Atom- und fossilfrei – wenn wir es wirklich wollen

Am 4. November 2016 ist es so weit: Nicht einmal ganz ein Jahr hat es gebraucht, das am 12. Dezember 2015 in Paris abgeschlossene internationale Klimaschutzabkommen in Kraft zu setzen – anfänglich wurde von einer Inkraftsetzung frühestens 2020 ausgegangen. Wenn wir es wirklich wollen, sind die herausfordernden Klimaschutz-Ziele zu erreichen, parallel mit dem Ausstieg aus der Atomenergie. Wenn wir es wirklich wollen!

zur Kampagne «Ja zum geordneten Atomausstieg»

Die Vorgaben aus dem Pariser Klimaschutzabkommen sind klar – und bereits auch in Wikipedia festgehalten: Um das gesteckte 1.5-°-Ziel erreichen zu können, muss die Verbrennung fossiler Energieträger bis ca. 2040 komplett eingestellt werden und die Energieversorgung – d.h. Strom, Wärme und Verkehr – in diesem Zeitraum vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden (sinngemässes Zitat). Sollte das Abscheiden und sichere Lagern der Treibhausgase (CCS) möglich werden, besteht etwas mehr zeitlicher Spielraum zur Klimaschutz-Umsetzung.

Das Wollen betrifft viele Alltagsbereiche. Tools wie ECOSPEED Private zeigen die persönliche Treibhausgas-Bilanz und den Handlungsbedarf, um die Klimaschutzziele zu erreichen – nicht von heute auf morgen, aber immer dann, wenn Entscheidungsbedarf ansteht.

Im Gebäudebereich gibt es eine grosse Zahl von Beispielen, die bereits heute ganz oder teilweise die Vorgabe atom- und fossilfrei erfüllen. Solche Lösungen sind machbar und auch finanzierbar, wenn richtig gerechnet wird.

Mehr als 100 Schweizer PlusEnergie-Bauten (Stand 19. Oktober 2016) sind in der Datenbank von energie-cluster.ch enthalten – sicher werden bald weitere Beispiele folgen, zum Beispiel die PreisträgerInnen des 26. Schweizerischen Solarpreises 2016.

Die Erfolgsfaktoren, die es braucht, um das Klimaschutz-Wollen umzusetzen, sind bekannt – Fachkompetenz, herausfordernde Vorgaben und Beharrlichkeit gehören dazu. Es sind derzeit die kreativeren und innovativeren Menschen in diesem Lande, die solche Projekte realisieren. Zu viele – insbesondere aus dem rechtsnationalen und konservativen geldorientierten Milieu – sind noch gar nicht beim Wollen angelangt, sondern sehen nur vermeintliche Hemmnisse und/oder Nachteile, wie immer ohne Faktenbezug. George Bernard Shaw meinte dazu: «Wer es für unmöglich hält, sollte denen nicht im Weg stehen, die es gerade tun.» Ganz klar: Die herausfordernden Klimaschutzziele sind zu erreichen, atom- und fossilfrei ist möglich, wenn wir es wirklich wollen.

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