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COP Paris | umweltnetz.ch https://www.umweltnetz.ch/content Umwelt und Politik - ein Internet-Angebot von Toni W. Püntener Sat, 23 Apr 2016 17:22:09 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 44487214 Erdöl, Erdgas & Co: Schrötig und unnötig! https://www.umweltnetz.ch/content/erdoel-erdgas-co-schroetig-und-unnoetig Sat, 23 Apr 2016 11:42:14 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6444 Die zweijährige Isabelle Dobbs Higginson hat ihren Grossvater John Kerry, Aussenminister der USA, am 22. April 2016 zur Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens begleitet. Dies wird in den Medien als Symbol für die langfristige Bedeutung des Abkommens verstanden. 2050, wenn das Klimaschutzabkommen die volle Wirkung entfaltet haben muss, wird Isabelle Dobbs Higginson 36 Jahre alt sein. … „Erdöl, Erdgas & Co: Schrötig und unnötig!“ weiterlesen

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Die zweijährige Isabelle Dobbs Higginson hat ihren Grossvater John Kerry, Aussenminister der USA, am 22. April 2016 zur Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens begleitet. Dies wird in den Medien als Symbol für die langfristige Bedeutung des Abkommens verstanden.

2050, wenn das Klimaschutzabkommen die volle Wirkung entfaltet haben muss, wird Isabelle Dobbs Higginson 36 Jahre alt sein. Selbst dann, wenn sich Isabelle als Jugendliche oder junge Erwachsene für ein Klimaschutz-Engagement entscheiden sollte, braucht es spätestens ab heute eine immense Fülle von Handlungen, um die Vorgaben des Abkommens umsetzen zu können, braucht es viele Menschen, die sich für die Zukunftsmöglichkeiten der Menschen einsetzen – nur so wird es möglich sein, die Mensch gemachte Klimaveränderung so zu beschränken, dass das Leben auf dem Planeten Erde eine Chance hat.

Eine eindeutige Forderung: So rasch als möglich ist aus den fossilen Brenn- und Treibstoffen auszusteigen – Erdöl, Erdgas und Co. sollen möglichst im Boden bleiben! Das heisst:

Erdoel, Erdgas & Co: Schroetig und unnoetig!

Der Ausstieg aus den fossilen Energien ist nicht von heute auf morgen möglich, aber auch nicht erst am Sankt Nimmerleinstag.

Die technische Nutzungsdauer einer Oel- oder Gasheizungsanlage beispielsweise beträgt 20 Jahre. Wer sich nach Ablauf dieser Nutzungsdauer wieder für eine Öl- oder Gasheizungsanlage entscheidet, handelt kurzsichtig und sicher nicht im gesellschaftlichen Interesse. Gebäude, die mehr Energie produzieren als die BewohnerInnen für die Abdeckung der Komfortbedürfnisse und der Nutzungsansprüche brauchen, so genannte PlusEnergieBauten, sind bereits heute möglich, solche Bauten müssen so rasch als möglich normal, nützlich und notwendig werden.

Autos mit Verbrennungsmotor haben so rasch als möglich nichts mehr auf unseren Strassen zu suchen. Zu beachten ist, dass etwa der öffentliche Schienenverkehr in der Schweiz schon lange «elektromobil» ist. Was es neben Fuss- und Veloverkehr zusätzlich an Verkehrsleistungen braucht, hat erneuerbare Energien für den Antrieb zu verwenden.

«Schrötig und unnötig» heisst: spätestens 2040 ist der vollständige Ausstieg aus den fossilen Brenn- und Treibstoffen möglich, wenn wir dies wirklich wollen!

Einige weitere Gedankenanstösse:

  • Nach wie vor wird im Tages-Anzeiger jeden Freitag der aktuelle Ölpreis abgedruckt – das wäre der richtige Platz für eine Angabe, was die Energiebereitstellung in einem Plusenergie-Gebäude pro Tag kostet.
  • Obwohl der Verbrauch von fossilen Brenn- und Treibstoffen in erheblichem Umfang für den übermässig grossen Fussabdruck der Gesellschaft verantwortlich ist, wird für diese nicht mehr zeitgemässen Energien in erheblichem Umfang Werbung betrieben. Solche Werbung ist ab sofort ersatzlos zu streichen.
  • Die finanzielle Beteiligung der öffentlichen Hand an Unternehmen, die im Geschäft mit fossilen Energien aktiv sind, ist so rasch als möglich zu beenden, Stichwort #Divest.
  • Auch in der Stadt Zürich ist eine konsequente Veloförderung zwingend und dringend – die gegenwärtige ausschliessliche Bevorteilung des Autoverkehrs hat mit Zukunftsgestaltung nichts zu tun.

Nur vier Tage nach der Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens erinnert sich die Welt an die dreissig Jahre zurückliegende Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks sagt dazu: Wir haben in den 30 Jahren seit Tschernobyl in langen und quälenden Debatten gelernt, dass die Nutzung der Atomenergie ein Irrweg war. Atomkraft ist eine Sackgassen-Technologie mit einem teuren Ende. Das heisst: der Ausstieg aus der Atomenergie und der Ausstieg aus den fossilen Brenn- und Treibstoffen gehört zusammen!

Das ist die Zukunft, die Isabelle Dobbs Higginson braucht, die alle Menschen auf diesem Planeten brauchen. Daher: Je suis Tuvaluan!

The post Erdöl, Erdgas & Co: Schrötig und unnötig! first appeared on umweltnetz.ch.]]> 6444 COP21: die Zivilgesellschaft ist gefordert – ich, Du, wir alle! https://www.umweltnetz.ch/content/cop21-die-zivilgesellschaft-ist-gefordert-ich-du-wir-alle Sun, 29 Nov 2015 10:59:54 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6356 Gutes menschliches Leben auf dem Planeten Erde ist ohne fossile Brenn- und Treibstoffe möglich, es braucht dazu auch keine Atomenergie. Es stellt sich eigentlich bloss die Frage, ob die Menschheit dies erst schafft, wenn alle fossilen Rohstoffe aufgebraucht sind, oder ob es gelingt, den grössten Teil der Reserven an fossilen Rohstoffen im Boden zu belassen. … „COP21: die Zivilgesellschaft ist gefordert – ich, Du, wir alle!“ weiterlesen

The post COP21: die Zivilgesellschaft ist gefordert – ich, Du, wir alle! first appeared on umweltnetz.ch.]]> Gutes menschliches Leben auf dem Planeten Erde ist ohne fossile Brenn- und Treibstoffe möglich, es braucht dazu auch keine Atomenergie. Es stellt sich eigentlich bloss die Frage, ob die Menschheit dies erst schafft, wenn alle fossilen Rohstoffe aufgebraucht sind, oder ob es gelingt, den grössten Teil der Reserven an fossilen Rohstoffen im Boden zu belassen. Der Mensch gemachte Klimawandel ist dabei ein besonders bedeutsamer Aspekt, als Hinweis darauf, dass es in einem ganzheitlichen Sinn um den Umgang mit den globalen Allmenden, mit den «Commons» wie Klima, Gerechtigkeit, Gesundheit, Sicherheit geht. Eine fossil- und nuklearfreie Energieversorgung ist für alle Menschen auf dieser Erde spätestens 2050 möglich – wir müssen es ganz einfach wollen.

Wenn sich HistorikerInnen mit der Geschichte am Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts beschäftigen werden, bieten möglicherweise die Entwicklungen rund um die diversen COP-UN-Klimakonferenzen Hinweise auf Denkmuster und Denkmodelle einer heterogenen globalen Gesellschaft beim Umgang mit globalen Herausforderungen.

P.S. COP: Conference of the Parties, UN-Vertragsstaatenkonferenzen, hier sind die UN-Klimakonferenzen gemeint, als ein Beispiel COP 21 vom 30. November bis 11. Dezember 2015 in Paris.

Seit etwa Frühling 2015, also Monate vor COP 21, sind mir drei Dinge aufgefallen:

  • Erstens gilt als allgemein anerkannt, dass es einen Mensch gemachten Klimawandel aufgrund des übermässigen Verbrauchs fossiler Rohstoffe gibt.
    Als exemplarisches Beispiel: Die Enzyklika «Laudato Si» von Papst Franziskus I hat offenbar selbst bei den von der Öllobby geprägten US-Republikanern einen Sinneswandel bewirkt.
  • Zweitens hat es in diesen Monaten eine Häufung von Studien gegeben, die mit «Wenn-Dann»-Szenarien nachweisen, dass es möglich ist, bis 2050 den Ausstieg aus den fossilen Energien (und meist auch aus der Nuklear-Energie) zu schaffen. Die fast einzige Prämisse: «WENN WIR ES WOLLEN»!
    Als exemplarisches Beispiel: Anton Gunzinger mit dem breit abgestützten Buch «Kraftwerk Schweiz». Zwei zusätzliche Aspekte neben «WENN WIR ES WOLLEN»: die Ungeduld der über 55-jährigen, die Transformation zur fossil- und nuklearfreien Gesellschaft deutlich schneller anzugehen, um Früchte der eigenen Arbeit ernten zu können, und das Wissen, dass diese Transformation Spass macht.
  • Drittens eine Gegenbewegung angesichts der neuen Erkenntnisse und des offensichtlichen Wollens: diverse Personen und Institutionen sind der Ansicht, sie hätten bereits genug getan und jetzt müssten andere – wo auch immer auf dem Planeten – Beiträge leisten.
    Exemplarische Beispiele: Hauseigentümerverband HEV, Braunkohle-Gewerkschaften in Deutschland, Indien, … Ganz einfach: die Herausforderungen sind riesig, es kann sich niemand aus der Verantwortung stehlen.

Ich, Du, wir alle sind gefordert – ich muss, Du musst, wir alle müssen WOLLEN! Der Umgang mit den globalen Commons ist eine Aufgabe der Zivilgesellschaft, und somit unabhängig von den Ergebnissen der COP 21 in Paris. Ein weltweites politisches Einvernehmen, dass dem Mensch gemachten Klimawandel zu begegnen ist, ist eine gute Voraussetzung für die Bewältigung der Herausforderungen, mehr nicht.

Aufgabe der Zivilgesellschaft, dies heisst: ich, Du, wir alle sind in meinem, in Deinem, in unserem Alltag, in meinen, in Deinen, in unseren Verantwortungsbereichen gefordert, das zu tun, was erforderlich ist, um eine fossil- und nuklerarfreie Energieversorgung zu ermöglichen. Dem WOLLEN müssen KÖNNEN und TUN folgen.

Wer meint, dies sei in ihrem, in seinem Alltags- und Verantwortungsbereich nicht möglich, irrt, und muss dringend die eigenen vorgefassten Meinungen revidieren, im Wissen darum, dass dort, wo ein Wille ist, auch ein Weg gefunden werden kann. BeraterInnen, Fachleute, die vorgeben, die Herausforderung sei bei einem konkreten Beispiel nicht möglich, sind entweder aufzufordern, endlich ihren Wollen-Job zu tun, oder sie sind auszuwechseln durch ExpertInnen, die bereit gezeigt haben, dass sie in der Lage sind, den Willen mit der erforderlichen Beharrlichkeit auch zielgerichtet umzusetzen. Wer behauptet, die ganze Sache sei nicht finanzierbar, müsste dringend ihr/sein Ökonomie- und Finanzierungswissen erweitern. Exemplarisch: Economiesuisse behauptet jeweils, zu wissen, was die Umsetzung der Energiestrategie 2050 des Bundesrates kostet, und bleibt die Antwort schuldig, was die Nicht-Umsetzung der Energiestrategie 2050 kostet – aufgrund der bisherigen Erkenntnisse ist davon auszugehen, dass dieser Nicht-Wollen-Pfad wesentlich teurer kommt.

Nochmals: Eine fossil- und nuklearfreie Energieversorgung ist möglich – wenn ich, Du, wir alle dies WOLLEN!

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