Das Klima ändert sich, es wird wärmer, es wird sogar heisser. Einen wesentlichen Anteil an dieser Klimaveränderung hat die Menschheit, massgeblich durch den übermässigen Ausstoss von Treibhausgasen, etwa aus der Verbrennung fossiler Brenn- und Treibstoffe. Weil diese Klimaveränderung die Lebensgrundlagen auf diesem Planeten massiv beeinflusst, ist vor Mitte des Jahrhunderts vollständig aus den fossilen Energien auszusteigen – wenn wir wollen, geht dies auch bis 2035!
Das Wetter ändert, auch das Klima ändert sich. Es kann klar gezeigt werden, dass seit der Industrialisierung die Klimaveränderung bei den Temperaturen in einem eindeutigen Trend nach oben weist. Es wird wärmer und wärmer, sogar heisser.
Diese Veränderungen lassen sich als Zeitreihen oder Grafiken bildlich darstellen. «Wärmende Streifen» zeigt das Climate Lab Book (siehe auch mein Beitrag Verantwortung im Anthropozän: disruptiver Klimaschutz!). Mit seit 1864 vorhandenen Temperatur-Monatswerten der MeteoSchweiz-Station Zürich Fluntern lassen sich diese «wärmenden Streifen» anzeigen:
Die Jahresmitteltemperaturen liegen von 1864 bis 2017 für Zürich Fluntern zwischen 6.4 und 10.7 °C. Wird diese Bandbreite in zwölf Intervalle aufgeteilt und jedem dieser Intervalle eine Farbe zugewiesen – von dunklem Blau für die tiefsten Werte bis zu dunklem Rot für die wärmsten Temperaturen – ergibt sich ein Streifenmuster, bei dem sich die Erwärmung oder Erhitzung sehr deutlich abzeichnet. Die gleichen Effekte zeigen sich auch bei solchen Streifenmustern für die Jahreszeiten – Monate Dezember (des Vorjahres), Januar und Februar als Winter, März, April und Mai als Frühling, Juni, Juli und August als Sommer, September, Oktober und November als Herbst. Die heissen Sommer sind (noch?) eine Ausnahme, selbst bei dieser Darstellung ist auch im Sommer eine deutliche Erwärmung erkennbar. PS: So sehen diese «wärmenden Streifen» für Basel Binningen aus.
Ein erstes Fazit: Der Klimawandel – als Temperaturerwärmung/-erhitzung verstanden – findet statt!
Was genau führt nun zu dieser Erwärmung oder Erhitzung? KlimawandelleugnerInnen führen eine Vielzahl von möglichen Effekten an. Eine von Bloomberg publizierte animierte Grafikserie zeigt die Auswirkungen der diversen natürlichen und Mensch gemachten Einflussfaktoren. Erdumlaufbahnveränderungen, solare Einstrahlung, vulkanische Aktivitäten, Entwaldung, Ozon (sowohl in der Atmosphäre als in Bodennähe), ausgestossene Aerosole können die Veränderungen der mittleren globalen Temperatur nicht erklären. Es verbleiben eindeutig die ausgestossenen Treibhausgase als Erklärung für die bereits eingetretenen Klimaveränderungen! Auch wenn die Treibhausgase als «millionste Teilchen» – als «parts per million (ppm) – gemessen werden, die Physik aufbauend auf weit zurückreichende Untersuchungen erklärt den Treibhauseffekt und den Einfluss des zunehmenden CO2-Gehalts auf überprüfbaren naturwissenschaftlichen Grundlagen.
Somit: Zu einem wesentlichern Teil ist der von Menschen verursachte (übermässige) Verbrauch an fossilen Brenn- und Treibstoffen für den zunehmenden CO2-Gehalt der Atmosphäre und damit den bereits feststellbaren Klimawandel verantwortlich.
Der Klimawandel wird sich fortsetzen. Auch aufgrund der bisherigen Entwicklung ist leider davon auszugehen, dass die bereits eingetretenen und noch zu befürchtenden Veränderungen für dei Gesellschaft nicht bewältigbar sind respektive sein werden. Wenn wir – durch einen möglichst raschen Ausstieg aus den fossilen Brenn- und Treibstoffen beispielsweise – den Klimawandel vermindern, trägt dies in erheblichem Ausmass zum Wohlbefinden der Menschheit bei.
Wenn wir wirklich wollen, ist der Ausstieg aus den fossilen Brenn- und Treibstoffen und der Übergang zu einer ausschliesslich auf nachhaltig nutzbaren erneuerbaren Energien um 2040 bis allerspätestens 2050 möglich – 2035 liegt durchaus ebenfalls im Bereich der EnkelInnen-/UrenkelInnen-Tauglichkeit der Energie- und Klimapolitik!
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Einmal mehr: Forschende zeigen, dass fossile Energieträger einschliesslich Erdgas spätestens 2035 weitgehend ersetzt werden müssen, wenn die Ziele des Pariser Klimaschutz-Übereinkommens eingehalten werden sollen!
Die kürzlich vorgestellte Studie des Tyndall Centre for Climate Change Research und der Teesside University verlangt, dass etwa die EU (und damit auch die Schweiz) ein CO2-Minderungsziel von mindestens 12 % pro Jahr einführt, und zwar ab sofort. Die bisher bekannten Klimaschutzziele in der EU (und auch der Schweiz) gehen nicht einmal andeutungsweise so schnell und so kräftig voran.
Der Titel des Beitrags deutet es an: Der zentrale Erfolgsfaktor ist einmal mehr das Wollen! In einem Beitrag von oekonews.at (verfügbar ebenfalls auf sonnenseite.com von Franz Alt) steht dazu der Artikeltitel «Die Zeit rennt uns davon». «Wir», «Uns»: Ein klarer Hinweis darauf, dass Klimaschutz eine gesellschaftliche Aufgabe darstellt.
Was zu tun ist, wenn wir das Klima schützen wollen, ist ebenfalls längst bekannt. Einige generelle Beispiele dazu: Möglichst wenig Wohn- und Büroflächen pro Person, das tägliche Leben sollte möglichst im 10’000-Tages-Schritte-Raum stattfinden können. Die Wärme- und Stromversorgung von Gebäuden hat ausschliesslich mit erneuerbaren Energien zu erfolgen, dies gilt auch für den Antrieb von motorisierten Verkehrsmitteln aller Art. Der Anteil tierischer Produkte in unserer Ernährung ist deutlich zu vermindern. Unser Konsum ist zu reduzieren und es ist dafür zu sorgen, dass die Güter den Prinzipien der Cradle-to-cradle-Wirtschaft genügen. Einverstanden, es handelt sich um grosse Veränderungen, viele müssen von liebgewonnen Gewohnheiten Abschied nehmen, und es muss auch mehr und/oder anders Geld ausgegeben werden. Zum Geld ist allerdings zu ergänzen, dass Klimaschutz in der langfristigen Sicht deutlich billiger ist als Klimaanpassung!
Wir wollen mehr und schnellen Klimaschutz wollen müssen!
Die grafische Illustration dieses Blogeintrages ist abgeleitet aus einer Präsentation von Mathis Wackernagel. 2035, 2037, 2038, 2040, … werden als Jahreszahlen zur Erreichung der fossilen Null in Europa genannt – etwa 18, 20, 21 oder 23 Jahre Zeit haben wir, wenn wir ernsthaften Klimaschutz betreiben wollen. Egal welches dieser Jahre zur Erreichung der fossilen Null angestrebt wird: einzufordern sind erhebliche Anstrengungen, es braucht ein engagiertes sofortiges Handeln vieler, sogar aller im Sinne der Klimaschutzpolitik von unten in allen Lebensbereichen. Erforderlich sind erhebliche Veränderungen, die aber möglich sind, wenn alle dies wollen! Nötig ist zudem der Abschied von der kollektiven Bequemlichkeitsverblödung!
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