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Wenn wir es wirklich wollen | umweltnetz.ch https://www.umweltnetz.ch/content Umwelt und Politik - ein Internet-Angebot von Toni W. Püntener Fri, 29 Dec 2017 21:50:55 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 44487214 Klimaschutz ist kritischer Optimismus https://www.umweltnetz.ch/content/klimaschutz-ist-kritischer-optimismus Fri, 29 Dec 2017 21:50:55 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=7074 Der Mensch gemachte Klimawandel bietet eine grosse Bandbreite von Dystopie über Pessimismus bis Positivismus. Ich bevorzuge die Sicht des kritischen Optimismus. Dies verlangt vor allem nach Erfolgs-Geschichten. Klimaschutz ist nämlich möglich, wenn wir es wirklich wollen. Der übermässige Verbrauch fossiler Brenn- und Treibstoffe in allen Lebensbereichen hat erheblichen Einfluss auf das Klima auf dem Planeten … „Klimaschutz ist kritischer Optimismus“ weiterlesen

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Der Mensch gemachte Klimawandel bietet eine grosse Bandbreite von Dystopie über Pessimismus bis Positivismus. Ich bevorzuge die Sicht des kritischen Optimismus. Dies verlangt vor allem nach Erfolgs-Geschichten. Klimaschutz ist nämlich möglich, wenn wir es wirklich wollen.

Der übermässige Verbrauch fossiler Brenn- und Treibstoffe in allen Lebensbereichen hat erheblichen Einfluss auf das Klima auf dem Planeten Erde. Menschliche Verhaltensweisen – beispielsweise bei der Ernährung und dem Konsum – verstärken den menschlichen Einfluss auf das Klima. Klimawandel-LeugnerInnen oder -RelativiererInnen gibt es zudem ebenfalls, aber dies beweist bloss, dass es um ein gesellschaftlich relevantes Thema geht. Nicht ohne Grund wächst der Wissenschaftszweig der Klimawandelkommunikation.

Das Klima auf dem Planeten Erde verändert sich, manchmal schneller, manchmal langsamer. Viele Elemente machen das Klima aus. Beim derzeitigen Mensch gemachten Klimawandel geht es darum, dass sich das Klima so schnell ändert, dass die Anpassung an diese Veränderungen für jeden Menschen, für die Gesellschaft, die Gesellschaften eine erhebliche Herausforderung darstellt. Klimaschutz ist daher eigentlich Menschenschutz.

Klimawandel lässt sich in grossen Zeiträumen am einfachsten verfolgen – Gletscher- oder Tropenlandschaft sind eindeutig unterscheidbare Merkmale, die sich beispielsweise aus den Gesteinsformationen oder den Fossilien erklären lassen. Erdgeschichtlich betrachtet ist die menschliche Gesellschaft jung. Viele der erdgeschichtlichen Beschreibungen weisen darauf hin, dass Artensterben zu den üblichen Elementen grosszeiträumigen (Klima-)Veränderungen gehören. Die Überlegungen des kritischen Optimismus führen dazu, den Versuch zu unternehmen, das Tempo des Mensch gemachten Klimawandels zu vermindern, um der Gesellschaft eine Anpassung zu ermöglichen – inklusive Klimawandel-Anpassungsmassnahmen, welche die Resilienz der Gesellschaft erhöhen sollen.

Bereits 23 internationale Klimaschutz-Konferenzen haben stattgefunden. Im Dezember 2015 wurde in Paris entschieden, alles daran zu setzen, den Mensch gemachten Klimawandel auf deutlich unter 2 °C (gegenüber dem vorindustriellen Zustand), besser sogar auf 1.5 °C zu beschränken.

Dazu ein bereits mehrfach verwendetes Zitat, von der Wikipedia-Seite zur Pariser COP 21-Konferenz: Soll das 1,5°-Ziel ohne Einsatz der «Carbon Capture and Storage-Technik» erreicht werden, muss die Verbrennung fossiler Energieträger bis ca. 2040 komplett eingestellt werden und die Energieversorgung – d. h. Strom, Wärme und Verkehr – in diesem Zeitraum vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden.

Bis anhin wurden eher zu wenig Klimaschutzmassnahmen umgesetzt. Nach wie vor emittiert die Menschheit zu viele Treibhausgase, was das Handeln jeden Tag dringlicher macht und zu höheren Anforderungen führt.

2040, das ist in 23 Jahren – wer sich heute für die energetische Qualität eines Gebäudes, egal ob Neu- oder Umbau, entscheidet, bestimmt somit, wie viel Energie das Gebäude zum Zeitpunkt des Ausstiegs aus den fossilen Energien benötigt. Wer sich heute für eine Öl- oder Gasfeuerung entscheidet, berücksichtigt die Klimaschutz-Anforderungen nicht. Zwar tun dies etwa in der Stadt Zürich gemäss einem Projekt von ENERGIEFORSCHUNG STADT ZÜRICH vier von fünf Gebäudeeigentümerschaften. Kritischer Optimismus verlangt, dies zu ändern. Es gibt ausreichende Alternativen, mit denen die Wärmeversorgung auch von bestehenden Bauten mit dezentral genutzten erneuerbaren Energien bestens möglich ist. Solche Anlagen müssen allerdings bestellt werden, es braucht Unternehmen, die diese Anlagen installieren und in Betrieb nehmen. Wird vollständig gerechnet, sind solche Lösungen bei der Installation zwar teurer, über den gesamten Lebenszyklus resultieren aber tiefere Gesamtkosten. Das Denken in Varianten lohnt sich!

Reine Propaganda-Behauptungen sind Aussagen der Heizöl- und Erdgas-Lobby, dass neue Öl- und Gasheizungen auch Klimaschutz seien. Nüchtern betrachtet bieten solche Neuanlagen einige Prozent tiefere Treibhausgasemissionen als alte Anlagen – der kritische Klimaschutz-Optimismus verlangt allerdings, dass spätestens 2040 gar keine fossile Energien mehr verbraucht werden sollen. Dann hat es keinen Platz mehr für Öl- und Gasheizungen. Weil etwa die Öl- und Gas-Infrastruktur länger genutzt werden sollte als bis 2040, gilt ab sofort, dass gar nichts mehr in Gas- und Ölinfrastruktur investiert werden soll, Divestment ist angesagt.

«Zukunft fängt bei Dir an» lautet der Untertitel des enorm-Magazin – am 29. Dezember 2017, so quasi als Vorschau auf 2018 mit dem Beitrag Lösungen statt Weltuntergang von Daniel Anthes, als Plädoyer für mehr Zukunftsoptimismus im Kampf gegen den Klimawandel.

Wir brauchen einen gesellschaftlich akzeptierten Transformationspfad zum vollständigen Wechsel auf dezentral und nachhaltig genutzte erneuerbare Energien bis spätestens 2040. Ich bin optimistisch, dass sich dies auch gegen die Öl- und Gaslobby – gegen das «fossile Imperium» (Zitat Claudia Kemfert) – realisieren lässt.

The post Klimaschutz ist kritischer Optimismus first appeared on umweltnetz.ch.]]> 7074 Wir wollen den von Menschen gemachten Klimawandel schnell begrenzen https://www.umweltnetz.ch/content/wir-wollen-den-von-menschen-gemachten-klimawandel-schnell-begrenzen Sun, 05 Mar 2017 12:35:45 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6720 Oberhalb Belalp steht das Denkmal für John Tyndall (1820 bis 1893). Er ist einer der Erforscher des Treibhauseffektes, welcher eine erhebliche Rolle spielt beim vom Menschen gemachten Klimawandel. Vom Standort des Tyndall-Denkmals geht der Blick unter anderem zum Aletschgletscher, Sammelindikator für das vorherrschende Klima – der von Menschen gemachte Klimawandel hat bereits zu einer deutlichen … „Wir wollen den von Menschen gemachten Klimawandel schnell begrenzen“ weiterlesen

The post Wir wollen den von Menschen gemachten Klimawandel schnell begrenzen first appeared on umweltnetz.ch.]]> Oberhalb Belalp steht das Denkmal für John Tyndall (1820 bis 1893). Er ist einer der Erforscher des Treibhauseffektes, welcher eine erhebliche Rolle spielt beim vom Menschen gemachten Klimawandel. Vom Standort des Tyndall-Denkmals geht der Blick unter anderem zum Aletschgletscher, Sammelindikator für das vorherrschende Klima – der von Menschen gemachte Klimawandel hat bereits zu einer deutlichen Reduktion des Gletschervolumens geführt, und es ist absehbar, dass dies so weitergehen wird.

Die Schweizer Gletscher werden sogar dann deutlich kleiner, wenn die Menschheit den von Menschen gemachten Klimawandel deutlich und schnell begrenzt. Klimawandel in der Schweiz: Zwei oder drei Grad Erwärmung machen Unterschied titelte die NZZ am Tag nach der Nationalratsdebatte zum Pariser Klimaschutz-Übereinkommen, ein Zitat aus dem NZZ-Artikel: … es ist für die Schweiz ein grossen Unterschied, ob die globale Erwärmung auf unter zwei Grad begrenzt werden kann oder ob sie auf drei Grad oder mehr ansteigt. Im ersten Fall ist in der Schweiz bis Ende des Jahrhunderts mit einer Erwärmung um 3 bis 3,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu rechnen. Anderenfalls wären es 4 bis 5 Grad.

Deutlich kleinere Gletscher haben erhebliche Auswirkungen etwa auf den Wasserhaushalt der Schweiz. Auch andernorts hat der von Menschen gemachte Klimawandel bereits Auswirkungen, ein Zitat aus einem zeozwei.taz-Artikel: Eine neue Studie von US-Forschern belegt nun erstmals am konkreten Fall des syrischen Bürgerkriegs, wovor zu warnen in der Vergangenheit immer den Ruch des „Alarmismus” hatte: dass die globale Erwärmung verstärkt zu Dürren und Missernten führt, die vulnerable und schwache Staaten destabilisieren und zu Gewalt und Flüchtlingsströmen führen können. Klimaschutz hat die Absicht, die Folgen des Klimawandels auf ein für die Menschheit aushaltbares Mass zu begrenzen.

Hinweise auf den von Menschen gemachten Klimawandel sind auch aus meiner Erfahrung tatsächlich mit dem «Ruch des Alarmismus» behaftet – viele Menschen anerkennen zwar, dass es einen von Menschen gemachten Klimawandel gibt, sie hoffen einerseits auf irgendwelche Wunder und andererseits erachten sie die Gesellschaft, insbesondere die wohlhabenden Länder, als in derartigen Fragen handlungsunfähig oder handlungsschwach. Wenn wir wollen, können wir den von Menschen gemachten Klimawandel auf 1.5 °C oder mindestens deutlich unter 2 °C begrenzen – wenn wir dies wollen, ist alles daran zu setzen, die Energieversorgung nicht nur der Schweiz um das Jahr 2040 herum wohlständig mit nachhaltig nutzbaren erneuerbaren Energien abzudecken.

Die von der Schweiz beabsichtigte Umsetzung des Pariser Klimaschutz-Überenkommens nimmt diese Nerausforderung nicht an – offenbar stehen die Interessen der Erdöl-Erdgas-Lobby und der Maschinenindustrie zur Belieferung von Erdöl- und Erdgasfördereinrichtungen im Hauptfokus der Politik.

Wenn wir es wollen, ist der Ausstieg aus den fossilen (und nuklearen) Energien und der Umstieg auf ausschliesslich erneuerbare Energien bis um das Jahr 2040 herum erreichbar. Das, was zu tun ist, betrifft jede und jeden, betrifft alle Lebensbereiche – Wohnen, Arbeiten, Verkehr, Ferien, Konsum, Ernährung.

Wenn wir wirklich wollen, kann der von Menschen gemachte Klimawandel durch uns Menschen schnell begrenzt werden.

Mögliche Handlungsoptionen zur Konkretisierung des Wollens zeigt die 2000-Watt-Gesellschaft auf.

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Atom- und fossilfrei – wenn wir es wirklich wollen https://www.umweltnetz.ch/content/atom-und-fossilfrei-wenn-wir-es-wirklich-wollen Wed, 19 Oct 2016 11:30:56 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6579 Am 4. November 2016 ist es so weit: Nicht einmal ganz ein Jahr hat es gebraucht, das am 12. Dezember 2015 in Paris abgeschlossene internationale Klimaschutzabkommen in Kraft zu setzen – anfänglich wurde von einer Inkraftsetzung frühestens 2020 ausgegangen. Wenn wir es wirklich wollen, sind die herausfordernden Klimaschutz-Ziele zu erreichen, parallel mit dem Ausstieg aus … „Atom- und fossilfrei – wenn wir es wirklich wollen“ weiterlesen

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Am 4. November 2016 ist es so weit: Nicht einmal ganz ein Jahr hat es gebraucht, das am 12. Dezember 2015 in Paris abgeschlossene internationale Klimaschutzabkommen in Kraft zu setzen – anfänglich wurde von einer Inkraftsetzung frühestens 2020 ausgegangen. Wenn wir es wirklich wollen, sind die herausfordernden Klimaschutz-Ziele zu erreichen, parallel mit dem Ausstieg aus der Atomenergie. Wenn wir es wirklich wollen!

zur Kampagne «Ja zum geordneten Atomausstieg»

Die Vorgaben aus dem Pariser Klimaschutzabkommen sind klar – und bereits auch in Wikipedia festgehalten: Um das gesteckte 1.5-°-Ziel erreichen zu können, muss die Verbrennung fossiler Energieträger bis ca. 2040 komplett eingestellt werden und die Energieversorgung – d.h. Strom, Wärme und Verkehr – in diesem Zeitraum vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden (sinngemässes Zitat). Sollte das Abscheiden und sichere Lagern der Treibhausgase (CCS) möglich werden, besteht etwas mehr zeitlicher Spielraum zur Klimaschutz-Umsetzung.

Das Wollen betrifft viele Alltagsbereiche. Tools wie ECOSPEED Private zeigen die persönliche Treibhausgas-Bilanz und den Handlungsbedarf, um die Klimaschutzziele zu erreichen – nicht von heute auf morgen, aber immer dann, wenn Entscheidungsbedarf ansteht.

Im Gebäudebereich gibt es eine grosse Zahl von Beispielen, die bereits heute ganz oder teilweise die Vorgabe atom- und fossilfrei erfüllen. Solche Lösungen sind machbar und auch finanzierbar, wenn richtig gerechnet wird.

Mehr als 100 Schweizer PlusEnergie-Bauten (Stand 19. Oktober 2016) sind in der Datenbank von energie-cluster.ch enthalten – sicher werden bald weitere Beispiele folgen, zum Beispiel die PreisträgerInnen des 26. Schweizerischen Solarpreises 2016.

Die Erfolgsfaktoren, die es braucht, um das Klimaschutz-Wollen umzusetzen, sind bekannt – Fachkompetenz, herausfordernde Vorgaben und Beharrlichkeit gehören dazu. Es sind derzeit die kreativeren und innovativeren Menschen in diesem Lande, die solche Projekte realisieren. Zu viele – insbesondere aus dem rechtsnationalen und konservativen geldorientierten Milieu – sind noch gar nicht beim Wollen angelangt, sondern sehen nur vermeintliche Hemmnisse und/oder Nachteile, wie immer ohne Faktenbezug. George Bernard Shaw meinte dazu: «Wer es für unmöglich hält, sollte denen nicht im Weg stehen, die es gerade tun.» Ganz klar: Die herausfordernden Klimaschutzziele sind zu erreichen, atom- und fossilfrei ist möglich, wenn wir es wirklich wollen.

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?> Tage Zeit hat die Menschheit, das Klimaschutzziel zu erreichen. Das reicht sicher, um das Wollen umzusetzen. Und wie immer: Verschieben auf Morgen ist keine Lösung!

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