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Volksabstimmung 30.11.2014 | umweltnetz.ch https://www.umweltnetz.ch/content Umwelt und Politik - ein Internet-Angebot von Toni W. Püntener Mon, 01 Dec 2014 15:21:22 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 44487214 Am Montag nach dem Abstimmungssonntag vom 30. November 2014 https://www.umweltnetz.ch/content/am-montag-nach-dem-abstimmungssonntag-vom-30-november-2014 Mon, 01 Dec 2014 15:19:46 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6062 Die direkte Demokratie bringt es mit sich, dass die Abstimmenden vor einer Abstimmung Empfehlungen abgeben und nach der Abstimmung das Ergebnis kommentieren – hier also mein Abstimmungskommentar zum 30.11.2014. Das Nein zur ECOPOP-Volksinitiative «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» entspricht den Empfehlungen von Bundesrat und Parlament. Wir haben einmal mehr über eine … „Am Montag nach dem Abstimmungssonntag vom 30. November 2014“ weiterlesen

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Die direkte Demokratie bringt es mit sich, dass die Abstimmenden vor einer Abstimmung Empfehlungen abgeben und nach der Abstimmung das Ergebnis kommentieren – hier also mein Abstimmungskommentar zum 30.11.2014.

Das Nein zur ECOPOP-Volksinitiative «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» entspricht den Empfehlungen von Bundesrat und Parlament. Wir haben einmal mehr über eine ungültige, nicht zulässige Initiative abgestimmt – der faschistoide Staatsstreich konnte abgewehrt werden! Es ist zu hoffen, dass bald auch die Diskussionen über die Kündigung von völkerrechtlich bindenden Abkommen vom Tisch sind.

Ein Ja zur Initiative war mit keiner Begründung zulässig. Viele der in der Zeit vor der Abstimmung vorgebrachten Nein-Argumente sind aus Nachhaltigkeitssicht erschreckend. immer noch wird am Unsinn des dauernd steigenden BIP festgehalten, obwohl längst klar ist, dass der gegenwärtige übermässige ökologische Fussabdruck nur mit «Weniger» verkleinert werden kann. Postwachstums-Politik ist erforderlich, dies ist bei den Stimmberechtigten noch nicht angekommen. Da wird es noch einige Stimmen mehr brauchen als jene von Niko Paech.

Klar ist nun auch, dass Prognosen über das Abstimmungsergebnis von Befragten und Öffentlichkeit als Mittel der politischen Meinungsbildung und insbesondere der Motivation zur Abstimmungsteilnahme benutzt werden. Abstimmungen sind in einem wissenschaftlichen Kontext «Experimente ohne Wiederholungsmöglichkeit» – ich kann daher behaupten, dass eine Prognose, die einen Nein-Anteil von 76 Prozent ausgewiesen hätte, in der Volksabstimmung zum öffentlich kommunizierten Prognose-Nein von 60 bis 65 Prozent geführt hätte. Prognose und Abstimmungsverhalten dürften somit gekoppelt sein. Dies ist sowohl von den Prognoseinstituten, den Medien und den politischen AkteurInnen zu beachten.

Die Beibehaltung der allgemein als ungerecht anerkannten Pauschalbesteuerung lässt mindestens zwei Schlüsse zu. Erstens sind die Stimmberechtigten der Ansicht, dass das aktuelle Steuerregime dem Grundsatz der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entspricht. Zweitens rechnen offenbar viele Steuerpflichtige damit, dass allenfalls ungerechte Sonderbehandlungen auch für andere Kategorien von Steuerpflichtigen möglich sein könnten. Fast drei Fünftel der Stimmberechtigten, viele davon Steuerpflichtige, scheinen also zufrieden zu sein mit dem heutigen Steuersystem. Dies erfordert sehr gute und überzeugende Argumente zum Beispiel zur Durchführung einer ökologischen Steuerreform.

Auch das gehört zum Wesen der direkten Demokratie: nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung! Fast alles scheint veränderbar.

The post Am Montag nach dem Abstimmungssonntag vom 30. November 2014 first appeared on umweltnetz.ch.]]> 6062 Meine Empfehlungen für die Volksabstimmung am 30. November 2014 https://www.umweltnetz.ch/content/meine-empfehlungen-fuer-die-volksabstimmung-am-30-november-2014 Sat, 01 Nov 2014 16:47:45 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=5977 Am Abstimmungssonntag vom 30. November 2014 haben Stimmberechtigte in der Stadt Zürich über je drei Bundes- und Kantons- und eine städtische Abstimmungsvorlage zu entscheiden – dazu in aller Kürze meine Parolenempfehlung. Dieser Abstimmungstermin findet wie die Volksabstimmung vom November 2008 am Sonntag, 30. November statt – an diesem Datum wurde in der Stadt Zürich über … „Meine Empfehlungen für die Volksabstimmung am 30. November 2014“ weiterlesen

The post Meine Empfehlungen für die Volksabstimmung am 30. November 2014 first appeared on umweltnetz.ch.]]> Am Abstimmungssonntag vom 30. November 2014 haben Stimmberechtigte in der Stadt Zürich über je drei Bundes- und Kantons- und eine städtische Abstimmungsvorlage zu entscheiden – dazu in aller Kürze meine Parolenempfehlung.

Dieser Abstimmungstermin findet wie die Volksabstimmung vom November 2008 am Sonntag, 30. November statt – an diesem Datum wurde in der Stadt Zürich über die Festsetzung der Vision der 2000-Watt-Gesellschaft in der Gemeindeordnung abgestimmt.

Wie häufig liegt ein Datum im Kalender auf dem gleichen Wochentag? Wegen den allvierjährlichen Schalttagen ist ein Datum alle 28 Jahren mit Sicherheit wieder am gleichen Wochentag in der Agenda eingetragen. Allerdings gibts dazwischen ebenfalls Einträge, mit unregelmässigen Abständen je nach Lage zum Schaltjahr und natürlich auch zum Schalttag 29. Februar.

  • Ein Datum, welches nach dem Schalttag zwei Jahre nach oder vor einem Schaltjahr liegt (gilt z.B. für den 30. November 2014), wird nach 11, 6, 5 und nochmals 6 Jahren wieder am gleichen Wochentag im Kalender eingetragen sein (also 2025, 2031, 2036 und 2042) – dies ergibt zusammen 28 Jahre, danach beginnt die Abfolge wieder.
  • Ein Datum, welches nach dem Schalttag in einem Schaltjahr liegt (gilt z.B. für den 30. November 2008), wird nach 6, 11, nochmals 6 und 5 Jahren wieder am gleichen Wochentag im Kalender eingetragen sein, also nach 2008 wieder 2014, 2025, 2031 und 2036.
  • Ein Datum, welches nach dem Schalttag ein Jahr nach oder drei Jahre vor einem Schaltjahr liegt (gilt z.B. für den 30. November 1997), wird nach 6, 5, nochmals 6 und dann 11 Jahren wieder am gleichen Wochentag im Kalender eingetragen sein (2003, 2008, 2014, 2025).
  • Ein Datum, welches nach dem Schalttag ein Jahr vor oder drei Jahre nach einem Schaltjahr liegt (gilt z.B. für den 30. November 2003), wird nach 5, 6, 11 und nochmals 6 Jahren wieder am gleichen Wochentag im Kalender eingetragen sein (2008, 2014, 2025, 2031).

Doch jetzt zu den Abstimmungsempfehlungen.

Eidgenössische Volksabstimmung

  • Volksinitiative vom 19. Oktober 2012 «Schluss mit den Steuerprivilegien für Millionäre (Abschaffung der Pauschalbesteuerung)»: JA
    Steuern sind aus der Sicht einer Einzelperson kaum je gerecht, da alle den Eindruck haben, stärker als andere belastet zu werden. Pauschalsteuern für die Reichsten widersprechen offensichtlich dem Grundsatz der Besteuerung nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und sind daher abzulehnen.
  • Volksinitiative vom 2. November 2012 «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen»: NEIN zu einem faschistoiden Staatsstreich
    Diese Initiative hätte zwingend für ungültig erklärt werden müssen, weil sie gegen fundamentale Menschenrechte und demokratische Grundsätze verstösst. Es handelt sich einmal mehr um einen faschistoiden Angriff auf den demokratischen Rechtsstaat, gekoppelt mit einem erschreckenden Ökologie- respektive Nachhaltigkeitsverständnis. Zu beachten dabei: der ökologische Fussabdruck der in der Schweiz lebenden Menschen ist massiv übermässig – durch die mit dieser Initiative vorgeschlagenen Verfassungsbestimmungen würde dieses Übermass legitimiert.
  • Volksinitiative vom 20. März 2013 «Rettet unser Schweizer Gold (Gold-Initiative)»: NEIN
    Auch hinter dieser Initiative steht ein mittelalterliches Geschichts- und Volkswirtschaftsverständnis, deshalb klar NEIN.

Kantonale Volksabstimmung

  • Beschluss des Kantonsrates über einen Staatsbeitrag an den Bau der Tramverbindung Hardbrücke in Zürich-West (vom 30. Juni 2014): JA
    Ja zu dieser Vorlage, obwohl trotz umfangreichen Bauarbeiten kurz nach Inbetriebnahme der sanierten Hardbrücke die Bedürfnisse der Velofahrenden nach einer auch velogerechten Ausgestaltung dieser wichtigen Verkehrsachse nicht erfüllt werden. Offen bleibt die Frage, warum es sich hier um eine kantonale und niocht um eine städtische Abstimmung handelt.
  • Kantonale Volksinitiative/Gegenvorschlag des Kantonsrates zu den Klassengrössen
    • A. Kantonale Volksinitiative: «Mehr Qualität im Unterricht dank kleinerer Klassen (Klassengrössen-Initiative)»: NEIN
    • B. Gegenvorschlag des Kantonsrates Lehrpersonalgesetz (LPG) (Änderung vom 30. Juni 2014; Verringerung der durchschnittlichen Klassengrösse): JA

    Der Gegenvorschlag verspricht, Verbesserungen dort zu ermöglichen, wo sie erforderlich sind. Die Baustelle Volksschule wird auch nach dieser Anpassung der gesetzlichen Grundlagen weiterzuentwickeln sein. Auch hier die Frage: wo machen Volksabstimmungen Sinn, wo sollten die Exekutiven oder allenfalls auch die Legislativen in eigener Kompetenz handeln zu können, ohne jedes Mal die Stimmberechtigten befragen zu müssen.
     

  • Kantonale Volksinitiative «Bahnhof Stadelhofen: pünktlich und zuverlässig»: JA
    Solange die Mehrheits-Verkehrspolitik auto-fokussiert ist, braucht es Ausbauten des öffentlichen Verkehrs, um wenigstens „gleich lange Spiesse“ zu ermöglichen. Allerdings: es braucht endlich eine Politik gegen die heute in breiten Kreisen akzeptierte Zwangsmobilität (Stichwort Pendeln).

Volksabstimmung Stadt Zürich

  • Zürcher Ausnüchterungs- und Betreuungsstelle (ZAB), Erlass einer Verordnung für die definitive Einrichtung: NEIN
    Zum in breiten Bevölkerungskreisen akzeptierten latenten Alkoholismus unserer Gesellschaft gehört der Exzess – ein „Hotel Suff“ ist eine Symptombekämpfung nach dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“. Daher sind die Kosten einer derartigen Einrichtung durch die Allgemeinheit zu tragen. P.S. Der latente, gesellschaftlich akzeptierte Alkoholiamus unabhängig von Alter und Sozialstruktur gehört mit zum übermässigen ökologischen Fussabdruck – ist diese Gesellschaft nur noch im durch Alkohol oder andere Drogen beeinflussten Bewusstseinszustand zu ertragen?
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