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Sport | umweltnetz.ch https://www.umweltnetz.ch/content Umwelt und Politik - ein Internet-Angebot von Toni W. Püntener Thu, 27 Dec 2012 20:26:36 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 44487214 Brot und Spiele: Fussball nur noch am Bildschirm? https://www.umweltnetz.ch/content/brot-und-spiele-fussball-nur-noch-am-bildschirm Mon, 18 Jul 2011 18:00:55 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=3041 Es ist immer wieder verblüffend, welche Kräfte rund um den Fussball (als Sport) am Werk sind. Die Diskussionen über ein zweites Fussball-Stadion in Zürich – statt des wesentlich sinnvolleren Duplex-Stadions für Fussball und Eishockey – haben aus meiner Sicht durch einen Entscheid des Schweizerischen Fussballverbandes eine neue Dimension erhalten. Insbesondere im Profi-Fussball braucht es direkt … „Brot und Spiele: Fussball nur noch am Bildschirm?“ weiterlesen

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Es ist immer wieder verblüffend, welche Kräfte rund um den Fussball (als Sport) am Werk sind. Die Diskussionen über ein zweites Fussball-Stadion in Zürich – statt des wesentlich sinnvolleren Duplex-Stadions für Fussball und Eishockey – haben aus meiner Sicht durch einen Entscheid des Schweizerischen Fussballverbandes eine neue Dimension erhalten.

Insbesondere im Profi-Fussball braucht es direkt und indirekt sehr viel öffentliche Mittel. Es ist immer wieder erstaunlich, wie die historische Politik-Vorgabe „Brot und Spiele“ auch in der Neuzeit bestens funktioniert – es ist immer wieder festzustellen, dass die geldgesteuerten Vereins- und Verbandsverantwortlichen locker die Politik ausmanövrieren.

Gerade aus ökologischer Sicht ist Fussball in seiner heutigen Form höchst problematisch. Auch Fussballrasen hat eine Vegetationszeit – das interessiert allerdings die Sportgewaltigen nicht: egal ob Natur- oder Kunstrasen, verlangt wird die ganzjährige Bespielbarkeit, was gerade in der Schweiz eine Rasenheizung erfordert – ein energetischer Bödsinn, auch dann, wenn die erforderliche Wärme aus erneuerbaren Energien stammt. Dazu kommt, dass für die Fernsehaufnahme eine massiv überdimensionierte Beleuchtung erforderlich ist.

Klar ist: eine Stadt wie Zürich kann sich eigentlich zwei Fussballstadien nicht leisten, selbst dann, wenn diese eine „Mantelnutzung“ hätten – es kann auch nicht sein, dass die öffentliche Hand für das Milliardenbusiness Profifussball zu investieren hat. Die schlägernden Anteile der Fanhorden stellen zudem den immer wieder behaupteten verbindenden Charakter des Fussballs in Frage – der Beitrag zum Gemeinwohl ist nicht wirklich wahrnehmbar.

Der Schweizerische Fussballverband hat eine ganz neue Möglichkeit für die Weiterentwicklung des Profi-Fussballs aufgezeigt: durch den Verkauf der Fussball-Spiele-Übertragungsrechte für sehr viel Geld an einen Bezahlsender – unter Auslassung des gebührenfinanzierten öffentlichen Fernsehens – wird offensichtlich, dass es für Fussball keine Stadien und damit keine Live-ZuschauerInnen braucht. Erforderlich sind fussballtaugliche Fernsehstudios – das funktioniert mit Kunstrasen und TV-Ausleuchtung ganzjährig bestens. Für die Schweiz reichen ein bis zwei solcher Studios, dies führt zu einer erheblichen Verminderung der Investitions- und Betriebskosten der Fussballinfrastruktur.

Wie die regelmässigen Fussball-EMs und -WMs zeigen, scheint bezahltes Public Viewing bestens geeignet als Alternative sowohl zum Fussball-Stadion als auch zum Home-TV – weil nur die Fans einiger Mannschaft zusammen das Spiel „public viewen“, entfallen die erheblichen Polizeitkosten.

Zudem bieten Studio-Fussballspiele den Vorteil, dass Spielszenen so lange nachgespielt werden können, bis der Spielverlauf den Schiedsrichterleistungen entspricht. Die wegen Stressausfall verminderten vermiedenen Gesundheitskosten können als weiterer volkswirtschaftlicher Nutzen verbucht werden.

Die Vorteile sind derart offensichtlich: Fussball nur noch am Bildschirm!

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Sackgasse Kommerzsport https://www.umweltnetz.ch/content/sackgasse-kommerzsport Tue, 15 Feb 2011 21:54:22 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=2605 Sprachlos staune ich als Nicht-Massensport-Anhänger über die Masslosigkeit und Unverfrorenheit der GC-Funktionäre angesichts der zentralen Frage des Stadions. Als ein kleines Beispiel: wenn für die „Zürcher“ Fussballclubs GC und FCZ schon ein Stadion – das Letzigrund-Stadion – zu teuer ist, warum verlangt dann GC ein zweites Stadion? Objektiverweise sind doch zwei Stadien definitiv teurer als … „Sackgasse Kommerzsport“ weiterlesen

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Sprachlos staune ich als Nicht-Massensport-Anhänger über die Masslosigkeit und Unverfrorenheit der GC-Funktionäre angesichts der zentralen Frage des Stadions. Als ein kleines Beispiel: wenn für die „Zürcher“ Fussballclubs GC und FCZ schon ein Stadion – das Letzigrund-Stadion – zu teuer ist, warum verlangt dann GC ein zweites Stadion? Objektiverweise sind doch zwei Stadien definitiv teurer als nur ein Stadion, und so weiter und so fort. Die einzig vernünftige Position nimmt der Zürcher Stadtrat ein: öffentliche Leistungen kann und darf es für den Kommerzfussball nicht zu Dumpingpreisen geben.

Ich gebe vorerst ehrlich zu, dass ich aus dem Geschichtsunterricht eine tiefe, tiefe Abneigung gegen „Brot und Spiele“ mitbringe – (Passiv-)Sport-Anlässen mit mehr oder weniger grossen Zuschauerzahlen sind für mich weder gesellschafts- noch sportpolitisch sinnvoll.

Auch wenn der Weltfussballverband seinen Sitz in Zürich hat, werde ich den Verdacht nicht los, dass illegale Machenschaften im Fussball – von Schwarzgeldverschiebereien bis zu Spielmanipulationen – nicht wirklich ausgeschlossen werden können (blosser Zufall ist, dass gerade heute der Korruptionsverdacht gegen Volkswagen und die Deutsche Telekom im Zusammenhang mit dem VfL Wolfsburg bekannt wurde). Spätestens an der Euro08 mit Spielen auch in Zürich habe ich den Eindruck erhalten, dass das Um-Das-Fussball-Rundherum ziemlich absurd ist: da wurden Freiwillige gesucht für diverse Jobs, während sowohl der organisierende europäische Verband als auch die Fussballer riesige Geldbeträge „ernteten“ …

Es ist für mich völlig unverständlich, dass ein Fussballclub der AXPO Super League (eigenartig, dass einmal mehr ein Atomstrom-Konzern selbst im Sport manipulativ wirken darf), dessen Akteure dauernd als wandelnde Werbesäulen unterwegs sind, überhaupt in finanzielle Schwierigkeiten kommen kann. Da müssen sich eine ganze Reihe von Leuten in erheblichem Umfang bereichert haben. Mag sein, dass dies nicht die aktuellen Verantwortlichen sind, aber hier besteht erheblicher Erklärungsbedarf. Dazu passt auch der weinerliche, geradezu nötigende Ton der GC-Verlautbarungen. Ganz banal: wer die Folgen von offensichtlichen Fehlentscheiden früherer Clubverantwortlicher im Kommerzsportbereich beheben möchte, inklusive , hat einen erheblichen Beitrag für die Wiedererlangung des öffentlichen Goodwills zu leisten. Nochmals, es ist eine grobe Unverfrorenheit, welche ultimativen Forderungen GC derzeit stellt – auf dem Spielfeld würde dies zur roten Karte mit nachfolgenden mehrfachen Spielsperren führen. In dieser Situation ist die klare Haltung des Stadtrates die einzig zielführende Möglichkeit.

Es gibt sicher eine – im übrigen massiv überschätzte – Wirkung des Kommerzsport auf den Breitensport. Allerdings lassen diverse Ereignisse gerade auch um den Fussball daran zweifeln, dass der Kommerzsport in der heutigen Form als nachhaltig gelten kann. Die rieisigen Gagen der Fussballstars, aber auch die Gagen jener, die als talentierte „Normalos“ zu bezeichnen sind (aktuelles Beispiel etwa Trainer Lucien Favre beim aktuellen Bundesligaschlusslicht Gladbach – es wird von einem Jahreslohn von einer Million Euro geschrieben), weisen auf einen alles andere als rationalen Umgang mit Geld hin.

Was ist zu tun? Die GC-Verantwortlichen sollten die Sportferien-Zeit (Ferien vor dem Sport 🙂 für die Beruhigung des Pulses nutzen. Statt irgendwelche ungeeignete Stadien ins Auge zu fassen, empfiehlt sich eine Spendenaktion, um die Mietkosten aufzubringen. Bei SVP, FDP, CVP, EVP und GLP hat es noch einige unterbeschäftigte GemeinderätInnen – statt unsinnige Spardebatten anzuzetteln, könnten diese besser GC behilflich sein, die erforderlichen Finanzmittel für die mehr als angemessene Stadionmiete und die Sicherheitskosten zusammenzubringen. Es kann und darf nicht Aufgabe des Staates sein, erhebliche Leistungen für das Funktionieren des Kommerzsportes zu erbringen.

Dringend ist auch der Verzicht auf die Forderung nach einem zweiten Fussballstadion in Zürich – ein solches senkt die Kosten nicht etwa, sondern treibt sie massiv in die Höhe.

Längerfristig: Entkommerzialisierung des Sports – Rückkehr zu Sport als Hobby, als Freitzeitbeschäftigung! Und falls es tatsächlich Fussballprofis geben sollte, die nicht anders als Fussball können, dafür dies mit Können: ein Argument mehr für das bedingungslose Grundeinkommen für alle!

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Formel 1: definitiv ewiggestrig https://www.umweltnetz.ch/content/formel-1-definitiv-ewiggestrig Wed, 20 May 2009 15:52:18 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=796 Dass es nach wie vor Autos gibt, die mit einem Liter Spezialbenzin etwa 1.5 Kilometer weit fahren können, ist angesichts zum Beispiel des ETH Pac-Car schlicht unverständlich. Dass das Ganze sogar als „Sport“, als „Motorsport“ deklariert wird, versteckt einfach, dass es da um ziemlich viel Geld von einigen wenigen auch im Geist ziemlich älteren Herren … „Formel 1: definitiv ewiggestrig“ weiterlesen

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Dass es nach wie vor Autos gibt, die mit einem Liter Spezialbenzin etwa 1.5 Kilometer weit fahren können, ist angesichts zum Beispiel des ETH Pac-Car schlicht unverständlich. Dass das Ganze sogar als „Sport“, als „Motorsport“ deklariert wird, versteckt einfach, dass es da um ziemlich viel Geld von einigen wenigen auch im Geist ziemlich älteren Herren geht.

Die Formel 1 wird regelmässig mit der Begründung „Forschungslabor für das Normauto“ populär zu machen versucht. Ob allerdings Reifen, die genau für eine Strassenfeuchtigkeitswert taugen, Motoren, die allerhöchstens 2 Rennen benutzt werden können, Chassis, die jedes Jahr neu konstruiert werden, viel mit dem Normalauto zu tun haben, ist nicht nachvollziehbar. Mit anderen Worten: die Formel 1 ist nur noch reines Prestigegetue der FIA und der Konstruktionsteams ohne jegliche Relevanz für die Zukunft der Welt.

5385 km weit fährt der Pac-Car mit einem Liter Benzin. Weil es sich dabei um einen endlichen, fossilen Treibstoff mit Treibhausgaswirkung handelt, ist selbst dieser geringe Treibstoffverbrauch nicht zukunftsfähig! Es braucht völlig neue Ansätze – Antriebssysteme, die ausschliesslich auf erneuerbaren, nachhaltig bereitstellbaren Energien beruhen, vollumfänglich wiederverwendbare Konstruktionsmaterialien (also keinen RESH).

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Fussball – einige Fragen! https://www.umweltnetz.ch/content/fussball-einige-fragen Sun, 22 Mar 2009 16:00:33 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/fussball-einige-fragen/ Das Begriffspaar „Panem et circenses“ (Brot und (Zirkus-)Spiele) prägte der römische Dichter Juvenal. Fussball hat – wie das Beispiel der Weltmeisterschaften in Deutschland zeigen – das Potential, den römischen Zirkus in diesem uralten Wort-Paar zu ersetzen. „Panem et circenses“ ist herbe Kritik an der Gesellschaft: wenn ihr Brot und Spiele geboten werden, ist es ihr … „Fussball – einige Fragen!“ weiterlesen

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Das Begriffspaar „Panem et circenses“ (Brot und (Zirkus-)Spiele) prägte der römische Dichter Juvenal. Fussball hat – wie das Beispiel der Weltmeisterschaften in Deutschland zeigen – das Potential, den römischen Zirkus in diesem uralten Wort-Paar zu ersetzen.

„Panem et circenses“ ist herbe Kritik an der Gesellschaft: wenn ihr Brot und Spiele geboten werden, ist es ihr egal, was rundherum passiert. Brot – Lohn für Erwerbsarbeit und Spiele – Unterhaltung. Wenn Brot und Spiele garantiert sind, gibt es scheinbar keine weiteren Themen mehr. Oder anders: „Brot und Spiele“, „Panem et circenses“ ist nichts anderes als kurzfristige Sichtweise, ist von der Hand in den Mund leben.

Fussball ist ein populäres Spiel – möglicherweise darum, weil Fussball in mehrerer Hinsicht einfach ist:

  • Es braucht ein ballähnliches Spielobjekt, es braucht zwei bis vier Markierungen für ein oder zwei Tore.
  • Die Regeln sind sehr einfach, selbst die Offside-Regeln sind – bis auf die Schnelligkeit der Abläufe im Spiel – relativ einfach. Gelegentlich allerdings sind die Regeln dermassen einfach, dass sie schlicht der Physik wiedersprechen.
  • Weil es beim Fussball immer einen Sieger und einen Verlierer braucht, steht dieses Spiel symbolisch für Wettbewerb, Egoismus und so fort – und weckt damit die Massen bewegenden Emotionen, die tief in der Steinzeit wurzeln. Gerade Weltmeisterschaften sind Nationalismus oder Chauvinismus pur.
  • Bei Fussball als Spiel ist auch die Infrastruktur einfach, es braucht eine mehr oder weniger ebene Fläche, nicht zwingend rechteckig, nicht zwingend mit Gras bewachsen.
  • Und so weiter

Leider, leider ist Fussball zumindest in der an den Weltmeisterschaften gezeigten Form längst kein Spiel mehr – es geht längst nicht mehr ums Spiel, es geht um Geld.

Oder anders: damit „Spiele“ nach wie vor gilt, hat Fussball sehr viel mit „Brot“ zu tun.

Es ist durchaus legitim, dass die fähigsten Fussballspieler von ihrer Spielfreude und ihrer Spielintelligenz leben können – allerdings ist der Spielermarkt, mit dem altrömischen Sklavenmarkt zu vergleichen, längst ausser Rand und Band. Da werden Spieler für immense Summen gehandelt. Es ist zu hoffen, dass hier alles mit rechten Dingen zu und her geht, das heisst ohne Schwarzgeld und Geldwäscherei. Es ist insbesondere zu hoffen, dass auch die nationalen und internationalen Fussballorganisationen wie FIFA und UEFA in ihrem Geschäftsgebahren nicht ausschliesslich eine Gewinn-Maximierung anstreben, sondern die Sportförderung im Sinne des körperlichen Wohlergehens (und da dürfte weder der Profi-Sport noch insbesondere der Fussball besonders gut dastehen). Geradezu abscheulich ist es, wenn sich diese Verbände in die Sport-Gesetzgebung der einzelnen Länder einmischen.

Weil es beim Profi-Fussball nahezu ausschliesslich um Geld geht, erhält ein weiteres Spielelement eine übersteigerte Bedeutung: der Schiedsrichter nämlich. Weil Sieg oder Niederlage über sehr viel Geld entscheiden (siehe zum Beispiel Champions League Qualifikation) – erhält die Schiedsrichterarbeit höheres Gewicht. Dies tut allerdings dem Spiel überhaupt nicht gut. Fussball ist in Realität eben nicht ein Spiel zwischen zwei Mannschaften, sondern eine Geldmaschine mit mindestens vier Teams – die beiden eigentlichen Mannschaften, das Schiedsrichtergespann und die visuellen Medien. Wichtiger Bestandteil dieser Geldmaschine ist der immense Aufwand für die Aufzeichnung und damit Wiedergabemöglichkeit der Spielelemente. Selbst ExpertInnen können häufig erst in der dritten Wiederholung in Höchstzeitlupe aus der vierten Kameraposition eine Ballbewegung in ihre Einzelteile zergliedern. Der Tatsachenentscheid des Schiedsrichters ist ein wesentliches Element des Spiels Fussball – mit immer noch mehr Technik verliert das Spiel, es gewinnt dafür das Geld. Dazu ein Vorschlag: es wäre von Vorteil, die aufwendige Kameratechnik zu ersetzen durch eine einzige Kamera, nämlich die Kamera auf dem Kopf des Schiedsrichters, allenfalls ergänzt mit Kameras aus der Position der Linienrichter. Die kommerzielle Alternative dazu: fünf Kameras pro Spieler, die dauernd ein 3D-Bild jedes Spielers erzeugen, kombiniert mit Berührungs- und Kraftmess-Sensoren.
So gut gemeint die Aktion „Fussball gegen Rassimus“ ist: letztlich ist auch diese Aktion im Interesse des Geldes: der Spielermarkt funktioniert nämlich nur dann, wenn Spieler global einsetzbar sind, also unabhängig von Herkunft, Sprache, Hautfarbe usw grundsätzlich in jeder Mannschaft einsetzbar sind.

Was wäre zu tun, damit Fussball den Spielcharakter zurückerhält?

Vorerst: Abschaffung des Profitums in sämtlichen Sportarten.

Abschaffung der Werbung mit Sport: Der Preis für die grossen Finanzbeiträge: Sponsoring! Ob Auto, Alkohol, Tabak, Computer, Fastfood, Electronics, Softdrinks, …: die Liste der offiziellen FIFA-Partner ist ellenlang, gleiches gilt auch für euopäische Verbände wie etwa die UEFA. Stadien und deren Umgebung, Internet-Seiten, Spieler werden immer mehr zu Werbeträgern reduziert.
Damit Fussball-KönnerInnen mit ihrer Spielfreude weiterhin eine gesicherte Existenz haben, braucht es einen gesamtgesellschaftlichen Wechsel: weg von der erwerbsbasierten Lohnarbeit hin zu einem garantierten Existenz-Minimum. Dies würde auch den fähigsten SportlerInnen heutiger sogenannter Randsportarten (alles ausser Fussball 😉 ermöglichen, ihre Fähigkeiten unabhängig von Existenzsorgen unter Beweis zu stellen – Gewinn für den Spielcharakter des Sports. Gleiches gilt auch für Kultur-AkteurInnen – auch kommerzielle Kunst erfordert heute Geldmaschinen! Stadien für den Sport sind nicht ohne Grund regelmässig Arenen für Kunst und Kultur – aber in erster Linie Bühnen des Kommerzes. Mehr dazu siehe hier.

Rückkehr zur Unmittelbarkeit des Sportes – weniger Gewicht auf die Fernsehübertragung von Sportanlässen.

Als erster Schritt: pro Stadion ist höchstens eine Kamera zugelassen, mit Vorteil als Helmkamera beim Schiedsrichter. Dann sehen endlich sämtliche ZuschauerInnen am TV das gleiche wie der Schiedsrichter.

Abschaffung von Nationalmannschaften – gute Clubmannschaften sind einer zusammengewürfelten Nationalmannschaft spielerisch mindestens ebenbürtig. Und da in Clubmannschaften den spielerischen Fähigkeiten mehr Gewicht zukommt als der Nationalität, hätten Nationalismus und Chauvinismus weniger Nährboden.

Abschaffung des Penalty-Schiessens bei K.O.-Runden – Ersatz z.B. durch 22-fachen Münzenwurf. Wenn zwei Mannschaften nach 120 Minuten keine eindeutige Situation geschaffen haben, kann nur der Zufall helfen – Penalties als Strafstoss haben nach 120 Minuten intensivem Spiel einen willkürlichen Charakter. Auch der Sport muss lernen, dass es nicht zwingend Sieger und Verlierer braucht! Darum mit dem mehrfachen Münzenwurf signalisieren, dass es bei einem solchen Vorgang ausschliesslich um Zufall geht.

Schaffung einer UNO-Weltorganisation für Sport, um die absolutistischen und reichen Sport-Verbände an parastaatlicher Machtballung zu hindern.


Fussball ist nur ein Beispiel – auch weitere Sportarten, aber auch Kultur!

Der Kantonsrat des Kantons Zürich hat sich am 30. Oktober 2006 mit dem Rahmenkredit für das Opern-Haus Zürich beschäftigt. Nur mit Stichentscheid des Ratspräsidenten wurde diesem Kredit zugestimmt. Ein Aspekt dieses Kredites – insbesondere die Erhöhung gegenüber dem vorangehenden Rahmenkreidt – ist die Gagenteuerung, vor allem für die internationalen Stars, die grossen Sängerinnen und Sänger der Opernwelt. Wie im Sport, wie in der Wirtschaft gibt es eben auch in der Kultur AbzockerInnen, die für ihre – nicht immer nur sehr gute – Arbeit Star-Gagen beanspruchen. Auch hier würden Elemente wie bedingungslose Grundeinkommen für alle wesentliche Erleichterung bringen, und zudem einen erheblichen Beitrag zur Kulturförderung und zur Demokratisierung des Kunstverständnisses leisten: nicht nur die Super-Stars, sondern auch Kulturschaffende in eher randständigen Kulturbereichen könnten unabhängig von Erfolgsdruck ihre künstlerischen Talente nutzen!


Doping besonders im Radsport gehört auch zur Geldmaschine Sport. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ist die menschliche Leistungsfähigkeit begrenzt. Irgendwann kommt der Punkt, wo es nicht mehr möglich ist, ohne Raubbau am Körper immer noch schneller einen Berg hinaufzufahren. Ausser eben: man hilft mit leistungssteigernden Mitteln nach! Dabei spielt gar keine Rolle, ob das einige wenige oder alle tun – es dient letztlich der Absicht, mit dem Sport Velorennfahren noch mehr Geld für diese Sportart verfügbar zu machen, denn dies funktioniert in erster Priorität über das Medien- und damit das Publikumsecho. Und dieses Echo ist dann am grössten, wenn immer neue Rekorde zu verzeichnen sind.


Noch etwas. Wäre der FC Basel in der Schweizer Fussballmeisterschaft 2006/2007 Meister geworden, wenn es denn „Fall Muntwiler“ nicht gegeben hätte? Das würde voraussetzen, dass sämtliche Spiele gleich geendet hätten wie mit dem „Fall Muntwiler“ – da davon auszugehen ist, dass auch beim Fussball ein gewisser Zufall herrscht, ist dies sehr unwahrscheinlich.


Als Gedankenexperiment: ist auszuschliessen, dass im Schweizer Fussball Spielresultate nicht käuflich sind? Was wäre, wenn sie es doch wären? Wie sind beispielsweise die eigenartigen Tore im Spiel FC Basel gegen Young Bern vom 24. Mai 2007 erklärbar? Und wie ein Penalty-Entscheid in der letzten Minute des Finalspiels des Schweizer Cups FC Basel gegen FC Luzern am 28. Mai 2007, der auf ein Ereignis zurückgeht, das die Schiedsrichterin wahrscheinlich nicht direkt gesehen hat? Es handelt sich um eine Tatsachenentscheidung, aber um eine solche, die schlicht die Frage in den Raum stellt: was wäre, wenn hier ziemlich viel Geld für die Beteiligten im Einsatz gewesen wäre? Um solche Spekulationen zum Vorneherein auszuschliessen, ist es zwingend erforderlich, den Sport zu entkommerzialisieren!


Nachtrag 22.3.09

Zuerst im Cupspiel gegen den FC Basel einen eindeutig falschen Penalty, dann auch im Meisterschaftsspiel gegen YB gerade zwei eindeutig falsche Penalties: innerhalb von wenigen Tagen hat der FC Zürich durch krasse Schiedsrichterfehlleistungen zwei zentrale Spiele verloren. Offenbar ist es im Schweizer Fussballsport möglich, Spielergebnisse zu kaufen! Hämisch reden dann jeweils die Verantwortlichen der anderen Mannschaften, die Medien und die Fans von schlechten Verlierern. Wie gesagt, wäre Fussball bloss ein Spiel, könnte man dies so sehen. Da leider leider Fussball ein Geschäft ist, sinkt der Marktwert sowohl der missbräuchlich verlierenden Mannschaft als auch ihrer Spieler erheblich – neben den sportlichen Aspekten verfälschen also derart massive Schiedsrichterfehler auch den Markt. Auch dies ist nur damit erklärbar, dass da Kräfte am Werk sind, die ökonomische Interessen an diesen Marktgewinnen und -verlusten haben. Nachdem die Gierigen schon das Finanzsystem korrumpiert und damit erheblich gestört haben, versuchen sie es jetzt offenbar auch im Sport. Da gibts nur wenige Lösungen: bedingungsloses Grundeinkommen für alle und völlige Entkommerzialisierung des Fussballs wie des gesamten Sports.


Erste Fassung w8.5.2007

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Fragwürdigkeiten um die Fussball-Europa-Meisterschaft 2008 https://www.umweltnetz.ch/content/fragwurdigkeiten-um-die-fussball-europa-meisterschaft-2008 Thu, 08 May 2008 04:00:00 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/fragwurdigkeiten-um-die-fussball-europa-meisterschaft-2008/ Brot und Spiele, so hiess es bereits bei den alten Römern. Rund um die EM 2008 EURO 08 gibt es immer wieder Merkwürdigkeiten. Euro-Fanzone: Nur Kleiderlogos von Sponsoren erlaubt titelt TA-Online am 7. Mai 2008. Exklusivität ist zwar im Marketing durchaus beliebt – aber nach Diktion der EURO08 zeigt sich die hässliche Fratze dieser freien … „Fragwürdigkeiten um die Fussball-Europa-Meisterschaft 2008“ weiterlesen

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Brot und Spiele, so hiess es bereits bei den alten Römern. Rund um die EM 2008 EURO 08 gibt es immer wieder Merkwürdigkeiten.

Euro-Fanzone: Nur Kleiderlogos von Sponsoren erlaubt titelt TA-Online am 7. Mai 2008. Exklusivität ist zwar im Marketing durchaus beliebt – aber nach Diktion der EURO08 zeigt sich die hässliche Fratze dieser freien Marktwirtschaft. Die Gestaltung der EURO08-der Trams und Busse ist an Scheusslichkeit nicht zu überbieten, zudem wird für eine Biermarke auf öffentlichem (Bemalungs-)Grund geworben, die vor allem alkoholhaltiges Bier verkauft (und auch noch ein ganz wenig alkoholfreies). Ich auf jeden Fall bin lieber zu Fuss oder verspätet unterwegs, als in ein solchermassen verunstaltetes Gefäss des öffentlichen Verkehrs einzusteigen. Im Sinne der Vielfalt und des Brechens des Absolutheitsanspruchs der Euro/Uefa gibts nur eins: logolos durch den Sommer!


Am Samstag, 19. April 2008 über Mittag: stundenlanger Fluglärm über Zürich. Ein Kamerablick mit dem Tele-Objektiv zeigt: eine Drohne ADS 95 Ranger der Schweizerischen Luftwaffe in Begleitung eines Helikopters zieht Kreise über der Stadt Zürich. Am 23. März 2008 (Ostern!) war dazu in der NZZ am Sonntag zu lesen: Zürich setzt an Euro 08 Drohnen ein. Mit der Behauptung von Sicherheitszugewinnen und dem Hinweis auf die EURO 08 sollen also die ZürcherInnen einmal mehr belärmt werden (am Samstag, 19.4.08 betrug die geschätzte Flughöhe rund 1’500 Meter über Grund, trotzdem war der lärmige Motor sehr deutlich zu hören). Der verwendete 2-Zylinder-2-Takt-Motor gehört aus ökologischen Gründen (unvollständige Verbrennung des Treibstoffes mit sehr viel unverbrannten Kohlenwasserstoffen im Abgas) längst auf den Schrottplatz.

[mygal=drohne]


Da wird in Luzern vor der Ziehung der EM-Gruppeneinteilungen kurzerhand das verfassungsmässig garantierte Demonstrationsrecht ausser Kraft gesetzt. Mehr als 200 friedliche Jugendliche – die „ein Strassenfest für mehr kulturelle Freiräume“ durchführen wollten, wurden von der Stadtpolizei Luzern eingekesselt – und selbst unbeteiligte PassantInnen verhaftet.

Die Stadt Luzern -oder nur die Stadtpolizei? – beabsichtigte, die Stadt angesichts der riesigen Medienpräsenz in einem guten Licht darzustellen. Nun: die Schweiz hat eine sehr lange demokratische Tradition, dazu gehören als politisches Mitbestimmungsinstrument auch Demonstrationen – der Weltöffentlichkeit wurde eine knüppelnde und prügelnde Polizei gezeigt, Bilder, die man sonst nur aus Diktaturen zu sehen bekommt.


Eine weitere durch die demokratische Mitbestimmung erreichte Errungenschaft: Nachtflugverbot auf den Landesflughäfen in Zürich, Genf und Basel. Der Bundesrat will dieses für die Dauer der EURO 2008 abschaffen. Mit der Begründung, gewisse Fan-Gruppen gerade nach Spielende heimschaffen zu können. Solche Anlässe sollen doch eigentlich der Völkerverständigung dienen – und gleichzeitig werden Fans auch als Wirtschaftsfaktor bezeichnet, die während ihres Aufenthalts einen Beitrag zur Wertschöpfung der Schweiz leisten sollen. Mit dem Flugzeug vor dem Spiel herangeschafft, nach dem Spiel mit dem Flugzeug heimgeschafft: behandelt man so willkommene Gäste?


Mehrwegbecher sollen einen Beitrag zur Verminderung der ökologischen Belastung der riesigen Anlässe leisten. Dazu werden umfangreiche Studien in Auftrag gegeben. Mit eindeutigem Ergebnis: Mehrwegbecher-Systeme sind Einweg-Lösungen ökologisch deutlich überlegen! Allerdings: trotz dieser eindeutigen Ergebnisse wird es möglicherweise nicht der Staat sein, der das ökologischere System erzwingen kann: die UEFA beansprucht – unabhängig vom Ergebnis und der Seriosität der Studien die Auswahl der Logistik, nein, es ist nicht eigentlich die UEFA, es ist einer der Sponsoren – Coca Cola, Soft Drinks & Beverage Products. Und dies, obwohl auf der Internet-Seite Begriffe wie Corporate Responsibility, „Polar Bear Support Fund“ und sogar das WWF-Logo zu finden sind. Wo bleibt da die Glaubwürdigkeit?

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