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rasch auf erneuerbare Energien umstellen | umweltnetz.ch https://www.umweltnetz.ch/content Umwelt und Politik - ein Internet-Angebot von Toni W. Püntener Wed, 07 Sep 2022 13:39:13 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 44487214 Auch mit dystopischen Szenarien: nachhaltige/enkel*innen-taugliche Entwicklung anstreben! https://www.umweltnetz.ch/content/auch-mit-dystopischen-szenarien-nachhaltige-enkelinnen-taugliche-entwicklung-anstreben Wed, 07 Sep 2022 13:38:44 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=8596 Begriffe wie Strommangellage, Gasmangellage, (Strom-) Blackout prägen die energiepolitische Wahrnehmung seit etwa Sommer 2022. Dystopische Szenarien verlangen zwingend nach nachhaltigen und damit enkel*innen-tauglichen Entwicklungen!   Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und damit verbunden Diskussionen über die Erdöl-, Gas- und Uran-Lieferungen aus Russland, umfassende geplante und ungeplante Atomkraftwerk-Stilllegungen, der heisse und eher trockene Sommer  führen … „Auch mit dystopischen Szenarien: nachhaltige/enkel*innen-taugliche Entwicklung anstreben!“ weiterlesen

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Begriffe wie Strommangellage, Gasmangellage, (Strom-) Blackout prägen die energiepolitische Wahrnehmung seit etwa Sommer 2022. Dystopische Szenarien verlangen zwingend nach nachhaltigen und damit enkel*innen-tauglichen Entwicklungen!

 

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und damit verbunden Diskussionen über die Erdöl-, Gas- und Uran-Lieferungen aus Russland, umfassende geplante und ungeplante Atomkraftwerk-Stilllegungen, der heisse und eher trockene Sommer  führen zu dystopischen Szenarien, dass Gas, Öl und Strom im Winter 22/23 knapp werden könnten, allenfalls nicht mehr verfügbar sind, zumindest zeitweise.

Niemand möchte grössere Blackouts erleben

In Volkswirtschaften, die nach wie vor von der unbegrenzten Verfügbarkeit insbesondere von fossilen und nuklearen Energieträgern ausgehen, ist bereits eine kurzzeitige Reduktion von Raumtemperaturen in beheizten Räumen negativ behaftet. Weil bekanntlich «jede Kilowattstunde zählt», werden beispielsweise Überlegungen zu möglicherweise reduzierten Weihnachtsbeleuchtungen sehr schnell hochgradig emotional. Wir alle wissen nicht, welche Auswirkungen kurz-, mittel- oder langfristig nicht verfügbare Energien auf unser Leben haben. Niemand möchte Dinge erleben, wie sie im Technik-Thriller «Blackout – Morgen ist es zu spät» von Marc Elsberg erzählt werden.

Suffizienz, Effizienz und Konsistenz helfen allenfalls auch kurzfristig – sie sind auf jeden Fall wichtig für die nachhaltige Entwicklung

Energiesparkampagnen gibt es bereits sehr lange Zeit mit unterschiedlichen Motivationen. Ein Aspekt ist die Verminderung der Kosten der Energieanwendungen, in einer ersten Stufe mit der Absicht, unsinnigen und unnötigen Energiekonsum zu vermeiden. Die Verminderung der  Abhängigkeit von despotischen Energieressourcenländern oder eine Verminderung der Umweltbelastung können weitere Motivationen sein. Oder eben jetzt Überlegungen, den Energieverbrauch zu vermindern, um die dabei eingesparten Energien zu einem späteren Zeitpunkt zur Spitzenabdeckung verfügbar zu machen.

Energiespartipps gibt es in unendlicher Vielzahl. Auch wenn nicht mehr zwingend alle Tipps stimmen, folgt an dieser Stelle ein automatischer Energiespar-Phrasendrescher, den ich vor einigen Jahren erstellt habe.

Seit langer Zeit werden offenbar die mehr oder weniger gleichen Energiespartipps vermittelt, mit hin und wieder Anpassungen an technologische Veränderungen. Es ist sicher schwierig, aus der Fülle von Tipps die individuell passenden Handlungsmöglichkeiten auszuwählen. Zudem geht es häufig darum, «dumme» Technik zu korrigieren. Oder es wäre hin und wieder etwa bei Wohnbauten zu klären, welches die Aufgaben von Mietenden und Eigentümerschaften zur Verminderung und Optimierung des Energieverbrauchs sind. Hilfreich könnten auch verschiedenartige Ansätze zur Belohnung eines energieeffizienten Verhaltens sein. Geradezu hämische Medienartikel (ein Beispiel, ein weiteres Beispiel) dienen der Sache nicht wirklich.

Es ist leider so: die heutige Praxis der Energiespartipps ist nicht wirklich ein errnsthafter Umgang mit den Nachhaltigkeitsprinzipien Suffizienz und Effizienz. Wenn «Jede Kilowattstunden zählt» wirklich gilt, braucht es noch einiges mehr als Kampagnen wie «Energie ist knapp. Verschwenden wir sie nicht.»

Zur Betonung: ein ernsthafter Umgang mit Suffizienz und Effizienz ist zentral für eine nachhaltige, eine enkel*innen-taugliche Entwicklung!

Auch erneuerbare Energien enkel*innen-tauglich nutzen: nachhaltige Konsistenz ist zwingend!

Zumindest die ständerätliche «Energiekommission» UREK-S hat am 29. August 2022 mitgeteilt, dass ihr Nachhaltigkeit völlig egal ist bei Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien. Beispielsweise sollen für Freiflächen-Photovoltaikanlagen im alpinen Gelände die Planungs- und Umweltverträglichkeitsprüfungs-Pflicht abgeschafft werden, und derartige Anlagen sollen in der Prioritätenordnung vor allen anderen Interessen von kantonaler udn nationaler Bedeutung stehen. So offensichtlich hat bis heute kaum ein parlamentarisches Gremium gezeigt, dass keinerlei Interesse an einer nachhaltigen, einer enkel*innen-tauglichen Entwicklung besteht.

Die Erfahrungen zeigen: ist ein Vorhaben wirklich nachhaltig, kann die Umweltverträglichkeit bestens nachgewiesen werden, und allfällige Rechtsmittelverfahren können schnell durchgeführt werden. Eine Anlage wie «Gondosolar» ist nicht nachhaltig realisierbar (ich habe auf Alpjerung und dem Weg dorthin ganz genau hingeschaut). Dies gilt auch für  «Saflischsolar» in der vorgeschlagenen Grösse von fünf Quadratkilometern.

Weil nicht nur die Schweiz beim Ausbau erneuerbarer Energien bisher versagt hat, ist es trotzdem nicht zulässig, die Verfassungsbestimmungen zur nachhaltigen Entwicklung für neu zu realisierende Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien ausser Kraft zu setzen, siehe dazu auch der NZZ-Artikel „Rechtsprofessor [Peter Hettich] zur «Lex Bodenmann»: «Alpine Solaranlagen erhalten einen Freipass – und das ist keine gute Idee»„. 

Weitere Überlegungen zum dringend nötigen Solar-Sprint: Energieversorgung – schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen.

Wir brauchen «schnelle, weitreichende und beispiellose Massnahmen» auch zur Konsistenz, zur Nutzung erneuerbarer Energien. Die Konkretisierung der Nutzung erneuerbarer Energien  muss zwingend nachhaltig und damit enkel*innen-tauglich sein!

 

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Aus vielen Gründen: Ganz schnell weg von Erdöl, Erdgas … https://www.umweltnetz.ch/content/aus-vielen-gruenden-ganz-schnell-weg-von-erdoel-erdgas Wed, 09 Mar 2022 16:56:30 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=8520 Der brutale Angriffskrieg von Putin-Russland Ende Februar 2022 gegen die Ukraine ist ein weiteres gewichtiges Argument für den schnellstmöglichen Ausstieg aus den fossilen Energien Erdöl, Erdgas … Die Förderung und der Verkauf fossiler Rohstoffe führt nicht nur in Russland zu erheblichen Einnahmen. Diese können zum Beispiel für die Beschaffung von Waffensystemen verwendet werden. Die Nutzung … „Aus vielen Gründen: Ganz schnell weg von Erdöl, Erdgas …“ weiterlesen

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Der brutale Angriffskrieg von Putin-Russland Ende Februar 2022 gegen die Ukraine ist ein weiteres gewichtiges Argument für den schnellstmöglichen Ausstieg aus den fossilen Energien Erdöl, Erdgas …

Die Förderung und der Verkauf fossiler Rohstoffe führt nicht nur in Russland zu erheblichen Einnahmen. Diese können zum Beispiel für die Beschaffung von Waffensystemen verwendet werden. Die Nutzung fossiler Rohstoffe ist ein eigentlicher Raubbau an der Erde.

Eine nachhaltige Nutzung fossiler Ressourcen ist schlicht unmöglich. Wir – damit ist die gesamte Menschheit gemeint – müssen somit schnellstmöglich aus den fossilen Ressourcen aussteigen.

Frieden ist ein zentraler Aspekt einer nachhaltigen, einer zukunftstauglichen Entwicklung!

Was ist zu tun?   

Seit Jahrzehnten ist gründlich dargelegt, dass so rasch als möglich aus den fossilen Energien auszusteigen ist. Die offensichtliche Klimakrise und der kriegerische Angriff auf die Ukraine belegen exemplarisch, dass die Menschheit gescheitert ist, offensichtliches zu realisieren.

Oder anders: Profiteur*innen des Raubbaus an der Erde durch die Nutzung fossiler Ressourcen haben es bis jetzt mit sehr viel Lügenpropaganda geschafft, die Menschheit vom Ausstieg aus dem Verbrauch fossiler Rohstoffe abzuhalten. Als Zitat aus einem Blogbeitrag vom Dezember 2021: Dies lässt sich aus dem Buch «Propagandaschlacht ums Klima – Wie wir die Anstifter klimapolitischer Untätigkeit besiegen.» von Michael E. Mann schliessen.  

Aus Respekt vor den vom Krieg in der Ukraine betroffenen Menschen lässt sich mit bekannten Sofortmassnahmen mit Bezug zu Suffizienz und Effizienz einiges erreichen:

  • Bereits eine Reduktion der Raumtemperatur um ein Grad Celsius bringt eine Verminderung des Energieverbrauchs für die Raumheizung um etwa sechs Prozent.
  • Auch eine so weit als möglich autofreie Mobilität reduziert beim derzeitigen Fahrzeugpark den Verbrauch an fossilen Treibstoffen. 
  • Bewusster Konsum und bewusste Ernährung bieten weitere Möglichkeiten zur Verminderung des fossilen Fussabdrucks.

System Change ist zwingend

Auch wenn die Propagandalügen leicht modifiziert weiterbestehen, führt letztlich nichts an einem System Change vorbei, auch als «moralische Revolution» oder gelegentlich als Zukunftskunst bezeichnet. Die Beschreibungen der zwingend erforderlichen Handlungsfelder sind sehrr umfassend bereits vorhanden. Ein Beispiel stellt der Climate Action Plan CAP der Schweizerischen Klimabewegung  dar.   

Die Sache mit den Preisen und Kosten

Nur schon die möglichen Spekulationen über kriegerische russische Absichten haben Öl- und Gaspreise kräftig ansteigen lassen. Die anfänglichen Versuche, diese Preisentwicklung der Energiewende zuzuschreiben, sind ein Beleg mehr für die Propagandalügen bei vielen Aussagen zu Preisen und Kosten im Energiebereich.

Mit Bezug zu den russischen Aggressionen wurden erneuerbare Energien auch schon als «Freiheitsenergien» bezeichnet. Nochmals: wer es in den letzten rund 50 Jahren geschafft hat, von den fossilen Energien wegzukommen, dürfte etwas mehr investiert haben – dafür sind die Betriebs- und Verbrauchskosten geringer.

Offensichtliche Fehlentscheide als Argument gegen System Change

Wer im eigenen Haus in den letzten zehn Jahren eine Öl- oder Gasheizung – egal ob als Ersatz einer bestehenden oder einer neu installierten Anlage – eingebaut hat, hat offensichtlich falsch entschieden und/oder wurde falsch beraten. Wer derzeit noch ein Auto mit Benzin- oder Dieselmotor kauft, hat ebenfalls falsch entschieden.

Leider mögen dies die Falschentscheider*innen nicht zur Kenntnis nehmen.

Wie die Psychologin Katharina Ohana festhält, ersetzt Narzissmus vielfach die Vernunft. Ähnliches dürfte wahrscheinlich auch für meritokratisch ausgerichtete Verhaltensweisen gelten.

Oder anders: Kommunikation und Psychologie gehören zu den immer bedeutsamer werdenden Fachgebieten auf den Wegen aus der Klimakrise und den fossilen Abhängigkeiten!

Unsere (Friedens-)Verpflichtung: so schnell als möglich ausschliesslich erneuerbare Energien nutzen! 


Nachsatz

Die brutalen kriegerischen Vorfälle in der Ukraine sind nicht nur für die in der Ukraine lebenden Menschen unerträglich. Die ganze Menschheitsgeschichte zeigt, dass Kriege niemals geführt werden dürfen. Die mit Kriegen offenbar zwingend verbundenen Propagandalügen überhöhen die Unerträglickeit kriegerischer Ereignisse.

Es ist unerklärlich, warum es die Menschheit bisher nicht geschafft hat, Kriege zu verunmöglichen. Objektiverweise ist es verantwortungslos, in solchen Situationen für den Ausbau der militärischen Infrastruktur zu werben. Wir haben alles dafür einzusetzen, dass kriegerische Ereignisse so rasch als möglich beendet werden, und dass Kriege auch von autokratischen Diktatoren nicht ausgelöst werden können.    

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Energie-Zukunft statt Ölpreis-Fokussierung https://www.umweltnetz.ch/content/energie-zukunft-statt-oelpreis-fokussierung Tue, 21 Apr 2020 10:43:33 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=7876 Obwohl eigentlich schon lange klar ist, dass die Welt sich möglichst rasch von den Zwängen und Unfreiheiten der fossilen Wirtschaft befreien muss, starren erstaunlich viele Menschen nach wie vor auf die Entwicklung des Ölpreises. Wer mit Öl handelt, ist NutzniesserIn von fossilen «Rentier»-Vermögen, vor Millionen von Jahren angelegt, zu Lasten der gegenwärtigen und insbesondere zukünftigen … „Energie-Zukunft statt Ölpreis-Fokussierung“ weiterlesen

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Obwohl eigentlich schon lange klar ist, dass die Welt sich möglichst rasch von den Zwängen und Unfreiheiten der fossilen Wirtschaft befreien muss, starren erstaunlich viele Menschen nach wie vor auf die Entwicklung des Ölpreises. Wer mit Öl handelt, ist NutzniesserIn von fossilen «Rentier»-Vermögen, vor Millionen von Jahren angelegt, zu Lasten der gegenwärtigen und insbesondere zukünftigen Generationen genutzt. Sowohl Privatpersonen als auch Staaten profitieren in hohen Milliardenbeträgen von dieser fossilen Rente. PS: «Rentier» meint hier nicht das Ren, eine Hirschart eher aus dem Norden.

Das ist auch der Grund, warum trotz massivsten ökologischen Schäden – gerade wird auch über den nun zehn Jahre zurückliegenden «Deepwater Horizon»-Blowout mit nach wie vor nachwirkender Ölpest berichtet – und der zu einem erheblichen Teil durch die Anwendung fossiler Energien verursachten Klimakrise nach wie vor ein grosser Markt für Erdöl, Erdgas, Kohle und so weiter besteht.

«Es besteht eine allgemeine wissenschaftliche Übereinstimmung, dass … die Menschheit das globale Klima … durch die Freisetzung von Kohlenstoffdioxid durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe beeinflusst. … Es gibt einige potenziell katastrophale Ereignisse, die in Betracht gezogen werden müssen. … Der Mensch hat ein Zeitfenster von fünf bis zehn Jahren, bevor … harte Entscheidungen über … Energiestrategien kritisch werden könnten. … Sobald die Auswirkungen messbar sind, sind sie möglicherweise nicht mehr umkehrbar.» Dies stand bereits in den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts in einem Dokument von ExxonMobile – die Folge waren allerdings PR-Kampagnen dieser «fossilen Rentiers», die bis heute nachwirken und auch in der Schweiz eine ernsthafte Klimapolitik behindern (diese Rentier-Gelder verhelfen auch dazu, Abstimmungen auf nationaler Ebene und in den Kantonen geradezu zu kaufen).

Momentaufnahme: Am 20. April 2020 fiel der Preis für Erdöl-Termingeschäfte in den USA erstmals unter Null – wer also die Möglichkeit, im Mai 2020 in den USA Öl kaufen zu wollen, verkaufen wollte, musste bezahlen, damit jemand dieses offenbar schlechte Geschäft überrnahm. Mag sein, dass diese Situation eine Folge der Corona-Krise war, weil der Verbrauch an fosssilen Energien derzeit niedriger ist als erwartet. Nur: wenn die Welt die Klimakrise endlich ernst nimmt, wird auch nach Corona der Verbrauch fossiler Energien noch deutlicher zurückgehen – schliesslich ist der Einsatz erneuerbarer Energien wirtschaftlich und sozial verträglich. Dann dürfte auch der Marktpreis zurückgehen. Auch darum, weil Öl- und Gaspreise lügende Preise sind, da die VerbraucherInnen fossiler Energien die Folgekosten für Mensch und Umwelt nicht bezahlen müssen. Und alle jene, die bei «Wirtschaftlichkeitsrechnungen»  etwa beim Ersatz eines Wärmeerzeugers für ein Haus weiterhin auf «billig» statt auf Zukunftsfähigkeit setzen, dürften einmal mehr einer Lügen-Propaganda-Kampagne der fossilen Wirtschaft gefolgt sein.

Darum gibt es nur eine Lösung: so schnell als möglich ist der absolut unnötige und schädliche Einsatz fossiler Energien zu verbieten – möglichst schnell, also besser bereits 2030 als erst 2050. Das wird etwas länger dauernd als einen Moment.  Öl, Gas, Kohle müssen im Boden bleiben – #StayInTheGround! 

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Schweiz: Es ist mehr für den Klimaschutz zu tun – auch bei den Gebäuden https://www.umweltnetz.ch/content/schweiz-es-ist-mehr-fuer-den-klimaschutz-zu-tun-auch-bei-den-gebaeuden Tue, 16 Jul 2019 19:41:38 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=7567 Das Bundesamt für Umwelt hat die CO2-Statistik 2018 veröffentlicht. Die CO2-Emissionen aus dem Verbrauch von Treibstoffen sind unverändert hoch, die CO2-Emissionen aus dem Verbrauch von Brennstoffen sinken zwar, aber eindeutig zu schwach. «Um die Klimaziele des Übereinkommens von Paris zu erreichen, ist eine Abnahme der fossilen Energien unumgänglich« schliesst die Medienmitteilung des BAFU – eine … „Schweiz: Es ist mehr für den Klimaschutz zu tun – auch bei den Gebäuden“ weiterlesen

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Das Bundesamt für Umwelt hat die CO2-Statistik 2018 veröffentlicht. Die CO2-Emissionen aus dem Verbrauch von Treibstoffen sind unverändert hoch, die CO2-Emissionen aus dem Verbrauch von Brennstoffen sinken zwar, aber eindeutig zu schwach. «Um die Klimaziele des Übereinkommens von Paris zu erreichen, ist eine Abnahme der fossilen Energien unumgänglich« schliesst die Medienmitteilung des BAFU – eine zu offene Formulierung.

Spätestens seit Oktober 2018 ist klar, dass «schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft» erforderlich sind, um das Klimaschutzziel, die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius, möglichst eineinhalb Grad Celsius im Vergleich zu vorindustriellen Levels zu begrenzen, erreichen zu können.

«NettoNull2030» – ausgehend vom 2017 noch zur Verfügung stehenden CO2-Emissionsbudget zur Erreichung des 1.5 °C-Ziels – gibt die Richtung vor. Die Politik schwächt dies bereitss massiv ab. Das Bundesamt für Energiewirtschaft hat Anfang 2018 eine Vision zum «Gebäudepark 2050» veröffentlicht. Der erste Punkt der «Vision Substitution» (ergänzend zur Vision Reduktion): Bis 2050 wird es (Ausnahmen vorbehalten) kein Heizöl, Erdgas oder Strom für den direkten Verbrauch zum Heizen mehr geben. Die Wirtschaftsallianz «Wärme Initiative Schweiz» hält fest: Bis 2050 wollen wir den Wärme-Sektor komplett erneuerbar und CO2-neutral gestalten! Das bedeutet, dass ab 2025 bis spätestens 2030 keine neuen Öl- oder Gaskessel mehr eingebaut werden sollten, weder beim Neu- oder Ersatzneubau von Gebäuden noch beim Ersatz der bestehenden Wärmeerzeugungsanlagen.

Wenn die fossile Null erst 2050 erreicht wird, ergibt dies gegenüber dem 1.5 °C-Budget rund 43 Prozent zu hohe CO2-Emissionen.

Der Hauseigentümerverband (HEV) reagiert mit Fakes auf die BAFU-Statistik. Er meint, die Fortsetzung des bisherigen Pfades – in den letzten 15 Jahren in etwa eine jährliche Reduktion der CO2-Emissionen im Gebäudebereich um zwei Prozent – sei ausreichend. Einverstanden, gegenüber dem Verkehr ist dies bereits eine erkennbare Reduktion des Verbrauchs fossiler Energien. Die Fortführung der HEV-Klimapolitik würde zu einer fossilen Null um das Jahr 2060 führen. Dies wäre fast 82 Prozent mehr CO2-Emissionen aus dem Gebäudebereich gegenüber dem 1.5 °C-Budget. Der HEV orientiert sich an Uralt-Zielen der kantonalen EnergiedirektorInnen, deutlich vor dem Pariser Klimaschutz-Übereinkommen festgehalten. Daran hält der HEV «unerschütterlich» fest, auf Kurs wie ein Öltanker, sorry, wie ein «Dampfer». Offenbar sind die Lernimpulse ausgehend von den Klimastreiks und Klimademos noch nicht beim HEV angekommen – ob es da wohl auch noch «HauseigentümerInnen for Future» braucht? Möglicherweise ist casafair, früher Hausverein, eine erster Ansatz dazu. Welche Auswirkungen wohl die Fakes des HEV auf die Klimapolitik haben werden?

Zur Wiederholung: Es ist mehr für den Klimaschutz zu tun – auch bei den Gebäuden! Idealerweise bereits ab 2040, kompromisslerisch erst 2050 ist eine fossile Null sowohl bei den Gebäuden als auch beim Verkehr zu erreichen. Ab sofort also mehr Klimaschutz, gerade auch bei Gebäuden!


Die verschiedenen Absenkpfade bildlich dargestellt:

The post Schweiz: Es ist mehr für den Klimaschutz zu tun – auch bei den Gebäuden first appeared on umweltnetz.ch.]]> 7567 100 Prozent erneuerbare Energie ist möglich – und bringt erst noch mehr Unabhängigkeit! https://www.umweltnetz.ch/content/100-prozent-erneuerbare-energie-ist-moeglich-und-bringt-erst-noch-mehr-unabhaengigkeit Mon, 06 May 2019 13:20:42 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=7477 Wenn wir wollen, können wir schnell übergehen zu einem Energiesystem mit ausschliesslich erneuerbaren Energien. Ein Vorteil: weniger Druck von aussen, egal ob OPEC, Russland oder USA! Ein weiterer Vorteil: wir reagieren auf die Klimakatastrophe! Autofreie Sonntage in der Schweiz – eine der politischen Reaktionen auf die Erdölpreiskrise 1973. Die Organisation der arabischen Erdöl exportierenden Staaten … „100 Prozent erneuerbare Energie ist möglich – und bringt erst noch mehr Unabhängigkeit!“ weiterlesen

The post 100 Prozent erneuerbare Energie ist möglich – und bringt erst noch mehr Unabhängigkeit! first appeared on umweltnetz.ch.]]> Wenn wir wollen, können wir schnell übergehen zu einem Energiesystem mit ausschliesslich erneuerbaren Energien. Ein Vorteil: weniger Druck von aussen, egal ob OPEC, Russland oder USA! Ein weiterer Vorteil: wir reagieren auf die Klimakatastrophe!

Autofreie Sonntage in der Schweiz – eine der politischen Reaktionen auf die Erdölpreiskrise 1973. Die Organisation der arabischen Erdöl exportierenden Staaten (OAPEC) drosselte geringfügig die Erdölproduktion, um die westlichen Länder von der Unterstützung Israels abzubringen. Ein beträchtlicher Preissprung war eine der Folgen. Parallel zu den autofreien Tagen war dies der Startpunkt für energiepolitische Aktivitäten auch in der Schweiz. Später kam dann der Klimaschutzaspekt dazu. Wirklich bewirkt hat dies allerdings wenig – etwa 65 Prozent des Energieverbrauchs der Schweiz wird nach wie vor durch Erdöl, Erdgas und daraus abgeleiteten Produkten abgedeckt.

2019 machen die vereinigten Staaten von Amerika (USA) unter Präsident Donald Trump einen vergleichbaren Druck wie damals die OAPEC. Die USA wollen, dass Europa weniger fossiles Erdgas aus Russland bezieht. Stattdessen soll Europa US-Flüssiggas – mit Monster-Öko-Fussabdruck als fossilem Erdgas aus der Erde gefrackt, verdichtet und per Schiff transportiert – verbrauchen. Die Geschichte wiederholt sich, derartiger Druck wird unabhängig von der Regierungs-/Herrschaftsform nach wie vor als Instrument eingesetzt! Und angesichts der energie- und klimapolitischen Realitäten sind viele energieverbrauchende Staaten auch tatsächlich unter Druck zu setzen.

Im Buch Losing Earth beschreibt Nathaniel Rich die Klimapolitikgeschichte, Blick zurück, parallel zur Erdölpreiskrise. Zitat aus der Buchbeschreibung: «Rich … [erzählt] … hier die Geschichte eines beispiellosen Menschheitsversagens.»

Falls wir aus der Geschichte lernen: der Druck der USA, dass Europa US-Flüssiggas statt russsisches Erdgas importiert, kann auch für echten Klimaschutz genutzt werden. Wenn ab sofort jede neu zu erstellende oder zu ersetzende Heizungsanlage auf die dezentrale Nutzung erneuerbarer Energien ausgerichtet wird, wenn Autos ebenfalls mit erneuerbaren Energien aus dezentraler Nutzung betrieben werden, dann gelingt neben dem Klimaschutz auch eine Steigerung der Unabhängigkeit der Energieversorgung, sowohl der Länder als auch der einzelnen Haushalte und Unternehmen.

Wenn wir es wollen, ist dies gut zu erreichen! Klimastreik, Klimademos, Fridays4Futre, Scientists4Future fordern ebenfalls, dass wir dies wollen. Also: Wir wollen, das Können ist vorhanden – also tun wir es auch tatsächlich!

The post 100 Prozent erneuerbare Energie ist möglich – und bringt erst noch mehr Unabhängigkeit! first appeared on umweltnetz.ch.]]> 7477 Klimapolitik 2.0: urenkelInnentauglich https://www.umweltnetz.ch/content/klimapolitik-2-0-urenkelinnentauglich Wed, 12 Dec 2018 08:25:31 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=7300 Nach vier Debattentagen hat der Nationalrat am 11. Dezember 2018 Nein gesagt zu einem nichtsnutzigen und sinnentleerten CO2-Gesetz. Dies bietet die Gelegenheit, eine neue Schweizer Klimapolitik zu starten – eine Klimapolitik, die wie von der Wissenschaft gefordert, schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft bewirken sollte. Wenn der Mensch gemachte Klimawandel auf … „Klimapolitik 2.0: urenkelInnentauglich“ weiterlesen

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António Guterres, UN-Generalsekretär, Neujahrsansprache 2018
Nach vier Debattentagen hat der Nationalrat am 11. Dezember 2018 Nein gesagt zu einem nichtsnutzigen und sinnentleerten CO2-Gesetz. Dies bietet die Gelegenheit, eine neue Schweizer Klimapolitik zu starten – eine Klimapolitik, die wie von der Wissenschaft gefordert, schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft bewirken sollte.

Wenn der Mensch gemachte Klimawandel auf ein für die Gesellschaft erträgliches Mass begrenzt werden soll, ist um 2040 bis spätestens 2050 auf die Nutzung fossiler Energien zu verzichten. Bis dann ist die gesamte Energieversorgung auf nachhaltig nutzbare erneuerbare Energien umzustellen.

Der Wechsel zu ausschliesslich erneuerbaren Energien ist technisch sehr gut möglich – es ist von weiteren Innovationen. Auch volkswirtschaftlich sind damit erhebliche Vorteile verbunden. Dieser Wechsel wird sinnvoll unterstützt durch Massnahmen mit Suffizienz- und Effizienzbezug. Auch lufthygienisch bietet eine solche Politik erhebliche Vorteile.

Es gibt keinen faktenbasierten Zweifel am Mensch gemachten Klimawandel. Dieser Klimawandel ist massgeblich verursacht durch den übermässigen Verbrauch fossiler Energien. Derzeit argumentieren nur noch die fossile Energiewirtschaft und davon abhängige Interessengruppen gegen schnellen Klimaschutz.

Die Politik hat vorerst für Kostenwahrheit zu sorgen. Fossile Energieträger sind viel zu billig. Die Folgekosten für Mensch und Umwelt werden von der Gesellschaft als direkte und indirekte Subventionen getragen.

Lenkungsabgaben mit vollständiger Rückerstattung der Erträge an Haushalte und Wirtschaft setzen wichtige Signale. Dabei ist zu beachten, dass in der Regel Investitionen in erneuerbare Energien etwas aufwändiger sind als in fossile Technologien, dafür sind die Betriebkosten geringer.

Es braucht – insbesondere in einem demokratischen Rechtsstaat – ein ganzes Set von Vorschriften, von Geboten und Verboten. Dies ist ein wichtiger Pfad, um den Menschen in diesem Lande vorzugeben, was es zu tun und zu lassen gilt.

Von grosser Bedeutung ist das Divestment aus allen Formen der fossilen (Energie-)Wirtschaft. Weder Investitionen in die fossile Energiewirtschaft noch in Unternehmen, die von der fossilen Wirtschaft profitieren, sind angezeigt.

Sollten zudem die zu tiefen Preise der fossilen Energien soziale Missstände überdeckt haben, sind entsprechende flankierende Massnahmen erforderlich. Zu beachten ist dabei, dass Nicht-Klimaschutz ebenfalls zu erheblichen Kosten führt, und zwar sowohl durch die Fortführung der fossilen Energiewirtschaft als auch für Massnahmen zur Bewältigung der Folgen des Mensch gemachten Klimawandels.

Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte zeigen, dass bis anhin zu wenig getan wurde, was in Richtung einer nachhaltige(re)n Entwicklung führt. Es fehlen die klaren Botschaften insbesondere der Politik – die Nationalratdebatten zum CO2-Gesetz sind dazu ein exemplarisches Beipiel.

Keine fossilen Energien mehr ab 2040 – das ist eine solche Botschaft. Dies wirkt sich bereits auf heutige Entscheide aus. Heute neu erstellte oder umfassend erneuerte Gebäude werden bis 2040 kaum mehr baulich verändert – sie sollten somit bereits heute ohne fossile Energien auskommen. Was heute nicht an Geld für den Klimaschutz ausgegeben wird, werden wir und zukünftige Generationen mehrfach bezahlen, etwa für die Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Wer nur mit den Kosten argumentiert, handelt hochgradig egoistisch und nimmt keine Rücksicht auf die Interessen der EnkelInnen und UrenkelInnen. Eine solche Botschaft ist somit zukunftsgerichtet – ganz im Gegengteil zu dem, was SVP und FDP in der Nationalratsdebatte angerichtet haben.

Für eine Klimapolitik 2.0, für eine enkelInnen- und urenkelInnen-taugliche Zukunft!

The post Klimapolitik 2.0: urenkelInnentauglich first appeared on umweltnetz.ch.]]> 7300 Klimawandel findet statt, ist menschgeprägt – und wir müssen schnell etwas dagegen tun https://www.umweltnetz.ch/content/klimawandel-findet-statt-ist-menschgepraegt-und-wir-muessen-schnell-etwas-dagegen-tun Sat, 08 Sep 2018 13:00:04 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=7204 Das Klima ändert sich, es wird wärmer, es wird sogar heisser. Einen wesentlichen Anteil an dieser Klimaveränderung hat die Menschheit, massgeblich durch den übermässigen Ausstoss von Treibhausgasen, etwa aus der Verbrennung fossiler Brenn- und Treibstoffe. Weil diese Klimaveränderung die Lebensgrundlagen auf diesem Planeten massiv beeinflusst, ist vor Mitte des Jahrhunderts vollständig aus den fossilen Energien … „Klimawandel findet statt, ist menschgeprägt – und wir müssen schnell etwas dagegen tun“ weiterlesen

The post Klimawandel findet statt, ist menschgeprägt – und wir müssen schnell etwas dagegen tun first appeared on umweltnetz.ch.]]> Das Klima ändert sich, es wird wärmer, es wird sogar heisser. Einen wesentlichen Anteil an dieser Klimaveränderung hat die Menschheit, massgeblich durch den übermässigen Ausstoss von Treibhausgasen, etwa aus der Verbrennung fossiler Brenn- und Treibstoffe. Weil diese Klimaveränderung die Lebensgrundlagen auf diesem Planeten massiv beeinflusst, ist vor Mitte des Jahrhunderts vollständig aus den fossilen Energien auszusteigen – wenn wir wollen, geht dies auch bis 2035!

Das Wetter ändert, auch das Klima ändert sich. Es kann klar gezeigt werden, dass seit der Industrialisierung die Klimaveränderung bei den Temperaturen in einem eindeutigen Trend nach oben weist. Es wird wärmer und wärmer, sogar heisser.

Diese Veränderungen lassen sich als Zeitreihen oder Grafiken bildlich darstellen. «Wärmende Streifen» zeigt das Climate Lab Book (siehe auch mein Beitrag Verantwortung im Anthropozän: disruptiver Klimaschutz!). Mit seit 1864 vorhandenen Temperatur-Monatswerten der MeteoSchweiz-Station Zürich Fluntern lassen sich diese «wärmenden Streifen» anzeigen:

Die Jahresmitteltemperaturen liegen von 1864 bis 2017 für Zürich Fluntern zwischen 6.4 und 10.7 °C. Wird diese Bandbreite in zwölf Intervalle aufgeteilt und jedem dieser Intervalle eine Farbe zugewiesen – von dunklem Blau für die tiefsten Werte bis zu dunklem Rot für die wärmsten Temperaturen – ergibt sich ein Streifenmuster, bei dem sich die Erwärmung oder Erhitzung sehr deutlich abzeichnet. Die gleichen Effekte zeigen sich auch bei solchen Streifenmustern für die Jahreszeiten – Monate Dezember (des Vorjahres), Januar und Februar als Winter, März, April und Mai als Frühling, Juni, Juli und August als Sommer, September, Oktober und November als Herbst. Die heissen Sommer sind (noch?) eine Ausnahme, selbst bei dieser Darstellung ist auch im Sommer eine deutliche Erwärmung erkennbar. PS: So sehen diese «wärmenden Streifen» für Basel Binningen aus.

Ein erstes Fazit: Der Klimawandel – als Temperaturerwärmung/-erhitzung verstanden – findet statt!

Was genau führt nun zu dieser Erwärmung oder Erhitzung? KlimawandelleugnerInnen führen eine Vielzahl von möglichen Effekten an. Eine von Bloomberg publizierte animierte Grafikserie zeigt die Auswirkungen der diversen natürlichen und Mensch gemachten Einflussfaktoren. Erdumlaufbahnveränderungen, solare Einstrahlung, vulkanische Aktivitäten, Entwaldung, Ozon (sowohl in der Atmosphäre als in Bodennähe), ausgestossene Aerosole können die Veränderungen der mittleren globalen Temperatur nicht erklären. Es verbleiben eindeutig die ausgestossenen Treibhausgase als Erklärung für die bereits eingetretenen Klimaveränderungen! Auch wenn die Treibhausgase als «millionste Teilchen» – als «parts per million (ppm) – gemessen werden, die Physik aufbauend auf weit zurückreichende Untersuchungen erklärt den Treibhauseffekt und den Einfluss des zunehmenden CO2-Gehalts auf überprüfbaren naturwissenschaftlichen Grundlagen.

Somit: Zu einem wesentlichern Teil ist der von Menschen verursachte (übermässige) Verbrauch an fossilen Brenn- und Treibstoffen für den zunehmenden CO2-Gehalt der Atmosphäre und damit den bereits feststellbaren Klimawandel verantwortlich.

Der Klimawandel wird sich fortsetzen. Auch aufgrund der bisherigen Entwicklung ist leider davon auszugehen, dass die bereits eingetretenen und noch zu befürchtenden Veränderungen für dei Gesellschaft nicht bewältigbar sind respektive sein werden. Wenn wir – durch einen möglichst raschen Ausstieg aus den fossilen Brenn- und Treibstoffen beispielsweise – den Klimawandel vermindern, trägt dies in erheblichem Ausmass zum Wohlbefinden der Menschheit bei.

Wenn wir wirklich wollen, ist der Ausstieg aus den fossilen Brenn- und Treibstoffen und der Übergang zu einer ausschliesslich auf nachhaltig nutzbaren erneuerbaren Energien um 2040 bis allerspätestens 2050 möglich – 2035 liegt durchaus ebenfalls im Bereich der EnkelInnen-/UrenkelInnen-Tauglichkeit der Energie- und Klimapolitik!

The post Klimawandel findet statt, ist menschgeprägt – und wir müssen schnell etwas dagegen tun first appeared on umweltnetz.ch.]]> 7204 Klimaschutz, Lärmschutz – oder kollektive Bequemlichkeitsverblödung? https://www.umweltnetz.ch/content/klimaschutz-laermschutz-oder-kollektive-bequemlichkeitsverbloedung Sat, 04 Nov 2017 09:54:37 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=7011 Der nachweislich Mensch gemachte Klimawandel, die übermässig Mensch gemachte Lärmbelastung sind eindeutige Hinweise darauf, dass insbesondere die Menschen in den reicheren Ländern (im Mittel) über ihre Verhältnisse leben. Der jährliche Overshoot Day ist ein offensichtlicher Hinweis auf einen nicht nachhaltigen Lebensstil. Zwingend erforderlich wären wirksame und eingreifende Handlungsschritte – stattdessen übt sich die zum Handeln … „Klimaschutz, Lärmschutz – oder kollektive Bequemlichkeitsverblödung?“ weiterlesen

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Der nachweislich Mensch gemachte Klimawandel, die übermässig Mensch gemachte Lärmbelastung sind eindeutige Hinweise darauf, dass insbesondere die Menschen in den reicheren Ländern (im Mittel) über ihre Verhältnisse leben. Der jährliche Overshoot Day ist ein offensichtlicher Hinweis auf einen nicht nachhaltigen Lebensstil. Zwingend erforderlich wären wirksame und eingreifende Handlungsschritte – stattdessen übt sich die zum Handeln aufgerufene Gesellschaft in kollektiver Bequemlichkeitsverblödung.

Eine Welt, die ab 2040 ausschliesslich mit erneuerbaren Energien funktioniert, eine Welt, die den Lärm an der Quelle verhindert – was zu tun ist, ist bestens bekannt. Es braucht disruptive Schritte, um dystopische Entwicklungen zu verhindern. Oder anders: Die Zukunftschance der Menschheit besteht darin, sich so rasch als möglich von den den fossilen und nuklearen Energien zu verabschieden und ausschliesslich erneuerbare Energien nachhaltig zu nutzen!

Wenn wir dies wollen, ist dies auch möglich. Offensichtlich ist allerding, dass bereits dieses gemeinsame Wollen Opfer der kollektiven Bequemlichkeitsverblödung ist. Zu beachten dabei: Lärmschutz, Klimaschutz sind zuerst Menschenschutz. Es geht darum, gute Lebensbedingungen und bewältigbare Veränderungen zu ermöglichen.

In der Schweiz weigert sich der Bundesrat, Klimaschutzziele zu formulieren, die ehrlich und ernsthaft mit dem Pariser Klimaschutz-Übereinkommen vereinbar sind (siehe dazu die Medienmitteilung des WWF vom 6. Oktober 2017). Und es gibt PolitikerInnen, die ernsthaft beabsichtigen, die Lärmschutzgrenzwerte aufzuweichen, um die LärmverursacherInnen zu schonen (siehe zum Beispiel NZZ vom 4. November 2017).

Dieser NZZ-Artikel erläutert die Verblödung recht gut. Offensichtlich ist, dass der bestehende Verkehr zu lärmig ist. Die Explosionsmotoren (heute heissen sie plötzlich Verbrennungsmotoren) haben einen furchtbar tiefen Wirkungsgrad – weil Energie nicht vernichtet werden kann, sind solche Fahrzeuge sehr laute Lärmquellen. Die Erfahrungen der letzten 30 Jahre zeigen leider, dass Massnahmen an der Quelle, etwa Tempo 30 in der Nachbarschaft von Wohngebieten oder andere Antriebstechniken, sehr schwierig umzusetzen sind. Noch offensichtlicher ist, dass grundsätzliche Fragestellungen nicht interessieren – wir haben schlicht zu viel (Auto-)Verkehr, generell müssen Menschen in ihrem Alltag zu viel unterwegs sein. Wir brauchen endlich eine Strategie der Nähe, um im Alltag mit den aus gesundhelticher Sicht empfehlenswerten täglich 7’000 Schritten auskommen zu können. Wenn wir dies wollen, ist dies möglich – dazu müssten wir zuerst erkennen, dass Mobilität und Verkehr wenig bis nichts miteinander zu tun haben. Je mehr Verkehr, desto weniger mobil sind wir!

Weil es also an der Lärmquelle nicht klappt, geht es nur noch um den Lärmschutz am Empfangsort. Nun, es ist durchaus diskutabel, ob offene Fenster in der Nacht geeignet sind, um die Lärmbelastung zu beurteilen. Allerdings müssten bei geschlossenen Fenstern auch Lüftungen – von den einen Zwangs-, von den anderen Komfortlüftungen genannt – genutzt werden. Allein die beiden Begriffe «Zwang» und «Komfort» illustrieren die Breite der öffentlichen Wahrnehmung.

Es ist nicht gerade hilfreich, dass ausgerechnet jene politische Parteien, die als Propaganda-Organisationen für noch mehr Autoverkehr dienen (insbesondere FDP und SVP) auch jene sind, die gegen sämtliche wissenschaftliche Erkenntnisse für weniger Lärmschutz entlang von Strassen eintreten, und dies mit billigerem Wohnraum begründen. Muss also, wer billig(er) wohnen will oder muss, mit gesundheitlich bedenklichen Lärmbelastungen rechnen?

Zwangs- oder Komfortlüftungen dienen neben dem Lärmschutz auch noch der Verminderung des Energieverbrauchs (wenn sie denn richtig genutzt werden). Sie leisten somit einen Beitrag zum Klimaschutz. Leisere Autos wären etwa Elektroautos, die – wenn wir es wollen – ausschliesslich mit erneuerbaren Energien betrieben werden können und für deren Herstellung auf das «Von-der-Wiege-zur-Wiege»-Konzept, also auf geschlossene Stoffkreisläufe, gesetzt werden kann. Weil dies derzeit nicht der Fall ist, betreibt «das fossile Imperium» derzeit massive Propaganda für den Verbleib beim Explosions- oder Verbrennungsmotor.

Kollektive Bequemlichkeitsverblödung funktioniert, weil die Gegenwart lauter schreit als die Zukunft. Vielen Menschen steht die gegenwärtige Bequemlichkeit näher als das Eintreten für eine enkel- und urenkeltaugliche Entwicklung. Verbal wird zwar gelegentlich deklariert, dass es so wie bis anhin nicht weitergehen könne – die Klugheit, die notwendigen Schritte für die erforderlichen disruptiven Veränderungen einzuleiten, vermag sich beim gegenwärtigen Mass an Bequemlichkeitsverblödung allerdings leider leider nicht durchzusetzen.

Im letzten Kapitel des Buches «Kraftwerk Schweiz» von Anton Gunzinger schreibt im Jahr 2097 eine Studentin an ihren Urgrossvater selig. Sie schreibt als Vertreterin einer nachhaltigen Gesellschaft, die dankbar dafür ist, dass dieser Schritt gelungen ist, dass das Leben in einer solchen Welt möglich ist. Sie stellt Fragen, die wir beantworten sollten, bevor wir schulterzuckend auf ehrlichen und ernsthaften Klimaschutz, auf wirksamen Lärmschutz verzichten:

  • Konntest du damals nicht wissen, was auf die Welt zukam – oder wolltest du es nicht wissen?
  • Hast du deine Augen wie die meisten Menschen vor den Entwicklungen verschlossen, die sich immer deutlicher abzeichneten?
  • Für mich und meine Freunde ist es schwer zu begreifen, … wie ihr alle Probleme verdrängt und keinen Gedanken an die Zukunft – unsere Zukunft – verschwendet habt.
  • Was hast du getan, Urgrossvater, als die Erde jahrzehntelang so schamlos geplündert wurde? Hast du dich dafür eingesetzt, die fossilen Energien zu schonen und durch erneuerbare zu ersetzen?

Diese Fragen sind gestellt, auch wenn dies heutige Menschen – Anton Gunzinger und Ghostwriter René Staubli – tun. Trotz aller kollektiven Bequemlichkeitsverblödung müssen wir diese Fragen immer wieder sehr laut und mit viel Energie stellen, und beharrlich auf ernsthaften und ehrlichen Antworten bestehen.

Zur Ehrlichkeit gehört auch, dass die Beantwortung dieser Fragen und die sich daraus ergebenden Handlungen drängend und dringend sind.

Es bleibt dabei: Wenn wir uns einigermassen zukunftstauglich verhalten wollen, ist alles daran zu setzen, um 2040 herum ausschliesslich auf nachhaltig genutzte erneuerbare Energien zu setzen – und bis dann definitiv und endgültig aus den fossilen und nuklearen Energien auszusteigen. Wenn ich will, du willst, Sie wollen, wir wollen, ist dies wirklich zu schaffen!

The post Klimaschutz, Lärmschutz – oder kollektive Bequemlichkeitsverblödung? first appeared on umweltnetz.ch.]]> 7011 Energiepolitik von unten: Sonnenenergie für jedes Haus! https://www.umweltnetz.ch/content/energiepolitik-von-unten-sonnenenergie-fuer-jedes-haus Sun, 06 Aug 2017 09:56:32 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6841 Was gegenwärtig bei Leuchtturm- und Pilotprojekten realisiert wird, hat zum Normalfall zu werden: Sonnenenergienutzungen auf dem Dach und an der Fassade. Stromproduktion und -verbrauch am gleichen Ort – Strom-ProsumentInnen oder Strom-Prosumer – hat zur Regel zu werden, genauso wie bei der Wärme. Die einfache Botschaft ist klar: möglichst viel Sonnenenergie für jedes Haus! Nicht nur … „Energiepolitik von unten: Sonnenenergie für jedes Haus!“ weiterlesen

The post Energiepolitik von unten: Sonnenenergie für jedes Haus! first appeared on umweltnetz.ch.]]> Was gegenwärtig bei Leuchtturm- und Pilotprojekten realisiert wird, hat zum Normalfall zu werden: Sonnenenergienutzungen auf dem Dach und an der Fassade. Stromproduktion und -verbrauch am gleichen Ort – Strom-ProsumentInnen oder Strom-Prosumer – hat zur Regel zu werden, genauso wie bei der Wärme. Die einfache Botschaft ist klar: möglichst viel Sonnenenergie für jedes Haus!

Nicht nur der Klimaschutz verlangt, dass unsere Energieversorgung raschmöglichst ausschliesslich mit erneuerbaren Energien sichergestellt wird. Raschmöglichst ist somit aus den fossilen und nuklearen Energien auszusteigen. Raschmöglichst heisst, dass dies spätestens um 2040 bis 2050 realisiert sein sollte, wenn es früher geht, ist dies nur von Vorteil.

Auch hier gilt es, die drei Nachhaltigkeitsprinzipien Suffizienz, Effizienz und Konsistenz zu berücksichtigen:

  • Die pro Person beanspruchten Wohn- und Nicht-Wohnflächen sind möglichst gering zu halten. Vermeiden z. B. von Verkehrsleistungen hat an erster Stelle zu stehen.
  • Komfort-, Dienstleistungs- oder Verkehrsnachfragen sind so energieeffizient wie möglich abzudecken.
  • Verbrauchte Energie hat ausschliesslich aus erneuerbaren, nachhaltig nutzbaren Quellen zu stammen. Dabei sind lokal nutzbare Quellen zu bevorzugen.

Angesichts der Realitäten der heutigen Energiewirtschaft – es dominieren Energieflüsse aus fossilen Quellen und aus grossen, zentralen Einrichtungen – ist offensichtlich, dass die neue Energieversorgung nur durch disruptive, einschneidende Veränderungen erreichbar ist. Jede und jeder ist gefordert, es geht um Energiepolitik von unten! Dazu braucht es eindeutige und einfache Botschaften. Handelnde Menschen wollen wissen, was sie zu tun haben, um zukunftsfähig unterwegs zu sein. Sie wollen die Interessen der EnkelInnen und UrenkelInnen bei ihren Entscheiden einbeziehen. Es ist davon auszugehen, dass nicht alle diese Botschaften in einem Tweet mit höchstens 140 Zeichen Platz haben. Eine Botschaft zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung ist allerdings klar: Sonnenenergie für jedes Haus! Es ist mittel- bis längerfristig dafür zu sorgen, dass jedes Gebäude die von den BewohnerInnen/NutzerInnen verbrauchte Energie zu einem hohen Anteil dezentral genutzt bereitstellen kann, es ist also ein hoher Energie-Eigenversorgungsgrad anzustreben.

Auch wenn es elektrische und thermische Sonnenenergie-Nutzungen schon länger gibt, sind noch deutliche Entwicklungen zu erwarten, etwa bei den Wirkungsgraden oder dem ökologischen Fussabdruck bei der Herstellung. Gerade die Umsetzung des Cradle-to-Cradle-Prinzips ist als Chance zu sehen. Die üblicherweise verwendeten Ökobilanzierungen gehen allerdings angesichts der Entwicklungsgeschwindigkeit von Uralt-Daten aus, wie etwa dieser allgemeine Diskussionsbeitrag.

PS: Photovoltaik ist in vielen Belangen verwandt mit der Informations- und Kommunikationstechnologie; auch Computer und Smartphones werden unter sehr ähnlichen Bedingungen produziert wie Solarzellen.

Da Kohlekraftwerke mit Sicherheit nicht zu den 2000-Watt-Gesellschaft-tauglichen Technologien gehören, macht es keinen Sinn, fossile Kraftwerke in Überlegungen zu Solarstrom einzubeziehen. Dies gilt insbesondere für die Stadt Zürich, wo Hauseigentümerschaften und MieterInnen seit mindestens 2015 nur noch Strom aus erneuerbaren Quellen beziehen können (ausser sie gelten als marktberechtigte Strom-Grossverbraucher).

Unsere Energieversorgung baut seit langem auf der Bewirtschaftung von gespeicherten Energieträgern auf. Dies gilt insbesondere für die seit Jahrmillionen gespeicherten fossilen Energieträger Erdöl und Erdgas, aber auch für Wasserkraft aus Speicherseen und Pumpspeicherkraftwerken. Gerade bei der Sonnenenergie-Nutzung ist einiges an Entwicklungen zu erwarten – exemplarisch eine Schlagzeile vom 1. August 2017: Kosten für Speichersysteme fallen schneller als für Photovoltaik und Windkraft, mit Verweis auf einen Bericht der TU München und der Universität von Kalifornien. Da gilt einmal mehr, dass Prognosen schwierig sind, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.

Oder anders: Wer eine Solaranlage realisiert, sollte dafür sorgen, dass möglichst viel der erzeugten dezentralen Energie auch tatsächlich dezentral genutzt werden kann. Sowohl die Anpassung von Produktions- und Verbrauchsprofilen als auch die Speicherung – derzeit bei Strom einige Tage, zukünfig mehrere Monate – gehören mit dazu. Auch hier ist zu beachten, dass die meisten Ökobilanzierungen nach wie vor von einer zentralen Energieversorgung ausgehen und nicht von dezentraler Eigenversorgung. Wenn überhaupt solche Bilanzierungen erstellt werden, ist zudem zu prüfen, ob Jahresbilanzen oder Bilanzen z. B. für die drei Wintermonate – hoher Energieverbrauch, eher tiefe dezentrale Energieproduktion – zu verwenden sind.

PS: Der Klimawandel wirkt sich auf die Nutzung der Wasserkraft insbesondere in den Alpen aus.

Auch ohne Bilanzierungen ist klar: Bei Gebäuden ist eine hohe Solarstromproduktion anzustreben, und es ist dafür zu sorgen, dass durch Optimierungsmassnahmen und geeignete Energiespeicher ein möglichst grosser Anteil des Verbrauchs durch die am Standort dezentral produzierte Energie genutzt werden kann. Es sind immer auch die Möglichkeiten zur thermischen Sonnenenergienutzung einzubeziehen.

Ein weiterer Aspekt: gerade in Mietobjekten ist sicherzustellen, dass die MieterInnen den am und auf dem Gebäude produzierten Solarstrom direkt nutzen können, ohne Umwege über den Verkauf des produzierten Stroms an das Versorgungsunternehmen und den Verkauf von Strom durch das Versorgungsunternehmen an die MieterInnen. Nicht nur in New York können hier Blockchain-Techniken Verwendung finden, Teil der Digitalisierung der Energieversorgung. Nachtrag 7. August 2017 von Sonnenseite: digitales Kraftwerk.

Und solange auf dem und am eigenen Gebäude keine Sonnenenergie genutzt werden kann, ist es sicher zweckmässig, deklarierten und gelabelten Solarstrom beim Stromversorger zu kaufen.

Noch zu den Kosten: Ja, der disruptive Übergang zur ausschliesslichen Nutzung erneuerbarer Energien führt zu höheren Kosten. Eine neuere deutsche Studie, zitiert in der FAZ mit dem Titel 1,4 Billionen für Klimaschutz: Sie schaffen das erwähnt die erforderlichen riesigen Klimaschutz-Geldmittel, die die deutsche Wirtschaft aufbringen muss. Die gewaltigen Summen werden aber relativiert, weil diese 1,4 Billionen gerade mal drei Prozent der in diesem Zeitraum erforderlichen Investitionen ausmachen, was zur Beurteilung „Die gesamtwirtschaftlichen Effekte sind gering und positiv“ führt.

Nicht beantwortet wird auch hier die Frage, was der Verzicht auf den disruptiven Übergang zu erneuerbaren Energien finanziell bedeuten würde. Allerdings ist davon auszugehen, dass die gesamtwirtschaftlichen Effekte erheblich und negativ sein dürften. Ein NZZ-Artikel mit dem Titel Klimawandel: Extremwetter wird in Südeuropa viele Todesopfer fordern gibt Hinweise auf zumindest einen kostenrelevanten Teilbereich.

Es bleibt also dabei: Sonnenenergie für jedes Haus!


Zum Bild: Leuchtturmprojekt von Viridén und Partner

The post Energiepolitik von unten: Sonnenenergie für jedes Haus! first appeared on umweltnetz.ch.]]> 6841 Ja zur Energiestrategie 2050 – alles andere sind Lügen https://www.umweltnetz.ch/content/ja-zur-energiestrategie-2050-alles-andere-sind-luegen Sat, 13 May 2017 09:57:26 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6797 JA zur Energiestrategie 2050! Am 21. Mai 2017 stimmen die Stimmberechtigten der Schweiz über den ersten Schritt zur Energiestrategie 2050 ab. Auch wenn die SVP schon viele arge Trends gegen die Demokratie gesetzt hat, übertrifft der Schwall von Lügen gegen die Energiestrategie 2050 alles, was bis anhin anzutreffen war. Die gesamte Nein-Kampagne ist ein absurdes … „Ja zur Energiestrategie 2050 – alles andere sind Lügen“ weiterlesen

The post Ja zur Energiestrategie 2050 – alles andere sind Lügen first appeared on umweltnetz.ch.]]> JA zur Energiestrategie 2050! Am 21. Mai 2017 stimmen die Stimmberechtigten der Schweiz über den ersten Schritt zur Energiestrategie 2050 ab. Auch wenn die SVP schon viele arge Trends gegen die Demokratie gesetzt hat, übertrifft der Schwall von Lügen gegen die Energiestrategie 2050 alles, was bis anhin anzutreffen war. Die gesamte Nein-Kampagne ist ein absurdes Lügengebilde, gesteuert von den Atom- und Fossil-Lobbyies. Da gibt es nur eine sinnvolle Antwort: Ja zur Energiestrategie 2050 am 21. Mai 2017!

Am 12. Mai 2017 wurde der Schweizer Firma Joulia der GreenTec-Award 2017 in der Kategorie Bauen und Wohnen überreicht. Ausgezeichnet wurde die innovative Duschrinne ‚Joulia-Inline’, kurze Beschreibung: Unsichtbar in einer schlanken Duschrinne integriert, gewinnt Joulia-Inline höchst effizient die Wärme aus dem verbrauchten Duschwasser zurück. Dank simpler Kaltwasserumleitung spart die WRG bis zu 42 Prozent Energie ein und sorgt so für mehr Komfort mit weniger Energie. Ja nach Anwendungssituation ist die Investition innerhalb von zwei bis vier Jahren amortisiert. Gebraucht wird also nur noch 60 Prozent der bisher benötigten Energie, und Joulia-Inline zahlt sich auch finanziell aus.

Es gibt zahlreiche solche Beispiele in sehr vielen Energie-Anwendungsbereichen. Es ist vielfach belegt, dass eine Energievesorgung mit erneuerbaren Energien schnell realisiert werden kann, wenn wird dies wollen. Eine solche Energieversorgung ist in einer umfassenden Gesamtbetrachtung nachhaltig, also ökologisch, ökonomisch und gesellschaftlich vorteilhaft! Jede Aussage, die zu anderen Schlüssen kommt, ist eine Lüge, weil sie nachweislich von nicht nachhaltigen Lösungen ausgeht, von Lösungen auch, die nicht enkel- und erst recht nicht urenkeltauglich sind.

Es ist längst bekannt, dass die SVP jenseits der Fakten politisiert. Die SVP setzt ausschliesslich darauf, Absurdpositionen mit extrem viel Propaganda-Geldern zu verkaufen. Denn: Auch Demokratie ist käuflich!

Die SVP setzt sich bekanntlich auch gegen eine zukunftsorientierte Bildungspolitik ein – unter anderem darum, weil gut ausgebildete Fachleute den Fake-Argumenten der SVP die Tatsachen entgegensetzen können. Gerade im Energiebereich gibt es eine grosse Zahl von bestens ausgebildeten Fachpersonen mit viel Erfahrung – das SVP-Nein zur Energiestrategie ist eine Beleidung für das Engagement dieser Fachpersonen und orientiert sich an einer längst obsoleten Sicht der Energiewirtschaft und Energietechnik.

Bei der Volksabstimmung vom 21. Mai 2017 geht es um einen ersten Umsetzungsschritt der Energiestrategie 2050. Es werden weitere kräftige Schritte folgen müssen, um so rasch als möglich eine Energieversorgung zu erreichen, die ausschliesslich auf erneuerbaren Energien aufbaut. Die fossilen Energien haben wegen des von Mensch gemachten Klimawandels so rasch als möglich vom Markt zu verschwinden. Auch aus der Atomenergie ist wegen den Unfallrisiken und dem nach wie nicht geregelten Umgang mit dem Atommüll – welcher während mindestens einer Million Jahren sicher zu lagern ist – so rasch als möglich auszusteigen.

Subventionen sind kein Dauerzustand im Energiebereich. Bei erneuerbaren Energien sind derzeit Subventionen leider nötig, weil sowohl die fossilen Energien als auch die Atomenergie massiv direkt und indirekt subventioniert sind. Die Preise von Erdöl, Erdgas oder Strom aus Atomkraftwerken lügen. Es ist alles daran zu setzen, so rasch als möglich eine umfassende Kostenwahrheit bei den Energieträgern zu erreichen, ergänzt durch eine stark lenkende, vollständig an Haushalte und Wirtschaft zurückerstattete Energieabgabe.

Gesetzliche Bestimmungen im Energiebereich sind Instrumente der Qualitätssicherung. Freiwillige Standards und Fachnormen reichen nicht aus, etwa beim Bauen eigentlich längst selbstverständliche Energie- und Klimaschutzqualitäten zu erreichen. Vorschriften sind dazu da, die eigentlich selbstverständlichen Anforderungen zum Beispiel an Gebäude, Geräte und Fahrzeuge in der Praxis zu erreichen. Es sind leider immer noch in erster Linie die «First Movers», die immer wieder mit hervorragenden Projekten die zukunftsgerichteten Möglichkeiten aufzeigen (Beispiel 1, Beispiel 2 aus Zürich). Es ist ganz einfach: Je innovativer und eigenverantwortlicher der Markt agiert, desto weniger Detailvorschriften braucht es. Wer sich mit dem Argument «liberal» gegen Vorschriften wehrt, hat noch nicht begriffen, wie in Märkten zukunftsgerichtete Standards etabliert werden – oder will allenfalls gar keine solchen Standards, weil es um die Interessen der Fossil- und Nuklearwirtschaft geht. Als Beispiel einer ganz einfachen, zukunftsgerichteten Vorschrift: Gebäude und Fahrzeuge werden ab dem Jahr 2035 ausschliesslich mit erneuerbaren Energien betrieben!

Dazu wird es sicher noch mindestens zwei bis drei weitere Schritte zur Umsetzung der Energiestrategie brauchen. Das Ja zum ersten Schritt zur Energiestrategie am 21. Mai 2017 ist somit auch eine Aufforderung, schneller und wirksamer auf eine Energieversorgung mit ausschliesslich erneuerbaren Energien loszusteuern – und raschmöglichst aus den fossilen und nuklearen Energien auszusteigen.

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