
Welche Verwendungszwecke gibt es für einen Hafenkran? In diesem Kontext ist die Frage rhetorisch – klar ist, dass 5-jährige Kinder viele Verwendungszwecke für einen Hafenkran nennen würden. Wer dies nicht tut, ist nach Ken Robinson weder kreativ noch innovativ, weil divergentes Denken Voraussetzung für Kreativität und Innovation ist.
Ist ein Hafenkran, ein rostiger, uralter zudem, Kunst? Wer divergent denkt, wer innovativ und kreativ ist, wird diese Frage uneingeschränkt mit Ja beantworten. Die Gegenbehauptung: wer diese Frage mit Nein beantwortet, wird kaum positiv aussagen können, was denn genau Kunst ausmacht. „Vanessa“ ist auch aus Metall, aus getriebenem, hochglanzpoliertem Chromstahlblech, fünfeinhalb Meter hoch – sie ist als Kunst bezeichnet. Welches wären hier wohl die divergenten, die kreativen, die innovativen weiteren Verwendungszwecke?
Seit 2009 ist „zürich transit maritim„, eine Kunst-Intervention im öffentlich Raum, unterwegs. Fünf Jahre also hat es gebraucht, bis die divergenten Hafenkran-DenkerInnen ihr Projekt realisieren konnten – siehe dazu auch meine Blogbeitrag „Eines Morgens …„. Diese Beharrlichkeit ist eines der Merkmale innovativer und kreativer divergenter DenkerInnen – allein dies ist eine besondere Qualität dieses Projektes, bis hin zur „maritime Lovestory„.
Derzeit ist es sehr spannend am Limmatquai – wer einige Minuten in der Nähe der Hafenkranbaustelle stehen bleibt, bekommt einiges zu hören und zu sehen. Zu hören sind vor allem die „besorgten SteuerzahlerInnen“. Einfach so viel: wegen dieses Projektes wird kein anderes nicht realisiert – und die Armen, die laut Caritas 2009 in der Schweiz lebten, könnten, wenn das Geld für „zürich transit maritim“ anderes ausgegeben würde, gerade etwa mit einem Stutz mehr pro Person rechnen! Nicht so auffällig und laut sind übrigens jene, die staunend und interessiert stehen bleiben, den Hafenkran im Auge. Ob dies wohl die divergenten DenkerInnen, die innovativen, die kreativen Menschen sind? Unabhängig davon, der entstehende Hafenkran dürfte derzeit das meistfotografierte Zürcher Sujet sein!
Ist ein „Literaturmuseum“ Kunst und/oder Kultur? Hat ein solches Museum mehr Bedeutung als ein Jugend-Literatur-Labor? Oder ertragen „die besorgten SteuerzahlerInnen“, also die nicht-divergenten DenkerInnen, die Nicht-Innovativen, die Nicht-Kreativen knapp eine solche Institution, leider aber nicht zwei derartige Einrichtungen. Teil des Literaturmuseums ist etwa die Erinnerung an den Schriftsteller Max Frisch. Frisch schrieb 1979 „Der Mensch erscheint im Holozän“. „Hören Sie endlich auf, vom Holozän zu sprechen. Wir sind im Anthropozän!“ sagte im Jahr 2000, also nur 21 Jahre später, der Nobelpreisträger Paul Crutzen. Ein Literatur-Labor, nicht nur für die Jugend, ist also gleich bedeutend, wenn nicht bedeutender als ein Museum. Oder lässt sich dies allenfalls gar kombinieren?
Dass der Hafenkran derzeit aufgebaut wird und ab Gründonnerstag 2014 für etwa 9 Monate in Zürich steht, ist ein Kunstbeitrag zum Lob des divergenten Denkens – auch dann, wenn es sich um einen rostigen Uralt-Kran handelt, selbst dann, wenn für Transport und Montage einiges an ökologischen Belastungen anfällt – es gibt ausreichend Möglichkeiten für jede und jeden, noch etwas mehr zu tun zum Schutze der Umwelt, zum Schutze des globalen Klimas.
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Im Sinne der Gewohnheit: Elektronische Festtags- und Neujahrskarte und Geschichte – dieses Jahr „Von Eseln und Holzfällern„.
Was macht es aus, dass ein Jahr zu einem guten Jahr wird? Diese Beurteilung wird sehr individuell ausfallen. Es wird auch in einem guten Jahr Abschied zu nehmen sein von Menschen, deren Lebenszeit abgelaufen ist, auch diese haben von der Welt Abschied zu nehmen. Vielleicht helfen da weise Worte, zum Beispiel jene von Helen Keller: „Der Tod ist kein Schrecken, sondern gehört zum Leben, ist Ablösung des Lebens“.
Ein gutes Jahr – ich wundere mich beim Lesen von Online-Stammtischen häufig über die Überheblichkeit, die Unbelehrbarkeit, den Egoismus, die Uninformiertheit, die Frustration der Schreiber dieser virtuellen Stammtisch-Klopfereien (Ich weiss „Schreiber“ ist nicht gendergerecht – es sind allerdings mehrheitlich Männer, die solche Beiträge verfassen).
Auf die Gefahr hin, vereinfachend und verallgemeinernd zu sein: ich stelle fest, dass diese Online-Stammtisch-Haltung der Alltagspraxis insbesondere der SVP entspricht. Dies hat sehr viel damit zu tun, dass immer mehr Menschen eine klare Vorgabe fahrlässig oder absichtlich missachten: Jeder Mensch hat ein Recht auf seine eigene Meinung, aber nicht auf seine eigenen Fakten hat Daniel Patrick Moynihan vor langer Zeit festgehalten.
Als ein Beleg für das Schaffen eigener Fakten: Interview mit einem Stadtzürcher SVP-Stadtratskandidaten im Tagblatt der Stadt Zürich, der Kandidat macht sinngemäss die Aussage, dass „In der Stadt Zürich in 10 Jahren … Luftschlösser wie die 2000-Watt-Gesellschaft der Vergangenheit angehören„.
Die 2000-Watt-Gesellschaft ist unter anderem in der Gemeindeordnung der Stadt Zürich festgehalten, wie dies am 30. November 2008 von 76.4 % der Stimmberechtigten beschlossen wurde. Angesichts der üblichen 4-Jahres-Denkweise der Politik handelt es sich dabei um eine Vision – das Teilziel „Verminderung der Treibhausgasemissionen“ von 5.5 Tonnen pro Person und Jahr auf 1 Tonne pro Person und Jahr ist bis zum Jahr 2050 zu erreichen. Es gibt eine Vielzahl von Überlegungen zu den Transformationspfaden auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft. die ETH-ÖkonomInnen haben die Frage „How Rich Is The 2000 Watt Society“ gestellt. Im Vergleich mit der Entwicklung „Weiter wie bisher“ ist kaum ein Unterschied auszumachen. Die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft sind zwar ambitiös, aber realisierbar, falls diverse Entscheide im Hinblick darauf gefällt werden. Wer von der 2000-Watt-Gesellschaft als „Luftschloss“ spricht, hat keine Ahnung von der Materie (das ist ein Fakt) – oder er/sie hat die Absicht, die dazu erforderlichen Massnahmen zu verhindern, und dies gegen eine Dreiviertelmehrheit der Stimmberechtigten. Aber dann soll dies die Botschaft sein!
Im Interview sagt der SVP-Kandidat weiter, für ihn sei Ökologie unbedeutend, weil diese politisch für „Bevormundung und Umerziehung missbraucht“ werde, was mit der Streuung von „Fehlinformationen und Weltuntergangsszenarien“ verbunden sei. Dieses Zitat braucht keine weitere Diskussion, bis auf die Anmerkung, dass aus ökologischer Sicht eben genau nicht Weltuntergangsszenarien vermittelt werden, sondern, wie das Beispiel der Vision der 2000-Watt-Gesellschaft bestens zeigt, Wege aufgezeigt werden, wie es BewohnerInnen und Bewohnern dieser Welt auch zukünftig besser gehen könnte.
Die „Ökologie“ mit dem Fokus Energie kenne ich seit mindestens 35 Jahren bestens – wenn ein Stadtzürcher SVP-Stadtratskandidat zu diesem Thema nachweislich Unsinn erzählt, dürfte es auch mit dem Wahrheitsgehalt seiner übrigen Aussagen schlecht bis sehr schlecht aussehen. Und dies ist eine faktengestützte persönliche Meinung – verbunden mit dem Wunsch, dass Online-Stammtisch-Schreiber und (nicht nur) SVP-KandidatInnen vermehrt die Chancen und Möglichkeiten der Informationsgesellschaft nutzen!
„Umwelt und Politik“ biete ich mit umweltnetz.ch – die von mir vorgenommene Auswahl der Inhalte illustriert die Tag-Wolke der zweiundvierzig Beiträge aus dem Jahr 2013. Aufgenommen sind Tags, die mehr als ein Mal vorkommen.
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