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Weg von Oel und Gas | umweltnetz.ch https://www.umweltnetz.ch/content Umwelt und Politik - ein Internet-Angebot von Toni W. Püntener Mon, 30 Jan 2017 20:30:05 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 44487214 Klimaschutzehrlichkeit: spätestens ab 2040 nur noch erneuerbare Energien! https://www.umweltnetz.ch/content/klimaschutzehrlichkeit-spaetestens-ab-2040-nur-noch-erneuerbare-energien Mon, 30 Jan 2017 20:30:05 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6703 In Wikipedia sind die Konsequenzen aus dem Pariser Klimaschutz-Übereinkommen klar und deutlich festgehalten: Soll das 1,5°-Ziel ohne Einsatz der C(arbon-)C(apture-and-)S(torage)-Technik erreicht werden, muss die Verbrennung fossiler Energieträger bis ca. 2040 komplett eingestellt werden und die Energieversorgung – d.h. Strom, Wärme und Verkehr – in diesem Zeitraum vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Wenn zum Beispiel … „Klimaschutzehrlichkeit: spätestens ab 2040 nur noch erneuerbare Energien!“ weiterlesen

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In Wikipedia sind die Konsequenzen aus dem Pariser Klimaschutz-Übereinkommen klar und deutlich festgehalten: Soll das 1,5°-Ziel ohne Einsatz der C(arbon-)C(apture-and-)S(torage)-Technik erreicht werden, muss die Verbrennung fossiler Energieträger bis ca. 2040 komplett eingestellt werden und die Energieversorgung – d.h. Strom, Wärme und Verkehr – in diesem Zeitraum vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Wenn zum Beispiel der grüne Nationalrat Bastien Girod mit Hinweis auf das Pariser Übereinkommen klare Schritte zum Ausstieg aus den fossilen Energien fordert, gibt es geradezu einen Shitstorm initiiert durch die fossile Lobby in diesem Lande. Nochmals: im Sinne der Klimaschutzehrlichkeit hat auch die Schweiz bis spätestens 2040 aus den fossilen Energien auszusteigen.

Wenn es gelingen soll, das von Paris gesetzte Klimaschutzziel einer Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit von höchstens 1.5 °C einzuhalten, gibt es gar keine Wahl: Weg mit den fossilen Energien bis spätestens 2040, ab dann ausschliesslich Einsatz von erneuerbaren Energien, selbstverständlich unter Nutzung weitgehender Energieeffizienz-Möglichkeiten. Das ist Klimaschutzehrlichkeit. Jede andere Haltung dazu ist eine dumme Lüge!

Wenn wir dieses Klimaschutzziel erreichen wollen, ist dies möglich – siehe dazu auch Anton Gunzinger! Es ist wirtschaftlich möglich, es ist sozialverträglich möglich – wenn wir es wollen.

Einverstanden, die Schweiz ist ein kleines Land. Aber: Die Schweiz ist ein reiches Land, gilt als ökonomisch führend, hat innovative Köpfe, hat gute Vorassetzungen für die Nutzung erneuerbarer Energien. Wenn die Schweiz sich auf den Pfad zu einer ausschliesslich erneuerbaren Energieversorgung begibt, hat dies eine deutliche Beispielwirkung. Einfach dies: Nicht alle Menschen in den USA denken wie der neue Präsident Donald Trump. Nach diversen Quellen ist in den Vereinigten Staaten von Amerika die Energiepolitik von unten wesentlich weiter gediehen als etwa in der Schweiz! Auch Divestment ist in den USA kein Fremdwort.

Klimaschutzehrlichkeit bedeutet, dass die Schweiz endlich der fossilen Lobby den Ausgang zeigt – im Wissen darum, dass diese Lobby mit erheblichen Mitteln die öffentliche Meinung manipuliert. Warum eigentlich soll die Schweiz viel Geld für den Kauf von Erdöl und anderen fossilen Energien ins Ausland zahlen, häufig an Staaten mit diktatorischem Charakter?

Die Botschaft ist ganz einfach: Spätestens ab 2040 nur noch erneuerbare Energien für Strom, Wärme und Verkehr! Wenn wir dies wollen, dann klappt es auch.

The post Klimaschutzehrlichkeit: spätestens ab 2040 nur noch erneuerbare Energien! first appeared on umweltnetz.ch.]]> 6703 Fossile Schweiz ist nicht einmal ökonomisch nachhaltig unterwegs https://www.umweltnetz.ch/content/fossile-schweiz-ist-nicht-einmal-oekonomisch-nachhaltig-unterwegs Mon, 29 Feb 2016 15:09:50 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6440 Nachdem im Herbst 2014 die Oelpreise kräftig nachgaben, hob die Nationalbank am 15. Januar 2015 den Euro-Mindestkurs auf. Dies ist nur ein Hinweis darauf, wie stark schweizerische Wirtschaft von der Erdölwirtschaft abhängig ist. Diese fossile Schweiz ist nicht nachhaltig unterwegs, da braucht es noch einiges an Veränderungen. Die Abfolge von Oelpreisentwicklung und Mindestkurs-Aufgabe illustriert treffend, … „Fossile Schweiz ist nicht einmal ökonomisch nachhaltig unterwegs“ weiterlesen

The post Fossile Schweiz ist nicht einmal ökonomisch nachhaltig unterwegs first appeared on umweltnetz.ch.]]> Nachdem im Herbst 2014 die Oelpreise kräftig nachgaben, hob die Nationalbank am 15. Januar 2015 den Euro-Mindestkurs auf. Dies ist nur ein Hinweis darauf, wie stark schweizerische Wirtschaft von der Erdölwirtschaft abhängig ist. Diese fossile Schweiz ist nicht nachhaltig unterwegs, da braucht es noch einiges an Veränderungen.

Die Abfolge von Oelpreisentwicklung und Mindestkurs-Aufgabe illustriert treffend, wie stark insbesondere die exportorientierte Wirtschaft von den fossilen Energieträgern abhängig sind.

Mitte Januar 2016 wurden die wegen des Atomstreits erlassenen Sanktionen gegen den Iran aufgehoben. Am 23. Februar 2016, also etwa 5 Wochen später, hat Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann als Wirtschaftsminister (und nebenbei Bundespräsident) den Iran im Rahmen eines Präsidialbesuches offiziell bereist, im Schlepptau zahlreiche WirtschaftsvertreterInnen und einige WissenschaftlerInnen. Wirtschaftliche Interessen standen offensichtlich im Vordergrund dieses Besuches.

Nach dem Ende der Sanktionen wird davon ausgegangen, dass der Iran wieder eine wichtigere Rolle als erdölexportierendes Land spielen dürfte. Das braucht einiges an Technik – die Firmen ABB, Sulzer, Burckhardt Compression beispielsweise bieten solche Erdöl-Logistik-Technik an.

Auffällig etwa auch, dass die offizielle Schweiz geschwiegen hat zur grausamen tödlichen Haft- und Peitschenhiebe-Strafe gegen den saudischen Blogger Raif Badawi. Raif Badawi hat bloss die auch in der Schweiz (vorgeblich) hochgehaltene Meinungäusserungsfreiheit beansprucht – es ist offensichtlich, dass hier die Schweiz nicht gegen diese grobe Verletzung der Menschenrechte angeht, weil sie die Exportchancen der Schweizerischen Wirtschaft in den Vordergrund stellt. Neben der Erdölzulieferindustrie geht es um chemische Produkte und Luxusgüter.

Dazu gehört auch die bezahlte Lobbytätigkeit von FDP-VertreterInnen für Kasachstan, ebenfalls ein erdöl- und erdgasexportierendes Land.

Auch die nationale Energiepolitik, Stichwort Energiestrategie 2050, ist geprägt von der Abhängigkeit der Schweizerischen Aussenwirtschaft vom Goodwill der erdölexportierenden Staaten. FDP und SVP setzen alles daran, mit ihrer absurden Politik zu verhindern, dass der Verbrauch an fossilen Energieträgern abnimmt. Das Ja zu einer weiteren Strassentunnelröhre am Gotthard ist nur ein Beispiel dafür.

Nur: Das hat nichts mit Nachhaltigkeit zu tun, das steht gegen die Zukunftsfähigkeit der Schweiz.

Nicht erst seit COP 21 (Paris 2015) ist klar, dass der überwiegende Teil der bekannten fossilen Rohstoffe in der Erde verbleiben muss, um die gesellschaftlich anerkannten Klimaschutzziele einhalten zu können.

Weil gerade die offizielle Politik der Schweiz lügende Energiepreise als Massstab für die betriebswirtschaftliche Beurteilung z.B. von Atomkraftwerken oder Gebäudeheizungen annimmt, verfälschen die künstlich tief gehaltenen Erdölpreise tausende von Einzelentscheiden z.B. von Gebäudeeigentümerschaften, wenn es um Effizienzmassnahmen am Gebäude und die Energieträgerwahl für Heizung und Wassererwärmung geht.

Rentier-Effekts quasi geschenkte Erträge an den öffentlichen Haushalt abliefern. Auch wenn bei der Verbrennung des fossilen Erdgases etwas weniger Treibhausgase anfallen, muss aus Klimaschutzgründen auch Erdgas raschmöglichst vom Markt verschwinden.

Interessanterweise ist in der Schweiz die Divest-Bewegung nahezu inexistent – insbesondere in den USA und in Grossbritannien beendigen viele Unternehmen und Institutionen ihre Finanzinvestments in die fossilnahen Branchen.

Die beachtlichen Erfolge der Divest-Bewegung in diesen Ländern dürften mit dazu beigetragen haben, die Zukunftsaussichten der Branche etwas weniger rosiger zu sehen. Zusammen mit den Klimaschutzaktivitäten, die mittel- bis längerfristig zuerst in den reicheren Ländern zu einer Abnahme der Nachfrage führen werden, sind auch von diversen Anbietern Preisreduktionen erzwungen worden, mit der Absicht, dass die finanzkräftigeren Fossilstaaten den Markt verstärkt monopolisieren können, verbunden mit der Hoffnung, die energiepolitischen Aktivitäten «Weg von Öl und Gas» verlangsamen zu können. Und dies alles als ökonomische Wette, dass die Klimaschutzaktivitäten nicht im vereinbarten Umfang erfolgen dürften. Damit wird auch offensichtlich, dass derzeit ein erheblicher Teil des ökonomischen Wohlergehens der schweizerischen Exportwirtschaft vom Ausgang dieser Wette abhängig ist. Klimaschutz ist ein wesentlicher Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung – insbesondere grosse Teile der Schweizerischen Exportwirtschaft sind somit nicht nachhaltig unterwegs, dies trifft auch für das Land Schweiz zu.

Eine nachhaltige Wirtschaftspolitik kann nur erreicht werden durch einen glaubwürdigen Ausstieg aus den fossilen und den nuklearen Energien, also «Weg von Öl, weg von Gas, weg von der Atomenergie»!

The post Fossile Schweiz ist nicht einmal ökonomisch nachhaltig unterwegs first appeared on umweltnetz.ch.]]> 6440 Emanzipieren wir uns endlich von Oel und Gas! https://www.umweltnetz.ch/content/emanzipieren-wir-uns-endlich-von-oel-und-gas Sun, 02 Nov 2014 11:38:33 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=5991 41 Jahre nach der Erdölpreiskrise im Jahr 1973 decken die fossilen Brenn- und Treibstoffe (Heizöl, Benzin, Diesel, Erdgas) immer noch den grössten Anteil des Energieverbrauchs in der Schweiz ab. Es gibt sehr viele Gründe, sich von den fossilen Energieträgern – parallel zum Ausstieg aus der Atomenergie – zu emanzipieren. Warum hat die Schweiz es nicht … „Emanzipieren wir uns endlich von Oel und Gas!“ weiterlesen

The post Emanzipieren wir uns endlich von Oel und Gas! first appeared on umweltnetz.ch.]]> 41 Jahre nach der Erdölpreiskrise im Jahr 1973 decken die fossilen Brenn- und Treibstoffe (Heizöl, Benzin, Diesel, Erdgas) immer noch den grössten Anteil des Energieverbrauchs in der Schweiz ab. Es gibt sehr viele Gründe, sich von den fossilen Energieträgern – parallel zum Ausstieg aus der Atomenergie – zu emanzipieren. Warum hat die Schweiz es nicht geschafft, sich von den fossilen Energieträgern zu befreien?

Die Statistiken des Bundes zeigen eines: deutlich zugenommen hat der Verbrauch von Benzin und Diesel – es sind deutlich mehr Autos deutlich weiter unterwegs als noch vor vierzig Jahren. Und dies, obwohl gleichzeitig auch die mit dem öffentlichen Verkehr erbrachten Verkehrsleistungen (Stichwort etwa Zürcher S-Bahn) deutlich zugenommen haben. Der Strassenverkehr ist nach wie vor abhängig von den fossilen Treibstoffen Benzin und Diesel – das Wort „abhängig“ dürfte es sehr genau treffen, durchaus mit dem Suchtbezug.

Der Heizölverbrauch verminderte sich, während der Erdgasverbrauch in etwa gleichem Umfang zunahm. Mit Energie-Effizienzmassnahmen an den bestehenden Gebäuden und energetisch besseren Neubauten ist es gelungen, die deutliche Zunahme des beheizten Gebäudevolumens energetisch zu kompensieren. Allein zwischen 1990 und 2010 haben die Energiebezugsflächen um rund 30 Prozent zugenommen (etwa 1.3 % zusätzliche Energiebezugsfläche pro Jahr). Insbesondere für die Beheizung von bestehenden Bauten und die Wassererwärmung besteht nach wie vor eine erhebliche Abhängigkeit von den fossilen Brennstoffen Heizöl und Erdgas. Das „Erschrecken“ von Politik und Gesellschaft über die „Waffe Erdölpreis“ hat nicht zu einem Umdenken geführt, sondern zu einer Diversifikation der fossilen Energieträger.

Werbesprüche wie „Ölheizung: entscheiden richtig!“ oder „Wer jetzt auf eine neue Erdgas-Heizung setzt, dem dankt die Natur.“ illustrieren, wie verankert das fossile Heizen und die fossile Wassererwärmung nach wie vor sind, obwohl es ausreichende Alternativen gibt, die mit erneuerbaren Energien nachhaltig genutzt werden können. Dazu passt, dass im Tagesanzeiger seit Jahren jeden Freitag die Heizölpreisentwicklung dargestellt wird. Erst wenn sowohl „fossile“ Werbesprüche wie fixe Medienbeiträge verschwinden, kann sich eine Veränderung ergeben! Dazu gehört auch, dass die öffentliche Hand nach wie vor an Erdgasversorgungen beteiligt ist, auch da hat die Politik korrigierend einzugreifen.

Die Erdölpreiskrise 1973 hat den „Krieg um Öl“ lanciert, welcher irgendwann zum „Krieg gegen den Terror“ wurde, mit u.a. der Parallelschiene „Fracking“. Klar ist und bleibt:

  • Fossile Rohstoffe sind endlich, sie sind begrenzt.
  • Die „Produktion“ von fossilen Energieträgern führt zu erheblichen Umweltbelastungen an den Bohrstandorten und auf den Transportwegen, sowohl im Normalbetrieb wie bei Unglücken.
  • Die Anwendung der fossilen Energien führt lokal zu erheblichen Umweltbelastungen durch Luftschadstoffe und insbesondere bei „Explosionsmotoren“ durch Lärm.
  • Die Verbrennung der fossilen Energieträger leistet einen erheblichen Beitrag zum Mensch gemachten Klimawandel – wer den Mensch gemachten Anteil am Klimawandel leugnet, hängt irgendwelchen obskuren Verschwörungstheorien im Dienste der globalen Erdölmafia nach.

Weg von Oel und Gas, die Emanzipation von den fossilen Energieträgern (bei gleichzeitigem Atomenergieausstieg) ist eine raschmöglichst anzugehende Herausforderung für eine innovative und zukunftsgerichtete Gesellschaft. Neben staatlichen Massnahmen – von Vorschriften bis zu Nudges zur Umsetzung von freiwilligen Verbesserungen – braucht es dazu eine Energiepolitik von unten: Jede und jeder hat in ihrem/seinem Verantwortungsbereich die erforderlichen Beiträge zu leisten.

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