Manchmal werden Projektideen vorgestellt, die nur misslingen können. Bei Solarprojekten wollen wir allerdings nur erfolgsversprechende Projektideen!
Als ich das erste Mal etwas über die Projektideen für ein riesiges Solarprojekt auf dem Gemeindegebiet von Grengiols im Kanton Wallis hörte, war mir klar, dass dieses Projekt in dieser Form keine gute Zukunft haben würde.
Fünf Quadratkilometer gross im Saflischtal wurde als Dimension genannt. Eine kleine Recherche zeigte, dass auch das Saflischtal im Gebiet des Landschaftsparks Binntal liegt. Rund 165 Quadratkilometer gross ist dieser Landschaftspark; das Solarprojekt würde nur – oder immerhin? – etwa drei Prozent der Fläche dieses Parks ausmachen. Hätten die Projekt-Ideeatoren diesen Landschaftspark in ihrer Kommunikation erwähnt, wären die Erfolgsaussichten bereits grösser gewesen.
Es ist leider eine Tatsache, auch die Geschichte der Sonnenenergie-Nutzung zeigt das Versagen ganzer Generationen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung. Genau dies führt allerdings zu wesentlich erhöhten Anforderungen an Projektideen. Selbst dann ist nämlich dafür zu sorgen, dass Projekte realisiert werden, die einem vielfältigen Strauss von Anforderungen genügen. Denn nachhaltige Entwicklung ist nicht eindimensional, sondern an einer plausiblen und nachvollziehbaren Gesamtbeurteilung mit einer Vielzahl von Kriterien ausgerichtet.
Die aufgrund des Angriffskriegs von Russland auf die Ukraine befürchtete Strommangellage hat in gewissen Kreisen den Rückfall von der umfassenden Nachhaltigkeitssicht auf eine eindimensionale winterliche Stromproduktionsleistungsoptik gefördert. Dies würde allenfalls dann taugen, wenn ein einzelnes derartiges Projekt die Befürchtungen ausschliessen könnte.
Sehr schnell wurde klar, dass es eine Vielzahl von solchen Anlagen braucht – spontane Projektideen führen da nicht weiter. Denn mit relativ wenig Zusatzaufwand ist es möglich, die am besten geeigneten Anlagenstandorte durch eine breit verstandene Positivplanung zu ermitteln.
Jürg Rohrer, Leiter Forschungsgruppe Erneuerbare Energien, Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen, Wädenswil, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat in einem Interview mit der Wochenzeitung (Ausgabe 1. Dezember 2012) festgehalten: «Ich setze mich vehement dafür ein, dass man nicht einfach nach dem Motto «De Schneller isch de Gschwinder» vorgeht, sondern klare Kriterien definiert. Ein Kriterium muss die Biodiversität sein, ein anderes die Finanzierung und die Wirtschaftlichkeit – damit man die Förderung auch effizient einsetzt. Ein weiteres die Umweltbelastung: beispielsweise die ganzen grauen Emissionen im Zusammenhang mit dem Bau und dem Rückbau einer Anlage.»
Dazu gehört auch, dass bei Solaranlagen das «UND» massgeblich ist: Auf und an Gebäuden, auf und an Infrastrukturanlagen, Freiflächen, ebenso Agri-Fotovoltaik-Flächen, alles möglichst nahe bei bereits erschlossenen Gebieten, Verfügbarkeit von Kapazitäten von Stromleitungen, Speichermöglichkeiten, das sind unter anderem zu berücksichtigende Aspekte bei einer Positivplanung von Solaranlagen.
In einem etwa im März 2023 vorgestellten nächsten Projektierungssschritt wurde Grengiols-Solar von 5 auf 3.4 Quadratkilometer Flächenbeanspruchung reduziert. Im danach folgenden Projektschritt im Mai 2023 erfolgte eine Reduktion auf noch einen Quadratkilometer!
Bei zukunftsfähigen Projekten ist die Sache klar: neben der Positivplanung sind Projekte so anzudenken, dass realistische Grössen den Projektrahmen vorgeben – mit der Absicht, das Projekt im Verlaufe der Konkeretisierung allenfalls zu vergrössern.
Dies funktioniert nur, wenn es gelingt, das Projekt mit «Positive Fiction» zu koppeln! Es ist erforderlich, derartige Projekte mit Geschichten über die erfolgreiche nachhaltige Energiezukunft in Verbindung zu bringen.
Nur: selbst die deutlich reduzierte Anlage ist nach wie vor umstritten. Als gute Projektidee kann Grengiols-Solar noch nicht wirklich gelten.
Dass Grengiols-Solar eher ein Projektgespinst als ein ernsthaftes Projekt war, war von Anfangt an klar. Spätestens diverse Kommentare zum Projektstand Mitte Mai 2023 lassen die Vermutung aufkommen, dass da zum Beispiel die Atomlobby dieses Solarprojekt instrumentalisiert haben könnte.
Einige Zitate dazu:
economiesuisse titelte am 17. Mai 2023: «Grengiols-Solar – von der grossen Euphorie über das Pionierprojekt bleibt nicht viel übrig – das Projekt wird 20x kleiner als geplant.»
Der Sonntagszeitung-Titel vom 21. Mai 2023 lautete: «Kommentar zu Grengiols und Klimaschutz – Alpines Solarkraftwerk: Symbol einer desaströsen Energiepolitik».
«Desaströse Energiepolitik« trifft es allerdings in keiner Art und Weise, denn die Untauglichkeit der ursprünglichen Projektidee war von Anfang an klar.
Die Botschaft ist klar: einmal mehr wird «Solar» mit «destaströs» wegen des absehbaren Scheiterns einer unüberlegten Projektidee in Verbindung gebracht. Da werden negative Geschichtenen erzählt; Absicht davon kann nur sein, die Atomenergie im Gespräch zu halten (wie dies ja auch Frankreich tut).
Wir wollen erfolgreiche Solarprojekte! Das funktioniert nur mit Positivplanungen verbunden mit Erzählungen über gelingende Solarprojekte!
Und: es braucht auf und an geeigneten Gebäuden, an und auf geeigneten Infrastrukturanlagen konzeptionell und baulich gelingende Solaranlagen, und dies so rasch als möglich – für Solarwärme und für Solarstrom! Wir alle wollen dies!
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Für eine zukunftstaugliche Entwicklung muss unsere gesamte Energieversorgung aus nachhaltig und dezentral nutzbaren erneuerbaren Energiequellen stammen – zum Beispiel von der Sonne. Wir alle wollen.
Wer durch die Stadt Zürich läuft oder fährt, wird feststellen, dass es zwar einiges an Solaranlagen gibt, dass aber noch längst nicht alle geeigneten Flächen genutzt werden. Die grüne Gemeinderätin Sibylle Kauer und der grüne Gemeinderat Dominik Waser wollten in einer Anfrage vom Stadtrat wissen, warum der Solarausbau in der Stadt Zürich so langsam vorankommt. Der Stadtrat hat am 8. März 2023 die sechs Fragen auf neun Seiten beantwortet.
Das Tempo des Solarausbaus wird demnach durch zahlreiche exogene Faktoren bestimmt. Es besteht beispielsweise erst seit kurzer Zeit eine gesetzliche Solaranlagen-Zubaupflicht für Neubauvorhaben.
Zudem sollte die Nutzungsdauer von Solaranlagen mit den (derzeit zu langen) Sanierungsintervallen abgestimmt werden – damit Solaranlagen möglichst während der gesamten technischen Nutzungsdauer zur Stromproduktion dienen können.
Auch ist derzeit die Einspeisevergütung für nicht direkt genutzten Solarstrom alles andere als fördernd.
Ebenso wirken die Bewilligungsverfahren hemmend.
Vielfach sind insbesondere bestehende Dachflächen nicht genügend stark, um die zusätzlichen Lasten von Solaranlagen aufnehmen zu können.
Dass zudem zahlreiche Bauten im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) aufgeführt sind, bremst die Realisierung von Solaranlagen.
Weil Flachdächer ökologisch wertvoll zu begrünen sind, bestehen erhöhte Planungs- und Realisierungsanforderung bei der Kombination mit Solaranlagen.
Insbesondere bei privaten Eigentümerschaften bestehen Renditeüberlegungen, die sich leider selten mit der Realisierung von Solaranlagen verbinden lassen, selbst wenn die bestehenden finanziellen Förderungen einen wirtschaftlichen Betrieb erlauben würden.
Die Liste der bereits bestehenden und jeweils situativ weiterentwickelten Förderansätze ist lang. Es wird klar ersichtlich, dass auch die Stadt der Ansicht ist, dass wir alle Solaranlagen wollen!
Seit 2021 besteht eine städtische Photovoltaik-Strategie. Damit soll «eine starke Beschleunigung des Ausbaus von PV-Anlagen» für «die maximale Nutzung der Dachflächen» erzielt werden. Das Netto-Null-Ziel der Stadt wird als Argument angeführt. Das passt, weil einerseits der Weltklimarat IPCC mit dem aktuellsten Report noch eindringlicher «schnelle, weitreichende und beispiellose Massnahmen in allen Bereichen der Gesellschaft» fordert. Ebenso ergeben sich Konsequenzen aus der Tatsache, dass bereits am 25. März 2023 der «Swiss Deficit Day» erreicht wurde.
Ganz klar: Wir alle wollen so rasch als möglich ausschliesslich erneuerbare, nachhaltig nutzbare Energien einsetzen!
Nachtrag 26. März 2023:
In der NZZ vom 26. März 2023 kommentiert David Vonplon mit dem Titel «Wie die Grünen mit ihrer Politik dem Bau neuer Atomkraftwerke Vorschub leisten» völlig neben den Fakten. Dies weist darauf hin, dass sicher die $VP und wahrscheinlich auch FDP und Die Mitte nicht wirklich für Sonnenenergie als erneuerbare, nachhaltig nutzbare Energien sind.
Was in Nationalrat und Ständerat als Schockreaktion auf 30 oder 40 Jahre Nichts- oder Viel-zu-Wenig-Tun an Erlassen beschlossen wurde, fördert einen eigentlichen Wildwuchs an Solaranlagen, weit ab von jeder nachhaltigen Entwicklung. Es wurde mehrfach gezeigt, dass es verfassungs- und gesetzeskonforme Vorgehensweisen gibt, um den erforderlichen Solaranlagen-Zubau zu ermöglichen.
Es ist nicht auszuschliessen, dass $VP, FDP und Mitte eigentlich ganz andere Pläne haben – es könnte durchaus sein, dass diese Parteien im Sinne der liberalen Fehldenkerei «Technologieoffenheit» weiterhin an der Atomenergie festhalten möchten. Ein Ansatz könnte sein, die Reputation der Sonnenenergie mit untauglichen Wildwuchs-Projekten dauerhaft zu schädigen – der NZZ-Kommentar von David Vonplon legt dieses Denkmuster offen, auch wenn die Etikette dazu den Grünen umgehängt wird.
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Jahr 2012 prägt die dystopische Möglichkeit auch die energiepolitischen Diskussionen. «Morgen ist es zu spät» im Untertitel des Thrillers gibt vor, dass etwas zu tun ist. Ein erfolgsversprechender Ansatz: Stromversorgung so rasch als möglich mit 100 Prozent erneuerbaren Energien sicherstellen!
Diverse Machtpolitiken auf internationaler Ebene haben dazu geführt, dass die Erdgas-Reserven derzeit knapp oder gar nicht vorhanden sind. Erdgas spielt – entgegen den Diskussionen zum Klimaschutz – nach wie vor eine bedeutende Rolle bei der Spitzenabdeckung des Strombedarfs.
Verstärkt wird dieser Aspekt durch die Preisentwicklung insbesondere der konventionellen Energieträger. Da haben einige Schreibende bereits von «greenflation» geschrieben. Dabei ist dies eindeutig eine fossile Inflation. Diese nach wie vor vorhandene Abhängigkeit von den Preisen fossiler Energieträger ist ein sehr deutlicher Hinweis auf das Scheitern der Energiepolitiken der letzten bald fünfzig Jahre, Stichwort «Grenzen des Wachstums» oder Erdölpreiskrise.
Dazu kommt ein eigentliches Atom-Desaster in Frankreich, ausgelöst durch die Störungsanfälligkeit zahlreicher älterer Atom-Reaktoren.
Gerade für die Schweiz wirken sich zudem die Schwächen des EU-Strommarktes aus. Dabei handelt es sich um ein virtuelles Gebilde, ausgehend davon, dass jederzeit genügend Strom vorhanden sei. Absichten sind möglichst tiefe Strompreise speziell für Grösststrom-Verbraucher, unabhängig von den physikalischen Stromnetz-Voraussetzungen und den ökologischen Aspekten. Die EU betreibt hier sowohl Greenwashing als auch Öko-Dumping. Dazu kommt, dass die EU Kompetenzen an sich reisst, die ihr nicht zustehen. Für den physikalischen Stromfluss in Europa ist nämlich der Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E zuständig!
Weil während langen Jahren eher zu grosse Kraftwerkskapazitäten vorhanden waren, beschränkt sich der liberalisierte Strommarkt ausschliesslich auf die Bevorzugung von Tiefst-Strompreisen. Dies zeigt sich etwa daran, dass Schweizer Kraftwerksbetreiber bis jetzt nicht verpflichtet sind, die in Speicherseen eingelagerten Energiemengen zur Abdeckung des Schweizerischen Spitzenbedarfs einzusetzen. Immerhin gibt es bereits einen Gesetzesentwurf auf nationaler Ebene, der neu eine Wasserkraftreserve vorsieht (Bundesrätin Simonetta Sommaruga in einem Tages-Anzeiger-Interview vom 22. Januar 2022). Als Zitat aus diesem Interview: «Die Versorger müssen eine bestimmte Menge Wasser in den Speicherseen zurückhalten und werden dafür entschädigt. So haben wir den Strom auf sicher, falls wir ihn brauchen.»
In meinem Blogbeitrag Erneuerbare Energien so rasch wie möglich vom Dezember 2021 zeige ich auf, dass die Dekarbonisierung der Energiewirtschaft als Beitrag der Schweiz zur Reduktion der Klimakrise den Strombedarf erhöht. Wenn wir alle wollen, ist es sehr gut möglich, diesen Strombedarf zukünftig ausschliesslich mit erneuerbaren Energien zu decken!
Bis anhin war der Strommarkt geprägt durch die klare Aufgabenteilung zwischen Stromversorgungs-Unternehmen und Strom-Konsument*innen. In der Tendenz führt dies zu eher grossen Kraftwerken mit mehr oder weniger grosser Distanz zu den Strom-Konsument*innen.
Solarstrom ermöglicht eine Vielzahl von Produktionsanlagen, idealerweise an und auf Gebäuden installiert, situativ auch an und auf Infrastrukturanlagen. Dadurch werden die bisherigen Stromkonsument*innen zu Strom-«Prosumern»: Der von einer Solaranlage auf oder am Gebäude produzierte Strom wird von den Gebäudenutzer*innen konsumiert. Je nach Situation sind sehr unterschiedliche Eigenversorgungsgrade möglich, dies sowohl bei der Bilanzierung von einer Fünfzigstel-Sekunde (massgeblich für die Versorgungssicherheit) bis zu einem Jahr.
Auch auf Prosumer-Ebene sind Speichereinrichtungen möglich, sowohl strom- wie wärmeseitig.
Bis anhin hat der Bundesrat die Energiepolitik-Botschaften vor allem an die Energieversorgungs-Unternehmen gerichtet. Es fehlen offensichtlich die Botschaften an bereits aktive und vor allem zukünftige Prosumer. Im bereits erwähnten Interview sagt Bundesrätin Simonetta Sommaruga: «Ich würde mir politisch etwas mehr Aufbruchstimmung wünschen.» Und dann sogar noch: «Doch, wir wollen das, wir können das.» Als Vorschlag für ein nächstes Interview: «Wir wollen mehr Solarstrom, wir können mehr Solarstrom!»
Wegen des Blackout-Risikos stellen $VP und FuckDePlanet absurde Forderungen, was zu Schlagzeilen wie «Spektakulärer Kurswechsel: FDP-Spitze will neue AKW wieder zulassen» führt.
Der in Dietikon tätige FDP-Gemeinderat und Campaigning-Experte Peter Metzinger kommentiert dies in seinem Blog mehrfach mit dem Ausruf «Dümmer geht‘s nimmer». Und zur Atomenergie sagt er: «Man kann die Tatsachen ausklammern, dass Atomstrom der teuerste ist, dass kein Elektrizitätsbetreiber hierzulande ein neues AKW bauen will, dass die Endlagerung noch lange nicht gelöst ist und Atomstrom frühestens in 20 Jahren fliessen würde, wir Lösungen für Klimaschutz und Stromversorgung aber schon in wenigen Jahren brauchen.»
Es ist also alles daran zu setzen, dass wir so rasch als möglich sagen können: Wir alle wollen mehr Solarstrom! Und natürlich auch Strom aus anderen nachhaltig nutzbaren erneuerbaren Energien!
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Die Schweizerische Energie-Stiftung (SES) hat am 20. Mai 2020 eine Studie zur Produktion von Wind- und Solarstrom in 29 europäischen Ländern veröffentlicht. Im Vergleich mit etwa dem Binnenland Österreich wird in der Schweiz pro Person sehr wenig Windkraft produziert. Dies zeigt sich auch optisch!
Bei der Lektüre der SES-Studie blinkte eine Erinnerung bei mir auf: bei einem meiner regelmässigen Uetliberg-Spaziergänge habe ich vor einiger Zeit am Horizont eine Windenergieanlage gesehen. Ich ging also sowohl in meiner Bilderdatenbank als auch bei einem nächsten Uetliberg-Spaziergang auf die optische Suche.
Tatsächlich: von Uto Kulm aus habe ich am Horizont oberhalb eines Hochhauses der ETH Hönggerberg drei relativ nahe beieinander stehende Windturbinen entdeckt.

Um welche Windenergieanlagen handelt es sich, liegen diese Anlagen allenfalls in der Schweiz? Von Uto Kulm aus ist diese Anlage etwa 12 Grad östlich von der Nordrichtung zu sehen.
In dieser Richtung liegt in der Schweiz gemäss der Karte Windenergieanlagen des Bundes nur eine im Jahr 2018 erstellte private Kleinwindanlagem mit bloss einem Windrad.
Einige weitere Suchen nach Windenergieanlagen auch in Deutschland helfen weiter. Demnach dürfte es sich um den Windpark Verenafohren handeln. Seit Sommer 2017 sind drei Nordex-Windturbinen mit 134 Meter hohen Türmen und dreiflüglige Rotoren mit einem Durchmesser von 131 Metern im Betrieb. Der Windpark befindet sich im Randengebiet unmittelbar an der Schweizer Grenze, nahe der Schaffhauser Gemeinde Merishausen. Auch wenn der Strom in Deutschland produziert wird, wird der Strom netzmässig in der Schweiz verbraucht – dies scheint mit einigen rechtlichen und finanziellen Schwierigkeiten verbunden zu sein.
Auch von den Zürcher Oberländer Bergen – sicher vom Hörnli und vom Schnebelhorn aus – ist der Windpark Verenafohren zu sehen. Das Einleitungsbild des Blogbeitrages zeigt Verenafohren vom Hörnli aus, Blickrichtung etwa 29 Grad westlich der Nordrichtung. Übrigens: die Distanz zwischen Hörnli und Verenafohren beträgt rund 50 Kilometer; bei üblichen Lichtverhältnissen und mit einer Kompaktkamera werden die Grenzen der Fotografie-Möglichkeiten erreicht.
Dass passt ja zum SES-Bericht: der Windpark ist von der Schweiz aus sichtbar, liegt unmittelbar an der Landesgrenze, aber mit den Produktions- und Lieferverhältnissen wird bestätigt, dass die Schweiz in Sachen Windenergie eher hinten ansteht. Beim Solarstrom sieht es zwar ein bisschen besser aus. Klar ist: wenn echter Klimaschutz – Netto Null Fossile möglichst rasch – zu erreichen ist, muss in der Schweiz schnell sehr viel mehr erneuerbarer Strom auch aus Wind- und Solar-Anlagen produziert werden.
Jede einigermassen geeignete Fläche an und auf Gebäuden ist mit sowohl thermischen als auch elektrischen Solaranlagen auszustatten. Auch wenn in der Schweiz als Binnenland eher von Schwachwindverhältnissen – wie auch beim Standort Verenafohren – auszugehen ist, gibt es auch in der Schweiz ein beachtliches Windenergiepotenzial.
Die Praxis zeigt, dass insbesondere Landschafts- und Denkmal- kombiniert mit Heimatschutz erhebliche Hindernisse auf dem Weg zur Realisierung von Anlagen zur dezentralen Nutzung von Wind- und Solarenergie sind. Es scheint, als seien die Landschafts-, Denkmal- und Heimatschutz-Institutionen direkte Ableger der Atom- und Fossil-Lobby. Wenn die Klimakrise, durchaus auch mit dem Heimatschutz-Argument zu definieren, ernst genommen wird, ist grundsätzlich dafür zu sorgen, dass auch Schutzobjekte möglichst rasch klimaneutral werden, ideal sogar zu Plusenergiehäusern, also zu Gebäuden werden, die mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen, siehe dazu auch Umsetzung des Klimaschutz-Aktionsprogramms «Weltklima in Not – Stuttgart handelt».
Denn: «Wirtschaftliches und sozial verträgliches Aussteigen aus der Kernenergie und der CO2-intensiven Energiewelt ist möglich… wenn wir wollen»! (Schweizerischer Nationalfonds, Januar 2020).
Die real existierende Klimapolitik der Schweiz wird sich etwa durch die regelmässig zum Beispiel in vergleichenden Berichten der Schweizerischen Energie-Stiftung zur Entwicklung der Anteile von Strom aus Wind- und Solarkraft aufzeigen lassen.
Version 1. Juni 2020
Nachtrag 12. Juni 2020
Nördlich Hochhaus der ETH Hönggerberg (Bild vom 6. Juni 2020)
Bei Regensberg, Beginn oder Ende des Lägern-Höhenzuges (Bild vom 12. Juni 2020)

Nochmals nördlich Hochhaus der ETH Hönggerberg (Bild vom 9. Juli 2020, mit einem starken Bild-Zoom)

Nachtrag 19. Juli 2020:
Velotour Richtung nördlichster Zipfel der Schweiz
Einige Kilometer nördlich von Merishausen liegt das nördlichste Dorf der Schweiz, Bargen. Darum einmal mit dem Velo Richtung den Windpark Verenafohren bei Merishausen und/oder Richtung Nordzipfel. Hier eine Auswahl von Bildern mit mehr oder weniger sichtbaren Windrädern von dieser Velotour.
Bei Berg am Irchel, etwas mehr als 20 Kilometer Luftlinie vom Windpark Verenafohren entfernt:
Bei der Kirche in Merishausen sind im Wechsel die Spitzen des sich drehenden Windrad-Rotors zu sehen:

Am Ortsrand vom Merishausen zu sehen: ein Windrad inklusive Mast und ein Windrad mit Generatorgehäuse und einem Teil des Rotors.

Blick zurück von einem Aussichtpunkt oberhalb Neuhausen am Rheinfall:

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Es ist leider davon auszugehen, dass Politik und Energiewirtschaft dabei keine wirkliche Hilfe sind – es braucht also eine Energiepolitik von unten.
Im Rahmen Energieforschung Stadt Zürich wurden Erfolgsfaktoren erfolgreicher Gebäudeerneuerungen untersucht – verallgemeinert nicht nur für Energieprojekte lesen sich diese so:
Ganz einfach: Wenn etwas wirklich gewollt wird, dann sind auch ambitiöse Ziele erreichbar und tragbar!
Es kommt hin und wieder vor, dass fast gleichzeitig Informationen bekannt werden, die die Berechtigung ambitiöser Vorgaben belegen.
Da hat Swissgrid am 30. April 2015 eine umfangreiche Publikation zur Strategie des CH-Stromnetzes veröffentlicht – Swissolar meint dazu: «Die extrem detaillierten Simulationen zeigen, dass der Ausbau des Höchstspannungsnetzes für die Energiewende kosten- wie kilometermässig wesentlich moderater ausfällt als noch im „Strategischen Netz 2015“ gedacht. Die sorgfältig ausgewählten und geplanten Ausbauten würden zudem erlauben, mit geringen Zusatzkosten einen sehr hohen Anteil von 25% Solarstrom im Netz zu integrieren.». Alle Verhinderer einer zukunftsgerichteten Energie- und Klimaschutzpolitik, die weiterhin mit dem Kostenargument Meinungen manipulieren wollen, sind schlicht und einfach nicht mehr zeitgemäss.
Am Tag darauf wurde «Powerwall» von Tesla/Elon Musk vorgestellt, eine Batterie gedacht für den Haushaltgebrauch. Der Tagesverbrauch eines stromeffizienten Haushalts lässt sich mit dieser Lösung abspeichern, Kosten von derzeit 3000 $ pro Batterie, für zehn Jahre Nutzungszeit. Auch hier wieder: Für ein bis zwei Franken pro Tag pro Haushalt (bei einer Batterie oder bei zwei Batterien, falls z.B. auch noch Strom für den Betrieb der Wärmepumpe gespeichert werden soll) lässt sich ein Beitrag für eine zukunftsgerichtete Energieversorgung leisten. Zusammen mit den weniger als 3 Franken, die die Sonnenstromproduktion pro Haushalt kostet, heisst dies: ein Haushalt lässt sich für etwa 5 Franken täglich mit Strom aus Sonnenenergie versorgen, allenfalls braucht es dazu während wenigen Tagen im Jahr noch einen Austausch mit dem Stromnetz!
Ganz einfach machen! Die Erfolgsfaktoren sind ja auch bereits bekannt!
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Der Sonnenenergie kommt in der nicht-nuklearen und nicht-fossilen Energieversorgung eine grosse Bedeutung zu. Die Energiestrategie 2050 des Bundesrates, konzipiert als Energiewende-Politik des Bundes, wird diesem Stellenwert der Sonnenenergie nicht gerecht.
Subventionitis ist in keiner Form geeignet, zukunftsgerichtete Anliegen voranzubringen. Im Gegenteil: die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass etwa die KEV, die kostendeckende Einspeisevergütung, zu einer Verteuerung der Solaranlagenkosten führt. Zitat: Die Höhe der Solarstromanlagen-Preise richtet sich an der Einspeisevergütung aus und nicht am Markt selbst. – Die KEV-Vergütung wurde durch das UVEK 2011 um 18 Prozent reduziert. Im Jahr 2011 sind demnach die Preise für Solarstromanlagen in der Schweiz um genau diese 18 Prozent gesunken.
Wenn Sonnenenergie die mögliche Bedeutung erreichen soll, muss sie Bestandteil der Energiekonzepte sämtlicher Gebäude werden – und das geht nicht via ausschliesslicher Stromeinspeisung ins Netz, sondern nur dadurch, dass der selbst produzierte Sonnenstrom, allenfalls ergänzt mit selbst produzierter Solarwärme, einen hohen Anteil des Strom- und Wärmebedarfs von Bauten aller Art abdeckt – siehe dazu mein Blogbeitrag Die Sonnenenergie nutzen – aber ohne KEV-Vollkasko-Mentalität. Und wie auch schon der Link zur Energiepolitik for Dummies!
Das Manifest Pro Solar ist zu stark reduziert und damit kein Beitrag auf dem Weg zu einer fossil- und nuklear-freien Energieversorgung.
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Am 11. September 2012 hat Greenpeace unter anderem mit einer Plakathängeaktion an einem der Nachbargebäude des Prime Tower in Zürich die Aktion solarmacher.ch lanciert – einerseits als Hinweis auf die enormen ungenutzten Solarenergiepotenziale in der Schweiz, andererseits aber auch als Mitmachaktion, also als Hinweis darauf, dass jede und jeder in seinem/ihren Verantwortungsbereich aktiv werden muss, um Sonnenenergie zu nutzen.
Als Anhang zur Medienmitteilung zu dieser Aktion liefert Greenpeace ein Faktenblatt mit, unter anderem mit einer Kurvenschar über die Entwicklung des Solarstrompreises. Festzustellen ist, dass die Solarstrom-Gestehungskosten bereits heute nur noch leicht über dem Strompreis für EndkundInnen in der Schweiz liegen – und die KEV-Vergütungssätze liegen auch nach der neuesten Absenkung deutlich über diesen Gestehungskosten.
Drei Tage nach der Greenpeace-Aktion hat der Bundesrat einen Bericht über das Potenzial von Strom aus erneuerbaren Quellen veröffentlicht – wie nicht anders zu erwarten war, hat Sonnenstrom das grösste Potenzial. Dazu kommt, dass höchstens ein Prozent dieses Potenzials genutzt wird! Zumindest in der Potenzialfrage also kein Widerspruch zwischen Greenpeace und Bundesrat!
Das Dach jedes Gebäudes braucht innerhalb eines Zeitraumes von 25 bis 40 Jahren einen grösseren Unterhalt oder wird gar, zum Beispiel im Rahmen einer Aufstockung oder eines Dachgeschoss-Ausbaus, verändert. Das heisst: innerhalb von längstens 40 Jahren ist es möglich, dass Solarstrompotenzial auf den Dächern des Gebäudepark Schweiz zu nutzen. Weil dies alle Hauseigentümerschaften betrifft, und der Gestehungspreis immer deutlicher unter dem Strompreis für EndkundInnen liegt, sind Sonnenstromanlagen ein ganz alltägliches Geschäft, das keine Förderungen im Stile der kostendeckenden Einspeisevergütung KEV braucht. Wenn die Freiwilligkeit nicht ausreicht, braucht es allenfalls ein Installationsobligatorium.
Die KEV sei ein Vollkasko-Modell, habe ich oben erwähnt. Diese Vollkasko-Anlage ist im Dach eines grösseren Einfamilienhauses eingebaut, krass unternutzt, zudem offensichtlich nicht auf dem neuesten energetischen Stand – die Energieetikette würde den Buchstaben G wie „ganz schlecht“ zeigen, vor dem Haus stehen zwei grössere Autos. Die Solarstromanlageist das ökologische Feigenblatt, abbezahlt durch das Kollektiv der StromkonsumentInnen. Ein Zitat dazu: Die Höhe der Solarstromanlagen-Preise richtet sich an der Einspeisevergütung aus und nicht am Markt selbst. In einer Medienmitteilung des U.S Department Of Energy tönt dies ähnlich: While solar hardware prices have fallen 400 percent in the past four years, the soft costs of installing solar energy systems remain stubbornly high. Das DOE führt jetzt einen Wettbewerb durch, Zitat: As part of the Energy Department’s SunShot Initiative, which is working to make solar energy competitive with other forms of energy without subsidy by the end of the decade, the Energy Department today announced the start of a new competition to make it faster, easier, and cheaper to install rooftop solar energy systems. Klug eingesetzte Fördermittel also, zur Integration der Solaranlagen in bestehende und neue Gebäudeoberflächen!
Die Kosten der solaren Hardware seien um 400 Prozent gefallen in den letzten 4 Jahren, schreibt das DOE. Das hat hauptsächlich damit zu tun, dass – analog zu den vergleichbaren Produktionsschritten bei Computern und Kommunikationsgeräten – die Produktion dieser Solar-Hardware zu einem erheblichen Teil in Billiglohnländer verlagert wurde – mit deutlich schlechteren Demokratiemöglichkeiten, mit ökonomisch, sozial und ökologisch fragwürdigen Umständen respektive schlimmen Folgen für Mensch und Umwelt in diesen Gebieten. „Fair Trade“ muss auch in diesen Bereichen Einzug halten. „Auf der Suche nach dem Fair-Trade-Handy“ titelte kürzlich der Tagesanzeiger. „Wer zurzeit auf der Suche nach einem Fair Trade Handy sei, käme mit leeren Händen nach Hause“ heisst es unter anderem in diesen Artikel, mit dem Hinweis auf ein holländisches Projekt: die FairPhone Initiative will bis in einem Jahr ein faires Mobil-Phone auf den Markt bringen. Da besteht noch einiger Handlungsbedarf!
Die kostendeckende Einspeisevergütung KEV setzt falsche Signale. Entscheidend ist, dass sich StromkonsumentInnen bewusst für Solarstrom entscheiden – da es genügend Flächen für die Solarstromproduktion gibt (siehe oben die übereinstimmenden Aussagen von Greenpeace und Bundesrat), ist bei der Förderung des Solarstromkonsums anzusetzen und nicht bei der Produktion. Auch wenn da die Solarstrom-Branche und ihre Lobby noch trötzeln: die KEV ist sehr schnell abzuschaffen und durch ein kluges Quotenmodell zu ersetzen (auch in Sachsen wird daran gearbeitet). Einerseits geht es darum, dass z.B. MieterInnen bei ihrem Stromlieferanten Solarstrom beziehen können – mindestens so wichtig ist aber, dass Solaranlagen-Eigentümerschaften so viel als möglich des selber produzierten Solarstroms nutzen können, unter Einbezug von Speichermöglichkeiten. Die oben erwähnte Grafik aus dem Greenpeace-Faktenblatt enthält dazu den Hinweis „Kostenspielraum für Speicherlösungen„, weil die Differenz zwischen den sinkenden Solarstrom-Gestehungskosten und dem EndkundInnen-Strompreis grösser werden dürfte in Zukunft!
Und jetzt?
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Subventionen sind das Zückerchen, das die First Movers und ihre ersten NachfolgerInnen gerne haben, um gute Dinge zu tun (sie tun es in der Regel auch ohne diese Zückerchen). Wer genau von den Subventionen profitiert, ist schwierig zu ermitteln – der Verdacht liegt nach dem obigen Zitat nahe: es sind die AnbieterInnen. Subventionen, das steht für zumindest bei einem Teil der Politik und der Bevölkerung gewünschte Dinge. Sobald Subventionen wegfallen – und beispielsweise durch eine Anteilsvorgabe ersetzt werden -, verändert sich der „Schein-)Markt – und wird zum NachfragerInnen-Markt. Es ist aus dieser Sicht zwar verständlich, dass in der Schweiz die Solar(anlagen)lobby am lautesten nach der KEV schreit – dies hat mit Strukturerhaltung, „Heimatschutz“, PionierInnen-Erhaltung und dergleichen zu tun. Möglicherweise eine gute Sache – mit echter Energiepolitik hat dies nichts zu tun.
Solche Aussenblicke – wie im Fall dieser Studie aus Deutschland – sind bestens geeignet, die Vorurteile neu zu gruppieren. Meine uralte Forderung „Weg mit der Subventionitis im Energiebereich“ wird andererseits einmal mehr deutlich bestätigt!
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Die SVP prägt seit langen Jahren mit ihren „Baronen“ die schweizerische Elektrizitätswirtschaft. Die Elektrizitätswirtschaft in der Schweiz besteht ja zu einem erheblichen Teil aus Spezialunternehmen des öffentlichen Rechts, im wesentlichen allerdings der demokratischen Mitwirkung entzogen, dafür der Beliebigkeit mehr oder weniger verdienter SVP-Parteigrössen (und auch solchen der FDP und der CVP, hin und wieder einige SPler) unterworfen. Klipp und klar: diese Unternehmen sind rückständig und haben schlicht und einfach die Zeichen der Zeit nicht verstanden.
Dieser abrupte Wechsel von „Energiepolitik“ im ersten Absatz zu „Strom- oder Elektrizitätswirtschaft“ im zweiten Absatz ist nicht zufällig. Auch wenn Elektrizität Energie ist, ist Energie eben nicht nur Strom. Dies geht nicht nur bei der SVP leider sehr häufig vergessen.
Die „Energiepolitik“ der SVP ist im wesentlichen darauf ausgelegt, das Versagen der SVP-Strombarone zu verschleiern – und auch sonst die realen Probleme mit dem Bezug zum Mensch gemachten Klimawandel und der Endlichkeit der Ressourcen zu verdrängen. In Deutschland ist die energiepolitisch auch stark von den Stromlobbyisten gesteuerte Regierung wenigstens sprachlich auf Klarheit aus und spricht sehr euphemistisch von der Atomenergie als „Brückentechnologie“, wohl wissend, dass eben auch Uran eine endliche Ressource ist.
Dass eine andere als die SVP-geprägte Stromversorgungspolitik möglich ist, zeigt das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich ewz. Hier findet ein demokratische Mitwirkung statt. Und dieses Unternehmen ist innovativ, energetisch und ökologisch führend. Die Solarstrombörse, der Effizienzbonus, der Stromsparfonds, lineare Stromtarife sind einige Stichworte. Ein ganz einfaches Spiegelbild der unterschiedlichen Politiken: der Vergleich von EKZ und ewz.
Ganz einfach: in der Stadt Zürich wollen Politik und ewz, dass Haushalte und Wirtschaft Oekostrom kaufen, im Kanton Zürich nicht!
Die SVP schwadroniert dauernd von einer Stromlücke – da merkt man, dass die SVP ihre Wurzeln in der hoch subventionierten Landwirtschaftpolitik des letzten Jahrhunderts hat! „Lücke“, das heisst zuwenig Angebot, zuviel Nachfrage. Schon in einer der ersten Lektionen über Ökonomie lernen auch spätere SVP-Mitglieder, welche Auswirkungen dies hat: der Preis steigt! Oder anders: wenn auch die SVP-Strombarone im Strombusiness die Grundsätze von Angebot und Nachfrage akzeptieren, ist eine Stromlücke purer Unsinn!
Im übrigen: das ewz ist auch im Bereich der Stromeffizienz wesentlich aktiver als etwa die EKZ – offenbar pushen hier die SVP-Strombarone nach wie vor die Stromnachfrage, unabhängig von der Effizienz. Oder anders: Glühbirnen stehen für eine Politik, die die Stromlücke herbeiwünscht, Stromsparlampen sind ein Beitrag zu einer sicheren Stromversorgung.
Unter diesen Voraussetzungen ist es etwas dürftig, wenn die SVP einfach neue Atomkraftwerke verlangt – dies würde einmal mehr die Macht der SVP-Strombarone betonen, wäre eine ungerechtfertigte Auszeichnung ihrer Nichtstun-Politik. Derzeit sind die Anbieter von Strom aus erneuerbaren Energien zwar noch in Nischen tätig, aber sie sind wesentlich innovativer und kundenorientierter als die SVP-Elektrizitätswirtschaft. Es ist bezeichnend, dass in Deutschland die ungerechtfertigte Verlängerung der AKW-Laufzeit offenbar gekoppelt ist mit einer Verminderung der garantierten Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energien. Oder symbolisch: die Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien war in Deutschland am Morgen des 26. Dezembers 2009 derart hoch, dass die veralteten Grosskraftwerke nicht einmal in der Lage waren, die Leistung zu drosseln. Ganz offensichtlich: die fossile und nukleare Stromunternehmenspolitik der SVP verhindert die erneuerbaren Energien, auch im Strombereich.
Dass die SVP fordert, dass für erneuerbare Energien keine staatlichen Stützungsmassnahmen unternommen werden, unterstreicht doppelt die Unkenntnis der SVP über ganz banale Dinge im Strombereich. Die Solarstrombörse des ewz etwa funktioniert sehr erfolgreich exakt mit den Gesetzen von Angebot und Nachfrage – was an Solarstrom produziert wird von Privatpersonen und Unternehmen, wird direkt an Privatpersonen und Unternehmen weiterverkauft (ergänzt mit relativ geringen Förderbeiträgen für die Installation der Anlagen; diese sind finanziert aus einem ganz geringen Stromaufpreis). Ganz einfach: die KonsumentInnen wollen Strom aus erneuerbaren Quellen – und die SVP will dies aus Rücksicht auf ihre Strombarone nicht!
Diese ablehnende Haltung gegenüber Strom aus erneuerbaren Ideen ist geradezu zynisch, ist doch die Atomenergie nur darum überhaupt auf de Markt, weil der Staat erhebliche Kosten dieser Stromproduktionsindustrie übernimmt – mangelhafte Sicherheitsdeckung, unlösbare dauerhaft sichere Lagerung der radioaktiven Abfälle (Stichwort Asse) und weitere mehr sind einige Aspekte.
Objektiverweise ist die Situation ähnlich wie rund um das nie gebaute AKW Kaiseraugst. Schon damals wurde eine Stromlücke herbeigeschwatzt, um ein unnötiges AKW durchzustieren. Der politische Widerstand gegen dieses AKW wirkte als Sand im Getriebe der Demokratie, um durch Nationalräte wie Stucky und Blocher eine Vergoldung der Projektarbeiten und damit das Ende des Projektes zu erreichen. Es ist nicht auszuschliessen, dass hier die SVP ähnliches plant: fiktive Projekte (derzeit drei!!!) durch die Kraftwerkgesellschaften zu entwickeln, die zum Vorneherein als nicht-realisierbar gelten – um dann irgendwann in einigen Jahren die Projekte gegen riesige Entschädigungssummen an die planenden Unternehmen stillzulegen.
Im übrigen ist es gut, dass sich die SVP nicht zu anderen Energiethemen als dem Strom geäussert hat: wer nichts zu sagen hat, schweigt besser!
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Klar ist nur: die Menschheit muss sich dafür engagieren, dass so rasch als möglich die gesamte Energieversorgung der Menschheit ausschliesslich auf erneuerbaren Energien in nachhaltiger Nutzung abstützt. Das Potential und die Erscheinungsformen dieser erneuerbaren Energien sind so vielfältig, dass nicht jede sich bietende Gelegenheit zwingend genutzt werden muss. Dies heisst aber auch: im Gegensatz zur aktuellen Energieversorgung, welche sich schwergewichtig auf endliche, fossile Energieträger, hauptsächlich als Erdöl und Erdgas abstützt, bietet sich zukünftig die Chance auf eine breit diversifizierte Angebotspalette erneuerbarer Energien.
Es ist relativ nahe liegend: grosse Unternehmen wollen auch grosse Kraftwerke bauen, wollen grosse Projekte mit grossen Risiken und vielen Unwägbarkeiten, wollen schliesslich mit solchen Projekten Geld verdienen (im Erfolgsfall ist dies tatsächlich die „Nische“ der Grossunternehmen, denn dezentrale Projekte in unterschiedlicher Grössenstufe erfordern nicht die Potenz der Grossunternehmen, sondern können mit alltagstauglichen Investitionen realisiert werden) – und objektiverweise ist dieses Unterfangen komplexer als die Mondlandung: im Weltall gelten relativ einfache bewegungsdynamische Gesetze, und es reicht eine grössere Gruppe von Menschen, um das Projekt umzusetzen. Bei Desertec und anderen Grossprojekten ist ein sehr lang anhaltender Schnauf sehr vieler treibender Kräfte erforderlich, die sich auch durch absehbare Rückschläge nicht von ihrer Vision abbringen lassen – es braucht angesichts der langen Zeitdauer absehbar mindestens zwei Generationen solcher treibender Menschen. Eine echte Herausforderung sowohl an das Projektmanagement als an die Begeisterungsfähigkeit sehr vieler Menschen. Dazu kommt, dass auch diese Unternehmen nicht ausschliesslich auf Desertec (und mit Sicherheit weitere ähnliche Projekte) fokussieren dürfen, sondern immer auch noch parallele Entwicklungspfade verfolgen müssen.
Klar ist: Desertec hat eine sehr lange Zeitachse. Es braucht also daneben und parallel auch andere Formen der Nutzung der erneuerbaren Energien. Jede geeignete Dachfläche muss auch in Europa, also auch in der Schweiz, in Deutschland für die Nutzung der Sonnenenergie hergerichtet werden. Wärme und/oder Strom von der Sonne gehören schlicht bei jedem Gebäude dazu, spätestes bis in zwanzig Jahren (dies ist die typische Zykluszeit von technischen Einrichtungen im und am Gebäude). Dies reicht alleine jedoch nicht aus, den heutigen und voraussichtlich zukünftigen Energiebedarf der in diesen Gebäuden wohnenden Menschen abzudecken. Auch Biomasse, welche nicht in der Nahrungskette Verwendung findet, tiefe und untiefe Erdwärme/Geothermie, Wasserkraft, Windkraft sind zu nutzen (auch dies eigentlich Sonnenenergie, in umgewandelter Form), und zwar nachhaltig.
Entscheidend dabei: auch wenn jemand – wie heute die Verantwortlichen der Desertec Industrial Initiative – „Heureka“ ruft, so ist dies bestenfalls ein Hinweis auf einen kurzen Halt, ein Schauen nach links und rechts, eine Aufforderung zur Neugruppierung der liebgewonnenen eigenen Vorurteile – und dann weiter auf dem allenfalls korrigierten Kurs. Denn: die Herausforderung, das heutige vorwiegend fossil abgestützte und auf eine Minderheit der Weltbevölkerung ausgerichtete Energiesystem auf die vieldimensionale Nachhaltigkeit einer erneuerbaren Energieversorgung umzubauen, ist derart riesig, dass jeder Beitrag erforderlich ist. Denn: jede dieser Ideen hat das Potential sowohl des Durchbruchs als auch des Scheiterns.
Desertec – Stromproduktion in einer weit entfernten Wüste und Stromdurchleitung bis zu den VerbraucherInnen hier: dies steht deutlich in Kontrast zu Projekten wie „Schweiz erneuerbar“, „Bern erneuerbar“ oder – am 10. Juli 09, also wenige Tage vor dem Start der Desertec Industrial Initiative bekanntgegeben – „Zürich erneuerbar„.
Widerspruch oder gemeinsame Beiträge zur Problemlösung? Dies wird die Zukunft zeigen!
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