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Tramverlängerung | umweltnetz.ch https://www.umweltnetz.ch/content Umwelt und Politik - ein Internet-Angebot von Toni W. Püntener Sun, 03 Apr 2011 21:08:21 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 44487214 Der Tages-Anzeiger outet sich definitiv als Auto-Anzeiger https://www.umweltnetz.ch/content/der-tages-anzeiger-outet-sich-definitiv-als-auto-anzeiger Sat, 22 Nov 2008 23:38:04 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=369 „Sie fahren trotzdem im Auto zum Zoo“ – so titelt Tages-Anzeiger-Mitarbeiter Patrick Kühnis am 22. November 2008, eine Woche vor der Abstimmung über die VCS-Initiative, im Tages-Anzeiger. Nur einen Tag nach der wiederholten Beilage einer Off-Roader-/SUV-Beilage, bei gleichzeitigem Werbespot „tagesanzeiger.ch fährt BMW von Binelli & Ehrsam AG – Freude am Fahren“ outet sich der Tages-Zeiger … „Der Tages-Anzeiger outet sich definitiv als Auto-Anzeiger“ weiterlesen

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„Sie fahren trotzdem im Auto zum Zoo“ – so titelt Tages-Anzeiger-Mitarbeiter Patrick Kühnis am 22. November 2008, eine Woche vor der Abstimmung über die VCS-Initiative, im Tages-Anzeiger. Nur einen Tag nach der wiederholten Beilage einer Off-Roader-/SUV-Beilage, bei gleichzeitigem Werbespot „tagesanzeiger.ch fährt BMW von Binelli & Ehrsam AG – Freude am Fahren“ outet sich der Tages-Zeiger und damit die tamedia-Gruppe als von der Automobilwirtschaft fremdgesteuert.

Es gibt nicht wenige Schweizer Familien (d.h. mit Kindern), die auch ohne Auto mobil sind, und locker auch während der Freizeit, also beispielsweise für einen Zoo-Besuch mit der ganzen Familie, bestens mit dem öffentlichen Verkehr schaffen. Herr Kühnis schreibt beispielsweise, es sei mühsam, mit Sack und Pack nach Zürich zu reisen, durch den Hauptbahnhof zu hetzen und dann die richtige Tramhaltestelle zu finden. Dieser Herr hat schlicht keine Ahnung und spricht auf keinen Fall aus Erfahrung. Im Gegenteil: Zugfahrten sind höchst erholsam, gerade auch mit kleinen Kindern, sie sind zudem ein Genuss für die Kinder selber (auch ohne Spielwagen). Durch den Hauptbahnhof hetzen? Richtige Tramhaltestelle finden? Herr Kühnis, wann waren Sie das das letzte Mal im Hauptbahnhof? Der Hauptbahnhof ist bestens ausgeschildert, aus der Haupthalle gibt es sogar einen niveaufreien Uebergang (d.h. kinderwagentauglich) zur Haltestelle des 6er-Trams, welches zum Zoo fährt. Und dies alles lässt sich schon vor der Reise erkunden, zum Beispiel auf der Internet-Seite der SBB: da gibt es einen Uebersichtsplan. Ganz easy also!

Allerdings: wer dann bei der Haltestelle Zoo aussteigt, ist eben noch nicht beim Zooeingang! Ganz im Gegensatz zu all den unsensiblen ZeitgenossInnen, die per Auto anreisen – weil die so völlig orientierungslos sind, gibt es Parkplätze direkt beim Zooeingang, und es gibt noch extra einen Shuttlebus zum Parkplatz beim Dolder. Stimmt schon: 300 Meter sind kein Problem, für ÖV-benutzende Familien erst recht nicht. Aber dann sollten sie es auch für Autofahrende nicht sein – eigentlich sollte der nächstgelegene Parkplatz mindestens so weit entfernt sein wie die nächstgelegene Tram-Haltestelle.

Oder anders: da die Benutzung des öffentlichen Verkehrs klug ist, da sich das klimaschonende eigenverantwortliche Handeln bestens mit dem Arterhaltungsauftrag des Zoos verträgt, ist die Verlängerung des Trams bis zum Zooeingang genau jene Wertschätzung, die es braucht, um erstens bisherige ÖV-BenutzerInnen in ihrem Verhalten zu bestätigen und zweitens bisherige AutofahrerInnen dazu zu bringen, endlich auch auf eine sinnvollere Fortbewegungsart zum Zoo umzusteigen (das tun sie spätestens nach der einmaligen Erfahrung, dass Autofahrende beim Zoo nicht (mehr) willkommen sind, siehe dazu auch die Erfahrungen aus der Stadt mit Strassensperrungen wegen Bauarbeiten). Der Wegfall der Parkplätze beim Zoo ist dringend, nicht zuletzt auch als Botschaft des Zoos, dass neben der direkten Arterhaltungs-Aktivitäten auch Klimaschutzmassnahmen vieler eigenverantwortlich handelnden Einzelpersonen auch zur Arterhaltung beitragen!

P.S. Da steht auf der Leserbrief-Seite vom 22. November, dass der Einsendeschluss für Abstimmungs-Leserbriefe schon am 19. November 08 war – und einige Seiten weiter vorne steht trotzdem ein Redaktionskommentar zur Abstimmung. An einer echten inhaltlichen Auseinandersetzung ist also dem Tages-Anzeiger nicht gelegen – die Redaktion behält sich das letzte Wort vor – und tut dies auch ohne Rücksicht auf inhaltliche Korrektheit oder Plausibilität der Argumentation! Darum am 30. November 2008: Ja zur VCS-Volksinitiative mit dem Tram direkt zum Zoo!

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Am 30. November 2008: Ja zur VCS-Volksinitiative „Mit dem Tram direkt zum Zoo!“ https://www.umweltnetz.ch/content/tramverlangerung-zoo-zurich-endlich-handeln Sun, 09 Nov 2008 22:45:33 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/tramverlangerung-zoo-zurich-endlich-handeln/ Ein Zeichen setzen und endlich handeln: am 30. November 2008 mit einem Ja zur kantonalzürcherischen VCS-Volksinitiative „Mit dem Tram direkt zum Zoo!“. Der Zürcher Zoo mit seinen grossen Besucherzahlen und seinen artenschutz-politischen Absichten verlangt endlich nach einer Erschliessung, bei der die Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs näher bei den Eingängen liegen als die Parkplätze des motorisierten … „Am 30. November 2008: Ja zur VCS-Volksinitiative „Mit dem Tram direkt zum Zoo!““ weiterlesen

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Ein Zeichen setzen und endlich handeln: am 30. November 2008 mit einem Ja zur kantonalzürcherischen VCS-Volksinitiative „Mit dem Tram direkt zum Zoo!“. Der Zürcher Zoo mit seinen grossen Besucherzahlen und seinen artenschutz-politischen Absichten verlangt endlich nach einer Erschliessung, bei der die Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs näher bei den Eingängen liegen als die Parkplätze des motorisierten Individualverkehrs

Ein Seilbähnchen ist zwar ein gespanntes Verkehrsmittel, für den Zoo ab dem S-Bahn-Bahnhof Stettbach aber keine spannende verkehrspolitische Option. Wie dies die VCS-Initiative „Mit dem Tram zum Zoo“ will, gibt es nur eine zweckmässige Erschliessung des Zoos: per Tram, eine kleine Verlängerung von wenigen hundert Metern Tramschienen, mit dem Anschluss an ein umfassendes Nahverkehrsnetz. Aus unerfindlichen Gründen und mit fadenscheinigen Argumenten wollen die Zürcher Regierung und der Zürcher Kantonsrat die naheliegendste Lösung nicht, sondern halten an einer zwar möglicherweise originellen, aber verkehrspolitisch eher episodischen Lösung fest.


Der Zoo begründet sein Nein zur Tramverlängerung mit der Erhaltung von Parkplätzen für Familien(-Autos). Diese vergangenheitsbezogene Haltung des Zürcher Zoos ist nicht nachvollziehbar.

Ich habe als Familienvater während Jahren mit Familie den Zoo besucht – und dies immer ohne Auto, weil ich noch gar nie ein Auto besessen habe.

Was störend war: der lange Anmarsch von der Zoohaltestelle zu den Zooeingängen, und die Belästigung durch die Autofahrenden – ob als fahrende oder abgestellte Autos.

Wer sich wie der Zoo die Arterhaltung auf die Fahne schreibt, muss zwingend einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Denn diverse Studien zeigen, dass der menschgemachte Klimawandel verheerende Auswirkungen auf die Artenvielfalt hat. Es ist zwar schön, dass sich der Zoo durch das ewz eine Holzheizung contracten lässt – verglichen mit den CO2-Belastungen aus dem Anreiseverkehr der ZoobesucherInnen ist dies allerdings blosse Kosmetik. Aus Klimaschutzgründen gerade auch im Hinblick auf die Artenvielfalt ist es zwingend, dass der Zoo aktiv dafür wirbt, dass die ZoobesucherInnen mit dem öffentlichen Verkehr anreisen. Dr. Thomas Wagner, früherer FDP-Stadtrat, früheres Zoo-Vorstandsmitglied, kritisiert den Zoodirektor Alex Rübel scharf dafür, dass sich dieser so prominent in den Abstimmungskampf einmischt und das Zootram bekämpft (Tages-Anzeiger vom 6.11.2008).


Und dann kommt natürlich noch der Tages-Anzeiger-Journalist René Staubli und publiziert im Tages-Anzeiger vom 10.11.08 auch noch ein selbstgebasteltes Umfrägeli zur Erschliessung des Zürcher Zoos. Abgesehen davon, dass bei 50 Personen die Fehlergrenzen ziemlich gross sind, was dazu führt, dass bei 50 anderen Personen ganz andere Ergebnisse möglich wären, zeigt die Umfrage etwas spannendes: gegen 50 % der befragten ZoobesucherInnen kamen mit dem Auto. Nicht verwunderlich, wollen diese nichts geändert haben bei der Zooerschliessung, so haben sie nämlich immer eine gute Ausrede, warum sie trotz Klimawandel-Diskussion immer noch mit dem Auto unterwegs sind. Auf jeden Fall beweist diese Umfrage sicher nicht das, was Herr Staubli behauptet. Einmal mehr: der Tages-Anzeiger hat null Ahnung vom ernsthaften Politik-Umfrage-Geschäft, und informiert einmal mehr tendenziös und voreingenommen! Aber eben: auch die Auto-Beilage des Tagi weist darauf hin: auch der Tagi ist nichts anderes als ein Sprachrohr der Autolobby…


Wer den Zoo Zürich mit dem öffentlichen Verkehr besuchen möchte, muss bereits vor dem Spaziergang durch den Zoo einen längeren Fussmarsch auf sich nehmen: mehr als 300 Meter gehts nämlich von der letzten Tramhaltestelle bis zum alten Zooeingang, mehr als 500 Meter mit zum Eingang zur Masoala-Halle. Das sind zwar keine nicht bewältigbaren Distanzen, aber viele Autoparkplätze liegen deutlich näher als die Haltestelle Zoo. Ein eigenartiges Signal: der Zoo und mit ihm die Stadt Zürich tut mehr für die autofahrenden ZoobesucherInnen als jene, die mit dem öffentlichen Verkehr anreisen! Angesichts solcher Fakten bleiben all die schönen Worte mit Handlungsaufforderungen zum Klimaschutz reine Lippenbekenntnisse.

Moderne Zoos verstehen sich nicht mehr als Schaubühne für exotische Tiere, sondern möchten Tiere einen möglichst naturnahen Lebensraum bieten, nicht zuletzt darum, weil für immer mehr Zootierarten Erhaltungszuchtprogramme nötig sind. In den meisten Fällen darum, weil der Mensch die natürlichen Lebensräume dieser Tiere derart eingeschränkt hat, dass auf natürliche Art und Weise die Arterhaltung nicht möglich ist. Der bereits im Gang befindliche Klimawandel schränkt die Lebensräume vieler Arten weiter ein. Bekanntlich stossen die Autos erhebliche Mengen des Klimakillers Kohlendioxid aus – auch dann, wenn sie auf dem Weg von und zum Zoo gebraucht werden. An- und Wegfahrt zum Zoo per Auto ist gedankenlos. Ebenso gedankenlos ist die Reaktion von Zoodirektor Alex Rübel auf die Initiative „Mit dem Tram direkt zum Zoo“ des VCS Zürich (Unterschriftensammlung vom 18. August 2006 bis zum 18. Februar 2007): er findet ein Tram zwar gut, aber der Tramverlängerung dürften keine weiteren Parkplätze zum Opfer fallen. Herr Zoodirektor: wenn es Ihnen mit der Erhaltungszucht gefährdeter Tierarten Ernst ist, müssen Sie sich mit Vehemenz dafür einsetzen, dass die ZoobesucherInnen nicht mehr per Auto unterwegs sind, nicht nur für den Zoobesuch, sondern für immer mehr Wege zur Arbeit, zum Einkauf, in der Freizeit. Und dann dürfte der Zoo ehrlicherweise keine Parkplätze – bis auf einige Behindertenparkplätze – mehr anbieten! Eigenartig derzeit auch die Wortwahl im Zoo-Internet: selbstverständlich ist der Zoo auch mit dem Auto gut erreichbar – die Fahrt mit dem öffentlichen Verkehr ist bloss empfehlenswert. Herr Rübel, wie wäre es denn mit der Formulierung: Selbverständlich gehört zum Zoobesuch die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr, als Zeichen besonderen Respekts gegenüber den Tieren und ihren Lebensräumen, und in ganz wenigen Ausahmesituationen hats einige wenige Parkplätze!


Leserbrief (aus dem Jahr 1999)

Der neue Zoo und die Tramverlängerung gehören zusammen

Der Zoo hat die Zeichen der Zeit erkannt und will die Lebensbedingungen der Tiere verbessern. Dies steht einer Institution, die vorgibt, Beiträge zur Arterhaltung, zum Schutz der Natur zu leisten, gut an.

Heute fahren zu viele BesucherInnen mit ihrem Auto zum Zoo, eine Belästigung für die AnwohnerInnen, eine Last für die Natur. Eine gute Alternative dazu wäre die Tramverlängerung bis zu den neuen Zooein- und -ausgängen, damit die Fahrt mit dem Tram noch attraktiver wird, als herzliche Einladung, auch für den Zoobesuch ein umweltfreundliches Verkehrsmittel zu benutzen. Zwar verspricht uns die Stadtzürcher Politik auf dem Papier mehr Lebensqualität und mehr Nachhaltigkeit; wenn es aber um konkrete Taten für Mensch und Natur gehen würde, wollen die PolitikerInnen nichts mehr tun und schleichen sich aus der Verantwortung – mit vielen wohlmeinenden, aber ebenso faulen Ausreden.

Der Zoo will sich in die Zukunft aufmachen, weil ihm das Wohlergehen der Tiere, der Schutz der Natur ein Anliegen ist. Da muss die Politik mitmachen und ein Zeichen setzen: der "neue" Zoo und die Tramverlängerung gehören zusammen.

Toni W. Püntener, Kantonsrat Grüne, Zürich


Diverse Beiträge seit 1999

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