraus ergibt sich eine klare Forderung: Volksabstimmungen über Zukunftsthemen sollten erst wieder stattfinden, wenn Transparenz über die Finanzströme von Parteien und Verbänden besteht. Konkret: Die bisherigen Nein-Ergebnisse zu Energiegesetz-Änderungen etwa in den Kantonen Solothurn und Bern sind eine klare Folge der Monekratie. Da haben die fossile Miss- und Mistwirtschaft mit sehr viel Geld Abstimmungsergebnisse gekauft, auch über die Tarnorganisation Heizöl- und Erdgas-Verein (welche sich irreführend in der Öffentlichkeit als Hauseigentümerverband bezeichnet).

Ein wirtschaftlich und sozial verträglicher Ausstieg aus der Kernenergie und der CO2-intensiven Energiewelt ist schon mit den heute bekannten technischen und finanziellen Mitteln grundsätzlich möglich … wenn wir wollen. Der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) teilte dies am 14. Januar 2020 mit.

Wer also – wie der Fossilmiss- und -mist-Wirtschaft-Handlanger $VP – das Gegenteil behauptet, verbreitet Lügen und Fakes, gegen die Interessen der Schweiz und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner.

Denn: Schon längst ist bekannt, dass die Klimafolgenanpassung deutlich mehr kostet und kosten wird als der Klimaschutz! Es gibt verschiedene ÖkonomInnen, die aus volkswirtschaftlichen Gründen (mehr BIP-Generierung!) gegen Klimaschutz- und für Klimafolgenanpassungs-Massnahmen sind.  

Nach wie vor sind es im Gebäudebereich die First Mover, die konkreten Klimaschutz realisieren. Selbst wenn dies populär ist, braucht es im Gebäudebereich sowohl für Suffizienz-, Effizienz- und Konsistenz-Massnahmen keine Förderbeiträge. Denn langfristige sind auf Suffizienz, Effizienz und Konsistenz ausgerichtete Gebäude kostengünstiger, auch wenn etwas höhere Investitionskosten anfallen. Hier braucht es klare gesetzliche Vorgaben, im Sinne der Ökoroutine. PS: Suffizienz heisst etwa, dass pro Person weniger Wohn- und Arbeitsfläche beansprucht wird.

Um die schnellen, weitreichenden und beispiellosen Veränderungen umsetzen zu können, besteht ein erheblicher Bedarf an Weiterbildung, Beratung und Coaching aller AkteurInnen und Akteure. Und es braucht Geschichten über eine gelingende Zukunft!  

Wer heute noch fossile Energieträger einsetzt, braucht Stoffe, die selbst bei fach- und sachgemässer Anwendung Giftstoffe (u. a. CO2, Methan) für das globale Klima ausstossen – was soll «liberal» daran sein, fossile Energieträger zu verbrauchen?

Sehr grosse zusätzliche Mengen an Strom und eventuell Wärme aus nachhaltig dezentral nutzbaren erneuerbaren Energien werden mittel- bis längerfristig eine gewisse Rolle spielen bei so genannt «grünen» industriell hergestellten Stoffen wie Wasserstoff, weiteren synthetischen Gasen oder neuen Flüssig-Brenn- und Treibstoffen. Allerdings ist es wenig zweckmässig, diese als umfassenden Ersatz für Heizöl, Diesel, Kohle oder Erdgas propagandamässig herauszuposaunen. Allenfalls werden Güter-Strassen-Transporte, See- und Luftfahrt und spezielle Industrieprozesse auf diese Art und Weise klimaverträglicher ausgestaltet werden können.

Stromversorgung, Heizung und Wassererwärmung für Gebäude sind in erster Linie mit dezentral nutzbaren erneuerbaren Energieträgern sicherzustellen – die heutigen Energieversorgungsunternehmen werden andere Rollen zum übernehmen haben. Abwärme in begrenztem Rahmen und Grund- und Seewasser können gewisse Anteile der Energieversorgung von Gebäuden abdecken. Kehricht-Fernwärme ist in der heutigen Form wenig zukunftsfähig, da sowohl der Klimaschutz als auch die «Sustainable Development Goals» eine Verabschiedung der Wegwerfgesellschaft erfordern.


«Der Verkehr schränkt die Mobilität ein» – dies gilt in erster Linie für den Autoverkehr, letztlich aber auch für den öffentlichen Verkehr. Die Alltagsmobilität ist zu Fuss und mit dem Velo abzudecken – ideal mit höchstens 7’000  bis 10’000 Schritten (oder einem entsprechenden Velozeit-Äquivalent) pro Tag.


«Die Schweiz ist ja global betrachtet so unbedeutend, da müssen wir doch  nicht vorbildlich sein in Sachen Klimaschutz». oder «Solange China, die USA, Indien, Russland, Australien, Deutschland, Frankreich [Liste beliebig verlängerbar] nichts für den Klimaschutz tun, müssen auch wir nichts tun.»

«Ich bin doch bereits so vorbildlich in Sachen Umweltschutz, da sollen zuerst die anderen so weit sein, bevor ich mehr Klimaschutz mache.» oder «Wir sind doch bereits so vorbildlich in Sachen Umweltschutz, da sollen zuerst die anderen so weit sein, bevor wir mehr Klimaschutz machen.»

«Und sowieso, zuerst muss die Bevölkerungsexplosion gebremst werden.»

«Bei uns ist Klimaschutz so teuer, da müssen wir zuerst billigere Massnahmen in den Entwicklungsländern finanzieren.» 

«Massnahme A bringt doch nichts, wäre es nicht besser, wir würden zuerst B oder C realisieren?»

Auch diese Liste von Ausreden und Ausflüchten ist beliebig verlängerbar. Offenbar sind dies Begründungen dafür, dass Klimaschutz nicht ausreichend schnell realisiert wird. 

Einige Antworten:

  • Egal wie bedeutend die Schweiz ist, solange wir nicht aus den fossilen Energien ausgestiegen sind, werden wir unserer Verantwortung nicht gerecht.
  • Das könnten ja die Menschen aus den anderen Ländern auch über die Schweiz sagen – eine typische Anwendung des Gefangenen-Dilemmas.
  • Tatsache ist: sowohl der eigene als auch der gesamtgesellschaftliche Treibhausgas-Fussabdruck ist in vielen so genannt reichen Ländern zu gross, selbst bei Menschen,  die nachweislich vorbildlich sind. Da gibt es also noch einiges zu tun.
  • Unabhängig von der Zahl der Menschen auf der Erde muss aus den fossilen Energien ausgestiegen werden. Es ist zudem absehbar, dass zumindest längerfristig die Geburtenraten sinken. Zu beachten ist auch, dass sowohl wegen des Wohlstandes, wegen weniger belastenden körperlichen Arbeitsweise, wegen geringerer Kindersterblichkeit als auch wegen des bewussteren Umgangs mit der Gesundheit (zum Beispiel Luftreinhaltungsmassnahmen) die Zahl der gleichzeitig lebenden Menschen zunimmt.
  • Weil wir (nicht nur in der Schweiz) aus den fossilen Energien aussteigen müssen, müssen sehr sehr viele Massnahmen realisiert werden, also auch solche, die auf den ersten Blick zum Beispiel wegen den Kosten nicht sehr attraktiv erscheinen. Die Kompensation des übermässigen CO2-Ausstosses irgendwo auf der Welt ist ausschliesslich ein Ansatz für den Moment und taugt nicht für die echte fossile Null.  
  • Es braucht für wirksamen Klimaschutz bekanntlich «schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft». A oder B oder C ist schon lange nicht mehr die Frage – es heisst «von A bis Z» und noch viel mehr. Der Pareto-Effekt, auch als 80-zu-20-Regel bekannt, hat keine Bedeutung mehr. Wenn wir Klimaschutz ernst nehmen, müssen wir sicherstellen, dass die Kombination von «schnell», «weitreichend» und «in allen Bereichen der Gesellschaft» bewältigbar ist und bleibt. Das geht dann gut, wenn alle Menschen in diesem Lande in zahlreichen Handlungs- und Aktivitätsfeldern betroffen sind. Klimaschutz muss zum Normalfall, zur Ökoroutine werden! 

Postwachstums-Ökonomie mit einer Steigerung der Regional-, Lokal- und Selbstversorgung, ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle, die Stärkung von ehrenamtlicher oder Freiwilligen-Arbeit, die Gleichstellung der Geschlechter sind Elemente, die gerade zwingend zum erforderlichen «System Change» gehören, die für «schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft». 

Schneller Klimaschutz ist zwingend – in kurzer Zeit, zügig, flott, rasch muss echter Klimaschutz her!

 

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Schnell mehr Klimaschutz für eine gelingende Zukunft https://www.umweltnetz.ch/content/schnell-mehr-klimaschutz-fuer-eine-gelingende-zukunft Tue, 06 Aug 2019 14:36:01 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=7586 Zur gelingenden Zukunft gehört eine Welt mit vielen Veränderungen gegenüber dem heutigen Zustand. Ein Aspekt ist, dass diese Welt mit gelingender Zukunft ohne fossile Brenn- und Treibstoffe auskommt (auch ohne Atomenergie). Wenn wir dies wollen, ist dies zu erreichen – im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung, die soziale, ökonomische und ökologische Aspekte im Sinne der Zukunftsfähigkeit … „Schnell mehr Klimaschutz für eine gelingende Zukunft“ weiterlesen

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Zur gelingenden Zukunft gehört eine Welt mit vielen Veränderungen gegenüber dem heutigen Zustand. Ein Aspekt ist, dass diese Welt mit gelingender Zukunft ohne fossile Brenn- und Treibstoffe auskommt (auch ohne Atomenergie). Wenn wir dies wollen, ist dies zu erreichen – im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung, die soziale, ökonomische und ökologische Aspekte im Sinne der Zukunftsfähigkeit berücksichtigt. Dies ist seit mindestens dreissig Jahren klar, auch wenn diese Botschaft nicht überall die notwendige Resonanz bewirkt hat. Die Klimastreiks ausgehend von Greta Thunberg haben mehr Aufmerksamkeit für den Klimaschutz bewirkt, verbunden allerdings mit einer eigenartigen Gegen-Warmluft-Produktion.

Hin und wieder wird angeführt, es gehe den Menschen so gut wie noch nie auf dem Planeten Erde; es gibt tatsächlich einige Indikatoren, die in diese Richtung weisen. In einer umfassenden Betrachtung sieht dies anders aus. Die 2015 festgelegten 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs), die bis 2030 erreicht sein sollten, wurde im Sommer 2019 das Scheitern befürchtet, weil zu viel geschwatzt und zu wenig getan werde.

Als Gegenreaktion auf die aktuellen Klimadiskussionen wird immer wieder behauptet, Grund für den Wohlstand gerade der reichen Länder sei der (übermässige) Verbrauch fossiler Brenn- und Treibstoffe (mit lügenden Preisen). Dies ist eine klassische Fake-Meldung – es konnte mehrfach gezeigt werden, dass eine fossilfreie Energieversorgung volkswirtschaftlich vorteilhaft ist und die Unabhängigkeit erhöht.

Der Weltklimarat IPCC hat im Oktober 2018 festgehalten, dass Klimaschutz «schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft» erfordert. Dies bedeutet, dass eine nachhaltige Entwicklung die Handlungs- und Denkräume Suffizienz, Effizienz und Konsistenz erfordert. Viele heute üblichen Verhaltensweisen haben neben einem hohen Energieverbrauch auch zahlreiche weitere mehr oder weniger negative Nebenwirkungen. Es reicht also nicht, etwa beim Autofahren bloss erneuerbare Antriebsenergie zu nutzen (Konsistenz), sondern es ist auch zu prüfen, ob das Auto für die jeweiligen Verkehrsdienstleistungen die beste Form ist (Effizienz) oder ob allenfalls sogar auf gewisse Verkehrsnachfragen verzichtet werden könnte (Suffizienz). Der Klimaschutz für eine gelingende Zukunft erfordert somit, liebgewordene Gewohnheiten, manchmal auch Traditionen situativ in Frage zu stellen. Zu beachten ist, dass die individuelle Betroffenheit sehr unterschiedlich sein kann – wer sich seit Jahren vegetarisch ernährt, hat sich mit anderen Fragen zu beschäften als beispielsweise der eingefleischte Grillitarier, der heute ein tägliches grosses Stück Fleisch als Selbstverständlichkeit versteht.

Eine gelingende Zukunft – da gilt auch der verschiedenen Quellen zugeschriebene Spruch «Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen». Das beginnt bei den Unsicherheiten, wenn es um die exakten, auf einen bestimmten Ort bezogenen Auswirkungen der Klimaerhitzung geht. Ein Teil des Widerstandes gegen Klimaschutz folgt aus diesen überinterpretierten Prognosen – Klimaschutz ist in dieser Situation als Zukunftsversicherung zu verstehen, vor allem dann, wenn mit Suffizienz, Effizienz und Konstistenz die Gewähr besteht, dass die erforderlichen Veränderungen eine gelingende Zukunft gewährleistet, wenn auf diesem Weg für die gesamte Menschheit ein zukünftiges Wohlergehen ermöglicht werden kann. Dies erfordert möglicherweise ein anderes volkswirtschaftliches Mass als das Bruttoinlandprodukt (BIP) – eine «Wohlstandsbuchhaltung» schlagen ForscherInnen aus Cambridge vor, ein weiterer Beitrag in dieser bereits lange dauernden Diskussion.

Die Gegenreaktionen zur aktuellen Klimadiskussion entstehen massgeblich aus der Sorge um die absehbaren und erforderlichen Veränderungen; für viele ist ein Abweichen von der gegenwärtigen Situation nicht erwünscht, unabhängig von der Notwendigkeit. Interesssanterweise ist es dafür zwingend, den von Menschen gemachten Klimawandel zu negieren, weil dann nämlich die Frage gestellt wird, was denn der Nicht-Klimaschutz kosten würde, welche Folgen er hätte. Bereits 2006 wurde im Stern-Report festgehalten, dass Klimaschutz um Faktoren günstiger ist als die Anpassung an die Klimaerhitzung. Die seither relative Untätigkeit hat dazu geführt, dass sowohl Klimaschutz als auch Klimaerhitzungs-Anpassung erforderlich ist. Die Gegenreaktion zur aktuellen Klimadiskussion ist auch damit zu erklären, dass es auch 2019 einfacher ist, die ÜberbringerInnen der Handlungsaufforderungen zu bestrafen, statt Handlungen in Angriff zu nehmen.

Es bleibt die Aussage: Wir brauchen schnell mehr Klimaschutz für eine gelingende Zukunft!


Hintergründe zur Klimaerhitzung

  • Zusätzlich zu natürlichen Klimaveränderungen findet derzeit nachweislich bereits eine vom Menschen gemachte Klimaerhitzung statt.
  • Ein prägender Anteil der durch den Menschen gemachten Kliamerhitzung ergibt sich aus der Verbrennung fossiler Brenn- und Treibstoffe.
  • Netto Null raschmöglichst, beginnend mit einer raschen und starken Verminderung des Verbrauchs fossiler Brenn- und Treibstoffe ist zwingend, um die Klimaerhitzung auf ein für die gesellschaftliche Entwicklung erträgliches Mass zu begrenzen – Klimaschutz ist zuerst Menschenschutz!
  • Einige bereits erfolgte Veränderungen, etwa das Abschmelzen der Gletscher, können durch zukunftsgerichteten Klimaschutz verzögert, aber in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr umfassend verhindert werden.

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