Atomenergie: endlich anständig aussteigen – auch aus den Fossilen!

Eine grosse Zahl von Beiträgen in meinem Blog fordert den raschestmöglichen Atomausstieg (immer verbunden mit dem ebenso raschestmöglichen Ausstieg aus den fossilen Energien). Es gibt eine unendliche grosse Zahl von Argumenten für den Doppelausstieg aus den fossilen Energien und der Atomenergie – in mehr als dreissig Jahren habe ich kein einziges brauchbares Argument gehört, dass gegen diesen Doppelausstieg spricht. Uneingeschränkt kriminell ist, was alles unternommen wird, um diesen Doppelausstieg nicht umsetzen zu müssen. Klare Forderung: es braucht endlich einen anständigen Ausstieg aus der Atomenergie, es braucht einen anständigen Ausstieg aus den Fossilen, und zwar beides raschmöglichst.

Das Wort «anständig» brauche ich hier erstmals. Warum?

Im Herbst letzten Jahres wurden grosse Teile der CH-Bevölkerung angelogen: sie haben zusammen mit der Behauptung, Atomkraftwerke seien sicher, eine Schachtel Kaliumjodid erhalten, die es aber nur braucht, wenn Atomkraftwerke unsicher sind.

Mit dieser Lüge im Hintergrund und dem Wissen um die weltweit ältesten Atomkraftwerke in der Schweiz wird von diversen politischen Propagandaparteien und Teilen der Bundesämter behauptet, es brauche kein fixes Ausstiegsdatum für Atomkraftwerke, weil sichergestellt sei, dass diese nur solange betrieben werden, wie sie sicher seien.

Gleichzeitig wird bekannt, dass etwa für Beznau sicherheitsrelevante Nachweise fehlen – ein fundamentaler Verstoss gegen sämtliche Sicherheitsprinzipien, viele Unfälle ereignen sich, weil Unfallbeteiligte etwas glauben, das nicht der Realität entspricht.

Im Jahr 2015 sind in Beznau Bauarbeiten im Gang für neue Notsysteme – mit Sicherheitsbedenken. 500 Mio CHF kosten diese Notsysteme – solche Systeme werden für eine längere Dauer gebaut. Sollte dieses Notsystem während 10 Jahren in Betrieb sein, verteuert sich die Kilowattstunde Strom aus Beznau um etwa einen Rappen. Axpo-Chef Andrew Walo hat in anderem Zusammenhang am 15. August 2015 gesagt: «Mit Kraftwerken allein könnten wir in der jetzigen Situation wegen der tiefen Strompreise nicht rentabel wirtschaften.» Schweizer Kraftwerke produzierten derzeit über den Marktpreisen. Offenbar wäre es auch ökonomisch anständig, sofort auf Atomkraftwerke zu verzichten.

Zahlreiche Fakten weisen darauf hin, dass nicht nur in der Schweiz der Betrieb von Atomkraftwerken trotz massiven indirekten Subventionen ökonomisch nicht zu verantworten ist, selbst ohne Berückichtigung der Stilllegungs- und Entsorgungskosten. Das Hinauszögern des Atomausstiegs ist eine weitere Lüge: so müssen sich Politik und Energiewirtschaft nicht mit den offensichtlich fehlenden Mitteln zum Abschluss des trüben Kapitels Atomenergie befassen.

Also nochmals: Atomenergie: endlich anständig aussteigen – auch aus den Fossilen!

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