Wie es der Zufall so will: in der gleichen Woche wurde zum Beispiel im Tages-Anzeiger vom 18.4.09 (nicht direkt elektronisch verfügbar) unter dem Titel „Gentechnik liefert kaum zusätzlichen Ertrag“ über eine neue US-Studie informiert. Als Headline dieses Artikels: Obwohl oft behauptet, dürfte Gentech-Saatgut im Kampf gegen den Hunger keine wichtige Rolle spielen! P.S. Ähnlicher Artikel im Österreichischen Standard: US-Studie: Gentechnik steigerte Ernte-Erträge nicht.
Die „Union of Concerned Scientists UCS“ hat die gesammelten Daten aus 20 Jahren Forschung und 15 Jahren kommerzialisierter Anwendung von Gentech-Pflanzen ausgewertet, als Schlussfolgerung: die Gentechnik hat wenig zur Ertragssteigerung beigetragen! Die Empfehlung: andere verfügbare Techniken zur Ertragssteigerung zu nutzen – und Gentechnologie nicht zur genetischen Manipulation von Pflanzen, sondern zu deren Qualitätsverbesserung (=Zucht, die traditionelle Methode seit der Steinzeit) zu verwenden!
Der Kampf gegen den Hunger braucht andere Wege, zum Beispiel die Verminderung der Kalorienvernichtung über den „Veredelungsweg“ Nutztier, siehe beispielsweise hier. Dieser Weg vermindert auch den Eintrag von Treibhausgasen, trägt also zur Verminderung des menschgemachten Klimawandels bei – und vermindert somit auch den ökologischen Fussabdruck der Menschen.
The post Gentechnik: unnötig und unsinnig! first appeared on umweltnetz.ch.]]>Simon Zeller behauptet zuerst, es handle sich hier um einen Angriff auf die Forschungsfreiheit – definitiv eine der verfassungsmässig garantierten Rechte. Kurz darauf sagt er aber, dass es sich bei der Gentech-Forschung um einen Auftrag des Staates respektive des Bundesrates handelt. Eine derartige Forschung mit klar vorgegebenen Aufträgen ist allerdings kaum mehr unter Forschungsfreiheit abhandelbar.
Die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer ist nachweislich der Gentechnik gegenüber negativ eingestellt. Auch Herr Zeller versucht wie viele andere und wie in vielen anderen Technikbereichen, diese Haltung als „Angst“ abzuqualifizieren. Nun, so lange es der Gentechnik nicht gelungen ist, den Bedarf nachzuweisen, wäre Angst tatsächlich ein schlechter Ratgeber. Die Argumente gegen Technologie sind erheblich. Eine ganz kleine Auswahl, bezogen auf den möglichen Nutzen:
Spannend wird es im Interview von Simon Zeller, wenn er behauptet, der Vandalenakt schade den Gentech-GegnerInnen. Etwa dadurch, dass mit diesen Versuchen hätte herausgefunden werden sollen, unter welchen Bedingungen es zu Auskreuzungen kommen könne. Nur wären wir wieder bei der „Huhn und Ei“-Frage. Denn: diese Frage interessiert eigentlich nur, wenn es Gentech-Pflanzen gibt, und die will ja die Mehrheit nicht. Was hier unter dem Deckmantel „Forschungsfreiheit“ betrieben wird, ist letztlich nichts als Nötigung! Da werden Pflanzen, die die grosse Mehrheit gar nicht will, unter juristisch unklaren Bedingungen ausgepflanzt, um etwas zu erfahren, dass die Mehrheit nicht zu wissen braucht. Dabei zeigt die Technologiegeschichte, dass es immer noch Konsequenzen technologischer Eingriffe gibt, die von gar niemandem bedacht wurden. Es mit wie mit einem Computerprogramm: man findet nur immer den zweitletzten Fehler!
Das Festhalten an der Gentechnologie ist nichts anderes als die Wiederbelebung des Glaubens an die Machbarkeit all dessen, was gedacht werden kann, kurz an den Machbarkeitswahn. Und dies, obwohl zum Beispiel bei der Atomtechnologie längst bewiesen wurde, dass sich die Atomtechnologie nicht mit einer modernen, selbstbestimmten Gesellschaft verträgt. Und spätestens da stellt sich die Frage, wo die Grenzen der Forschungsfreiheit wären (wenn man sich bei der Gentechnologie darauf berufen könnte): wie gehen die Forschenden damit um, dass gerade auch engagierte, kluge und informierte Menschen mit vielen Argumenten gegen eine Technologie antreten? Lässt sich Forschung gegen den Willen der modernen Wissensgesellschaft betreiben? Gerade die ethischen und moralischen Fragestellungen führen auch in anderen Lebensbereichen dazu, dass auf interessante, spannende, herausfordernde Aktivitäten verzichtet wird. Johann Wolfgang von Goethes Zauberlehrling oder auch Albert Einsteins Sorgen um den Weltfrieden trotz dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus des Dritten Reiches.
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