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Wenn wir es wollen | umweltnetz.ch https://www.umweltnetz.ch/content Umwelt und Politik - ein Internet-Angebot von Toni W. Püntener Sat, 04 Nov 2017 09:54:37 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 44487214 Klimaschutz, Lärmschutz – oder kollektive Bequemlichkeitsverblödung? https://www.umweltnetz.ch/content/klimaschutz-laermschutz-oder-kollektive-bequemlichkeitsverbloedung Sat, 04 Nov 2017 09:54:37 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=7011 Der nachweislich Mensch gemachte Klimawandel, die übermässig Mensch gemachte Lärmbelastung sind eindeutige Hinweise darauf, dass insbesondere die Menschen in den reicheren Ländern (im Mittel) über ihre Verhältnisse leben. Der jährliche Overshoot Day ist ein offensichtlicher Hinweis auf einen nicht nachhaltigen Lebensstil. Zwingend erforderlich wären wirksame und eingreifende Handlungsschritte – stattdessen übt sich die zum Handeln … „Klimaschutz, Lärmschutz – oder kollektive Bequemlichkeitsverblödung?“ weiterlesen

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Der nachweislich Mensch gemachte Klimawandel, die übermässig Mensch gemachte Lärmbelastung sind eindeutige Hinweise darauf, dass insbesondere die Menschen in den reicheren Ländern (im Mittel) über ihre Verhältnisse leben. Der jährliche Overshoot Day ist ein offensichtlicher Hinweis auf einen nicht nachhaltigen Lebensstil. Zwingend erforderlich wären wirksame und eingreifende Handlungsschritte – stattdessen übt sich die zum Handeln aufgerufene Gesellschaft in kollektiver Bequemlichkeitsverblödung.

Eine Welt, die ab 2040 ausschliesslich mit erneuerbaren Energien funktioniert, eine Welt, die den Lärm an der Quelle verhindert – was zu tun ist, ist bestens bekannt. Es braucht disruptive Schritte, um dystopische Entwicklungen zu verhindern. Oder anders: Die Zukunftschance der Menschheit besteht darin, sich so rasch als möglich von den den fossilen und nuklearen Energien zu verabschieden und ausschliesslich erneuerbare Energien nachhaltig zu nutzen!

Wenn wir dies wollen, ist dies auch möglich. Offensichtlich ist allerding, dass bereits dieses gemeinsame Wollen Opfer der kollektiven Bequemlichkeitsverblödung ist. Zu beachten dabei: Lärmschutz, Klimaschutz sind zuerst Menschenschutz. Es geht darum, gute Lebensbedingungen und bewältigbare Veränderungen zu ermöglichen.

In der Schweiz weigert sich der Bundesrat, Klimaschutzziele zu formulieren, die ehrlich und ernsthaft mit dem Pariser Klimaschutz-Übereinkommen vereinbar sind (siehe dazu die Medienmitteilung des WWF vom 6. Oktober 2017). Und es gibt PolitikerInnen, die ernsthaft beabsichtigen, die Lärmschutzgrenzwerte aufzuweichen, um die LärmverursacherInnen zu schonen (siehe zum Beispiel NZZ vom 4. November 2017).

Dieser NZZ-Artikel erläutert die Verblödung recht gut. Offensichtlich ist, dass der bestehende Verkehr zu lärmig ist. Die Explosionsmotoren (heute heissen sie plötzlich Verbrennungsmotoren) haben einen furchtbar tiefen Wirkungsgrad – weil Energie nicht vernichtet werden kann, sind solche Fahrzeuge sehr laute Lärmquellen. Die Erfahrungen der letzten 30 Jahre zeigen leider, dass Massnahmen an der Quelle, etwa Tempo 30 in der Nachbarschaft von Wohngebieten oder andere Antriebstechniken, sehr schwierig umzusetzen sind. Noch offensichtlicher ist, dass grundsätzliche Fragestellungen nicht interessieren – wir haben schlicht zu viel (Auto-)Verkehr, generell müssen Menschen in ihrem Alltag zu viel unterwegs sein. Wir brauchen endlich eine Strategie der Nähe, um im Alltag mit den aus gesundhelticher Sicht empfehlenswerten täglich 7’000 Schritten auskommen zu können. Wenn wir dies wollen, ist dies möglich – dazu müssten wir zuerst erkennen, dass Mobilität und Verkehr wenig bis nichts miteinander zu tun haben. Je mehr Verkehr, desto weniger mobil sind wir!

Weil es also an der Lärmquelle nicht klappt, geht es nur noch um den Lärmschutz am Empfangsort. Nun, es ist durchaus diskutabel, ob offene Fenster in der Nacht geeignet sind, um die Lärmbelastung zu beurteilen. Allerdings müssten bei geschlossenen Fenstern auch Lüftungen – von den einen Zwangs-, von den anderen Komfortlüftungen genannt – genutzt werden. Allein die beiden Begriffe «Zwang» und «Komfort» illustrieren die Breite der öffentlichen Wahrnehmung.

Es ist nicht gerade hilfreich, dass ausgerechnet jene politische Parteien, die als Propaganda-Organisationen für noch mehr Autoverkehr dienen (insbesondere FDP und SVP) auch jene sind, die gegen sämtliche wissenschaftliche Erkenntnisse für weniger Lärmschutz entlang von Strassen eintreten, und dies mit billigerem Wohnraum begründen. Muss also, wer billig(er) wohnen will oder muss, mit gesundheitlich bedenklichen Lärmbelastungen rechnen?

Zwangs- oder Komfortlüftungen dienen neben dem Lärmschutz auch noch der Verminderung des Energieverbrauchs (wenn sie denn richtig genutzt werden). Sie leisten somit einen Beitrag zum Klimaschutz. Leisere Autos wären etwa Elektroautos, die – wenn wir es wollen – ausschliesslich mit erneuerbaren Energien betrieben werden können und für deren Herstellung auf das «Von-der-Wiege-zur-Wiege»-Konzept, also auf geschlossene Stoffkreisläufe, gesetzt werden kann. Weil dies derzeit nicht der Fall ist, betreibt «das fossile Imperium» derzeit massive Propaganda für den Verbleib beim Explosions- oder Verbrennungsmotor.

Kollektive Bequemlichkeitsverblödung funktioniert, weil die Gegenwart lauter schreit als die Zukunft. Vielen Menschen steht die gegenwärtige Bequemlichkeit näher als das Eintreten für eine enkel- und urenkeltaugliche Entwicklung. Verbal wird zwar gelegentlich deklariert, dass es so wie bis anhin nicht weitergehen könne – die Klugheit, die notwendigen Schritte für die erforderlichen disruptiven Veränderungen einzuleiten, vermag sich beim gegenwärtigen Mass an Bequemlichkeitsverblödung allerdings leider leider nicht durchzusetzen.

Im letzten Kapitel des Buches «Kraftwerk Schweiz» von Anton Gunzinger schreibt im Jahr 2097 eine Studentin an ihren Urgrossvater selig. Sie schreibt als Vertreterin einer nachhaltigen Gesellschaft, die dankbar dafür ist, dass dieser Schritt gelungen ist, dass das Leben in einer solchen Welt möglich ist. Sie stellt Fragen, die wir beantworten sollten, bevor wir schulterzuckend auf ehrlichen und ernsthaften Klimaschutz, auf wirksamen Lärmschutz verzichten:

  • Konntest du damals nicht wissen, was auf die Welt zukam – oder wolltest du es nicht wissen?
  • Hast du deine Augen wie die meisten Menschen vor den Entwicklungen verschlossen, die sich immer deutlicher abzeichneten?
  • Für mich und meine Freunde ist es schwer zu begreifen, … wie ihr alle Probleme verdrängt und keinen Gedanken an die Zukunft – unsere Zukunft – verschwendet habt.
  • Was hast du getan, Urgrossvater, als die Erde jahrzehntelang so schamlos geplündert wurde? Hast du dich dafür eingesetzt, die fossilen Energien zu schonen und durch erneuerbare zu ersetzen?

Diese Fragen sind gestellt, auch wenn dies heutige Menschen – Anton Gunzinger und Ghostwriter René Staubli – tun. Trotz aller kollektiven Bequemlichkeitsverblödung müssen wir diese Fragen immer wieder sehr laut und mit viel Energie stellen, und beharrlich auf ernsthaften und ehrlichen Antworten bestehen.

Zur Ehrlichkeit gehört auch, dass die Beantwortung dieser Fragen und die sich daraus ergebenden Handlungen drängend und dringend sind.

Es bleibt dabei: Wenn wir uns einigermassen zukunftstauglich verhalten wollen, ist alles daran zu setzen, um 2040 herum ausschliesslich auf nachhaltig genutzte erneuerbare Energien zu setzen – und bis dann definitiv und endgültig aus den fossilen und nuklearen Energien auszusteigen. Wenn ich will, du willst, Sie wollen, wir wollen, ist dies wirklich zu schaffen!

The post Klimaschutz, Lärmschutz – oder kollektive Bequemlichkeitsverblödung? first appeared on umweltnetz.ch.]]> 7011 Über die Energiestrategie hinaus – zum Beispiel Plusenergie-Gebäude https://www.umweltnetz.ch/content/ueber-die-energiestrategie-hinaus-zum-beispiel-plusenergie-gebaeude Sat, 20 May 2017 12:23:14 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6806 Am Samstag vor der Abstimmung über das Energiegesetz: es braucht weitere Schritte, PLUS ist angesagt, zum Beispiel PLUSenergie-Gebäude. Wenn wir wollen, ist dies für die viele Bauten möglich. Am 11. Mai 2017 führten Hauseigentümerschaft und Planende das totalerneuerte Gebäude Stettbachstrasse 43 in Zürich vor. Architekt Beat Kämpfen sprach vom Weg von der Energieschleuder zum PLUSheizenergie-Haus, … „Über die Energiestrategie hinaus – zum Beispiel Plusenergie-Gebäude“ weiterlesen

The post Über die Energiestrategie hinaus – zum Beispiel Plusenergie-Gebäude first appeared on umweltnetz.ch.]]> Am Samstag vor der Abstimmung über das Energiegesetz: es braucht weitere Schritte, PLUS ist angesagt, zum Beispiel PLUSenergie-Gebäude. Wenn wir wollen, ist dies für die viele Bauten möglich.

Am 11. Mai 2017 führten Hauseigentümerschaft und Planende das totalerneuerte Gebäude Stettbachstrasse 43 in Zürich vor. Architekt Beat Kämpfen sprach vom Weg von der Energieschleuder zum PLUSheizenergie-Haus, welches nur von der Sonne beheizt wird. Zwei Schritte machen dieses Zukunftsthema aus:

  • erstens eine supergute Wärmedämmung, eine Erhöhung der Energieeffizienz das ist nach Beat Kämpfen bei jedem Haus möglich,
  • zweitens den Einsatz von Sonnenenergie, bei jedem, bei fast jedem Haus möglich, das Dach, die Fassaden bieten sich dafür an, sowohl für Wärme wie für Strom.

Solche Bauten sind noch nicht Standard – auch wenn sie gegenüber «Normalbauten» auch finanziell interessant sind, gerade auch im vergleich mit anderen baulichen Massnahmen am Gebäude, den Verkehrskosten oder den Kosten für die digitale Kommunikation. Solche Bauten sind freiwillige Leistungen von Bauherrschaften. Solche Lösungen sind vom Gesetz nicht vorgeschrieben, auch der erste Schritt der Energiestrategie 2050 ändert daran nichts. Solche PLUS(heiz)-Energie-Häuser sind unter allen Gesichtspunkten sinnvoll, sie sind zukunftsfähig, und entsprechen eindeutig den Vorstellungen von nachhaltiger Entwicklung. Sämtliche Bauten, die nach ihrer Erneuerung weiterhin mit Gas oder Heizöl beheizt werden, sind in keiner Art und Weise nachhaltig – da hat der Markt versagt, da haben die Beteiligten versagt.

Beat Kämpfen sagt es im Interview: Die Planerinnen und Planer sind gefordert. Es gibt leider sehr sehr wenige ArchitektInnen, welche derartige zukunftsgerichtete Erneuerungen realisieren. PLUS(hei)-Energie-Bauten sind möglich, wenn alle Beteiligten es wollen – als erster zentraler Erfolgsfaktor.

Unabhängig vom Ergebnis der Volksabstimmung vom 21. Mai 2017 zum Energiegesetz: Es braucht im Gebäudebereich viel mehr PLUS(heiz)-Energie-Gebäude, es braucht auch in anderen Bereichen neue zukunftsorientierte Lösungen. Wenn wir es wollen, ist bis um 2040 eine ausschliesslich erneuerbare Energieversorgung möglich!

The post Über die Energiestrategie hinaus – zum Beispiel Plusenergie-Gebäude first appeared on umweltnetz.ch.]]> 6806 Wir wollen den von Menschen gemachten Klimawandel schnell begrenzen https://www.umweltnetz.ch/content/wir-wollen-den-von-menschen-gemachten-klimawandel-schnell-begrenzen Sun, 05 Mar 2017 12:35:45 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6720 Oberhalb Belalp steht das Denkmal für John Tyndall (1820 bis 1893). Er ist einer der Erforscher des Treibhauseffektes, welcher eine erhebliche Rolle spielt beim vom Menschen gemachten Klimawandel. Vom Standort des Tyndall-Denkmals geht der Blick unter anderem zum Aletschgletscher, Sammelindikator für das vorherrschende Klima – der von Menschen gemachte Klimawandel hat bereits zu einer deutlichen … „Wir wollen den von Menschen gemachten Klimawandel schnell begrenzen“ weiterlesen

The post Wir wollen den von Menschen gemachten Klimawandel schnell begrenzen first appeared on umweltnetz.ch.]]> Oberhalb Belalp steht das Denkmal für John Tyndall (1820 bis 1893). Er ist einer der Erforscher des Treibhauseffektes, welcher eine erhebliche Rolle spielt beim vom Menschen gemachten Klimawandel. Vom Standort des Tyndall-Denkmals geht der Blick unter anderem zum Aletschgletscher, Sammelindikator für das vorherrschende Klima – der von Menschen gemachte Klimawandel hat bereits zu einer deutlichen Reduktion des Gletschervolumens geführt, und es ist absehbar, dass dies so weitergehen wird.

Die Schweizer Gletscher werden sogar dann deutlich kleiner, wenn die Menschheit den von Menschen gemachten Klimawandel deutlich und schnell begrenzt. Klimawandel in der Schweiz: Zwei oder drei Grad Erwärmung machen Unterschied titelte die NZZ am Tag nach der Nationalratsdebatte zum Pariser Klimaschutz-Übereinkommen, ein Zitat aus dem NZZ-Artikel: … es ist für die Schweiz ein grossen Unterschied, ob die globale Erwärmung auf unter zwei Grad begrenzt werden kann oder ob sie auf drei Grad oder mehr ansteigt. Im ersten Fall ist in der Schweiz bis Ende des Jahrhunderts mit einer Erwärmung um 3 bis 3,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu rechnen. Anderenfalls wären es 4 bis 5 Grad.

Deutlich kleinere Gletscher haben erhebliche Auswirkungen etwa auf den Wasserhaushalt der Schweiz. Auch andernorts hat der von Menschen gemachte Klimawandel bereits Auswirkungen, ein Zitat aus einem zeozwei.taz-Artikel: Eine neue Studie von US-Forschern belegt nun erstmals am konkreten Fall des syrischen Bürgerkriegs, wovor zu warnen in der Vergangenheit immer den Ruch des „Alarmismus” hatte: dass die globale Erwärmung verstärkt zu Dürren und Missernten führt, die vulnerable und schwache Staaten destabilisieren und zu Gewalt und Flüchtlingsströmen führen können. Klimaschutz hat die Absicht, die Folgen des Klimawandels auf ein für die Menschheit aushaltbares Mass zu begrenzen.

Hinweise auf den von Menschen gemachten Klimawandel sind auch aus meiner Erfahrung tatsächlich mit dem «Ruch des Alarmismus» behaftet – viele Menschen anerkennen zwar, dass es einen von Menschen gemachten Klimawandel gibt, sie hoffen einerseits auf irgendwelche Wunder und andererseits erachten sie die Gesellschaft, insbesondere die wohlhabenden Länder, als in derartigen Fragen handlungsunfähig oder handlungsschwach. Wenn wir wollen, können wir den von Menschen gemachten Klimawandel auf 1.5 °C oder mindestens deutlich unter 2 °C begrenzen – wenn wir dies wollen, ist alles daran zu setzen, die Energieversorgung nicht nur der Schweiz um das Jahr 2040 herum wohlständig mit nachhaltig nutzbaren erneuerbaren Energien abzudecken.

Die von der Schweiz beabsichtigte Umsetzung des Pariser Klimaschutz-Überenkommens nimmt diese Nerausforderung nicht an – offenbar stehen die Interessen der Erdöl-Erdgas-Lobby und der Maschinenindustrie zur Belieferung von Erdöl- und Erdgasfördereinrichtungen im Hauptfokus der Politik.

Wenn wir es wollen, ist der Ausstieg aus den fossilen (und nuklearen) Energien und der Umstieg auf ausschliesslich erneuerbare Energien bis um das Jahr 2040 herum erreichbar. Das, was zu tun ist, betrifft jede und jeden, betrifft alle Lebensbereiche – Wohnen, Arbeiten, Verkehr, Ferien, Konsum, Ernährung.

Wenn wir wirklich wollen, kann der von Menschen gemachte Klimawandel durch uns Menschen schnell begrenzt werden.

Mögliche Handlungsoptionen zur Konkretisierung des Wollens zeigt die 2000-Watt-Gesellschaft auf.

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Klimaschutz konkret: Ausstieg aus Öl und Gas! https://www.umweltnetz.ch/content/klimaschutz-konkret-ausstieg-aus-oel-und-gas Mon, 01 Feb 2016 17:28:37 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6404 Der französische Aussenminister Laurent Fabius hat im Dezember 2015 ein internationales Klimaschutzabkommen zustande gebracht. «Mehr als erwartet, weniger als nötig» – so wird dieses Abkommen beurteilt. Der Zürcher Kantonsrat hat es am 1. Februar 2016 nicht fertig gebracht, ein klares Zeichen zu setzen, um den Klimaschutz auch im Kanton Zürich zu konkretisieren. Es ist eher … „Klimaschutz konkret: Ausstieg aus Öl und Gas!“ weiterlesen

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Der französische Aussenminister Laurent Fabius hat im Dezember 2015 ein internationales Klimaschutzabkommen zustande gebracht. «Mehr als erwartet, weniger als nötig» – so wird dieses Abkommen beurteilt. Der Zürcher Kantonsrat hat es am 1. Februar 2016 nicht fertig gebracht, ein klares Zeichen zu setzen, um den Klimaschutz auch im Kanton Zürich zu konkretisieren.

Es ist eher unüblich, dass sich ETH-ProfessorInnen mit Vorstössen direkt in die kantonale Politikgestaltung einbringen. Mit der REDEM-Initiative für klimafreundliche Gebäude, einer klug gestalteten Einzelinitiative eingereicht von Niklaus Haller, regten die ETH-ProfessorInnen an, dass für Beheizung und Wassererwärmung von Bauten zügig auf den Einsatz von fossilen Brennstoffen zu verzichten sei. Bloss 73 Stimmen – bei mindestens 60 erforderlichen Stimmen – hat die Initiative bei der vorläufigen Unterstützung erhalten. Da fehlen also noch mindestens 18 Stimmen für eine definitive Unterstützung.

Klipp und klar: diese Initiative ist zwingend nötig. Denn: Die Klimaschutzpolitik des Kantons Zürich ist massiv ungenügend. Das Energiegesetz sieht in § 1, lit d) vor, «bis ins Jahr 2050 den CO2-Ausstoss auf 2,2 Tonnen pro Einwohnerin und Einwohner und Jahr» zu senken. Dies reicht bei weitem nicht aus: Die weltweiten CO2-Emissionen sind bis 2050 oder wenig später zu beseitigen, um die Mensch gemachten Klimaveränderungen auf ein für die Menschheit erträgliches Mass zu begrenzen! Das ist im Wesentlichen die Erkenntnis, die bei COP 21 zum Klimaschutzabkommen geführt hat.

Die bisherige kantonale Energie- und Klimaschutzpolitik reicht bei weitem nicht aus, dieses ambitiöse Ziel zu erreichen. Die Einzelinitiative Niklaus Haller erbint im Gebäudebereich die erforderlichen Veränderungen. Klar ist, dass es im Verkehr, insbesondere im Flugverkehr, weitergehende Massnahmen braucht.

Die KantonsrätInnen, die heute nicht für die vorläufige Unterstützung der Einzelinitiative gestimmt haben, müssen somit einmal mehr als Verweigerer/VerweigererInnen einer glaubwürdigen Klimaschutzpolitik bezeichnet werden. Dass der HauseigentümerInnenverband sich auf die Seite der KlimaschutzverweigerInnen stellt, war zwar zu erwarten, trägt aber nichts zur Lösung bei. Eigentümlich im Übrigen: Mir scheint, dass die politischen VertreterInnen des HauseigentümerInnenverbandes identisch sind mit jenen PolitikerInnen, die unbedingt am heutigen Autoverkehr festhalten wollen, die für eine zweite Autobahnröhre am Gotthard sind. Da passt einiges nicht zusammen – ist es wohl dies, was SVP FDP CVP wählbar macht?

Die Einzelinitiative ist sehr wohl umsetzbar – wenn dies die HauseigentümerInnen überhaupt wollen, siehe dazu die Erfolgsfaktoren. Und das ganze lässt sich ideal kombinieren mit dem Atomausstieg!

Aber eben: Klimaschutz muss gewollt sein – die Mehrheit des Kantonsrates wollte dies am 1. Februar 2016 offensichtlich nicht! Da braucht es offenbar noch kräftig viel Fabius-Einwirkung. Ab da wohl Anton Gunzinger einen Beitrag leisten kann?

Einfach noch dies: in Dänemark sind fossile Heizungen seit 2013 in Neubauten verboten, Teilverbote gelten auch für den Ersatz von Feuerungen.

The post Klimaschutz konkret: Ausstieg aus Öl und Gas! first appeared on umweltnetz.ch.]]> 6404 COP21: die Zivilgesellschaft ist gefordert – ich, Du, wir alle! https://www.umweltnetz.ch/content/cop21-die-zivilgesellschaft-ist-gefordert-ich-du-wir-alle Sun, 29 Nov 2015 10:59:54 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6356 Gutes menschliches Leben auf dem Planeten Erde ist ohne fossile Brenn- und Treibstoffe möglich, es braucht dazu auch keine Atomenergie. Es stellt sich eigentlich bloss die Frage, ob die Menschheit dies erst schafft, wenn alle fossilen Rohstoffe aufgebraucht sind, oder ob es gelingt, den grössten Teil der Reserven an fossilen Rohstoffen im Boden zu belassen. … „COP21: die Zivilgesellschaft ist gefordert – ich, Du, wir alle!“ weiterlesen

The post COP21: die Zivilgesellschaft ist gefordert – ich, Du, wir alle! first appeared on umweltnetz.ch.]]> Gutes menschliches Leben auf dem Planeten Erde ist ohne fossile Brenn- und Treibstoffe möglich, es braucht dazu auch keine Atomenergie. Es stellt sich eigentlich bloss die Frage, ob die Menschheit dies erst schafft, wenn alle fossilen Rohstoffe aufgebraucht sind, oder ob es gelingt, den grössten Teil der Reserven an fossilen Rohstoffen im Boden zu belassen. Der Mensch gemachte Klimawandel ist dabei ein besonders bedeutsamer Aspekt, als Hinweis darauf, dass es in einem ganzheitlichen Sinn um den Umgang mit den globalen Allmenden, mit den «Commons» wie Klima, Gerechtigkeit, Gesundheit, Sicherheit geht. Eine fossil- und nuklearfreie Energieversorgung ist für alle Menschen auf dieser Erde spätestens 2050 möglich – wir müssen es ganz einfach wollen.

Wenn sich HistorikerInnen mit der Geschichte am Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts beschäftigen werden, bieten möglicherweise die Entwicklungen rund um die diversen COP-UN-Klimakonferenzen Hinweise auf Denkmuster und Denkmodelle einer heterogenen globalen Gesellschaft beim Umgang mit globalen Herausforderungen.

P.S. COP: Conference of the Parties, UN-Vertragsstaatenkonferenzen, hier sind die UN-Klimakonferenzen gemeint, als ein Beispiel COP 21 vom 30. November bis 11. Dezember 2015 in Paris.

Seit etwa Frühling 2015, also Monate vor COP 21, sind mir drei Dinge aufgefallen:

  • Erstens gilt als allgemein anerkannt, dass es einen Mensch gemachten Klimawandel aufgrund des übermässigen Verbrauchs fossiler Rohstoffe gibt.
    Als exemplarisches Beispiel: Die Enzyklika «Laudato Si» von Papst Franziskus I hat offenbar selbst bei den von der Öllobby geprägten US-Republikanern einen Sinneswandel bewirkt.
  • Zweitens hat es in diesen Monaten eine Häufung von Studien gegeben, die mit «Wenn-Dann»-Szenarien nachweisen, dass es möglich ist, bis 2050 den Ausstieg aus den fossilen Energien (und meist auch aus der Nuklear-Energie) zu schaffen. Die fast einzige Prämisse: «WENN WIR ES WOLLEN»!
    Als exemplarisches Beispiel: Anton Gunzinger mit dem breit abgestützten Buch «Kraftwerk Schweiz». Zwei zusätzliche Aspekte neben «WENN WIR ES WOLLEN»: die Ungeduld der über 55-jährigen, die Transformation zur fossil- und nuklearfreien Gesellschaft deutlich schneller anzugehen, um Früchte der eigenen Arbeit ernten zu können, und das Wissen, dass diese Transformation Spass macht.
  • Drittens eine Gegenbewegung angesichts der neuen Erkenntnisse und des offensichtlichen Wollens: diverse Personen und Institutionen sind der Ansicht, sie hätten bereits genug getan und jetzt müssten andere – wo auch immer auf dem Planeten – Beiträge leisten.
    Exemplarische Beispiele: Hauseigentümerverband HEV, Braunkohle-Gewerkschaften in Deutschland, Indien, … Ganz einfach: die Herausforderungen sind riesig, es kann sich niemand aus der Verantwortung stehlen.

Ich, Du, wir alle sind gefordert – ich muss, Du musst, wir alle müssen WOLLEN! Der Umgang mit den globalen Commons ist eine Aufgabe der Zivilgesellschaft, und somit unabhängig von den Ergebnissen der COP 21 in Paris. Ein weltweites politisches Einvernehmen, dass dem Mensch gemachten Klimawandel zu begegnen ist, ist eine gute Voraussetzung für die Bewältigung der Herausforderungen, mehr nicht.

Aufgabe der Zivilgesellschaft, dies heisst: ich, Du, wir alle sind in meinem, in Deinem, in unserem Alltag, in meinen, in Deinen, in unseren Verantwortungsbereichen gefordert, das zu tun, was erforderlich ist, um eine fossil- und nuklerarfreie Energieversorgung zu ermöglichen. Dem WOLLEN müssen KÖNNEN und TUN folgen.

Wer meint, dies sei in ihrem, in seinem Alltags- und Verantwortungsbereich nicht möglich, irrt, und muss dringend die eigenen vorgefassten Meinungen revidieren, im Wissen darum, dass dort, wo ein Wille ist, auch ein Weg gefunden werden kann. BeraterInnen, Fachleute, die vorgeben, die Herausforderung sei bei einem konkreten Beispiel nicht möglich, sind entweder aufzufordern, endlich ihren Wollen-Job zu tun, oder sie sind auszuwechseln durch ExpertInnen, die bereit gezeigt haben, dass sie in der Lage sind, den Willen mit der erforderlichen Beharrlichkeit auch zielgerichtet umzusetzen. Wer behauptet, die ganze Sache sei nicht finanzierbar, müsste dringend ihr/sein Ökonomie- und Finanzierungswissen erweitern. Exemplarisch: Economiesuisse behauptet jeweils, zu wissen, was die Umsetzung der Energiestrategie 2050 des Bundesrates kostet, und bleibt die Antwort schuldig, was die Nicht-Umsetzung der Energiestrategie 2050 kostet – aufgrund der bisherigen Erkenntnisse ist davon auszugehen, dass dieser Nicht-Wollen-Pfad wesentlich teurer kommt.

Nochmals: Eine fossil- und nuklearfreie Energieversorgung ist möglich – wenn ich, Du, wir alle dies WOLLEN!

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