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#ES2050 | umweltnetz.ch https://www.umweltnetz.ch/content Umwelt und Politik - ein Internet-Angebot von Toni W. Püntener Sat, 13 May 2017 09:57:26 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 44487214 Ja zur Energiestrategie 2050 – alles andere sind Lügen https://www.umweltnetz.ch/content/ja-zur-energiestrategie-2050-alles-andere-sind-luegen Sat, 13 May 2017 09:57:26 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6797 JA zur Energiestrategie 2050! Am 21. Mai 2017 stimmen die Stimmberechtigten der Schweiz über den ersten Schritt zur Energiestrategie 2050 ab. Auch wenn die SVP schon viele arge Trends gegen die Demokratie gesetzt hat, übertrifft der Schwall von Lügen gegen die Energiestrategie 2050 alles, was bis anhin anzutreffen war. Die gesamte Nein-Kampagne ist ein absurdes … „Ja zur Energiestrategie 2050 – alles andere sind Lügen“ weiterlesen

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JA zur Energiestrategie 2050! Am 21. Mai 2017 stimmen die Stimmberechtigten der Schweiz über den ersten Schritt zur Energiestrategie 2050 ab. Auch wenn die SVP schon viele arge Trends gegen die Demokratie gesetzt hat, übertrifft der Schwall von Lügen gegen die Energiestrategie 2050 alles, was bis anhin anzutreffen war. Die gesamte Nein-Kampagne ist ein absurdes Lügengebilde, gesteuert von den Atom- und Fossil-Lobbyies. Da gibt es nur eine sinnvolle Antwort: Ja zur Energiestrategie 2050 am 21. Mai 2017!

Am 12. Mai 2017 wurde der Schweizer Firma Joulia der GreenTec-Award 2017 in der Kategorie Bauen und Wohnen überreicht. Ausgezeichnet wurde die innovative Duschrinne ‚Joulia-Inline’, kurze Beschreibung: Unsichtbar in einer schlanken Duschrinne integriert, gewinnt Joulia-Inline höchst effizient die Wärme aus dem verbrauchten Duschwasser zurück. Dank simpler Kaltwasserumleitung spart die WRG bis zu 42 Prozent Energie ein und sorgt so für mehr Komfort mit weniger Energie. Ja nach Anwendungssituation ist die Investition innerhalb von zwei bis vier Jahren amortisiert. Gebraucht wird also nur noch 60 Prozent der bisher benötigten Energie, und Joulia-Inline zahlt sich auch finanziell aus.

Es gibt zahlreiche solche Beispiele in sehr vielen Energie-Anwendungsbereichen. Es ist vielfach belegt, dass eine Energievesorgung mit erneuerbaren Energien schnell realisiert werden kann, wenn wird dies wollen. Eine solche Energieversorgung ist in einer umfassenden Gesamtbetrachtung nachhaltig, also ökologisch, ökonomisch und gesellschaftlich vorteilhaft! Jede Aussage, die zu anderen Schlüssen kommt, ist eine Lüge, weil sie nachweislich von nicht nachhaltigen Lösungen ausgeht, von Lösungen auch, die nicht enkel- und erst recht nicht urenkeltauglich sind.

Es ist längst bekannt, dass die SVP jenseits der Fakten politisiert. Die SVP setzt ausschliesslich darauf, Absurdpositionen mit extrem viel Propaganda-Geldern zu verkaufen. Denn: Auch Demokratie ist käuflich!

Die SVP setzt sich bekanntlich auch gegen eine zukunftsorientierte Bildungspolitik ein – unter anderem darum, weil gut ausgebildete Fachleute den Fake-Argumenten der SVP die Tatsachen entgegensetzen können. Gerade im Energiebereich gibt es eine grosse Zahl von bestens ausgebildeten Fachpersonen mit viel Erfahrung – das SVP-Nein zur Energiestrategie ist eine Beleidung für das Engagement dieser Fachpersonen und orientiert sich an einer längst obsoleten Sicht der Energiewirtschaft und Energietechnik.

Bei der Volksabstimmung vom 21. Mai 2017 geht es um einen ersten Umsetzungsschritt der Energiestrategie 2050. Es werden weitere kräftige Schritte folgen müssen, um so rasch als möglich eine Energieversorgung zu erreichen, die ausschliesslich auf erneuerbaren Energien aufbaut. Die fossilen Energien haben wegen des von Mensch gemachten Klimawandels so rasch als möglich vom Markt zu verschwinden. Auch aus der Atomenergie ist wegen den Unfallrisiken und dem nach wie nicht geregelten Umgang mit dem Atommüll – welcher während mindestens einer Million Jahren sicher zu lagern ist – so rasch als möglich auszusteigen.

Subventionen sind kein Dauerzustand im Energiebereich. Bei erneuerbaren Energien sind derzeit Subventionen leider nötig, weil sowohl die fossilen Energien als auch die Atomenergie massiv direkt und indirekt subventioniert sind. Die Preise von Erdöl, Erdgas oder Strom aus Atomkraftwerken lügen. Es ist alles daran zu setzen, so rasch als möglich eine umfassende Kostenwahrheit bei den Energieträgern zu erreichen, ergänzt durch eine stark lenkende, vollständig an Haushalte und Wirtschaft zurückerstattete Energieabgabe.

Gesetzliche Bestimmungen im Energiebereich sind Instrumente der Qualitätssicherung. Freiwillige Standards und Fachnormen reichen nicht aus, etwa beim Bauen eigentlich längst selbstverständliche Energie- und Klimaschutzqualitäten zu erreichen. Vorschriften sind dazu da, die eigentlich selbstverständlichen Anforderungen zum Beispiel an Gebäude, Geräte und Fahrzeuge in der Praxis zu erreichen. Es sind leider immer noch in erster Linie die «First Movers», die immer wieder mit hervorragenden Projekten die zukunftsgerichteten Möglichkeiten aufzeigen (Beispiel 1, Beispiel 2 aus Zürich). Es ist ganz einfach: Je innovativer und eigenverantwortlicher der Markt agiert, desto weniger Detailvorschriften braucht es. Wer sich mit dem Argument «liberal» gegen Vorschriften wehrt, hat noch nicht begriffen, wie in Märkten zukunftsgerichtete Standards etabliert werden – oder will allenfalls gar keine solchen Standards, weil es um die Interessen der Fossil- und Nuklearwirtschaft geht. Als Beispiel einer ganz einfachen, zukunftsgerichteten Vorschrift: Gebäude und Fahrzeuge werden ab dem Jahr 2035 ausschliesslich mit erneuerbaren Energien betrieben!

Dazu wird es sicher noch mindestens zwei bis drei weitere Schritte zur Umsetzung der Energiestrategie brauchen. Das Ja zum ersten Schritt zur Energiestrategie am 21. Mai 2017 ist somit auch eine Aufforderung, schneller und wirksamer auf eine Energieversorgung mit ausschliesslich erneuerbaren Energien loszusteuern – und raschmöglichst aus den fossilen und nuklearen Energien auszusteigen.

The post Ja zur Energiestrategie 2050 – alles andere sind Lügen first appeared on umweltnetz.ch.]]> 6797 Kein Planet B – Verantwortung im Anthropozän https://www.umweltnetz.ch/content/kein-planet-b-verantwortung-im-anthropozaen Sun, 07 May 2017 21:04:19 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6785 Mein News-System hat heute mehrere Meldungen zu einer dringlichen Warnung des britschen Astrophysikers Stephen Hawking angezeigt: Weil die Menschheit nicht ausreichend schnell auf bedrohliche Situationen reagiert, geht Stephen Hawking davon aus, dass die Erde noch höchstens 100 Jahre bewohnbar sein wird – und er empfiehlt deshalb die Auswanderung der Menschheit irgendwo Richtung Weltraum. Nur: das … „Kein Planet B – Verantwortung im Anthropozän“ weiterlesen

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Mein News-System hat heute mehrere Meldungen zu einer dringlichen Warnung des britschen Astrophysikers Stephen Hawking angezeigt: Weil die Menschheit nicht ausreichend schnell auf bedrohliche Situationen reagiert, geht Stephen Hawking davon aus, dass die Erde noch höchstens 100 Jahre bewohnbar sein wird – und er empfiehlt deshalb die Auswanderung der Menschheit irgendwo Richtung Weltraum. Nur: das funktioniert nicht! Es gibt keinen Planet B! Wir im Anthropozän lebenden Menschen haben endlich Verantwortung zu übernehmen, um unsere einzigartige Erde als Lebensraum mindestens für die EnkelInnen und UrenkelInnen zu erhalten.

Dystopische Visionen – eine Dystopie ist das Gegenteil einer in der Tendenz positiv wahrgenommenen Utopie – gehören seit langer Zeit zur Menschheit. Martin Luther wird die Aussage «Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen» nachgesagt, eine hoffnungsvolle Haltung gegen dystopische Gedanken.

Hoimar von Ditfurth hat dies 1985 im Titel eines seiner Bücher aufgenommen: «So laßt uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen». Zitat aus Wikipedia: Ditfurth betont das Ausmass der bevorstehenden Probleme. Die Probleme sind a) drängend („höchstens noch zwei Generationen“) und b) weltweit (es gibt keine weiteren Ausweichräume für die Menschheit auf der Erde). Ditfurth hat durchaus Hoffnung: Da die Probleme weltweit sind, kann nur noch eine weltweit koordinierte Anstrengung aller Länder der Erde „den Effekt in letzter Minute“ bringen. Eine klare Botschaft also, was es zu tun gibt: Weltweit koordinierte Anstrengungen aller Länder!

Hawking nennt unter anderem den vom Menschen gemachten Klimawandel als einen der Gründe für seine dystopische Haltung. Immerhin: Die Weltgemeinschaft hat an der COP 21-Konferenz in Paris im Dezember 2015 ein weitreichendes Klimaschutz-Übereinkommen abgeschlossen – jetzt müssen den schönen Worten Taten folgen, Anstrengungen nicht nur der Länder, sondern aller Menschen auf dieser Erde!

Auch Karen Duve gibt sich in ihrem Buch «Warum die Sache schiefgeht. Wie Egoisten, Hohlköpfe und Psychopathen uns um die Zukunft bringen.», 2014 Verlag Galiani Berlin, durchgehend dystopisch. Dies zeigen etwa die Schlusssätze ihres Werks: Wenn man die menschliche Perspektive einmal kurz aufgibt, ist es eigentlich ein ganz erfrischender Gedanke, dass Homo sapiens demnächst ausstirbt. Falls nicht sogar eine so starke Aufheizung eintritt, dass sämtliches Leben auf der Erde auf Null heruntergefahren wird, das grauenhafte Leiden für ein paar Millionen Jahre Pause macht und die Erde als Todesplanet mit kochenden Ozeanen durch das Weltall saust, bis sich eines Tages mit den ersten Einzellern wieder etwas völlig Neues entwickelt, die Evolution einen ganz anderen Weg einschlägt. Diesmal eine Schöpfung ohne Intelligenz. Oder Intelligenz gepaart mit Sanftmut. Großäugige, intelligente Weidetiere. Es kann doch eigentlich nur besser werden.

Die Sache mit dem Auswandern in den Weltraum hat bereits lange Geschichte. Neulich, im Dezember 2016, fand sich etwaq in derStandard.at ein Bericht darüber, dass wenn schon der Saturnmond Titan zu kolonisieren wäre. An dieser Stelle ein Zitat aus dem letzten Absatz dieses Berichts: Und doch außer Reichweite. Das Saturnsystem kreist in 1,4 Milliarden Kilometern Entfernung zur Sonne. Die Nasa-Sonde Cassini benötigte sieben Jahre für diese Reise. Ohne leistungsfähigere Triebwerke sei an einen solchen Trip in das äußeren Sonnensystem noch nicht zu denken, meinen Wohlforth und Hendrix. Damit bleibe der Menschheit vorerst nur ein Ausweg, so die Autoren: Wir müssen unsere Probleme hier auf der Erde lösen.

Es bleibt also dabei: Wir müssen unsere Probleme hier auf der Erde lösen. Anstrengungen der Länder, der Menschen, Intelligenz, Sanftmut werden als Ansätze genannt – das müsste doch zu schaffen sein. Und darum sind die Aussagen von Stephen Hawking als dringliche Warnung zu verstehen.

Ein erstes kleines Zeichen: Ein Ja zur Abstimmung uber das Energiegesetz am 21. Mai 2017!

The post Kein Planet B – Verantwortung im Anthropozän first appeared on umweltnetz.ch.]]> 6785 «Das fossile Imperium schlägt zurück» – darum am 21. Mai 2017 Ja zur Energiestrategie https://www.umweltnetz.ch/content/das-fossile-imperium-schlaegt-zurueck-darum-am-21-mai-2017-ja-zur-energiestrategie Thu, 20 Apr 2017 12:46:24 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6759 Das fossile Imperium schlägt zurück. Warum wir die Energiewende jetzt verteidigen müssen. – dieses Buch von Claudia Kemfert wurde von Murmann Publishers am 20. April 2017 herausgegeben, fast einen Monat vor der Abstimmung über den ersten Schritt der Energiestrategie 2050 des Bundes. Die offensichtlichen Auswirkungen des «fossilen Imperiums» zeigen sich auch in den Nein-Kampagnen der … „«Das fossile Imperium schlägt zurück» – darum am 21. Mai 2017 Ja zur Energiestrategie“ weiterlesen

The post «Das fossile Imperium schlägt zurück» – darum am 21. Mai 2017 Ja zur Energiestrategie first appeared on umweltnetz.ch.]]> Das fossile Imperium schlägt zurück. Warum wir die Energiewende jetzt verteidigen müssen. – dieses Buch von Claudia Kemfert wurde von Murmann Publishers am 20. April 2017 herausgegeben, fast einen Monat vor der Abstimmung über den ersten Schritt der Energiestrategie 2050 des Bundes. Die offensichtlichen Auswirkungen des «fossilen Imperiums» zeigen sich auch in den Nein-Kampagnen der Propaganda-Institution SVP und Co. Die Ausführungen von Professorin Kemfert sind beste Werbung für ein Ja zur Energiestrategie, sind Werbung für die nächsten Schritte der Energiestrategie.

Claudia Kemfert ist eine deutsche Wissenschaftlerin für Energie- und Klimaökonomie. Sie leitet die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und ist Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance. Leicht abgeändertes Zitat aus dem Abschnitt Über die Autorin dieses Buches. PS: Alle kursiven Stellen dieses Textes sind Zitate aus dem Buch.

Immer erbitterter kämpfen die Vertreter der alten Energiewelt gegen die Welt der erneuerbaren Energien. … Die Vorräte an fossilen Energien sind nicht unbegrenzt, die Verbrennung verursacht einen irreversiblen Klimawandel. … Die mächtigen Vertreter von Öl, Kohle, Gas und Atom schauen ausschliesslich auf den eigenen Vorteil.

Seitdem absehbar ist, welche Rolle die erneuerbaren Energien auf dem Energiemarkt spielen, wehren sich die fossilen Konzerne mit allen Mitteln gegen die unausweichliche Vertreibung vom Energiemarkt. Immer aggressiver setzen sie ihre wirtschaftlichen Interessen durch.

Soweit einige Zitate der ersten Seite des Buchs von Claudia Kemfert. Genau dies können wir derzeit bei der Nein-Kampagne zur Energiegesetz-Abstimmung beobachten. Keine Argumente, blosse Lügen und absurden Behauptungen, ein rückwärtsgewandtes Bild der «alten» Energiewelt.

Der Propaganda-Institution SVP ging es noch nie um Inhalte, sondern darum, mit sehr viel Geld die Zustimmung zu (Dümmst-)Positionen auf dem Umweg über Volksabstimmungen kaufen zu können. Dies funktioniert auch darum, weil für viele der Istzustand aus egoistischer Sicht akzeptabel oder zumindest neutral ist – und jede Veränderung auch Einfluss auf den jeweiligen Zustand hat.

Wenn wir raschmöglichst aus den fossilen und nuklearen Energien aussteigen wollen, wenn wir vollständig auf erneuerbare Energien umsteigen wollen, ist dies möglich. Es sind erhebliche Veränderungen zu erwarten, es wird sogar von disruptiven Veränderungen ausgegangen – zum Beispiel von dezentralen Strukturen statt von grossen Energieversorgungsunternehmen. Jede Stunde, jeder Tag, jedes Jahr, an dem die Gesellschaft an der alten Energiewelt festhält, ist ein Gewinn für die VertreterInnen der alten Energiewelt, zu Lasten der Allgemeinheit, zu Lasten etwa des Allgemeinguts Weltklima.

Darum braucht es am 21. Mai ein deutliches Ja zum ersten Schritt der Energiestrategie 2050, zur Volksabstimmung über das Energiesetz!

Das Buch von Claudia Kemfert leuchtet die Hintergründe aus und bestätigt deutlich die Argumente für ein Ja zur Energiestrategie!

The post «Das fossile Imperium schlägt zurück» – darum am 21. Mai 2017 Ja zur Energiestrategie first appeared on umweltnetz.ch.]]> 6759 Am 21. Mai 2017: Ja zum Energiegesetz als erster Schritt zur Energiestrategie 2050 https://www.umweltnetz.ch/content/am-21-mai-2017-ja-zum-energiegesetz-als-erster-schritt-zur-energiestrategie-2050 Sat, 15 Apr 2017 06:56:20 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6748 Sechs Jahre hat die politische Schweiz gebraucht, um nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima über erste kleine Schrittchen zur Zukunftsausrichtung der Schweizerischen Energiepolitik abzustimmen. Nach dem Lügen-Referendum der SVP braucht es am 21. Mai 2017 ein deutliches Ja der Stimmberechtigten, um die nächsten Schritte für eine urenkeltaugliche Energieversorgung mit mehr Dynamik und Wirkung angehen zu können. … „Am 21. Mai 2017: Ja zum Energiegesetz als erster Schritt zur Energiestrategie 2050“ weiterlesen

The post Am 21. Mai 2017: Ja zum Energiegesetz als erster Schritt zur Energiestrategie 2050 first appeared on umweltnetz.ch.]]> Sechs Jahre hat die politische Schweiz gebraucht, um nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima über erste kleine Schrittchen zur Zukunftsausrichtung der Schweizerischen Energiepolitik abzustimmen. Nach dem Lügen-Referendum der SVP braucht es am 21. Mai 2017 ein deutliches Ja der Stimmberechtigten, um die nächsten Schritte für eine urenkeltaugliche Energieversorgung mit mehr Dynamik und Wirkung angehen zu können.

Nicht nur die Schweiz braucht eine Energieversorgung, die so rasch als möglich mit nachhaltig nutzbaren erneuerbaren Energien funktioniert. Dies ist technisch und wirtschaftlich problemlos möglich. Erste Voraussetzung ist, dass wir eine solche Energieversorgung wirklich wollen.

Worum geht es bei der Abstimmung über das Energiegesetz am 21. Mai 2017? Eine grobe Darstellung der Inhalte findet sich auf einer Internet-Seite des Bundes: Das Parlament hat zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 das Energiegesetz revidiert und damit ein erstes Massnahmenpaket beschlossen. Es dient dazu, den Energieverbrauch zu senken, die Energieeffizienz zu erhöhen und erneuerbare Energien zu fördern. Zudem wird der Bau neuer Kernkraftwerke verboten.

Mit diesen Änderungen des Energiegesetzes werden Lücken oder Schwächen der heutigen Gesetzgebung behoben.

Es braucht bald weitere Schritte:

  • Die Schweiz hat um 2040 bis 2050 aus der Nutzung fossiler Brenn- und Treibstoffe – insbesondere für Wärme und Verkehr – auszusteigen. Der Neueinbau und der Ersatz von Oel- und Gasheizungen mit fossilen Brennstoffen sind beispielsweise spätestens 2030 zu verbieten. Diese Ziele sind in einfache Handlungsanweisungen und Rezepte zu fassen, die von BotschafterInnen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport vermittelt werden. Die Ziele sind herausfordernd, und sie lassen sich nur mit einem grossen Engagement der Zivilgesellschaft – Energiepolitik von unten – realisieren.
  • Insbesondere bei den fossilen und nuklearen Energieträgern lügen die Preise. Direkte und indirekte Subventionen verfälschen das Preisgefüge und wirken sich auf energierelevante Entscheide aus. Erst durch die fehlende Kostenwahrheit wird die Subventionitis für erneuerbare Energien und Energieeffizienzmassnahmen nötig. Wir brauchen also so rasch als möglich kostenwahre Energiepreise, zwingend ergänzt durch stark lenkende Energie- und Klimaschutzabgaben mit vollständiger Rückerstattung an Haushalte und Wirtschaft.
  • Die Energie- und Klimaschutzgesetzgebung orientiert sich derzeit an konkreten Massnahmen, die etwa beim Bau eines Gebäudes oder beim Verkauf/Kauf von Geräten beachtet werden müssen. Zukünftig hat sich die Energie- und Klimaschutzpolitik an Zielen und damit der nachgewiesenen Wirkung zu orientieren.
  • Ein möglichst grosser Anteil der in Gebäuden benötigten Energien ist an und auf den Gebäuden oder auf dem Gebäudegrundstück zu gewinnen, mit nachhaltigen Nutzungen (z. B. Luft-Wasser-Wärmepumpen vor Erdsonden-Nutzungen), unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsprinzipien Suffizienz, Effizienz und Konsistenz. Als Orientierungspunkte gelten die Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft.
  • Nachhaltig dezentral genutzte Energien unter Einbezug von Suffizienz und Effizienz verringern die Auslandabhängigkeit, erfordern fortschrittliche Ansätze, leisten Beiträge zur Entwicklung insbesondere von innovativen KMU und verbessern die Lebensqualität. Eine solche Energieversorgung hat eine umfassend positive Wirkung bereits heute und für zukünftige Generationen!

Am 21. Mai 2017: Ja zur Änderung des eidgenössichen Energiegesetzes, und damit Ja zu weiteren zukunftsfähigen Schritten der Energie- und Klimaschutzpolitik!


Die Atomenergie ist nachweislich nicht nachhaltig nutzbar. Ebenso offensichtlich ist der von Menschen gemachte Klimawandel. Die Schweiz spürt bereits die Folgen des durch den Menschen verursachten Klimawandels; die Alpenregion ist deutlich stärker als im globalen Durchschnitt vom Klimawandel betroffen. Hier braucht es schnelle und deutliche disruptive Veränderungen. Wer gegen das Energiegesetz ist, leugnet oder ignoriert die Nichtnachhaltigkeit der Atomenergie, leugnet oder ignoriert die offensichtlichen Folgen des von Menschen gemachten Klimawandels.

Bemühend ist etwa auch die behaupteten Nicht-Liberalität der Energiegesetzgebung. Was demokratisch beschlossen ist, ist aus Prinzip liberal. Es gelten hier die Grundprinzipien der Ethik – Liberalität erfordert zwingend eigenverantwortliches Handeln. Die Energie- und Klimaschutzgesetzgebung legt dar, was als ausreichende Handlung im Sinne der Allgemeinheit zu betrachten ist. Darüber hinausgehende freiwillige und eigenverantwortliche Aktivitäten werden durch die Gesetzgebung weder behindert noch verunmöglicht, bessere Lösungen als die gesetzlichen Bestimmungen sind jederzeit möglich. Aber: Das «Recht auf Unvernunft» ist im Energie- und Klimaschutzbereich angesichts der drängenden Fragestellungen nicht zulässig.

Die wie immer lügende SVP hat schlicht kein einziges Argument vorlegen können, welches gegen die Energie-und Klimaschutzgesetzgebung sprechen würde. Es geht offensichtlich ausschliesslich um die finanziellen Interessen der Erdölwirtschaft, damit also um die Interessen von häufig diktatorischen Staaten.

Zudem: Wer wie die SVP ahnungslos und dümmlich über vorgebliche Kosten der Energiestrategie 2050 lügt, sollte durchaus mal ehrlich die Frage beantworten, was es denn kostet, die Energiestrategie 2050 NICHT umzusetzen.

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