Nachhaltige Entwicklung ist ein Prinzip. „DIE NACHHALTIGKEIT“ gibt es nicht. Eine maximale Zahl von Menschen auf der Erde oder in der Schweiz ist nicht durch die Nachhaltigkeit in irgend einer Form begründbar. Wenn die Initiative postuliert, dass „auf dem Gebiet der Schweiz eine Einwohnerzahl auf einem Niveau anzustreben ist, auf dem die natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft sichergestellt sind.„, so ist allein dies in mehrfacher Hinsicht absurd und damit nicht initiativfähig:
Nur schon allein die missbräuchliche Verwendung des Nachhaltigkeitsberichts verlangt also, dass diese Initiative für ungültig erklärt wird – Ausführung zur Verletzung der Leitwerte einer aufgeklärten Gesellschaft muss nicht weiter ausgeführt werden. Die missbräuchliche Verwendung von Nachhaltigkeit zeigt auch auf, dass jeder Bezug auf „Öko“ nicht gerechtfertigt ist.
Das Problem der nachhaltigen Entwicklung sind also nicht die Menschen, die derzeit oder zukünftig zusätzlich in der Schweiz Wohnsitz nehmen möchten. Es sind jene Menschen, die bereits hier leben, die zum übermässig grossen ökologischen Fussabdruck beitragen. Es führt nichts daran vorbei: „Schweiz heute“ muss massiv nachhaltiger werden, und weil die ECOPOP-Initiative den Blick auf die zukünftig zusätzlich in der Schweiz lebenden Menschen richtet, lenkt sie vom Problem der aktuell bestehenden Un-Nachhaltigkeit ab. Durch diese Initiative verpasst also die Schweiz die Chance, die entscheidenden Weichenstellung Richtung tatsächlicher nachhaltiger Entwicklung vorzunehmen; ein Aspekt unter vielen: Energiepolitik for Dummies.
Es gibt somit kein „Das Boot ist voll“-Argument zur Bevölkerungsentwicklung der Schweiz. Entsprechende Verhaltensweisen vorausgesetzt, ist im Prinzip keine obere Begrenzung der maximal auf der Erde lebenden Menschen erforderlich. Aber: es ist selbstverständlich klug, die Geschwindigkeit der Bevölkerungsentwicklung zu beeinflussen, weil die Anpassungszeiten länger werden, zum Beispiel zur Reduktion des Fleischkonsums. Für Länder gibt es erst recht keine obere Grenze. Es ist durchaus auch ein Entwicklungsmodell „Ökostadt Schweiz“ vorstellbar. Das Einfamilienhaus auf dem Land mit täglichem Autopendeln gehört definitiv nicht dazu (diese Pseudo-Idylle ist bereits heute kein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung).
Es führt nichts daran vorbei: die ECOPOP-Initiative ist so rasch als möglich für ungültig zu erklären.
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