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Krieg | umweltnetz.ch https://www.umweltnetz.ch/content Umwelt und Politik - ein Internet-Angebot von Toni W. Püntener Sun, 13 Jan 2013 16:49:46 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 44487214 Nach 9/11: Niedergang der Demokratie? https://www.umweltnetz.ch/content/nach-911-niedergang-der-demokratie Sat, 10 Sep 2011 11:08:10 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=3110 All das Leid, das durch die Ereignisse vom 11.9.2001 bis heute ausgelöst wurde, lässt eine emotionslose Debatte zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung, letztlich zur Mehrung des Wohlergehens der Menschheit, nach wie vor nicht zu. Fakt ist: Gewalt als Handlungs-Instrument sowohl der Staaten, von Interessensgruppen, aber auch von Einzelpersonen gilt wieder als legitim – was letztlich das Prinzip … „Nach 9/11: Niedergang der Demokratie?“ weiterlesen

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All das Leid, das durch die Ereignisse vom 11.9.2001 bis heute ausgelöst wurde, lässt eine emotionslose Debatte zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung, letztlich zur Mehrung des Wohlergehens der Menschheit, nach wie vor nicht zu. Fakt ist: Gewalt als Handlungs-Instrument sowohl der Staaten, von Interessensgruppen, aber auch von Einzelpersonen gilt wieder als legitim – was letztlich das Prinzip der Demokratie in Frage stellt. Der Respekt vor den Opfern des 11.9. und der darauf folgenden Ereignisse der letzten 10 Jahre verlangt eine völlig neue globale Politikhaltung.

 
New York gilt als Flagship für den Lebensstil der westlichen Welt – die Zerstörung der symbolträchtigen Twin Towers, verbunden mit einer grossen Zahl von Toten, ist somit Angriff und Kritik an diesem Lebensstil. „Schmiermittel“ dieses Lebensstils ist die unbegrenzte Verfügbarkeit von Erdöl – unbegrenzt bezüglich Preis, Menge und Zeitachse. Die Politik der amerikanischen Regierungen unabhängig von der parteipolitischen Herkunft zeigt klar, dass der „freie“ Zugang zu Erdöl eine wichtige Triebkraft für Entscheidungen und Haltungen ist – der „Krieg um Öl“ findet unbestreitbar statt. Zur Illustration: Das US-Energiedepartement (DOE) hat kürzlich 243 Mio Dollar Forschungsgelder für erneuerbare Energien bewilligt, für Projekte in den nächsten drei Jahren (ca 178 Mio €, also rund 60 Mio € pro Jahr). klimaretter.info vergleicht dies mit den Beträgen, die die deutsche Bundesregierung für Forschung zu erneuerbaren Energien ausgibt – rund 350 Mio € pro Jahr!

Der Angriff auf den Lebensstil betrifft mindestens zwei Aspekte: es wird der übermässig grosse ökologische Fussabdruck der westlichen Überflussgesellschaften in Frage gestellt, ebenso wird „die Demokratie“ angegriffen.

Insbesondere dieser zweite Angriff ist perfid. Es ist immer wieder festzuhalten, dass das für die westliche Welt zentrale Erfolgsmodell Demokratie aus globaler Sicht eine Randerscheinung darstellt – nur 30 Staaten dieser Erde gelten als Demokratien! Wesentliches Element der Demokratien sind nach wie vor die Grundsätze der französischen Revolution: Gleichheit, Freiheit, Geschwisterlichkeit (Gender-Anpassung des ursprünglichen Begriffes „Brüderlichkeit“). Aus globaler Sicht sind diese Grundsätze massiv verletzt – massgeblich zugunsten der reichsten und (zufälligerweise?) sich demokratisch gebenden Länder.

Der von der USA angeführte „Krieg gegen den Terror“ (oft mit dem „Krieg um Öl“ gleichgesetzt) setzt auf Gewalt und nicht auf Demokratie, gegen Einzelpersonen, gegen Gruppen, gegen Staaten. Guantanamo, Tötung von Anführern „gegnerischer“ Gruppen durch ferngesteuerte Drohnen – ohne gerichtliche Urteile, unter Inkaufnahme massiver „Kollateralschäden“, Kriegsführung durch Söldnertruppen und vieles mehr illustrieren, dass Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bei der Durchsetzung von eigenen Anliegen nicht von Bedeutung sind.

Verstärkt wird dies durch den – möglicherweise durch das Internet geförderte – Trend zur Banalisierung von Information und Wissen. Unter dem Deckmantel der Meinungsäusserungsfreiheit erhalten willkürliche Individualtheorien mit selektiver Wahrnehmung das gleiche Gewicht wie nach den Regeln der wissenschaftlichen Arbeit durchgeführte Argumentationsketten (Climate Criminals versus Klimawandelwissenschaft). Dazu kommt, dass gerade die US-Präsidentschaft von George W. Bush – etwa bei den Diskussionen bei der UNO zur Situation im Irak – bewusst gelogen hat.


Solche staatliche „Wahrheitsmanipulation“ öffnet Tür und Tor für Verschwörungstheorien im Stil von „9/11 als Inside-Job“ – weil der Staat durch die eigenen Lügereien unglaubwürdig geworden ist, kann jede andere Theorie ähnlich viel Glaub- oder Unglaubwürdigkeit beanspruchen. Dazu kommt, dass viele Themen derart komplex sind, dass sie selbst mit einer sehr guten Allgemeinbildung nicht mehr von einer einzigen Person beurteilt werden können – das Modell „Universalgelehrter“ hat definitiv ausgedient! Bei WTC7 – dem dritten Gebäude auf dem WTC-Areal in New York, welches am 11.9.2001 eingestürzt ist, allerdings ohne „Flugzeugtreffer“ – wird nach wie vor intensivst diskutiert, ob dieser Einsturz tatsächlich ein Ereignis als Folge der Beschädigung und des Einsturzes der Twin Towers oder als eigenständiger Schaden, zum Beispiel ausgelöst durch eine absichtlich herbeigeführte Explosion, zu betrachten ist. Nach intensiver Lektüre sehr vieler Unterlagen – sogenannt offizielle Dokumente, die diversen Verschwörungstheorien, aber auch sogenannt kritische Historiker wie Daniele Ganser – bin ich zum Schluss gekommen, dass die offiziellen Untersuchungen und deren Umfeld mit der erforderlichen wissenschaftlichen Genauigkeit zu plausiblen und nachvollziehbaren Schlüssen kommen. Die Verschwörungstheorien funktionieren vor allem darum, weil es – ausser in Filmen mit fiktiven Geschichten – keine vergleichbaren Vorfälle gibt. Es gibt also keinen Erfahrungsschatz zur Beurteilung solcher Ereignisse. Interessant ist, dass es zu nahezu sämtlichen Verschwörungstheorien im Internet einen Gegenbeweis gibt – zum Teil mit rein logischer Beweisführung, zum Teil auf detaillierten Fakten aufgebaut.

Bei meiner Velotour im Sommer 2011 bin ich in Wien auf eine interessante Geschichte gestossen: Einsturz der Wiener Reichsbrücke über die Donau am 1. August 1976. Die Wiki-Seite führt auch die Geschichte der politischen Aufarbeitung an: der verantwortliche Planungsstadtrat Fritz Hofmann trat sofort zurück. Gemäss wiki kam eine Untersuchungskommission zu folgenden Schlüssen: der Einsturz sei nicht vorhersehbar gewesen, weil eine Vielzahl an Faktoren zusammenwirkte und die technischen Mittel 1976 nicht ausreichten, um all diese Faktoren zu berücksichtigen. In der Folge wurde Fritz Hofmann 1981 wieder als Stadtrat berufen …

Es ist durchaus davon auszugehen, dass es nie möglich sein wird, weder ein exaktes physikalisches Modell für sämtliche Ereignisse rund um die Einstürze am WTC zu erstellen noch sämtliche Hintergründe rund um den 11.9.2001 darzustellen (dazu reicht auch Wikileaks nicht). Mit dieser Unsicherheit muss eine demokratische und rechtsstaatliche Gesellschaft umgehen können. Dazu gehört auch, dass sie VerschwörungstheoretikerInnen entweder ignoriert oder diesen klar entgegentritt – nicht jede Dummheit ist durch die Meinungsäusserungsfreiheit abgedeckt! Im übrigen gehe ich davon aus, dass eine Umsetzung der 9/11-Ereignisse im Sinne von Inside-Job durch die Bush-Regierung gar nicht hätte ausgeführt werden können – dazu fehlte ihr schlicht die Intelligenz. Zudem wären dazu tausende von eingeweihten Personen erforderlich gewesen; da bekanntlich etwas nur vertraulich behandelt werden kann, wenn höchstens zwei Personen davon wissen, ist die Variante Inside-Job geradezu unmöglich!

Unter diesen Randbedingungen erachte ich die Forderung nach einer (erneuten) „offenen, sachlichen, wissenschaftliche Debatte über alle offenen Fragen zu 9/11“ von Daniele Ganser als absurd und gefährlich – erstens, weil „offen“, „sachlich“, „wissenschaftlich“ subjektiven Charakter haben und – wie das Beispiel der Wiener Reichsbrücke zeigt – die „absolute Wahrheit“ mit menschlichen Fähigkeiten gar nicht erschliessbar ist. Zweitens geht es darum, dass weder die offiziell deklarierte al-Qaida-Urheberschaft noch die von den Verschwörungstheoretikern vermutete Inside-Job-These unterschiedliche Auswirkungen auf Machtpolitik der US-Regierungen gehabt hätte. Jede US-Regierung wird – bis zu einer völlig anderen Energiepolitik – auch zukünftig den privilegierten Zugang zu Erdöl als wichtige Leitlinie der Politik der USA verstehen – und „Fakten“ (etwa die behaupteten Massenvernichtungswaffen in Irak) nach den eigenen Anforderungen zurechtbiegen. Die individuelle Klärung jedes einzelnen Sachverhalts von 9/11 ist nicht einmal historisch von Interesse – zu fordern ist generell eine „gute Regierungspraxis“ – dazu braucht es die Detailkenntnisse zu 9/11 beim besten Willen nicht! Der Einsturz etwa von WTC7 kann mit ausreichender wissenschaftlicher Genauigkeit als Folgeereignis des Einsturzes von WTC1 und WTC2 erklärt werden – die Sprengungshypothese ist eindeutig unnötig, um diesen Vorgang zu erklären.

Zur guten Regierungspraxis gehört neben echter Demokratie, dassGewalt in jeder Form zu ächten ist und dass der ökologische Fussabdruck der Bewohnenden eines Staates deutlich zu vermindern (gilt für die übermässigen Fussabdrückler) ist respektive nicht übermässig wird (gilt für die „ökologischen Kleinfussabdruck-Gesellschaften“).

Daniele Ganser ist ein glaubwürdiger Botschafter der „Peak Oil“-Überlegungen. Die Anforderungen, die Daniele Ganser an die Aufarbeitung von 9/11 stellt, schliessen prinzipiell Prognose-Aussagen zu „Peak Oil“ oder gar „Peak Everything“ aus, da erhebliche Unsicherheiten bestehen. Weil die historische Aufarbeitung – insbesondere die Einsturzdetails von WTC1, WTC2 und WTC7 – keine Relevanz für die zukünftige globale Entwicklung haben, ganz im Gegensatz zu „Peak Oil“, sollte sich die historische Bearbeitung auf Aspekte beschränken, die dem zukünftigen Wohlergehen der Menschheit dienen. Dazu gehört definitiv der Umgang mit endlichen, aber übermässig beanspruchten natürlichen Ressourcen.

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Konflikte sind mit Kriegen nicht zu lösen https://www.umweltnetz.ch/content/konflikte-sind-mit-kriegen-nicht-zu-losen Sun, 29 Aug 2010 14:47:15 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=2004 Die Geschichte der Menschheit ist grauenvoller Kriege mit verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt. Dauerhafte Lösungen haben sich daraus nie ergeben: Gewalt ist kein Beitrag zur Konfliktbewältigung! Die „letzten“ Kampftruppen der US-Armee haben im August 2010 den Irak verlassen, diverse „fremde“ Armeen sind nach wie vor im Land, welches nach wie vor von Gewalt geprägt … „Konflikte sind mit Kriegen nicht zu lösen“ weiterlesen

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Die Geschichte der Menschheit ist grauenvoller Kriege mit verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt. Dauerhafte Lösungen haben sich daraus nie ergeben: Gewalt ist kein Beitrag zur Konfliktbewältigung!

Die „letzten“ Kampftruppen der US-Armee haben im August 2010 den Irak verlassen, diverse „fremde“ Armeen sind nach wie vor im Land, welches nach wie vor von Gewalt geprägt ist. Der Nahostkorrespondent Ulrich Tilgner hat in einem Interview zu diesem Scheinrückzug festgehalten, dass „politische, soziale und kulturelle Konflikte mit einem Krieg nicht zu lösen sind.“

In der Einschätzung vieler BeobachterInnen steuert ein weiterer Konflikt auf eine Gewalteskalation hin: Der Umgang der „Welt“ mit den Atomenergie-Plänen des Iran. Der Nahost-Experte Udo Steinbach, früher Direktor des Deutschen Orient-Instituts in Hamburg, Dozent am Centrum für Nah- und Mittelost-Studien an der Philipps-Universität in Marburg, hat in einem Interview festgehalten, dass eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass Israel den Iran angreift, was die ganze Region zu einem Pulverfass machen würde.

Verheerend: trotz der eigentlich bestbekannten Erkenntnisse gehen die mächtigen Menschen dieser Welt nach wie vor davon aus, dass Gewalt ein mögliches Mittel zur Konfliktbearbeitung darstellt.

Als Vorbemerkung: es ist unbestreitbar, dass Handlungen und Haltungen vieler machthabender Menschen – und dies sowohl in der Politik wie in der Wirtschaft – äusserst problematisch sind. Diktaturen in unterschiedlicher Ausprägung, meist verbunden mit Diskriminierung, Gewalt, Missachtung der Menschenrechte, Nepotismus und andere Formen der Günstlings- und Korruptionswirtschaft, sind ethisch und moralisch unerträglich. Genau so problematisch sind die Verhaltensweisen der Staaten mit grossem ökologischem Fussabdruck, die bei sehr vielen Konflikten einen Krieg um Oel, Uran und/oder weitere Rohstoffe als wahren Hintergrund erkennen lassen. Die diversen neueren Meldungen über erhebliche Lagerstätten strategisch wichtiger Rohstoffe in Afghanistan zeigen der Weltöffentlichkeit, dass die schlimmen Positionen der Taliban in vielen weltanschaulichen Fragen ein höchst willkommener Vorwand für die Kriegsführung darstellen, es aber den kriegsführenden Staaten in erster Linie darum geht, den Zugriff zu Oel, Gas, Uran, Lithium, Eisen/Stahl, Kupfer, Indium, … zu möglichst tiefen Preisen sicherzustellen. Wenn auch auf anderer Ebene, sind die „reichen“ Staaten alles anders als ethische und moralische Vorbilder – diese reichen Länder sind massgeblich dafür verantwortlich, dass bereits am 21. August 2010 alle Vorräte aufgebraucht waren, die der Welt für 2010 zur Verfügung standen (World Overshoot Day).

Die Gefahr dieser Aussage ist mir sehr wohl bewusst: es stellt sich die Frage, wer die Berechtigung hat, angesichts der eigenen Mängel andere auf ihre Fehler und Defizite hinzuweisen. Bereits die Bibel (etwa in Lukas 6, 41) – und dies wahrscheinlich nicht als erste „Institution“ – weist auf die Problematik hin: „Aber was siehst du den Splitter, der im Auge deines Bruders ist, aber den Balken der in deinem eigenen Auge ist, nimmst du nicht wahr?“. Die Menschheit muss also Ansätze entwickeln, um unabhängig von den aktuellen Zuständen einen „kontinuierlichen Verbesserungsprozess“ in Gang zu setzen.

Gefordert ist also die Zivilgesellschaft: jeder einzelne Mensch, nationale und internationale Organisationen, eventuell religiöse Gemeinschaften.

Ein möglicher, eher abstrakter Ansatz: Weltethos, mit 8 Grundhaltungen:

  • Verpflichtung auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor allem Leben
  • Verpflichtung auf eine Kultur der Solidarität und eine gerechte Wirtschaftsordnung
  • Verpflichtung auf eine Kultur der Toleranz und ein Leben in Wahrhaftigkeit
  • Verpflichtung auf eine Kultur der Gleichberechtigung und die Partnerschaft von Mann und Frau

Ein interessantes Instrument hat oekom resarch entwickelt: Country Rating, Bewertung von Ländern nach ökologischen und sozialen Kriterien. 150 Indikatoren in sozialen (Institutionen und Politik, Sozialbedingungen, Infrstruktur) und ökologischen (Institutionen und Politik, Umweltbestand, Umweltbelastungen) Bereichen werden einbezogen, ein wesentlicher Teil davon von privaten Organisationen oder UN-Institutionen zusammengetragen. Dazu kommen eine Reihe von Ausschlusskriterien (im sozialen Bereich etwa Arbeitsrechtverletzungen, Atomwaffenbesitz, Autoritäre Regimes, Euthanasie, Geldwäsche, Kinderarbeit, Korruption, Menschenrechtsverletzungen, Rüstungsbudget, Todesstrafe, im Umweltbereich (Atomenergie, mangelhafter Klimaschutz oder Walfang). Wie bei Weltethos besteht die Schwierigkeit, dass diese Kriterien in der Tradition des vereinfacht ausgedrückt humanistisch-aufgeklärten Europas der postindustriellen Epoche formuliert sind. Es ist somit nicht auszuschliessen, dass andere Kulturräume kein Verständnis für solche Ratings haben, auch wenn sie aus europäischer Sicht selbstverständlich und zwingend sind – siehe etwa die Problematik, dass neben der „allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ diverse Versionen arabischer oder islamischer Menschenrechtserklärungen, die erheblich von den „universellen Menschenrechten“ abweichen, bestehen. Auch hier: Fortschritte sind nur über die Zivilgesellschaft zu erreichen (als Beispiel: selbst im „Climate Criminals„-Land USA unter Georg W. Bush gab es ein Vielzahl von Menschen, die sich in erheblichem Umfang in ihrem persönlichen Verantwortungsbereich für Klimaschutzmassnahmen engagierten – und es auch unter Präsident Barack Obama weiterhin tun).

Es mag zwar sein, dass diese zivilgesellschaftlichen Beurteilungen von den aktuellen Machthabern ignoriert werden – der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad, der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao und viele weitere hören wahrscheinlich nicht mal auf sich selbst. Mittel- und längerfristig funktioniert dies nicht, wie auch in den Ländern mit zu grossem individuellen ökologischem Fussabdruck ein erheblicher Beitrag nicht von den Machthabenden, sondern z.B. von den LOVOS erbracht werden wird.

Auf jeden Fall ist es zwingend, dass Gewalt in jeder Form, also sowohl im zwischenmenschlichen wie im nationalen und internationalen Kontext geächtet wird, und dies so rasch als möglich.

The post Konflikte sind mit Kriegen nicht zu lösen first appeared on umweltnetz.ch.]]> 2004 Preis für den übermässigen ökologischen Fussabdruck? https://www.umweltnetz.ch/content/preis-fur-den-ubermassigen-okologischen-fussabdruck Mon, 08 Feb 2010 09:18:27 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=1707 Krieg um Oel, jetzt auch noch Krieg um Atom? „Unendliche Kriege“ z.B. im Irak und in Afghanistan mit intensiver Beteiligung unter anderem der USA prägen seit einiger Zeit sowohl das politische Geschehen als auch die ökonomische Diskussion: die Finanzkrise seit Herbst 2008 ist auch als Hinweis darauf zu verstehen, dass nicht einmal die USA diese … „Preis für den übermässigen ökologischen Fussabdruck?“ weiterlesen

The post Preis für den übermässigen ökologischen Fussabdruck? first appeared on umweltnetz.ch.]]> Krieg um Oel, jetzt auch noch Krieg um Atom? „Unendliche Kriege“ z.B. im Irak und in Afghanistan mit intensiver Beteiligung unter anderem der USA prägen seit einiger Zeit sowohl das politische Geschehen als auch die ökonomische Diskussion: die Finanzkrise seit Herbst 2008 ist auch als Hinweis darauf zu verstehen, dass nicht einmal die USA diese Kriege auf Dauer finanzieren kann. Der vom „Falken“ US-Senator Joe Liebermann angedrohte Krieg gegen den Iran, der Krieg um Atom, ist in den Wurzeln auch ein Krieg der USA zur Verteidigung des übermässigen ökologischen Fussabdrucks der BewohnerInnen dieses Landes.

Mit der ausschliesslich auf sehr aufwändige Lobbyarbeit zurückzuführende Ankündigung von US-Präsident Barack Obama, die Atomenergie in den USA zu fördern, wird klar, was die Drohungen der Kriegsgurgel Liebermann sind: es geht auch hier darum, dass insbesondere die ökonomischen Kräfte in den USA bestimmen wollen, wer die Atomenergie wie zu nutzen hat. Die Weltpolitik wird in erster Linie durch die Interessen der amerikanischen Oel- und Nuklear-Multis bestimmt, unabhängig davon, wer unter dieser Energie- und Ressourcen-Mafia gerade Präsident der Vereinigten Staaten von (Nord-)Amerika ist!

Diese Lobby hat ein enormes Interesse daran, dass die US-Einwohnenden ihren massiv übermässigen ökologischen Fussabdruck beibehalten oder idealerweise sogar noch steigern – denn dies gibt saftige Gewinne für die Energieunternehmungen.

Die Demokratisierung der despotischen und diktatorischen Regimes mit oder ohne religiöse Haupttöne in der Region ist damit verbunden ein zwar berechtigtes Anliegen, aber angesichts der übrigen Dimensionen der Fragestellungen eher von untergeordneter Bedeutung. Die grosse Zahl von Kriegstoten – sowohl bei den „angreifenden“ Armeen, den „Widerstandskämpfern“, aber auch bei der Zivilbevölkerung – ist unakzeptabel: ein klarer und eindeutiger Hinweis darauf, dass diese Vorgehensweise moralisch und ethisch nicht akzeptabel ist, siehe auch z.B. die Neujahrs-Predigt der EKD-Vorsitzenden Dr. Margot Kässmann.

Der iranische Staat im Besitze von Atomwaffen – diese Vorstellung ist tatsächlich erschreckend. Objektiverweise aber nicht erschreckender als das Wissen um alle anderen tatsächlichen und vermuteten Atomwaffen-Staaten. Der Fall ist klar: Atomwaffen müssen geächtet werden und haben aus Alltag und Politik zu verschwinden, so rasch als möglich. Allerdings: so lange die tatsächlichen und vermuteten Atomwaffen-Staaten an dieser Technologie festhalten, ist es nicht nachvollziehbar, warum dies andere Staaten nicht auch tun sollten! Es gibt letztlich keine guten oder bösen Atomwaffen-Staaten – das damit verbundene Macht- und Drohgetue ist auf jeden Fall verabscheuungswürdig. Als überzeugter und engagierter Argumentierer gegen die „zivile“ Nutzung der Atomenergie ist es für mich nicht nachvollziehbar, warum etwa die USA dem Iran den Betrieb von Atomkraftwerken untersagen wollen, während die USA gleichzeitig im eigenen Land die Atomenergie fördern. Erklärbar wird dies nur dann, dass die USA beanspruchen, auch bezüglich ökologischem Fussabdruck weiterhin globaler Leader zu sein – das Ziel „Erhaltung des übermässigen Konsums“ als Triebkraft hinter der Kriegspolitik der USA, auch wenn offensichtlich ist, dass angesichts Peak Oil, Peak Gas und Peak Uranium diese Strategie sehr schnell eine Sackgasse darstellt.

Letztlich führt nichts daran vorbei, dass sich die Welt auf eine Energieversorgung ausschliesslich aus erneuerbaren Energien in möglichst dezentraler Nutzung einzustellen hat, und dies möglichst rasch, und insbesondere auch gegen die massive Lobbytätigkeit der Energie- und Ressourcenwirtschaft! Sowohl ökologisch wie ökonomisch ist es eine nur mässige Herausforderung, bereits bis 2020 erhebliche Fortschritte zu erreichen und bis spätestens 2050 das Ziel zu erreichen, im übrigen unabhängig von der Frage, ob der Mensch das globale Klima in unzulässiger Art und Weise beeinflusst. Es ist mit Sicherheit auch für die USA vorteilhaft, statt menschliche, finanzielle und ökologische Ressourcen in Kriegen zu verheizen, diese Kräfte für eine Ökologisierung der Energiewirtschaft einzusetzen. Denn: wenn Staaten wie der Iran Oel, Gas und Uran nicht mehr zu Phantasiepreisen auf dem Weltmarkt loswerden können, wird auch das politische Gewicht dieser Ressourcen unbedeutend!

Wer wie US-Senator Joe Liebermann den Krieg gegen den Iran herbeischwatzt, propagiert die Fortsetzung der Sackgasse des übermässigen ökologischen Fussabdrucks und verschliesst sich einer ökologisch orientierten Zukunftsentwicklung, die nicht mehr auf den Verbrauch endlicher, „fossiler“ Ressourcen aus politisch heiklen Weltgegenden angewiesen ist. Oder anders: der Ressourcenhunger der USA fördert letztlich despotische, diktatorische Systeme, fördert insbesondere auch den „Terrorismus“, welchen die USA zu bekämpfen vorgibt, letztlich also ein Teufelskreis. Irak, Afghanistan, (hoffentlich nicht) Iran, das unermessliche Leid bei den BewohnerInnen dieser Länder, bei den SoldatInnen, ihren Angehörigen: letztlich der Preis für einen „Wohlstand“, den sich die Welt gar nicht leisten kann!

Auch die Zivilgesellschaft in Ländern mit übermässigem ökologischem Fussabdruck ist gefordert; dazu gehört auch die Schweiz. Es führt kein Weg an einem Lebensstil der freiwilligen Einfachheit vorbei – den LOVOS gehört die Zukunft!

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