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Uni Zürich | umweltnetz.ch https://www.umweltnetz.ch/content Umwelt und Politik - ein Internet-Angebot von Toni W. Püntener Sun, 23 Sep 2012 09:56:35 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 44487214 $VP-Mörgeli: Sackgassenpolitik https://www.umweltnetz.ch/content/vp-morgeli-sackgassenpolitik Sat, 22 Sep 2012 20:45:50 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=3964 Einmal mehr entpuppt sich ein Politevent der $VP als menschliche Tragödie – und weist auf die Unverträglichkeit von Whistleblowing mit Rechtsstaat und Demokratie. Zudem stellen sich gewichtige Fragen zur Rolle der Medien. Es führt nichts daran vorbei: die $VP ist zu verbieten, und es sind dringende Schritte zur Verbesserung der Qualität der Medien erforderlich. Es … „$VP-Mörgeli: Sackgassenpolitik“ weiterlesen

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Einmal mehr entpuppt sich ein Politevent der $VP als menschliche Tragödie – und weist auf die Unverträglichkeit von Whistleblowing mit Rechtsstaat und Demokratie. Zudem stellen sich gewichtige Fragen zur Rolle der Medien. Es führt nichts daran vorbei: die $VP ist zu verbieten, und es sind dringende Schritte zur Verbesserung der Qualität der Medien erforderlich.

Es ist der Oeffentlichkeit schon lange bekannt, dass einiges im „Universum“ Dr. Christoph Mörgeli und Medizinhistorisches Institut der Uni Zürich nicht wirklich rund läuft, siehe mein Blogbeitrag vom Sonntag, 16. September 2012. Die Frage war eigentlich schon 2009 Eskalation oder einvernehmliche Lösung. Wie zumindest die Reaktionen der $VP zeigen, nutzt diese Partei jede Eskalationsmöglichkeit. Erschreckend ist, dass die $VP Berge von menschlichen Tragödien verursacht – und dies auch gar nicht zur Kenntnis nimmt – einmal mehr ein Beleg für nicht-demokratische und nicht-rechtsstaatliche Haltung dieser Pseudo-Partei.

Im oben erwähnten Beitrag habe ich den Zusammenhang zum Whistleblowing hergestellt – nach den Ereignissen der letzten Tage ist es durchaus vorstellbar, dass Herr Mörgeli sogar selber als Whistleblower in eigener Sache unterwegs war. Ein Zitat aus dem Auto-Anzeiger (früher Tagesanzeiger) vom 22. September 2012 lässt aufhorchen. „Vor der Veröffentlichung des ersten Artikels konnte ich drei Stunden mit ihm reden.„, sagt Iwan Städler, Reporter des Auto-Anzeigers, in einem Interview mit einem Redaktionskollegen. Nun, Herr Städler und Herr Mörgeli werden in diesen drei Stunden kaum bloss Kaffee getrunken und Smalltalk betrieben haben – es ist im Gegenteil nicht auszuschliessen, dass die Ausführungen von Herrn Mörgeli in diesen drei Stunden einen erheblichen Teil der Quellen für den Städler-Artikel darstellen. P.S. Ich weise darauf hin, dass es sich um Vermutungen aufgrund der eigenartigen Aussagen von Herrn Städler handelt.

Im gleichen Artikel heisst es weiter: Während meiner Recherchen hatte ich den Eindruck, die Uni wolle das Problem unter dem Deckel halten. Herr Städter, „die Universität“ als Arbeitgeberin von Dr. Christoph Mörgeli ist und war VERPFLICHTET, personalrechtliche Aspekte vertraulich, das heisst unter dem „Deckel haltend“, zu behandeln, dies insbesondere zur Wahrung der Interessen des Arbeitnehmers, der Arbeitnehmerin, der/die von solchen „Problemen“ betroffen ist. Herr Städler, ohne weitere Diskussion: wer hier weiterbohrt, handelt verwerflich! Es ist das Ziel, derartige arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen einvernehmlich und insbesondere ohne grösseres Getöse in Öffentlichkeit und Medien abzuwickeln. Und dies hat nicht davon abzuhängen, ob eine der involvierten Personen wegen ihres Nationalratsmandats in der Öffentlichkeit steht. Und nochmals, es geht überhaupt nicht darum, ein „Problem unter dem Deckel“ zu halten, sondern rechtsstaatlich gegebene Formen einzuhalten.

Es ist davon auszugehen, dass die Universität alles Interesse daran hat, personalrechtliche Fragen gesetzeskonform abzuwickeln, besonders wenn es um einen $VP-Nationalrat geht. Da bei der öffentlichen Hand PolitikerInnen aus allen Parteien angestellt sind, und das Milizsystem gehätschelt wird in diesem Land, ist ein von der $VP behauptetes Politik-Mobbing mit hoher Wahrscheinlichkeit auszuschliessen. Weder die politischen noch arbeitsrechtlich verantwortlichen Personen haben kein Interesse an Eskalationen, wie dies beim Anstellungsverhältnis von Herrn Mörgeli passiert ist.

Ein solches Interesse haben im Gegensatz dazu sowohl die $VP wie Herr Mörgeli selbst: die $VP, um Vorurteile zu „belegen“ oder gar neue zu bilden, Herr Mörgeli, um öffentlichen Druck aufzubauen, um die Universitätsleitung in ihrer Handlungsfreiheit einzuschränken. Dafür spricht auch, dass Herrn Mörgeli einen Rechtsanwalt verpflichtet hat, welcher erfolgreicher ist bei der Manipulation der öffentlichen Meinung als bei der Plausibilität seiner Sicht der Dinge bei den Richterinnen und Richtern. Es geht für Herrn Mörgeli definitiv nur noch um die Frage allfälliger Lohnfortzahlungen, um viel Zeit zu haben, um wieder einem Job zu finden mit Minimalpräsenz und maximaler Distanz zum „aktuellen Forschungsstand„.

Trotz medialem Druck und $VP-Paukengedröhne scheint es derzeit, als hätte die Uni Zürich einen plausiblen personalrechtlichen Entscheid getroffen; es wird spannend sein, wie dies die Gerichte angesichts der medialen Präsenz der Thematik und des Betroffenen Dr. Christoph Mörgeli beurteilen werden.

Allerdings werden Lösungen für die erhebliche Doppelbelastung Job und Milizparlament dadurch dringlicher als je – und deshalb einmal mehr der Werbespot für die Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle.


Nachtrag 23.9.2012

„SVP bläst zum Angriff auf Hochschulen“ titelt die Online-Version der Auto-Zeitung am 23.9.2012, den $VP-Autokraten Christoph Blocher mit seiner absurden Aussage von den „links unterwanderten Hochschulen“ zitierend. Diese Aussage ist darum absurd, weil bereits der Blick in die Mitgliederverzeichnisse der nationalen und grösseren kantonalen/städtischen Parlamente zeigt, dass Menschen mit akademischen Ausbildungen über alle Parteien mehr oder weniger gleichmässig verteilt sind, mit Ausnahme der $VP. Festzustellen ist, dass tendenziell Legislativ-VertreterInnen der Parteien rechts der Mitte häufiger eine zumindest temporäre akademische Laufbahn (z.B. Dissertation) gewählt haben. Oder anders: auch hier meint Herr Blocher offenbar, dass alle andern Parteien ausser der $VP linke Parteien seien. Es ist nochmals klar festzuhalten: die seit 2009 öffentlich bekannten Vorbehalte gegen die Arbeit von Titularprofessor Dr. Christoph Mörgeli beziehen sich zuerst auf die wissenschaftliche Ebene, dann auf seine Präsenz, weiter auf seine persönlichen Eigenheiten.

The post $VP-Mörgeli: Sackgassenpolitik first appeared on umweltnetz.ch.]]> 3964 Whistleblower: die Geister, die sie riefen … https://www.umweltnetz.ch/content/whistleblower-die-geister-die-sie-riefen Sun, 16 Sep 2012 21:52:18 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=3958 Eigentlich vermochte es nicht wirklich zu überraschen, dass das Arbeitsverhältnis von $VP-Nationalrat und Titularprofessor Dr. Christoph Mörgeli an der Uni Zürich zum Medienthema wurde. Nominell eine Anstellung von 80 Prozent am medizinhistorischen Institut der Uni Zürich, öffentlich wahrnehmbar deutlich mehr als 50 Prozent Zeitaufwand für Nationalrats- und Parteimandate – selbst wenn Workaholics zynisch behaupten, der … „Whistleblower: die Geister, die sie riefen …“ weiterlesen

The post Whistleblower: die Geister, die sie riefen … first appeared on umweltnetz.ch.]]> Eigentlich vermochte es nicht wirklich zu überraschen, dass das Arbeitsverhältnis von $VP-Nationalrat und Titularprofessor Dr. Christoph Mörgeli an der Uni Zürich zum Medienthema wurde. Nominell eine Anstellung von 80 Prozent am medizinhistorischen Institut der Uni Zürich, öffentlich wahrnehmbar deutlich mehr als 50 Prozent Zeitaufwand für Nationalrats- und Parteimandate – selbst wenn Workaholics zynisch behaupten, der Tag habe 24 Stunden, und wenn dies nicht reiche, könne man ja noch die Nacht dazu nehmen. Festzuhalten ist, dass es sowohl einen Fall Mörgeli als auch das Problem Milizparlament gibt.

Das Internet vergisst nicht – das nützt allerdings nichts, wenn nicht auch Menschen ein Erinnerungsvermögen haben. Da war doch vor einigen Jahren was mit der Neubesetzung der Leitung des medizinhistorischen Instituts. Tatsächlich, mit einigen wenigen Klicks und den geeigneten Suchwörtern (diese bleiben mein Geheimnis) findet sich im Internet ein Tagesanzeiger-Artikel vom 30.5.2009. Es ging um „Geschichten“ rund um die Neubesetzung der Leitung dieses Instituts. Ich zitiere hier einen längeren Abschnitt: Auch Christoph Mörgeli selbst hat sich um die Stelle des Institutsleiters beworben. Allerdings glaube er, «vorsichtig formuliert», dass seine Chancen «nicht extrem gross» seien. Dies wegen seiner politischen Positionen, die an der Uni nicht sonderlich gern gesehen seien. Dass Mörgeli kaum Chancen hat, bestätigen Fachkollegen – auch solche, die ihm gut gesinnt sind. Als Grund erwähnen sie nicht primär seine Gesinnung, sondern den Umstand, dass er mit seinem Nationalrats- und Parteiengagement derart belastet sei, dass für die Wissenschaft nicht mehr viel Platz bleibe – mit der Folge, dass er als Historiker den Anschluss an den aktuellen Forschungsstand verloren habe. Ende Zitat

$VP-Nationalrat und Titularprofessor Dr. Christoph Mörgeli wurde tatsächlich nicht zum Leiter des medizinhistorischen Instituts bestimmt – allerdings überrascht es, dass trotz der Schwere der damaligen Vorwürfe eine ausserordentliche Leistungsbeurteilung erst im November 2011 gestartet wurde. Positiv formuliert: da wurde extrem viel Rücksicht auf den Nationalrat und $VP-Chefstrategen Mörgeli genommen.

Es ist davon auszugehen, dass die lange Verfahrensdauer Whistleblowers ermutigt hat, die Medien zu informieren. Pech für „Der Sonntag„, dass die Whistleblower-Personen nicht wirklich „zuverlässige Quellen“ waren – ein bisschen juristische Abklärungen hätte es schon noch gebraucht – „fristlose Entlassung eines Professors“ ist rechtlich kaum möglich, hier hätten die Alarmglocken läuten müssen. Aber eben: die Geister,die auch die $VP rief …

Die $VP als antidemokratische Partei setzt auf das antidemokratische Whistleblowing – zur Abwechslung betrifft es ein bekanntes $VP-Mitglied. Dass nun die Chefs der nationalen und kantonalen $VP-Organe Toni Brunner und Alfred Heer Verschwörungstheorien aller Art entwickeln, ist bestenfalls lächerlich.


$VP-Nationalrätin und Medien-Managerin Natalie Rickli hat fast zeitgleich zu den Artikeln über ihren Partei-und Nationalratskollegen Christoph Mörgeli die Öffentlichkeit über die Diagnose „Burnout-Syndrom“ informiert. Diese beiden Beispiele illustrieren eindringlich, dass das aktuelle System von so genannten MilizparlamentarierInnen nicht nachhaltig funktionieren kann (mag sein, dass $VP-PolitikerInnen eher gefährdet sind, weil die absurden Nicht-Positionen dieser Partei kaum vermittelbar sind) – auch noch in Erinnerung ist das Herzensanliegen-Beispiel von FDP-Nationalrätin Doris Fiala. Einmal mehr Werbung für die Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle (also auch für ParlamentarierInnen)!

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