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Barack Obama | umweltnetz.ch https://www.umweltnetz.ch/content Umwelt und Politik - ein Internet-Angebot von Toni W. Püntener Tue, 14 Oct 2014 06:39:28 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 44487214 LOHAS sind out, den LOVOS gehört die Zukunft – die zivilgesellschaftliche Konsequenz aus der Weltklimakonferenz 2009 https://www.umweltnetz.ch/content/lohas-sind-out-den-lovos-gehoert-die-zukunft Sun, 27 Dec 2009 11:10:02 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=1570 Rio und Kyoto waren die Konferenzen der IdealistInnen und NarzistInnen, Kopenhagen 2009 war die Konferenz der EgoistInnen. Die Staatengemeinschaft ist unfähig, mit einer globalen Bedrohung umzugehen, weil solche Lösungen ungerecht sind und von allen Menschen erhebliche Veränderungen mitzutragen sind. LOHAS – Lifestyles of Health and Sustainability – ist die Hoffnung, durch einen bewussten respektive einen … „LOHAS sind out, den LOVOS gehört die Zukunft – die zivilgesellschaftliche Konsequenz aus der Weltklimakonferenz 2009“ weiterlesen

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Rio und Kyoto waren die Konferenzen der IdealistInnen und NarzistInnen, Kopenhagen 2009 war die Konferenz der EgoistInnen. Die Staatengemeinschaft ist unfähig, mit einer globalen Bedrohung umzugehen, weil solche Lösungen ungerecht sind und von allen Menschen erhebliche Veränderungen mitzutragen sind.

LOHAS – Lifestyles of Health and Sustainability – ist die Hoffnung, durch einen bewussten respektive einen etwas bewussteren Konsum nachhaltig(er) leben zu können – Genuss und Wohlstand trotz oder vielleicht auch wegen des Klimawandels. Zentrales Element ist dabei Greenwashing: der eigene CO2-Ausstoss nimmt nicht ab (Originalzitat BAFU, 14.12.2009: Über den Zeitraum von 1990 bis 2007 ist der [Treibhausgas-]Ausstoss insgesamt stabil geblieben), und man lässt via myclimate CO2-ablasshandeln, sogar mit Zertifikaten der höchsten Qualitätsstufe. Nur: die Massnahmen, die mit diesen Geldern realisiert werden, setzen in erster Linie die einfach realisierbaren CO2-Minderungsmassnahmen in Entwicklungs- und Schwellenländern um.

Damit wird der Welt signalisiert: ein hoher Lebensstandard ist mit hohen Pro-Kopf-Treibhausgasemissionen verbunden – Beispiele wie Frankreich mit dem extrem hohen AKW-Anteil oder Schweden mit den unendlichen Weiten der nordischen Wälder bestätigen als partielle Ausnahmen diese Regel!

Unterdessen ist die Erkenntnis gereift, dass der CO2-Gehalt der Atmosphäre die „Pissmarke“ der Überflussgesellschaft darstellt. Der aktuelle Überfluss in den reichsten Ländern muss massiv vermindert werden – und es scheint zweckmässig, dass die Entwicklungs- und Schwellenländer gar nie das aktuelle Überflussniveau der Verschwendungsnationen erreichen! Definitiv: Klimaschutz ist aus dieser Sicht keine Win-Win-Situation, insbesondere der aktuelle Überfluss, der übergrosse ökologische Fussabdruck, hat keine Zukunft!

Keine angenehme Botschaft: „Reiche“, Ihr müsst ärmer werden – „Arme“, vielleicht werdet Ihr reicher, aber sicher nicht so reich wie es die „Reichen“ heute sind!

Die einen Reichen reagieren mit klimaskeptischer Ignoranz, wieder andere – etwa die EU – mit „Wenn Ihr, dann wir auch“ (falls Ihr Massnahmen beschliesst, werden wir dies auch tun) – es gibt eine ganze Reihe weiterer unkonstruktiver „Vermeidungsstrategien“.

Das Klima wandelt sich auch ohne den Menschen – das Schweizerische Mittelland beispielsweise lag schon unter dicken Eisschichten, war aber auch schon von Meeren bedeckt – dies allerdings in erdhistorischen Zeitepochen. Oder anders: auch ohne Mensch gemachten Klimawandel ist die „Höhe über Meer“ von Tuvalu oder den Malediven natürlichen Schwankungen unterworfen, es gibt keine Gewähr dafür, dass Tuvalu oder die Malediven „bis zum Ende der Welt“ sicher über den Meeresspiegel hinaus ragen. Entscheidend in der Diskussion ist, dass der (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) Mensch gemachte Klimawandel zu einem deutlich schnelleren Anstieg des Meeresspiegels führt, als von den Menschen auf Tuvalu oder den Malediven bewältigt werden kann – und es geht eben um mehr: hunderte Millionen von Menschen könnten in den nächsten Jahrzehnten zu Klimawandelflüchtlingen werden, mit unabsehbaren Folgen für die menschliche Gesellschaft insgesamt!

Darüber hinaus: die fossilen Brennstoffe, deren Verbrauch die Treibhausgasemissionen u.a. ansteigen lässt, sind endlich, also begrenzt. Der sogenannte „Peak Oil„, der Aufbrauch der Hälfte der vermutlichen Reserven an Rohöl, wird inzwischen selbst von der konservativen IEA in eine nahe Zukunft gerückt! Dies heisst: selbst wenn der Ausstoss von Treibhausgasen bei der Verbrennung dieser Rohstoffe nicht wäre, muss die Menschheit sich sehr schnell von ihrer Abhängigkeit von den fossilen Brenn- und Treibstoffen lösen. Was sicher auch der demokratischen Entwicklung in den Herkunftsländern des Rohöls gut tun würde, können sich diese Länder angesichts der strategischen Bedeutung „ihres“ Rohstoffes einige Eskapaden leisten.

Die LOHAS müssen sich neu definieren – respektive dieser zukunftsfähige Lifestyle wurde bereits formuliert: LOVOS, „Lifestyle of Voluntary Simplicity“, freiwillige Einfachheit, Suffizienz, oder in der „Schönschreibversion“ des Wuppertal-Instituts: Masshalten, von nichts zuviel wollen, damit für anderes, das man ebenfalls braucht, noch Platz bleibt!

LOVOS, der Lebensstil der freiwilligen Einfachheit, hat derzeit einen geringen „Marktanteil“. Da die Staatengemeinschaft – siehe Ergebnisse der Weltklimakonferenz in Kopenhagen – offenbar unfähig ist, ernsthafte Schritte zur Verminderung der Auswirkungen des Mensch gemachten Klimawandels zu unternehmen, bleibt nur eines: es braucht viel mehr LOVOS auf diesem Planeten, insbesondere in den Konsumüberflussländern!

So rasch als möglich sind stark lenkende Energieabgaben einzuführen, parallel dazu ist das bedingungslose Grundeinkommen für alle voranzutreiben – ein echter Green New Deal also. Kopenhagen hat gezeigt, dass die Politik noch nicht bereit ist, den Umbau der Weltgemeinschaft in Angriff zu nehmen – jetzt ist es an der Zivilgesellschaft, letztlich an jedem einzelnen, in Verantwortung für die Zukunft der Gesellschaft ganz konkret zu handeln – auch wenn der eigene Verantwortungsbereich nur Milliardstel beträgt!

Barack Obama allein reicht nicht, es braucht die Unterstützung aller Menschen auf diesem Planeten, damit die Menschheit auf dieser Erde eine lebenswerte Zukunft hat!


Nachtrag 19.12.09

Ein sarkastischer wenn nicht gar zynischer Kommentar von Nils Minkmar in der FAZ vom 19.12.09: Erspart uns doch endlich den Kitsch!

Nachtrag 27.12.2009

Die Internet-FAZ titelt am 27.12.2009: „Das neue Jahrzehnt: Danke, wir verzichten“ – unter anderem mit einem Text von Peter Unfried, TAZ-Chefredaktor und Autor des Buches „Öko. Al Gore, der neue Kühlschrank und ich“. Einige Zitate aus seinem Text:

  • Grundlage für Handlungsfähigkeit ist ein neues Denken, in dem die Angst vor Klimakultur nicht mehr grösser ist als die Angst vor dem Klimawandel.
  • Konkret: Ich habe ein Drei-Liter-Auto. Ich brauche also bis Ende 2011 ein 1,5-Liter-Auto, oder ich muss nur noch die Hälfte der bisherigen Zeit im Auto verbringen. Es ist egal, ob die Verbesserung durch eine Lebensstiländerung erreicht wird (auch mal zu Fuß gehen), durch Technologie (modernes Auto) oder Transformation vom Konsumenten zum Stromproduzenten.
  • Das neue Jahrzehnt ist das Jahrzehnt der freien Entscheidung eines jeden okayverdienenden Bürgers in den wohlhabenden Industrienationen. Mein Bruder. Ich. Sie. Wir entscheiden uns: für Lebensstilverantwortung. Für Klimakultur. Für Klimapolitik. Für Aktion.

Erste Fassung 19.12.2009

The post LOHAS sind out, den LOVOS gehört die Zukunft – die zivilgesellschaftliche Konsequenz aus der Weltklimakonferenz 2009 first appeared on umweltnetz.ch.]]> 1570 Glauben oder das Leben geniessen? https://www.umweltnetz.ch/content/glauben-oder-das-leben-geniessen https://www.umweltnetz.ch/content/glauben-oder-das-leben-geniessen#comments Thu, 01 Oct 2009 17:00:41 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=317 There’s probably no God. Now stop worrying and enjoy your life. Dieser Satz soll demnächst auf Anregung der Autorin und Journalistin Ariane Sherine als Buswerbung in den Londoner Strassen unterwegs sein. Ist das im Satz angesprochene Gegensatzpaar „Glauben“ oder „das Leben geniessen“ aus menschlicher Sicht überhaupt zu verantworten? In allen Kulturen gilt mit oder ohne … „Glauben oder das Leben geniessen?“ weiterlesen

The post Glauben oder das Leben geniessen? first appeared on umweltnetz.ch.]]> There’s probably no God. Now stop worrying and enjoy your life. Dieser Satz soll demnächst auf Anregung der Autorin und Journalistin Ariane Sherine als Buswerbung in den Londoner Strassen unterwegs sein. Ist das im Satz angesprochene Gegensatzpaar „Glauben“ oder „das Leben geniessen“ aus menschlicher Sicht überhaupt zu verantworten?

In allen Kulturen gilt mit oder ohne religiösen Bezug die „goldene Regel der Ethik“, in der Bibel enthalten mit den Worten „Was du selber nicht erleiden möchtest, das füge auch keinem anderen zu.„, auch anklingend in der Formulierung von Immanuel Kant als Imperativ: Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde. In der Bibel folgt auf die goldene Regel in einem der nächsten Sätze auch ein Anwendungsrezept: Wenn Du etwas übrig hast, dann tu anderen Gutes und mach kein saures Gesicht dabei.

Die Erde als Lebensraum von Gläubigen und Nicht-Gläubigen ist nun mal ein begrenzter Raum – illustriert mit Neotopia oder dem ökologischen Fussabdruck. Das heisst: ob mit oder ohne Gott, das Leben kann und soll genossen werden – aber mit An- und Verstand! Der übermässige Konsumismus-Lifestyle in Teilen von Europa und Nordamerika hat direkte Auswirkungen auf die Möglichkeiten von Menschen in anderen Weltgegenden (und zu späteren Zeiten), das Leben zu geniessen.

Gläubige und Nicht-Gläubige brauchen gemeinsame Werte, wenn sie das Leben geniessen wollen, dies aber auch anderen Menschen, sowohl örtlich wie zeitlich, aus Überzeugung und mit einem Lächeln, also ohne saures Gesicht, zukommen lassen wollen. Eine solche gemeinsame Basis stellt der von Hans Küng propagierte Weltethos dar.

„Yes, we can – ja, wir können es“ sagte der neue amerikanische Präsident Barack Obama in seiner ersten Rede nach der Wahl, eine Rede, die in die Geschichtsbücher eingehen dürfte – Zitat daraus: „Zwei Kriege, ein Planet in Gefahr, die schlimmste Finanzkrise in einem Jahrhundert. … Die Strasse vor uns ist lang, der Weg wird steil. Wir werden unser Ziel vielleicht nicht in einem Jahr oder vielleicht nicht mal in einer Amtsperiode erreichen. Aber, Amerika, ich war noch nie so hoffnungsvoll wie heute Nacht, dass wir es schaffen. Ich verspreche, dass wir als Volk dorthin kommen werden.“ Der geplante Busspruch der Londoner AtheistInnen „Da ist wahrscheinlich kein Gott. Also sorg Dich nicht. Geniess das Leben!“ ist aus dieser Sicht schlicht verantwortungslos und unzeitgemäss – erstaunlich, dass ausgerechnet die englischen Humanisten auf diesen Spruch abfahren, weil sich die hedonistische Grundhaltung des Spruchs kaum mit den humanistischen Vorstellungen vereinbaren lässt.


Nachtrag 17.2.09

Jetzt ist der hedonistische Sauglattismus der Londoner HumanistInnen auch in der Schweiz angekommen – „frei denken“ als ethische Beliebigkeit, nach dem Motto „fast alles ist erlaubt“?


Nachtrag 1.10.09

Nein, verbieten muss man ein solches Plakat nicht, wie dies in Zug getan wird – eine derartige Kultivierung des Hedonismus entlarvt sich von selbst!

Im übrigen: Es könnte auch heissen „Da ist wahrscheinlich eine Gottin. Also sorg Dich nicht. Geniess das Leben!“


1. Version 8.11.2008

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Zukunft oder doch eher Sackgasse? https://www.umweltnetz.ch/content/zukunft-oder-doch-eher-sackgasse Sun, 24 May 2009 21:18:56 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=794 Der amerikanische Präsident Barack Obama hat beschlossen, dass der Benzinverbrauch der in den USA produzierten Autos zu sinken hat, und zwar bis zum Jahr 2016 um 30 Prozent auf etwa 6.6 Liter pro 100 km. Was auf den ersten Blick nach einer guten Sache aussieht, ist eine Sackgasse. In der Schweiz hätte der Verbrauch innerhalb … „Zukunft oder doch eher Sackgasse?“ weiterlesen

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Der amerikanische Präsident Barack Obama hat beschlossen, dass der Benzinverbrauch der in den USA produzierten Autos zu sinken hat, und zwar bis zum Jahr 2016 um 30 Prozent auf etwa 6.6 Liter pro 100 km. Was auf den ersten Blick nach einer guten Sache aussieht, ist eine Sackgasse.

In der Schweiz hätte der Verbrauch innerhalb von 8 Jahren um 2 Liter auf 6.4 Liter abgesenkt werden müssen, der Verbrauch hätte um einen Viertel abgesenkt werden müssen. Dies ist bei weitem nicht gelungen – trotz dieses Misserfolges sieht der Bundesrat weiterhin keine CO2-Abgabe auf Treibstoffe vor, ein weiterer Kniefall vor der Windschutzscheiben-Lobby. Zudem: der „Erfolg“ bei der Verbesserung der Energieeffizienz wird schweizweit überkompensiert durch die Zunahme der Verkehrsmenge. Um also einen echten Klimaschutzbeitrag zu leisten, müsste der spezifische Verbrauch deutlich stärker und deutlich schneller abgesenkt werden! Das 3-Liter-Auto müsste bis 2016 ohne Probleme möglich sein.

Nur: sowohl die Absichten der USA als auch ein 3-Liter-Auto sind Sackgassen. Sie beruhen nach wie vor auf dem endlichen, fossilen Energieträger Erdöl. Der übermässige Verbrauch dieses Energieträgers ist hauptverantwortlich für den menschgemachten Klimawandel. Wie die gegenwärtige Finanzkrise und damit verbunden die globale Krise der Automobilindustrie zeigt, ist das Auto alles andere als nachhaltig, nicht einmal aus ökonomischer Sicht. Macht es Sinn, auf energieeffizientere Autos mit fossilen Energieträgern zu fokussieren, wenn aus technischen Gründen mit einem Verbrennungsmotor höchstens 15 Prozent der eingesetzten Energie genutzt werden können? Wäre es nicht besser, die Anstrengungen direkt auf ausschliesslich erneuerbare Energien für den Individualverkehr zu fokussieren?

Es braucht zuerst eine nachhaltige Siedlungspolitik, die dafür sorgt, dass insbesondere die Alltagsmobilität deutlich reduziert wird. Arbeitsplätze, Ausbildungsstätten, Einkaufsmöglichkeiten, Wohnraum, Erholungs- und Sportangebote gehören nahe zusammen, damit im Alltag hauptsächlich der Oekoverbund – öffentlicher Verkehr, Füsse, Velo – ausreichen.

Wasserstoff als möglicher Energieträger für den Verkehr ist ausschliesslich ein Speichermedium – eine ökologisch verantwortbare Herstellung ist noch nicht in Sicht. Biomasse könnte nur einen Teilbeitrag zur Abdeckung des Energiehungers des Autoverkehrs leisten – und steht in direkter Konkurrenz mit der Lebensmittelversorgung. Mit hoher Wahrscheinlichkeit dürfte Strom sehr geeignet als Antriebsmittel für die zukünftigen Strassenverkehrsgefässe sein. Auch hier gibt es diverse Probleme zu lösen, etwa auch die Beschränktheit endlicher Ressourcen für die Herstellung z.B. der Batterien oder der Motoren. Oder technische Aspekte: soll die Batterie im Fahrzeug fest installiert sein (mit entsprechenden Ladezeiten) oder soll an „Batteriestationen“ einfach die Batterie ausgetauscht und ausserhalb des Fahrzeugs geladen werden? Angesichts der Tatsache, dass man sich in Deutschland erst gerade jetzt auf einen gemeinsamen Anschlussstecker für Elektrofahrzeuge geeinigt hat, stellt dieser Systementscheid eine erhebliche Herausforderung dar.

Da der Wirkungsgrad elektrischer Antriebe deutlich höher ist als von Verbrennungsmotoren, wird erheblich weniger Energie gebraucht. Da so oder so erhebliche Anstrengungen unternommen werden müssen, die Stromversorgung ausschliesslich mit erneuerbaren Energien in nachhaltiger Nutzung sicherzustellen, stellt es keine wesentliche Zusatzherausforderung dar, auch den zusätzlichen Bedarf an Strom für die Fahrzeuge aus erneuerbaren Quellen nachhaltig bereitzustellen – die damit verbundene Erhöhung der Unterwegskosten ist durchaus erwünscht.

Das Beispiel des Mondladungsprogrammes der USA in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts hat gezeigt: grosse Ziele lassen sich selbst mit kurzen Umsetzungszeiten sehr wohl erreichen. Der bessere Vorschlag für die neue Autoproduktionspolitik nicht nur der USA: ab 2016 werden nur noch Neuwagen mit Elektroantrieb in Betrieb genommen, beliefert ausschliesslich mit Strom aus erneuerbaren Quellen aus nachhaltiger Nutzung! Und selbstverständlich verknüpft mit flankierenden Massnahmen, die zu einem echten Verkehrssparen führen!


Nachtrag 25.5.09, angesichts der eigenartigen Diskussionen in Deutschland im Vieleck VW, Porsche, Opel, Fiat, …

Die heutige Automobilwirtschaft hat schlicht nichts mit Nachhaltigkeit zu tun – da erstaunt das Einstehen insbesondere sozialdemokratischer Minister in Deutschland für die Autoindustrie schon einigermassen. Das Auto steht sinnbildlich für Entwicklungen, die die Gesellschaft sowohl ökologisch wie ökonomisch in die Sackgasse geführt hat. Wenn es um die Arbeitnehmenden der Automobilindustrie geht, dann ist es sinnlos, ja gar gefährlich, mit erheblichen Staatsbeiträgen eine Wirtschaft zu erhalten, die Sackgassenpotenzial hat. Da gibt es nur eine Lösung: es braucht endlich das bedingungslose Grundeinkommen für alle! Und es braucht eine wesentlich verkleinerte und auf die tatsächlichen Transportbedürfnisse ausgerichtete Fahrzeugproduktion, in erster Linie für die Transportbedürfnisse des Gewerbes (Handelsreisende und Service-Fachleute, Montage-Personal, …) und Dienste wie Mobility. Also einfache, robuste, wartungsarme Vielzweckfahrzeuge, ohne Sozialprestige, auf Kurz- und Mittelstrecken ausgerichtet, mit einer Maximalgeschwindigkeit von beispielsweise 120 km/h, mit einem Elektroantrieb. Kurz: eine Industrie für nachhaltige Verkehrsbedürfnisse!

Erste Fassung 20.5.09

The post Zukunft oder doch eher Sackgasse? first appeared on umweltnetz.ch.]]> 794 Kühnheit der Hoffnung – für Frieden, Klimaschutz, Versöhnlichkeit https://www.umweltnetz.ch/content/ein-versohnlicher-prasident-eine-versohnliche-prasidentin Thu, 14 Feb 2008 21:51:53 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/ein-versohnlicher-prasident-eine-versohnliche-prasidentin/ Der Tages-Anzeiger vom 14. Februar 2008 lässt Hans Küng, emeritierter Professor für ökumenische Theologie, mit einem Wunschkatalog an eine neue amerikanische Aussenpolitik zu Wort kommen: nicht Aussehen oder Geschlecht des/der PräsidentIn sollen massgebend sein, sondern die „Kühnheit der Hoffnung“ (Übersetzung des Originaltitels The Audacity of Hope des 2006 erschienen Buches von Barack Obama)! Dieser Artikel … „Kühnheit der Hoffnung – für Frieden, Klimaschutz, Versöhnlichkeit“ weiterlesen

The post Kühnheit der Hoffnung – für Frieden, Klimaschutz, Versöhnlichkeit first appeared on umweltnetz.ch.]]> Der Tages-Anzeiger vom 14. Februar 2008 lässt Hans Küng, emeritierter Professor für ökumenische Theologie, mit einem Wunschkatalog an eine neue amerikanische Aussenpolitik zu Wort kommen: nicht Aussehen oder Geschlecht des/der PräsidentIn sollen massgebend sein, sondern die „Kühnheit der Hoffnung“ (Übersetzung des Originaltitels The Audacity of Hope des 2006 erschienen Buches von Barack Obama)!

Dieser Artikel ist „nur“ der Zweitabdruck eines Beitrages in der sueddeutsche.de vom 12. Februar 2008 – der Tages-Anzeiger druckt sogar ohne Verweis auf die Originalquelle!

Hans Küng verlangt – nicht nur für die USA – eine Aussenpolitik in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht und globalen ethischen Standards (zum Beispiel des Weltethos). Diese Haltung illustriert Hans Küng an einigen Realitäten aus dem Repertoire der zweiten Bush-Administration, der „grössenwahnsinnigen machiavellistischen, kontraproduktiven und zerstörerischen Machtpolitik“.

Dieser Wandel müsste nach Hans Küng enthalten:
eine konstruktive Politik

  • gegenüber Israel und der islamischen Welt
  • gegenüber Russland und
  • in Bezug auf die Raketen in Zentraleuropa und
  • in Hinblick auf die grossen Schulden gegenüber China und anderen Staaten.

einen Kurswechsel

  • in der Aussenpolitik
  • angesichts der Herausforderungen des Klimawandels und der Krise des internationalen Finanzsystems.
  • Hans Küng tritt auch als Botschafter der „soft power“ in der Aussenpolitik auf, spricht sich also klar gegen die endlosen Truppenpräsenzen im Irak und in Afghanistan aus (durchaus auch als Hinweis auf die unsinnigen Forderungen der USA nach noch mehr Kampftruppen für Afghanistan).

    „Kühnheit der Hoffnung“ – nicht einfach eine Fortsetzung des Machbarkeitswahns, sondern eine Versöhnung mit der Welt und sich selbst – nicht eine waffenstarrende Verteidigung der eigenen Privilegien, sondern ein gemeinsames Herangehen an die Lösung der existenzgefährdenden Probleme. Auch wenn es erschreckend ist, welches Gewicht der Präsident, die Präsidentin der USA hat: es braucht eine versöhnliche Person, es braucht als erstes einEn FriedenspräsidentIn – und dies im übrigen nicht nur in der USA!

    Diese Kühnheit der Hoffnung muss sich übertragen auf alle Menschen auf diesem Planeten, die sich beispielsweise an den Leitsätzen des Weltethos orientieren:

    • Verpflichtung auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor allem Leben
    • Verpflichtung auf eine Kultur der Solidarität und eine gerechte Wirtschaftsordnung
    • Verpflichtung auf eine Kultur der Toleranz und ein Leben in Wahrhaftigkeit
    • Verpflichtung auf eine Kultur der Gleichberechtigung und die Partnerschaft von Mann und Frau

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