Der dänische NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat am 19. Juni 2014 in London behauptet, die Fracking-Gegner seien von Putin gesteuert. Ein solcher Verdacht ist angesichts der bereits sehr langen Debatte über die Fracking-Technologie zur Gewinnung von Schiefergas und mit Blick auf die in den USA klar erkennbaren erheblichen negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt mehr als lächerlich.
Zudem: die Abhängigkeit von der einen fossilen, endlichen Ressource durch die Abhängigkeit von einer anderen ebenso fossilen, ebenso endlichen Ressource zu ersetzen, erinnert eher an einen Teufelskreis als einen Lösungsbeitrag. Und es bleibt dabei: die Lösung heisst endlich weg von der fossilen und nuklearen Abhängigkeit!
Steigerung der Effizienz aller Energieanwendungen, der längst mögliche Wechsel zu erneuerbaren Energien, aber auch ein bewusster Umgang mit Ressourcen aller Art ist angesagt: der Weg hin zur nachhaltigen Entwicklung ist vorgegeben, Suffizienz, Effizienz und Konsistenz sind die handlungsleitenden Prinzipien dabei. Und wie diverse Studien zeigen: die ökonomischen Auswirkungen sind bescheiden, auch wenn es sich durchaus um beachtliche Investitionen handelt, siehe dazu auch meine Beiträge zur Energiepolitik von unten!
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Dies ist nachvollziehbar: Energieausgaben machen einen tiefen einstelligen Prozentanteil am volkswirtschaftlichen Umsatz aus. Dazu kommt, dass bei erneuerbaren Energien die zur Nutzung dieser Potenziale erforderlichen Techniken relativ hohe Investitionskosten verursachen, während die eingesetzten erneuerbaren Energien tendenziell billig sind, während auf der anderen Seite die konventionellen Nutzungstechniken eher billig sind, während die verbrauchten Energieträger teuer sind. Dies wird dadurch verstärkt, dass die Energiekosten der nicht-erneuerbaren Energien lügen, weil etwa die externen Kosten oder Versicherungsprämien z.B. bei Atom-GAUs oder Klimawandelschäden nicht berücksichtigt sind.
Eine QuidCorner-Infografik stellt die jährlichen Kosten des aktuellen globalen Energieverbrauchs den Investitionskosten zur Deckung dieses Energieverbrauchs gegenüber. „£1.22 Trillion“ pro Jahr an Energiekosten stehen „£29.46 Trillion“ Investitionskosten gegenüber – der Faktor 24 als Verhältniszahl dieser beiden Grössen entspricht gerade etwa der Nutzungsdauer verschiedener Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien. Das heisst: auch diese Überlegungen weisen also in die gleiche Richtung wie die oben erwähnte ETH-Studie. Allfällige Effizienzmassnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs oder Wirkungsgradsteigerungen bei den Technologien dürften die ökonomische Situation weiter verbessern. Zudem ist die Endlichkeit der Fossil- und Atom-Energie in die Überlegungen einzubeziehen. Die Infografik hält dazu fest: „2112 – The year that researchers believe we’ll run out of non-renewable fuels.“
Angesichts der voraussichtlich erheblichen Auswirkungen des Mensch gemachten Klimawandels mit massiven Klimawandelfolgenanpassungskosten, angesichts der nach wie vor ungelösten Atommüll-„Endlagerungs“-Thematik und der nach oben offen Schadenshöhe bei Atomunfällen ist die Vorgabe an die Energiepolitik von unten völlig klar: in erneuerbare Energien investieren statt Geld ausgeben für Fossil- und Atom-Energie!
Als kleiner Warnhinweis: für Einzelpersonen sieht der Einstieg in die erneuerbare Energie etwas anders aus als für die Volkswirtschaft. In der Regel braucht es einen Investitionsschub für diesen Wechsel – durchaus für viele Menschen eine echte Hürde. Hier braucht es neue Ansätze.
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Eine nachhaltige Energieversorgung ohne Atomenergie und ohne fossile Brenn- und Treibstoffe ist möglich. An dieser Stelle könnten hunderte von Studien aus aller Welt zitiert werden. Von heute auf morgen lässt sich dies nicht realisieren – ein möglichst schneller Ausstieg aus der Atomenergie wäre trotzdem möglich.
Auf den ersten Blick wirkt eine solche Energieversorgung teurer. Dies hat damit zu tun, dass etwa die Atomenergie hochgradig subventioniert ist, und zudem mit unversicherten (und wahrscheinlich auch unversicherbaren) Risiken operiert. Festzuhalten ist, dass die Subventionen für erneuerbare Energien nur eine schwache Kompensation dieser massiven direkten und indirekten Atomenergie-Subventionen darstellen. Auch bei der Anwendung der fossilen Energieträger werden nicht die wahren Kosten verrechnet. Die Preise sämtlicher atomaren und fossilen Energieträger lügen – es besteht KEINE Kostenwahrheit! Diese falschen Preissignale setzen im Markt die falschen Signale: die übermässige Energieverschwendung ist vorprogrammiert.
Neben dem Wechsel auf erneuerbare Energien ist eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz erforderlich. Die Techniken dazu sind in allen relevanten Verbrauchsbereichen (Gebäude, Strom, Verkehr) bestens bekannt, auch wenn durchaus weitere Verbesserungsmöglichkeiten zu erwarten sind (z.B. effizientere Dämmstoffe, Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien mit höherem Wirkungsgrad, …).
Es erleichtert den Umstieg in das post-nukleare und post-fossile Zeitalter erheblich, wenn die Menschen sich auch Gedanken über ihren Lebensstil und den damit verbundenen ökologischen Fussabdruck machen. Nicht jede der liebgewordenen Gewohnheiten ist tatsächlich zukunftsfähig. Polemische Menschen werden den Verzicht betonen, nüchtern betrachtet geht es um die Propagierung eines Lebensstils der bewussten Einfachheit, mit der klingenden Abkürzung LOVOS für Lifestyle of Voluntary Simplicity. Es geht dabei vor allem um das Abschiednehmen von der Verschwendung! Es ist davon auszugehen, dass das Nicht-wahr-haben-Wollen dieses Abschiednehmens die wahre Ursache dafür ist, dass Menschen die Pietät, den Respekt vor den Opfern in Japan mit energiepolitischem Stillschweigen gleichsetzen!
Die diversen Studien zeigen, dass der gleichzeitige Ausstieg aus der Atomenergie und den fossilen Brenn- und Treibstoffen am meisten Wirkung erzielt, weil Synergien genutzt werden können.
Das entscheidende Hemmnis für den Einstieg in das post-nukleare und post-fossile Zeitalter stellt die Politik dar, stellen insbesondere die PolitikerInnen sogenannt bürgerlicher Parteien dar. Diese Parteien und insbesondere deren VertreterInnen profitieren offenbar übermässig von den lügenden Energiepreisen für Strom aus Atomenergie und die fossilen Brenn- und Treibstoffe! Im übrigen: Nicht ohne Grund wird der „Krieg um Öl“ von den gleichen Staaten vorangetrieben wie der Kampf um die Vorherrschaft in der Atomfrage (siehe Weltmächtepolitik gegenüber den nuklearen Plänen des Irans). Eine Welt ohne Erdöl- und Urannutzung ist eine sicherere Welt!
Nicht ohne Grund haben die VertreterInnen dieser Parteien bis jetzt die gewaltigen Risiken der Atomenergie ignoriert oder gar geleugnet, obwohl derartig komplexe Technologien prinzipiell nach Murphy’s Law „Was schief gehen kann, geht auch schief“ funktionieren. Ebenso systematisch zweifeln die gleichen PolitikerInnen an einem Zusammenhang zwischen dem übermässigen Gebrauch fossiler Brenn- und Treibstoffe und dem (Mensch gemachten) Klimawandel. Stillschweigende Pietät ist sicher nicht erforderlich, damit diese sich in aller Ruhe von liebgewordenen, sich eindeutig als Illusionen erweisenden vorgefassten Meinungen über die Zulässigkeit der Nutzung nicht nachhaltiger Energieträger verabschieden können.
Der Respekt vor den Menschen, die in Japan Opfer in irgend einer Form von Erdbeben, Tsunami und atomaren Unfällen sind, verlangt dringend und eindeutig nach einem Umstieg in das post-nukleare und post-fossile Zeitalter. Und da der Gewaltexzess in Libyen eine spezielle Ausprägung des „Krieges um Öl“ darstellt, ist der Respekt gegenüber den Opfern in Japan gleichzeitig auch der Respekt gegenüber den Gewaltopfern in Libyen.
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Frau Bundesrätin Doris Leuthard – jetzt seit etwas mehr als 100 Tage als Vorsteherin im UVEK tätig – hat aus dieser Sicht mit der Sistierung der laufenden Verfahren für die Rahmenbewilligungsgesuche für Ersatz-Kernkraftwerke einen absolut ungenügenden Schritt getan: diese überflüssigen Gesuche sind per sofort als gegenstandslos abzuschreiben! Es besteht NULL BEDARF für neue Atomkraftwerke. Denn es gibt alternative und bezahlbare Pfade für die Stromversorgung, die mit deutlicher geringeren Risiken – also kleinere Einwirkungsmöglichkeiten von Murphy’s Law – auskommen. Eine Stromversorgung ausschliesslich mit erneuerbaren, nachhaltigen nutzbaren Energiequellen ist möglich.. Und weil eben auch solche alternativen Stromproduktionsarten nicht ohne Risiken zu haben sind, ist alles daran zu setzen, den Energieverbrauch, darin inbegriffen den Stromverbrauch möglichst zu minimieren. Ein möglichst rascher Ausstieg ist realistisch, erfordert aber eine Umorientierung der Politikmehrheiten. Ich schätze dies als grössere Schwierigkeit ein als die eigentliche technische und ökonomische Realisierung des Ausstiegs! Die Atomlobby hat sich eine treue Anhängerschaft gekauft – genauso, wie sie auch Volksentscheide kauft und mit Geheimdienstmethoden die Anti-Atom-Szene unterwandert.
Wenn der Ausstieg aus der Atomenergie erreicht werden soll – dass dies möglich ist, haben dutzende Studien sowohl auf nationaler als auf internationaler Ebene mehrfach gezeigt – ist es zwingend, dass die Wählenden auch $VP, FDP, CVP etc aussteigen lassen. Denn: die zechprellerische und verteidigende Politik der ökologischen Grossfussabdruck-Parteien beschränkt sich nicht auf die Propagierung der unethischen, undemokratischen Atomenergie. Die Fachkompetenz von $VP, FDP und CVP zu ökologischen Fragestellungen ist massiv ungenügend – es gibt nicht nur keine realistische Murphy’s Law-Risikioeinschätzungen, auch die Climate Criminals und deren Anhängerschaft sind in ihrer überwiegenden Zahl ebenfalls in diesen beiden Parteien anzutreffen. P.S. Es gibt auch bei FDP und CVP Parteimitglieder mit Energiepolitik-Knowhow – allerdings vermögen sich diese nicht durchzusetzen.
Deshalb: wählen Sie die Atomenergie in Ihrem Strom-Haushalt ab – wählen Sie aber ebenso keine VertreterInnen von $VP, FDP, CVP und Co bei den diversen Wahlen, zum Beispiel bei den Erneuerungswahlen für den Zürcher Regierungsrat und den Zürcher Kantonsrat (Wahlen am 3. April 2011)!
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