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Fotovoltaik | umweltnetz.ch https://www.umweltnetz.ch/content Umwelt und Politik - ein Internet-Angebot von Toni W. Püntener Fri, 14 Apr 2017 19:58:52 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 44487214 Ciao Energiewende: zuviel Subventionitis! https://www.umweltnetz.ch/content/ciao-energiewende-zuviel-subventionitis Fri, 15 Mar 2013 18:50:21 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=5086 Insbesondere SP und Grüne sind noch nicht auf Energiewende-Kurs. Statt endlich für Kostenwahrheit zu sorgen, zum Beispiel mit einer stark lenkenden, vollständig an Haushalte und Wirtschaft zurückerstattete Energieabgabe, werden munter Subventionen erhöht, darüber hinaus werden diese Fehlentscheide noch ziemlich laut und mit falschen Tönen bejubelt. Spätestens seit den Zeiten der Landwirtschaftssubventionitis ist bekannt, dass Subventionen … „Ciao Energiewende: zuviel Subventionitis!“ weiterlesen

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Insbesondere SP und Grüne sind noch nicht auf Energiewende-Kurs. Statt endlich für Kostenwahrheit zu sorgen, zum Beispiel mit einer stark lenkenden, vollständig an Haushalte und Wirtschaft zurückerstattete Energieabgabe, werden munter Subventionen erhöht, darüber hinaus werden diese Fehlentscheide noch ziemlich laut und mit falschen Tönen bejubelt.

Spätestens seit den Zeiten der Landwirtschaftssubventionitis ist bekannt, dass Subventionen massiv kontraproduktiv sind. Es gibt nur Kostenwahrheit und gerade nochmals Kostenwahrheit.

Die fossile und nukleare Energiewirtschaft hat es fertiggebracht, dass der Atomstrom während Jahrzehnten als „Leitpolitikenergie“ verankert wurde. SP und Grüne hegen und pflegen mit ihren Politikentscheiden die Industrie, welche Solarzellen produziert. Mit jeder Erhöhung der unsinnigen KEV für Solarstrom wird diese ungerechtfertigte Wirtschaftsförderung verstärkt – das Ökostrom-Symbol wird dadurch zur Sackgasse für die Energiewende.

Die Situation ist klar: nach Greenpeace liegt der Preis des selbst produzierten Solarstrom nahe beim Strompreis für EndkundInnen – wie die deutschen Untersuchungen des CH-Solarstrommarktes zeigen, ist die KEV-Solarstromförderung zu einem bedeutenden Anteil verantwortlich für einen Teil dieser Preisdifferenz. Wenn zudem tausende von potentiellen Solarstromwilligen wegen ein bisschen Subventionen mit der Installation ihrer Anlagen zuwarten, reduzieren sich Preisvorteile im Markt, was den Solarstrompreis künstlich anhebt.

Diese Mechanismen sind bestens dokumentiert – weil die meisten PolitikerInnen nicht wissen, wie eine fossil- und nuklearfreie Energieversorgung aussieht, beschränkt sich die Politik weiterhin darauf, ausschliesslich symbolisch wirkende Subventionitis-Massnahmen zu beschliessen.

Wenn es so weitergeht mit den politischen Entscheiden, verabschiedet sich die Politik definitiv aus der Energiewende.

Es braucht endlich eine ernsthafte Energiewende-Energiepolitik – und es braucht eine Energiepolitik for Dummies!


Nachtrag 15.3.2013

Aus meiner Stellungnahme zur Vernehmlassung über den damaligen Vorschlag der UREK-Nationalrat:

Keine Ausnahmen für Unternehmen mit grossem Stromverbrauchsanteil

Die Energiepolitik ist so auszugestalten, dass sämtliche Massnahmen im Sinne der Lasten- und Rechtsgleichheit angewandt werden. Das Ausnehmen von so genannt energieintensiven Unternehmen von irgendwelchen Massnahmen ist eine Bankrotterklärung der Energiepolitik. Energieintensität ist kein Naturgesetz, sondern ein Hinweis auf nicht-nachhaltige Prozesse und Verfahren (typisches Beispiel Aluminium- oder Zementherstellung). Das Ausnehmen von energiepolitischen Vorgaben stellt eine Innovations-Verhinderung dar und benachteiligt andere, bereits auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Prozesse.
Ende Zitat

Erste Fassung 14.3.2013

The post Ciao Energiewende: zuviel Subventionitis! first appeared on umweltnetz.ch.]]> 5086 Für eine nachhaltige Energiepolitik – gegen lügende Energiepreise https://www.umweltnetz.ch/content/fur-eine-nachhaltige-energiepolitik-gegen-lugende-energiepreise https://www.umweltnetz.ch/content/fur-eine-nachhaltige-energiepolitik-gegen-lugende-energiepreise#comments Mon, 15 Oct 2012 12:35:37 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=4070 Der vermeintliche Wohlstand der reichsten Länder dieser Erde beruht zu einem erheblichen Teil auf der nicht-nachhaltigen Nutzung der beschränkt verfügbaren fossilen und nuklearen Energieträger (v.a. Erdöl, Erdgas und Uran). Die Nicht-Nachhaltigkeit der Energienutzung zeigt sich etwa darin, dass die Energiepreise lügen: die NutzniesserInnen der Energienutzung zahlen nicht die wahren Kosten des Energieverbrauchs! Auch erneuerbare Energien … „Für eine nachhaltige Energiepolitik – gegen lügende Energiepreise“ weiterlesen

The post Für eine nachhaltige Energiepolitik – gegen lügende Energiepreise first appeared on umweltnetz.ch.]]> Der vermeintliche Wohlstand der reichsten Länder dieser Erde beruht zu einem erheblichen Teil auf der nicht-nachhaltigen Nutzung der beschränkt verfügbaren fossilen und nuklearen Energieträger (v.a. Erdöl, Erdgas und Uran). Die Nicht-Nachhaltigkeit der Energienutzung zeigt sich etwa darin, dass die Energiepreise lügen: die NutzniesserInnen der Energienutzung zahlen nicht die wahren Kosten des Energieverbrauchs! Auch erneuerbare Energien können nur nachhaltig genutzt werden, wenn „ehrliche“ Energiekosten bezahlt werden. Dies führt auch dazu, dass Effizienz und Suffizienz bei Nutzungsansprüchen mehr Gewicht zukommt.

Energiewende, Energiearmut, US-Strafzölle für chinesische Photovoltaikprodukte und dadurch gefährdete Arbeitplätze in China, „Geheim“-Pläne der NAGRA, EEG-Umlage, KEV-Deckel und -Entdeckelung, Atomausstieg- Wendediskussion, Energiestrategie mit offensichtlicher Zielverfehlung und mangelhafter Tätigkeitsliste: etwas gar viele Themen auf einmal für eine seriöse Diskussion über die zukünftige Energiepolitik. Es zeigt sich einfach eines: die Energie-ZechprellerInnen tun sich extrem schwer, von ihrer nicht-nachhaltigen Lebensweise wegzukommen. Zudem zeigen sich die Schwächen einer Energiepolitik, die sich seit langen Jahren auf die Atomenergie-Diskussion beschränkt. Schwierig ist es zudem, wenn die Atomenergie-LobbyistInnen wie economiesuisse und Co. bis hin zu Bundesrätin Doris Leuthard gleichzeitig auch die erneuerbaren Energien behindern – offensichtlich darum, um die Sachzwänge zu schaffen, die den Bau neuer AKWs erzwingen.

Die nichtrisikogerechte Versicherung der Atomkraftwerke, die Nichtbehebung der massiven und offensichtlichen Mängel auch der Schweizerischen Atomkraftwerke, insbesondere aber die weder technisch noch ökonomisch erkennbaren Ansätze zu einer dauerhaften und sicheren Lagerung des Atommülls stellen eine politisch gewollte Verbilligung der Atomenergie dar.

Wenn nun insbesondere die Lobby der Sonnenstrom-Branche erhebliche Subventionen für die erneuerbaren Energien fordert, sollen einmal mehr lügende Energiepreise zenentiert werden. Es ist klar festzuhalten, auch wenn dies angesichts von Diskussionen in Deutschland über die so genannte Energiearmut unpopulär ist: Energie ist heute deutlich zu billig! Jeder Einsatz von Subventionsmitteln im Energiebereich, egal ob für fossile, nukleare oder erneuerbare Energien, stellt die Verhinderung einer nachhaltigen Energiepolitik dar. Die Subventionitis verdeckt zudem, dass auch die Nicht-Energiewende Kosten verursacht – und diese dürften längerfristig erheblich höher sein als die Kosten der Energiewende!

Die Energiewende muss von allen mitgetragen werden. Alle, Haushalte und Wirtschaft, müssen die wahren Energiepreise zur Kenntnis nehmen, müssen entsprechend handeln. Damit die politische Botschaft verstanden wird, sind Subventionen kontraproduktiv. Subventionen gelten als Belohnung für Wohlverhalten, für Vorbildlichkeit. Wenn die Vorbildlichkeit zum Normalfall werden muss, sind Subventionen nicht angezeigt. Dafür braucht es stark lenkende Energieabgaben: wer den Normalfall, die bisherige Vorbildlichkeit, in die Praxis umsetzt, soll in einer Gesamtrechnung weniger für die Energie bezahlen – wer demgegenüber nach wie vor auf Energieverschwendung und fossile und/oder nukleare Energieträger setzt, soll mehr für die Energie bezahlen. Auffällig dabei: economiesuisse etwa behauptet, grössere Teile der Wirtschaft hätten bereits ihre Energie-Hausaufgaben gemacht, wehrt sich aber gleichzeitig gegen stark lenkende Energieabgaben, die genau jene belohnen würden, die das getan haben, was schon lange getan sein müsste. So viel Widersprüche darf sich nicht einmal ein Wirtschaftsverband erlauben!

Energiepolitik for Dummies: mein Beitrag mit konkreten Massnahmen für eine nachhaltige Energiepolitik fasst zusammen, was Normalfall zu sein hat in vielen Alltagsbereichen. Zentraler Punkt ist und bleibt: endlich mit der Subventionitis aufhören, weg mit KEV und Gebäudeprogramm.


KEV und Gebäudeprogramm sind tauglich für die First Movers und ihre NachahmerInnen, nicht aber für den „Normalfall“. Statt der KEV braucht es eine Quotenregelung für den Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix. Wer 2012 die Quotenregelung mit Verweis auf die absichtlich falsch konstruierte englische Lösung (Absicht war die Bestärkung der Atomenergie) ablehnt, obwohl unterdessen klar ist, wie kluge Lösungen auszusehen haben, schadet der Energiewende – Subventionen der bisherigen Art dienen vor allem zur Generierung von ungerechtfertigten Gewinnen bei den Technologieanbietern.

Unter den Aspekten der 2000-Watt-Gesellschaft ist zu beachten, dass gerade die Photovoltaik derzeit nicht die erste Wahl der erneuerbaren Energieträger für die Stromproduktion ist. Gemäss KBOB Empfehlung Ökobilanzdaten im Baubereich 2009/1, ergänzte und revidierte Version, Juli 2012 (S. 15) hat Photovoltaikstrom im Vergleich mit Strom aus anderen erneuerbaren Quellen sowohl einen hohen Primärenergiefaktor als auch einen hohen Treibhausgasausstoss. Deutlich besser ist die Situation, wenn der Solarstrom am Produktions-Standort genutzt wird. Das heisst: die Förderung durch die KEV ist unsinnig, weil eine Solarflächeneigentümerschaft zwar Solarstrom produziert, aber allenfalls Dumping-Nuklearstom verbraucht. Dezentral produzierter Solarstrom wird idealerweise am Ort der Entstehung genutzt, allenfalls unter Einbezug von dezentralen Speichermöglichkeiten. So genutzter Strom braucht definitiv keine KEV, unter diesen Voraussetzungen funktioniert auch eine Quotenregelung.


Die aktuelle Krise der globalen Photovoltaik-Technologie-Branche – also nicht nur in Europa, auch im Sozial- und Ökodumping-Land China – hat mit absurden Politik-Signalen zu tun: ob die massive Reduktion der Preise für Solarstrom-Technik tatsächlich mit dem technologischen Fortschritten begründbar sind oder doch eher eine Folge des Überangebots an Solarzellenfläche ist, wird sich zeigen müssen. Klar ist: subventionierte Nachfrage ist nicht nachhaltig! Zudem ist es es sehr wahrscheinlich, dass die technologisch verwandten IT- und Solarzellenbranchen sich derzeit in diktatorischen Unrechtsstaaten mit marginalen ArbeitnehmerInnenrechten und miesen Löhnen statt in den demokratischen Beispielländern etablieren.


Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) haben innerhalb eines Jahres den Atomstromanteil um fast 30 Prozent reduziert – dies zeigt einmal mehr, dass die Energiewende bestellbar ist!


Dass die Energiepolitik seit Jahrzehnten auf die Stromproduktion aus Atomkraftwerken konzentriert ist, zeigt sich auch daran, dass die wichtigen Nachhaltigkeitshandlungsfelder Effizienz und Suffizienz eher randständig sind: ETH-ProfessorInnen verweilen nach wie vor bei der Ökologisierung des übermässigen Energieverbrauchs – sie wollen Erdöl durch Solarstrom ersetzen. Und die Zürcher Regierung plädiert für die Beibehaltung der Verschwendung!

The post Für eine nachhaltige Energiepolitik – gegen lügende Energiepreise first appeared on umweltnetz.ch.]]> https://www.umweltnetz.ch/content/fur-eine-nachhaltige-energiepolitik-gegen-lugende-energiepreise/feed 1 4070 Minus achtzehn https://www.umweltnetz.ch/content/minus-achtzehn Mon, 26 Mar 2012 21:17:26 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=3584 Ein Zitat: Die Höhe der Solarstromanlagen-Preise richtet sich an der Einspeisevergütung aus und nicht am Markt selbst. Dieses Zitat stammt aus einem Bericht zur Studie 1014: Ermittlung der Preise von Solarstromanlagen in der Schweiz 2011. Als Beleg (sinngemäss): Die KEV-Vergütung wurde durch das UVEK 2011 um 18 Prozent reduziert. Im Jahr 2011 sind demnach die … „Minus achtzehn“ weiterlesen

The post Minus achtzehn first appeared on umweltnetz.ch.]]> Ein Zitat: Die Höhe der Solarstromanlagen-Preise richtet sich an der Einspeisevergütung aus und nicht am Markt selbst. Dieses Zitat stammt aus einem Bericht zur Studie 1014: Ermittlung der Preise von Solarstromanlagen in der Schweiz 2011. Als Beleg (sinngemäss): Die KEV-Vergütung wurde durch das UVEK 2011 um 18 Prozent reduziert. Im Jahr 2011 sind demnach die Preise für Solarstromanlagen in der Schweiz um genau diese 18 Prozent gesunken. Einmal mehr: wer echte und wirksame Energiepolitik will, lichtet den Subventionsdschungel aus und schafft sie alle ab: die KEV, Das Gebäudeprogramm, …

Subventionen sind das Zückerchen, das die First Movers und ihre ersten NachfolgerInnen gerne haben, um gute Dinge zu tun (sie tun es in der Regel auch ohne diese Zückerchen). Wer genau von den Subventionen profitiert, ist schwierig zu ermitteln – der Verdacht liegt nach dem obigen Zitat nahe: es sind die AnbieterInnen. Subventionen, das steht für zumindest bei einem Teil der Politik und der Bevölkerung gewünschte Dinge. Sobald Subventionen wegfallen – und beispielsweise durch eine Anteilsvorgabe ersetzt werden -, verändert sich der „Schein-)Markt – und wird zum NachfragerInnen-Markt. Es ist aus dieser Sicht zwar verständlich, dass in der Schweiz die Solar(anlagen)lobby am lautesten nach der KEV schreit – dies hat mit Strukturerhaltung, „Heimatschutz“, PionierInnen-Erhaltung und dergleichen zu tun. Möglicherweise eine gute Sache – mit echter Energiepolitik hat dies nichts zu tun.

Solche Aussenblicke – wie im Fall dieser Studie aus Deutschland – sind bestens geeignet, die Vorurteile neu zu gruppieren. Meine uralte Forderung „Weg mit der Subventionitis im Energiebereich“ wird andererseits einmal mehr deutlich bestätigt! “

The post Minus achtzehn first appeared on umweltnetz.ch.]]> 3584 Apple, Samsung und Fotovoltaik https://www.umweltnetz.ch/content/apple-samsung-und-fotovoltaik https://www.umweltnetz.ch/content/apple-samsung-und-fotovoltaik#comments Mon, 19 Mar 2012 09:05:37 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=3554 „Designed by Apple in California – Assembled in China“ ist auf der Rückseite von Apple-Produkten zu lesen – als Hinweis auf eine globalisierte Wirtschaft. Eine Wirtschaft mit realsatirischen Zügen: einerseits streiten Unternehmen wie Apple und Samsung vor Gericht, andererseits ist Apple auf Komponenten von Samsung angewiesen, um die USA-Design-Produkte in China zusammenbauen lassen zu können … „Apple, Samsung und Fotovoltaik“ weiterlesen

The post Apple, Samsung und Fotovoltaik first appeared on umweltnetz.ch.]]> „Designed by Apple in California – Assembled in China“ ist auf der Rückseite von Apple-Produkten zu lesen – als Hinweis auf eine globalisierte Wirtschaft. Eine Wirtschaft mit realsatirischen Zügen: einerseits streiten Unternehmen wie Apple und Samsung vor Gericht, andererseits ist Apple auf Komponenten von Samsung angewiesen, um die USA-Design-Produkte in China zusammenbauen lassen zu können – dies in Unternehmen, die auf der Watch-Liste von Arbeits- und Kinderrechtsorganisationen stehen. Dieses Weltwirtschaftssystem steht für Sozial- und Ökodumping, ist somit sicher nicht nachhaltig und demokratisch. Das hat Auswirkungen auch auf die Photovoltaik (oder Fotovoltaik)!

Rund 1 Billion Euro dürfte im Jahr 2012 der Umsatz der IKT-Branche ausmachen. Entsprechende Zahlen der Photovoltaikbranche sind wesentlich schwieriger zu beschaffen, weil dort der Umsatz in Gigawattpeak (GWp -Spitzenleistung) gemessen wird. Gewisse Hinweise lassen auf einen Umsatz in der Grössenordnung von etwa 10 Mia Euro schliessen (Tendenz stark steigend). Da die Herstellungsverfahren der eigentlichen Solarzellen eine grosse Nähe zu den Kernkomponenten der IKT-Industrie haben, ist es durchaus angezeigt, die PV-Szene als Nische der IKT-Industrie einzuschätzen. Und dies heisst: „Designed somewhere in Europe or US – Assembled in an Eco- and Social Dumping Country“ – und etwas polemisch: genutzt in einem Land mit viel staatlichen Subventionen. Das heisst: die aktuelle Photovoltaikpolitik der reichen Länder führt zu einem merklichen Abfluss von Steuergeldern in Wirtschaftsräume, die den Lebensbedingungen und -vorstellungen der Herkunftsländer dieser Gelder bei weitem nicht entsprechen – und damit letztlich zu einer Zementierung der misslichen Verhältnisse sorgen.

Dass verschiedene Solarfirmen, die in Europa produzierten, ökonomischen Schwierigkeiten unterworfen waren, hat in erster Linie mit den Gesetzmässigkeiten der IKT-Industrie zu tun, allenfalls auch mit Missmanagement und einer gewissen Goldgräbermentalität. Einmal mehr wird klar: Subventionen, staatliche Förderungen an bestimmte Technologien, haben definitiv nichts mit Energiepolitik zu tun!

Es ist einmal mehr festzuhalten, dass derzeit die Globalisierung der Weltwirtschaft zu einer deutlichen Vergrösserung der Ungleichgewichte führt, dass diese Globalisierung zu mehr Ungerechtigkeit und massiv höherer Umweltbelastung führt.

Statt unbesehen Technologien zu subventionieren, sollten Zivilgesellschaft und Politik sich einerseits auf die beabsichtigen Wirkungen etwa der Energiepolitik konzentrieren und andererseits die sozialen und ökologischen Randbedingungen und ebenfalls Auswirkungen dieser Politik im Griff behalten.

Die Herausforderung dabei: die Geschichte zeigt, dass eine zentrale Einflussgrösse die Demokratie ist – auch wenn Demokratien zu den Staaten mit einem übermässigen ökologischen Fussabdruck gehören. Gerade ökologische und soziale Aspekte – typische zivilgesellschaftliche Anliegen – finden in demokratischen Strukturen einfacheren und geschützten Zugang in die Entscheidungs- und Meinungsfindungsprozesse. Eine Herkulesaufgabe: Japan, ein wichtiges Land in der IKT-Welt, liegt im Demokratieindex von „The Economist“ bereits hinter den eher schwachen Demokratien USA und Grossbritannien, während Taiwan/Republik China, ebenfalls ein gewichtiger IKT-Player, als unvollständige Demokratie eingeschätzt wird. China, auch mit grosser Bedeutung für die Fertigung von IKT-Angeboten, ist durch ein autoritäres Regime geprägt, mit einem sehr leichten Verbesserungstrend in den letzten Jahren. Allerdings: die Visiten der VertreterInnen der obersten Exekutiven der Demokratiemusterländer in China waren eher von Unterwürfigkeit als von Demokratieforderung geprägt – und die zunehmende Bedeutung von China als Investor nicht nur in europäischen Krisenstaaten wie Griechenland oder Portugal weist auch nicht gerade in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung.

Als Minimalprogramm: Photovoltaikmodule müssen die üblichen Labels tragen, die minimale soziale (Stil „Max Havelaar für Photovoltaik“) und ökologische Standards nachweisen. Weiterhin braucht es auch Ratings wie etwa von Greenpeace (für ITK-Firmen)! Energiepolitisch braucht es statt Subventionen wie die KEV ständig steigende Mindestanteile von Strom aus erneuerbaren Quellen am Stromabsatz.


Die Photovoltaik-LobbyistInnen in der Schweiz halten eisern an der KEV als Instrument fest – dies mag für die eigentlich längst abgeschlossene Pionierphase möglicherweise zweckmässig gewesen sein. Der Verweis auf das Scheitern des Quotenmodells etwa in Grossbritannien kann nicht auf die Schweiz übertragen werden, da die AkteurInnen-Strukturen sehr unterschiedlich sind. Mit den vielen Stromversorgungsunternehmen in der Schweiz, ein grosser Anteil davon in direkter demokratischer Kontrolle, hat die Schweiz wesentlich andere Voraussetzungen und Traditionen im Umgang mit Veränderungsprozessen.

The post Apple, Samsung und Fotovoltaik first appeared on umweltnetz.ch.]]> https://www.umweltnetz.ch/content/apple-samsung-und-fotovoltaik/feed 2 3554 3250 – was eine Zahl verrät https://www.umweltnetz.ch/content/3250-was-eine-zahl-verrat Sat, 03 Dec 2011 20:52:43 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=3277 Nach wie vor ist die Schweizerische Energiepolitik nahezu ausschliesslich Atomenergiepolitik – selbst wenn das Parlament ein Ausfranseln der Atomenergie in der Schweiz beschlossen hat. Einmal mehr betreibt der Auto-Anzeiger, früher Tagesanzeiger, ein eigentliches Bashing dieser zwar zögerlichen, aber immerhin mehrheitsfähigen Energiepolitik, wie bereits auch bei der Vision der 2000-Watt-Gesellschaft: der Titel eines Artikel zur Medienkonferenz … „3250 – was eine Zahl verrät“ weiterlesen

The post 3250 – was eine Zahl verrät first appeared on umweltnetz.ch.]]> Nach wie vor ist die Schweizerische Energiepolitik nahezu ausschliesslich Atomenergiepolitik – selbst wenn das Parlament ein Ausfranseln der Atomenergie in der Schweiz beschlossen hat. Einmal mehr betreibt der Auto-Anzeiger, früher Tagesanzeiger, ein eigentliches Bashing dieser zwar zögerlichen, aber immerhin mehrheitsfähigen Energiepolitik, wie bereits auch bei der Vision der 2000-Watt-Gesellschaft: der Titel eines Artikel zur Medienkonferenz des Bundesrates über den aktuellen Stand der Abklärungen zur Weiterentwicklung der Schweizerischen Energiepolitik („Energiestrategie 2050) lautet „Über 3000 neue Windräder für den Atomausstieg“ – in der Legende zu zugehörige Grafik heisst es So viele Windräder (nämlich 3250) oder Fotovoltaikanlagen (nämlich 4.3 Mio Einfamilienhausanlagen) bräuchte es. Der Tagesanzeiger outet sich damit einmal mehr als verlängerter Arm der Atomlobby.

Es handelt sich dabei um eine geradezu dümmliche Falschaussage – sie wird offensichtlich wegen des 4-Buchstabenwortes „oder„. Wer nur in Atomkraftwerken denkt, wird an dieser Stelle „oder“ verwenden – alle energiepolitisch wachen ArgumentiererInnen verwenden an dieser Stelle „UND„. Denn: Energiepolitik war noch nie eine monothematische Schiene (entgegen der Auffassung der Atomlobby), sondern ein „UND“ (wobei die Atomenergie seit Tschernobyl 1986 nicht mehr dazugehört). Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten nur nachhaltigen Bereitstellung von Strom aus erneuerbaren Quellen – es wird also nicht nur Windanlagen oder Fotovoltaikanlagen geben, es wird Windanlagen UND Fotovoltaikanlagen UND Biomasseanlagen UND Wasserkraftwerke (UND allenfalls Geothermiekraftwerke) geben – UND es sind zumindest in einer Uebergangzeit auch klimaschutzverträgliche Gaskraftwerke möglich (hier die Argumentation dazu). In der Schweiz gab es 2010 rund 1.642 Mio Wohngebäude, davon 57.74 % oder rund 945’000 Einfamilienhäuser. Da 4.3 Mio Einfamilienhäuser offensichtlich in der Schweiz nicht Platz haben, will offenbar der Tagesanzeiger die Botschaft vermitteln, die vom Bundesrat vorgestellte Enegiepolitik sei gar nicht möglich. Nach Angaben der Windenergie-Lobby könnten in der Schweiz 4’000 Mio kWh Strom aus Windenergie (das sind 4 TWh) produziert werden – woher der Tagesanzeiger die Zahl von 14 TWh aus Windenergie hat (das sind immerhin 3.5 mal mehr) ist nicht nachvollziehbar. Somit gibt es auch 3.5 mal weniger Anlagen – also weniger als 1000 – als die von Tagesanzeiger genannten Zahlen.

Festzuhalten ist, dass realistischerweise zwar ein erheblicher Teil des Stroms aus erneuerbaren Quellen auf der Schweiz produziert werden kann, dass es aber auch diverse Anlagen, idealerweise finanziert mit Mitteln aus der Schweiz, im näheren europäischen Ausland stehen werde – dafür kann die Schweiz mit ihren Stauseen einen Teil des europäischen Angebots- und Nachfrageausgleichs übernehmen. Das heisst: auch hier heisst es nicht „einheimische“, autonome ODER europaweit vernetzte Stromversorgung, sondern UND, also sowohl einheimische wie europaweit vernetzte Stromversorgung. Wie in ziemlich allen anderen Wirtschaftsbereichen gehört auch in der (nachhaltigen) Stromversorgung der Handel und Austausch mit dem Ausland zu den Alltäglichkeiten.


Der Tagesanzeiger-Artikel steht wie bereits oben erwähnt im Zusammenhang mit dem energiepolitischen Zwischenbericht des Bundesrates vom 1. Dezember 2012. Wirklich innovativ und zukunftsgerichtet ist dieser Bericht nicht. Ich verweise stattdessen auf zwei meiner bisherigen Beiträge:

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Freier Abend dank Energiekonzept-Abstimmung https://www.umweltnetz.ch/content/freier-abend-dank-energiekonzept-abstimmung Mon, 28 Feb 2011 19:55:32 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=2642 Wenn eine Baugenossenschaft ein Energiekonzept verabschiedet, welches als innovativ bezeichnet wird, wäre dies ein guter Grund, an der ausserordentlichen Generalversammlung der Genossenschaft teilzunehmen und dem Konzept zuzustimmen. Beim Energiekonzept der FGZ tue ich dies nicht, sondern bleibe zu Hause. Warum? Die Familienheimgenossenschaft Zürich (FGZ) hat vor Jahren ein attraktives Bauleitbild erstellt. Leider setzt sie es … „Freier Abend dank Energiekonzept-Abstimmung“ weiterlesen

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Wenn eine Baugenossenschaft ein Energiekonzept verabschiedet, welches als innovativ bezeichnet wird, wäre dies ein guter Grund, an der ausserordentlichen Generalversammlung der Genossenschaft teilzunehmen und dem Konzept zuzustimmen. Beim Energiekonzept der FGZ tue ich dies nicht, sondern bleibe zu Hause. Warum?

Die Familienheimgenossenschaft Zürich (FGZ) hat vor Jahren ein attraktives Bauleitbild erstellt. Leider setzt sie es kaum oder gar nicht um.

Damit Ersatzneubauprojekte wie das FGZ-Projekt Nicht-Grünmatt nachhaltig sind, müssen sie nach den bei der Erstellung best verfügbaren Techniken erstellt werden. Für Wohnbauten wäre dies zum Zeitpunkt des Generalversammlungsentscheides Minergie-P-Eco gewesen. Der von der FGZ ausgeführte Bau erfüllte gerade etwa die zwingenden gesetzlichen Vorschriften.

Um das schlechte Oekogewissen etwas zu beruhigen, wurde eine Fotovoltaikanlage vorgesehen und ebenfalls von einer weiteren Generalversammlung beschlossen. Leider sind die Voraussetzungen – trotz Neubau – suboptimal, ein optimierter Ertrag und damit möglichst günstige Solarstromkosten sind nicht möglich. Die Genossenschaftsverantwortlichen haben deshalb schon öffentlich gejammert.

Ein Energiekonzept gehört natürlich zur „Dorfgenossenschaft Friesenberg“ (23 der 24 FGZ-Siedlungen stehen im Stadtzürcher Quartier Friesenberg) – schliesslich möchte auch die FGZ weg vom fossilen Erdöl und Erdgas aus überwiegend geopolitischen heiklen Lagen. In Fortführung der Minimaleffizienzstrategie der Ersatzneubauten Nicht-Grünmatt gehört dazu etwa das Glaubensbekenntnis eines Mittelwegs – also „es bitzeli“ Effizienz, das heisst Energieeffizienzmassnahmen am Gebäude, aber auch viel erneuerbare Energien (dabei sicher auch der von Desertec vorgesehene Solarstrom aus Nordafrika). Mein Fazit: dieser Mittelweg ist weder golden noch nachhaltig! Da wird ziemlich viel Abwärme aus keinesfalls gesicherten Quellen in der Gegend herumgepumpt (allein mit dem Pumpenstrom könnte man schon eine ganze Reihe von Wärmepumpen betreiben), da wird diese Abwärme in den „unbekannten“ Uetliberglehm-Untergrund des Friesenbergs abgelegt – und das alles darum, damit man die wegen der Mittelweg-Energiequalität der Bauten überhöhten Vorlauftemperaturen einigermassen plausibel abdecken könnte. Nun, innovative Konzepte bedingen gewisse Risiken – aufgrund meiner bald dreissigjährigen Erfahrung in Energietechnik und -politik und dem Herumhören in Fachkreisen würde ich allerdings dieses Konzept als zumindest sehr mutig, eher sogar als fahrlässig bezeichnen. Ein Nein zu diesem Konzept wäre eine kluge Sache. Dies allerdings gegen den FGZ-Vorstand und das beauftragte Ingenieurbüro durchzusetzen, erachte ich als aussichtslos, obwohl ich als ehemaliger grüner Kantonsrat einige positive Beispiele von Don-Quichote-artigen Zufallserfolgen erlebt habe. Oder anders: die Generalversammlung einer Genossenschaft ist nicht der richtige Ort für eine Fachdiskussion.

Nun, eine solche ist von Seiten FGZ gar nicht gewollt! Eine Woche vor den Schulsportferien, an einem Samstagmorgen, steckten die GV-Unterlagen in den Briefkästen, am Montagabend nach den Sportferien, drei Wochen später, findet die Generalversammlung statt. Wer schon mal in diesen zwei Ferienwochen einen Sitzungstermin organisieren wollte, weiss: da geht gar nichts! Mit anderen Worten: die Erarbeitung einer unabhängigen Beurteilung des FGZ-Konzeptes war schlicht unmöglich, ebenso die Erstellung und Verteilung eines Informationsmittels an die GenossenschafterInnen (da hilft selbst das Internet nur begrenzt). Es geht also an dieser Generalversammlung einmal mehr um Genossenschafts-Applaus-o-kratie.

Da ziehe ich den freien Abend zu Hause eindeutig vor.

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The post Schlecht gejammert first appeared on umweltnetz.ch.]]> Jammern ist in der Regel ein Hinweis darauf, dass für das Scheitern irgendwelche geheimnisvollen Mächte verantwortlich gemacht werden sollen – und dabei davon abgelenkt werden soll, dass es eben mit der Eigenverantwortung nicht wirklich klappt. Ein solches Beispiel: die Verantwortlichen der Familienheim-Genossenschaft Zürich FGZ – im Zusammenhang mit dem Ersatzneubau Nicht-Grünmatt!

In einem Artikel – mitten in Sportferien 2010 – in der Gratiszeitung Zürich West behaupten die Genossenschaftsverantwortlichen einmal mehr gegen besseres Wissen, dass für Minergie-P mit Mehrkosten gerechnet werden müsse, die man den MieterInnen nicht zumuten wolle. Wie bereits vor der entscheidenden GV der FGZ aufgezeigt, ist dies eine schlichte Falschaussage, um von den Fehlleistungen der Genossenschaftsverantwortlichen und der beauftragten PlanerInnen abzulenken. Fakt ist: wenn vom ersten Gedanken an diesen Ersatzneubau der Aspekt der 2000-Watt-Gesellschaft – inklusive Flächenansprüchen – intensiv in die Planung eingeflossen wäre, sähe dieses Neubauprojekt wesentlich anders aus. Mit Sicherheit auch architektonisch gelungen – aber mit deutlich billigeren Wohnungen, die sowohl von den Wohnbauförderungssubventionen als auch von der kantonalen Altbau-Abwrackprämie profitieren könnten!

Allerdings geht das Gejammere weiter: um den Klecks des nicht ökologischen Neubaus Grünmatt zu übertünchen, möchte die FGZ auf dem Dach der Neubauten Fotovoltaikanlagen installieren (und den Strom der Solarstrombörse des ewz verkaufen, damit StromkonsumentInnen, z.B. FGZ-MieterInnen/-GenossenschafterInnen, in eigener Verantwortung Solarstrom kaufen können (einmal mehr, ohne dass die FGZ tatsächlich Verantwortung übernehmen muss)). Die ewz-Solarstrombörse kauft – was ökologisch korrekt und sinnvoll ist – allerdings in Ausschreibungsrunden nur von den günstigsten Solarstromanlagen ein. Offenbar gehen die Planungsprobleme auch bei der geplanten Fotovoltaikanlage auf den Neubauten Grünmatt weiter: wie dem Artikel weiter zu entnehmen ist, würde offenbar der Solarstrom von dieser Anlage nicht zu diesen günstigsten Angeboten gehören. Womit das Gejammer der FGZ-Verantwortlichen wieder einsetzt: mit Unterstützung der Gratiszeitung Zürich West wird postuliert, das ewz dürfe nicht nur auf den Preis schauen, sondern müsse auch andere Faktoren berücksichtigen, zum Beispiel, wer die Bauherrschaft sei.

Auch wenn die Erträge von Fotovoltaik-Anlagen in Zürich aufgrund der meteorologischen Voraussetzungen nicht hervorragend sind, erachte ich es als zweckmässig, einen möglichst grossen Anteil des Zürcher Fotovoltaik-Potentials zu nutzen. Weil auch für die Erstellung von Fotovoltaik-Anlagen letztlich endliche Ressourcen eingesetzt werden müssen, und weil die Dachflächen auch für andere Zwecke genutzt werden könnten (z.B. Dachgärten als Naherholungsflächen), ist es für mich zwingend, dass hier pro Umweltstutz eine möglichst hohe Umweltwirkung erzielt werden kann.Da nun alle Bauherrschaften solcher Anlagen die grundsätzlich gleichen Voraussetzungen haben (alle müssen die Fotovoltaikmodule irgendwo auf dem Planeten einkaufen, alle müssen diese Anlagen möglichst effizient und dauerhaft auf die Dächer bringen, alle operieren mit Fremdgeldern, wobei gerade Baugenossenschaft tendentiell günstige Mittel zur Verfügung haben, usw), gibt es schlicht keine Begründung, in dieser Situation andere Elemente als den Preis bei der Auswahl neuer Fotovoltaikanlagen zu berücksichtigen. Es darf nicht sein, dass suboptimale Planungen oder suboptimale Anlagenstandorte den Preis für Solarstrom künstlich hochhalten! Diese Technologie hat auf dem Platz Zürich nur dann Zukunft, wenn prinzipiell die günstigsten Angebote berücksichtigt werden. Alles andere ist eine Versagens-Subventionierung und schadet letztlich der Fotovoltaik. Zu teurer Oekostrom ist in erster Linie Green Washing!

Dies heisst einmal mehr: statt jammern besser eigenverantwortlich handeln. Oder anders: gut gemeint ist das Gegenteil von gut!

P.S. Die 2000-Watt-Gesellschaft vermindert dem Energieverbrauch grundsätzlich, in erster Näherung unabhängig davon ob es sich um eine erneuerbare oder eine nicht-erneuerbare Quelle handelt, weil die Energiebewertung über den Primärenergieinhalt und die Emissionen von Treibhausgasen erfolgt. Es ist also nicht im Sinne der 2000-Watt-Gesellschaft, einen zu hohen Energieverbrauch durch einen verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien zu kompensieren.

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Einspeisevergütung: abschaffen statt jammern! https://www.umweltnetz.ch/content/einspeisevergutung-abschaffen-statt-jammern Mon, 25 Aug 2008 19:35:51 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=218 Wie können erneuerbare Energien für die Stromproduktion am besten gefördert werden? Einer Ansätze heisst: Einspeisevergütung. Dabei vergütet der Netzbetreiber – in der Schweiz swissgrid den AnlagebetreiberInnen einen festgelegten Produktionspreis. Dieser Mechanismus – als Dankeschön der Stromwirtschaft für das Ja der Umweltverbände zur Strommarktliberalisierung in Gesetzesparagraphen gefasst – vermag in keiner Art und Weise zu überzeugen. … „Einspeisevergütung: abschaffen statt jammern!“ weiterlesen

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Wie können erneuerbare Energien für die Stromproduktion am besten gefördert werden? Einer Ansätze heisst: Einspeisevergütung. Dabei vergütet der Netzbetreiber – in der Schweiz swissgrid den AnlagebetreiberInnen einen festgelegten Produktionspreis. Dieser Mechanismus – als Dankeschön der Stromwirtschaft für das Ja der Umweltverbände zur Strommarktliberalisierung in Gesetzesparagraphen gefasst – vermag in keiner Art und Weise zu überzeugen.

Derzeit jammern Landwirtschaft und Sonnenenergie-Verbände vereint über die Umsetzung der Einspeisevergütung. Um einen möglichst hohen Oekostromanteil zu einem möglichst geringen Preis zu erhalten, wurde der Anteil der Fotovoltaik an der Einspeisevergütung durch den Gesetzgeber beschränkt – weil es ich um eine zwar teure, aber relativ einfach realisierbare Technologie handelt, würden wesentlich mehr Leute auf ihren Dächern Fotovoltaikanlagen realisieren, als swissgrid entschädigen wird. Dies illustriert treffend, dass es sich dabei um ein marktfremdes Element handelt, das so schnell als möglich abzuschaffen ist.

Die Alternative heisst: den Markt spielen lassen – statt Einspeisevergütung Solarstrombörsen!

Eine Untersuchung des Institutes für Wirtschaft und Ökologie der Universität St. Gallen kommt zum Schluss, dass StromkundInnen Strom aus erneuerbaren Quellen wollen. Das können sie mit der Einspeisevergütung nicht direkt: sie erhalten einen Strommix, der auch einen Anteil von Strom aus erneuerbaren Quellen enthält. Mit der Solarstrombörse, wie sie beispielsweise das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich ewz anbietet, können StromkundInnen genau den Stromqualitätsmix einkaufen, welcher ihren Bedürfnissen entspricht. Dieses Modell funktioniert: das ewz führt regelmässig Ausschreibungsrunden für neue Solaranlagen durch, weil die ewz-KundInnen immer mehr Solarstrom bestellen – die Zahlungsbereitschaft der ewz-KundInnen entscheidet direkt über die Zubauraten! Ein echtes Marktmodell für den liberalisierten Strommarkt. Überzeugte Solaranlagen-RealisatorInnen sind zudem die besten Promotoren für Solarstrom: im Freundes- und Bekanntenkreis machen sie freudig Werbung für Solarstrom – Direktmarketing der freundlichen Sorte!

Als Tipp: statt zu jammern und die wenig fortschrittlichen PolitikerInnen in Bern umbiegen zu wollen, ist es viel einfacher, den Solarstrom an eine bereits bestehende oder noch zu schaffende Solarstrombörse zu verkaufen, selber einen Teil zu beziehen und darauf zu bauen, dass die Marktteilnehmenden die schönen Worte über erneuerbare Energien tatsächlich Ernst nehmen!

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