2050, wenn das Klimaschutzabkommen die volle Wirkung entfaltet haben muss, wird Isabelle Dobbs Higginson 36 Jahre alt sein. Selbst dann, wenn sich Isabelle als Jugendliche oder junge Erwachsene für ein Klimaschutz-Engagement entscheiden sollte, braucht es spätestens ab heute eine immense Fülle von Handlungen, um die Vorgaben des Abkommens umsetzen zu können, braucht es viele Menschen, die sich für die Zukunftsmöglichkeiten der Menschen einsetzen – nur so wird es möglich sein, die Mensch gemachte Klimaveränderung so zu beschränken, dass das Leben auf dem Planeten Erde eine Chance hat.
Eine eindeutige Forderung: So rasch als möglich ist aus den fossilen Brenn- und Treibstoffen auszusteigen – Erdöl, Erdgas und Co. sollen möglichst im Boden bleiben! Das heisst:

Der Ausstieg aus den fossilen Energien ist nicht von heute auf morgen möglich, aber auch nicht erst am Sankt Nimmerleinstag.
Die technische Nutzungsdauer einer Oel- oder Gasheizungsanlage beispielsweise beträgt 20 Jahre. Wer sich nach Ablauf dieser Nutzungsdauer wieder für eine Öl- oder Gasheizungsanlage entscheidet, handelt kurzsichtig und sicher nicht im gesellschaftlichen Interesse. Gebäude, die mehr Energie produzieren als die BewohnerInnen für die Abdeckung der Komfortbedürfnisse und der Nutzungsansprüche brauchen, so genannte PlusEnergieBauten, sind bereits heute möglich, solche Bauten müssen so rasch als möglich normal, nützlich und notwendig werden.
Autos mit Verbrennungsmotor haben so rasch als möglich nichts mehr auf unseren Strassen zu suchen. Zu beachten ist, dass etwa der öffentliche Schienenverkehr in der Schweiz schon lange «elektromobil» ist. Was es neben Fuss- und Veloverkehr zusätzlich an Verkehrsleistungen braucht, hat erneuerbare Energien für den Antrieb zu verwenden.
«Schrötig und unnötig» heisst: spätestens 2040 ist der vollständige Ausstieg aus den fossilen Brenn- und Treibstoffen möglich, wenn wir dies wirklich wollen!
Einige weitere Gedankenanstösse:
Nur vier Tage nach der Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens erinnert sich die Welt an die dreissig Jahre zurückliegende Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks sagt dazu: Wir haben in den 30 Jahren seit Tschernobyl in langen und quälenden Debatten gelernt, dass die Nutzung der Atomenergie ein Irrweg war. Atomkraft ist eine Sackgassen-Technologie mit einem teuren Ende. Das heisst: der Ausstieg aus der Atomenergie und der Ausstieg aus den fossilen Brenn- und Treibstoffen gehört zusammen!
Das ist die Zukunft, die Isabelle Dobbs Higginson braucht, die alle Menschen auf diesem Planeten brauchen. Daher: Je suis Tuvaluan!
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Wenn sich HistorikerInnen mit der Geschichte am Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts beschäftigen werden, bieten möglicherweise die Entwicklungen rund um die diversen COP-UN-Klimakonferenzen Hinweise auf Denkmuster und Denkmodelle einer heterogenen globalen Gesellschaft beim Umgang mit globalen Herausforderungen.
P.S. COP: Conference of the Parties, UN-Vertragsstaatenkonferenzen, hier sind die UN-Klimakonferenzen gemeint, als ein Beispiel COP 21 vom 30. November bis 11. Dezember 2015 in Paris.
Seit etwa Frühling 2015, also Monate vor COP 21, sind mir drei Dinge aufgefallen:
Ich, Du, wir alle sind gefordert – ich muss, Du musst, wir alle müssen WOLLEN! Der Umgang mit den globalen Commons ist eine Aufgabe der Zivilgesellschaft, und somit unabhängig von den Ergebnissen der COP 21 in Paris. Ein weltweites politisches Einvernehmen, dass dem Mensch gemachten Klimawandel zu begegnen ist, ist eine gute Voraussetzung für die Bewältigung der Herausforderungen, mehr nicht.
Aufgabe der Zivilgesellschaft, dies heisst: ich, Du, wir alle sind in meinem, in Deinem, in unserem Alltag, in meinen, in Deinen, in unseren Verantwortungsbereichen gefordert, das zu tun, was erforderlich ist, um eine fossil- und nuklerarfreie Energieversorgung zu ermöglichen. Dem WOLLEN müssen KÖNNEN und TUN folgen.
Wer meint, dies sei in ihrem, in seinem Alltags- und Verantwortungsbereich nicht möglich, irrt, und muss dringend die eigenen vorgefassten Meinungen revidieren, im Wissen darum, dass dort, wo ein Wille ist, auch ein Weg gefunden werden kann. BeraterInnen, Fachleute, die vorgeben, die Herausforderung sei bei einem konkreten Beispiel nicht möglich, sind entweder aufzufordern, endlich ihren Wollen-Job zu tun, oder sie sind auszuwechseln durch ExpertInnen, die bereit gezeigt haben, dass sie in der Lage sind, den Willen mit der erforderlichen Beharrlichkeit auch zielgerichtet umzusetzen. Wer behauptet, die ganze Sache sei nicht finanzierbar, müsste dringend ihr/sein Ökonomie- und Finanzierungswissen erweitern. Exemplarisch: Economiesuisse behauptet jeweils, zu wissen, was die Umsetzung der Energiestrategie 2050 des Bundesrates kostet, und bleibt die Antwort schuldig, was die Nicht-Umsetzung der Energiestrategie 2050 kostet – aufgrund der bisherigen Erkenntnisse ist davon auszugehen, dass dieser Nicht-Wollen-Pfad wesentlich teurer kommt.
Nochmals: Eine fossil- und nuklearfreie Energieversorgung ist möglich – wenn ich, Du, wir alle dies WOLLEN!
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