zur Kampagne «Ja zum geordneten Atomausstieg»
Die Vorgaben aus dem Pariser Klimaschutzabkommen sind klar – und bereits auch in Wikipedia festgehalten: Um das gesteckte 1.5-°-Ziel erreichen zu können, muss die Verbrennung fossiler Energieträger bis ca. 2040 komplett eingestellt werden und die Energieversorgung – d.h. Strom, Wärme und Verkehr – in diesem Zeitraum vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden (sinngemässes Zitat). Sollte das Abscheiden und sichere Lagern der Treibhausgase (CCS) möglich werden, besteht etwas mehr zeitlicher Spielraum zur Klimaschutz-Umsetzung.
Das Wollen betrifft viele Alltagsbereiche. Tools wie ECOSPEED Private zeigen die persönliche Treibhausgas-Bilanz und den Handlungsbedarf, um die Klimaschutzziele zu erreichen – nicht von heute auf morgen, aber immer dann, wenn Entscheidungsbedarf ansteht.
Im Gebäudebereich gibt es eine grosse Zahl von Beispielen, die bereits heute ganz oder teilweise die Vorgabe atom- und fossilfrei erfüllen. Solche Lösungen sind machbar und auch finanzierbar, wenn richtig gerechnet wird.
Mehr als 100 Schweizer PlusEnergie-Bauten (Stand 19. Oktober 2016) sind in der Datenbank von energie-cluster.ch enthalten – sicher werden bald weitere Beispiele folgen, zum Beispiel die PreisträgerInnen des 26. Schweizerischen Solarpreises 2016.
Die Erfolgsfaktoren, die es braucht, um das Klimaschutz-Wollen umzusetzen, sind bekannt – Fachkompetenz, herausfordernde Vorgaben und Beharrlichkeit gehören dazu. Es sind derzeit die kreativeren und innovativeren Menschen in diesem Lande, die solche Projekte realisieren. Zu viele – insbesondere aus dem rechtsnationalen und konservativen geldorientierten Milieu – sind noch gar nicht beim Wollen angelangt, sondern sehen nur vermeintliche Hemmnisse und/oder Nachteile, wie immer ohne Faktenbezug. George Bernard Shaw meinte dazu: «Wer es für unmöglich hält, sollte denen nicht im Weg stehen, die es gerade tun.» Ganz klar: Die herausfordernden Klimaschutzziele sind zu erreichen, atom- und fossilfrei ist möglich, wenn wir es wirklich wollen.
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?> Tage Zeit hat die Menschheit, das Klimaschutzziel zu erreichen. Das reicht sicher, um das Wollen umzusetzen. Und wie immer: Verschieben auf Morgen ist keine Lösung!
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Wenn die Schweiz die internationalen Klimaschutz-Abkommen erst nimmt, haben die Bewohnerinnen und Bewohner dieses Landes dafür zu sorgen, dass bis etwa 2040 auf die fossilen Brenn- und Treibstoffe verzichtet werden kann; parallel dazu ist ebenfalls auf die Atomenergie zu verzichten. Wenn wir dies wollen, ist dies mit einem gemeinsamen Effort möglich. Und es gibt bereits eine Vielfalt von Beispielen aus verschiedenen Lebensbereichen, die die problemlose Machbarkeit, auch aus finanzieller Hinsicht, aufzeigen.
Völlig klar ist: Ein solcher vollständiger Ausstieg aus den fossilen, den nuklearen Energien hat Folgen – zum Beispiel für die Firmen, die bis anhin Heizöl, Diesel, Benzin, Erdgas usw. welches immer aus dem Ausland kommt, in der Schweiz verkaufen. Und es hat Konsequenzen für Schweizer Industrieunternehmen, die Technologien für die Erdöl- und Erdgasförderung exportieren, die Luxusgüter für die Reichen der Rentier-Staaten auf den Markt bringen. Diese zukünftigen VerliererInnen haben sich offenbar SVP und Co. als Fürsprecherin ihrer Anliegen ausgesucht.
Sämtliche Gegenargumente zur Energiestrategie 2050 in National- und Ständerat waren nachweislich faktenwidrig, waren also im Klartext Lügen. Dies ist nicht weiter verwunderlich: SVP-Parteipräsident Albert Rösti ist auch noch Präsident von Swissoil, dem Dachverband der Brennstoffhändler in der Schweiz und zusätzlich dazu noch Präsident der AVES, der Aktion für eine verlogene Energiepolitik Schweiz (ups, ein freudscher Tippfehler), DER politischen Lobbyorganisation für die Atomenergie (Stand 10. Oktober 2016).
Das Pariser Klimaschutz-Übereinkommen, welches voraussichtlich am 4. November 2016 in Kraft tritt, sieht vor, die von Menschen gemachte globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C, möglichst 1.5 °C im Vergleich zu vorindustriellen Levels zu begrenzen. … Soll das 1.5-°C-Ziel … erreicht werden, muss die Verbrennung fossiler Energieträger bis ca. 2040 komplett eingestellt werden und die Energieversorgung – d.h. Strom, Wärme und Verkehr – in diesem Zeitraum vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden (aus Wikipedia kopiert resp. sinngemäss zitiert). Brennstoffhändler, vor allem solche, die Öl und Gas verkaufen, braucht es in Zukunft definitiv nicht mehr. Alles andere ist eine Lüge.
Die Atomenergie braucht es definitiv ebenfalls nicht – alles andere ist Technologie-Museum und Verweilen im Grosstechnologie-Machbarkeits-Wahn. Dass im Moment insbesondere der europäische Strommarkt eher einer Berg-und-Tal-Bahn gleicht, ist die Folge davon, dass Politik udn Energiewirtschaft die sich abzeichnenden Entwicklungen bewusst ignoriert oder gar verleugnet haben – genau darum hat «vernünftig» im Namen der AVES nichts zu suchen. Da zudem sehr viele Haushalte in der Schweiz zwangsweise mit Kaliumjodid-Tabletten beliefert wurden, zeigt sich hier eine weitere Lüge: Wären AKW sicher, brauchte es keine Kalium-Jodid-Tabeltten. Dass diese verteilt wurde, zeigt, dass AKWs nicht sicher sind – somit müssten die in der Schweiz stehenden AKW schon seit Jahren stillgelegt sein!
Es ist davon auszugehen, dass die zukünftige Energieversorgung in einer volkswirtschaftlichen Betrachtungsweise eher weniger kostet als heute, allerdings mit einer Verlagerung: Es ist mehr zu investieren, dafür sinken die laufenden Kosten, ebenso werden die nicht in den heutigen Energiepreisen eingeschlossenen externen Umwelt- und Sozialkosten des übermässigen Energieverbrauchs deutlich reduziert.
Mehr Investitionen – das ist genau die Chance für eine an den lokalen Bedürfnissen orientierten Wirtschaft. Es gibt bereits zahlreiche innovative und kreative Unternehmen, die mit anderen zusammen in der Lage sind, beispielsweise Plusenergie-Bauten zu realisieren, Bauten also, die im Betrieb mehr Energie produzieren, als es dem Bedarf der Nutzenden in Wohnungen, Büros, Läden oder Schulhäusern entspricht. Diese Unternehmen meist aus dem MINT-Bereich sorgen dafür, dass Gebäude mit erneuerbaren, dezentral verfügbaren und nachhaltig nutzbaren Energien versorgt werden können. Offensichtlich eine weitere Lüge der SVP, das sich diese für Rohöl und Uran meist aus Diktaturen einsetzt, während lokales («einheimisches») Know-how und Engagement nicht gefragt scheint – aber eben, Lügen haben kurze Beine.
Braucht es aus politischen Gründen eine Abstimmung über den ersten bescheidenen Schritt der Energiestrategie 2050? Da seit einiger Zeit die SVP Abstimmungserfolge käuflich gemacht hat, besteht vorerst kein Bedarf nach derartigen manipulierten Abstimmungen. Angesichts der bescheidenen Auswirkungen der Energiestrategie 2050 besteht auch kein Bedarf nach einer inhaltlichen Auseinandersetzung. Geld und Zeit werden statt in einen wenig ergiebigen Abstimmungslauf besser dafür investiert, an weiteren konkreten Beispielen aufzuzeigen, wie der Ausstieg aus den fossilen und nuklearen Energien aussehen kann – mit einheimischen, dezentral nutzbaren erneuerbaren Energien, unter Anwendung von Innovationsfähigkeit und Engagement.
Zudem: Am 27. November 2016 JA zur Volksinitiative «Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie (Atomausstiegsinitiative)»!
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Wenn sich HistorikerInnen mit der Geschichte am Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts beschäftigen werden, bieten möglicherweise die Entwicklungen rund um die diversen COP-UN-Klimakonferenzen Hinweise auf Denkmuster und Denkmodelle einer heterogenen globalen Gesellschaft beim Umgang mit globalen Herausforderungen.
P.S. COP: Conference of the Parties, UN-Vertragsstaatenkonferenzen, hier sind die UN-Klimakonferenzen gemeint, als ein Beispiel COP 21 vom 30. November bis 11. Dezember 2015 in Paris.
Seit etwa Frühling 2015, also Monate vor COP 21, sind mir drei Dinge aufgefallen:
Ich, Du, wir alle sind gefordert – ich muss, Du musst, wir alle müssen WOLLEN! Der Umgang mit den globalen Commons ist eine Aufgabe der Zivilgesellschaft, und somit unabhängig von den Ergebnissen der COP 21 in Paris. Ein weltweites politisches Einvernehmen, dass dem Mensch gemachten Klimawandel zu begegnen ist, ist eine gute Voraussetzung für die Bewältigung der Herausforderungen, mehr nicht.
Aufgabe der Zivilgesellschaft, dies heisst: ich, Du, wir alle sind in meinem, in Deinem, in unserem Alltag, in meinen, in Deinen, in unseren Verantwortungsbereichen gefordert, das zu tun, was erforderlich ist, um eine fossil- und nuklerarfreie Energieversorgung zu ermöglichen. Dem WOLLEN müssen KÖNNEN und TUN folgen.
Wer meint, dies sei in ihrem, in seinem Alltags- und Verantwortungsbereich nicht möglich, irrt, und muss dringend die eigenen vorgefassten Meinungen revidieren, im Wissen darum, dass dort, wo ein Wille ist, auch ein Weg gefunden werden kann. BeraterInnen, Fachleute, die vorgeben, die Herausforderung sei bei einem konkreten Beispiel nicht möglich, sind entweder aufzufordern, endlich ihren Wollen-Job zu tun, oder sie sind auszuwechseln durch ExpertInnen, die bereit gezeigt haben, dass sie in der Lage sind, den Willen mit der erforderlichen Beharrlichkeit auch zielgerichtet umzusetzen. Wer behauptet, die ganze Sache sei nicht finanzierbar, müsste dringend ihr/sein Ökonomie- und Finanzierungswissen erweitern. Exemplarisch: Economiesuisse behauptet jeweils, zu wissen, was die Umsetzung der Energiestrategie 2050 des Bundesrates kostet, und bleibt die Antwort schuldig, was die Nicht-Umsetzung der Energiestrategie 2050 kostet – aufgrund der bisherigen Erkenntnisse ist davon auszugehen, dass dieser Nicht-Wollen-Pfad wesentlich teurer kommt.
Nochmals: Eine fossil- und nuklearfreie Energieversorgung ist möglich – wenn ich, Du, wir alle dies WOLLEN!
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