Gewalt ist nie eine Lösung

Die Tränen, die Empörung, der Zorn, die Wut wegen des mörderischen Gewaltaktes gegen die Pariser Redaktion des französischen Satiremagazins «Charlie Hebdo» sind richtig, wichtig und nötig, Gewalt – in welcher Form auch immer, durch wen auch immer ausgeübt – ist nie eine Lösung. Jeder Gewaltakt ist ein Schlag gegen die Gesellschaft. Öffentlich wahrnehmbar ist dies bei Gewaltakten, die sich gegen Dinge richten, die für Menschenrechte stehen, zum Beispiel für die Meinungsäusserungsfreiheit wie bei «Charlie Hebdo».

Es gibt keinerlei gesellschaftlich akzeptierte Begründungen für Gewaltanwendung – mit der knappen Ausnahme der Notwehr gegen Gewaltakte gegen Individuen.

Tränen, Empörung, Wut wegen des mörderischen Anschlags auf die Menschen, die die Redaktion von «Charlie Hebdo» ausmachen, sind berechtigt und nötig – #JeSuisCharlie, #CharlieHebdo beispielsweise sind zwingend.

Diese Tränen, diese Empörung, diese Wut braucht es gegen jeden Gewaltakt – Gewaltanwendungen sind in jedem Fall Schläge gegen die Gesellschaft. Tränen, Empörung, Wut gegen Gewalt dürfen nicht parteiisch sein. Tränen, Empörung, Wut sind auch dann angezeigt, wenn es um Israel, um Gaza, um Tote von Drohnenangriffen, um Irak, um Libyen, um Syrien, um die Ukraine, um … geht!

Am 1. Januar 2015 tötete eine Frau in Flaach ihre zweijährige Tochter und ihren fünfjährigen Sohn – offenbar als Folge der Auseinandersetzung mit einer Behörde. Die öffentliche Meinung kochte hoch, auch hier waren Tränen, Empörung und Wut zu vernehmen. Erst nach einigen Tagen waren allerdings Artikeltitel wie «Die Mutter hat getötet, nicht die Behörde» zu lesen. Gewalt wird immer von Menschen ausgeübt – eine Gesellschaft, die dazu führt, dass Menschen «fremde» Begründungen für ihr gewalttätiges Verhalten anführen, hat aus Prinzip versagt. Denn Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn sie sich nicht gegen Gewalt in welcher Form auch immer schützen muss!

Tränen, Empörung, Wut reichen nicht aus auf dem Weg zu einer Gesellschaft ohne Gewalt. Immer mehr Menschen müssen von sich aus Gewaltanwendungen ausschliessen! Dieser Folgeschritt zu #JeSuisCharlie, #CharlieHebdo ist ebenfalls zwingend.

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