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Benzin | umweltnetz.ch https://www.umweltnetz.ch/content Umwelt und Politik - ein Internet-Angebot von Toni W. Püntener Fri, 25 Sep 2015 11:28:48 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 44487214 Verbrennungsmotoren gehören ins Museum! https://www.umweltnetz.ch/content/verbrennungsmotoren-gehoeren-ins-museum Fri, 25 Sep 2015 11:28:48 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=6336 Die heutige Verkehrspraxis kann unter keinem Gesichtspunkt als nachhaltig bezeichnet werden. Der Verkehr trägt in erheblichem Umfang zum übermässig grossen ökologischen Fussabdruck der Menschheit bei. In ausgeprägtem Mass ist der motorisierte Individualverkehr, geprägt durch mit fossilen Treibstoffen betriebenen Verbrennungsmotor-Fahrzeuge, bestimmend für die übermässige Umweltbelastung des Verkehrs. Der Skandal um die Software-Manipulation bei der Steuerung von … „Verbrennungsmotoren gehören ins Museum!“ weiterlesen

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Die heutige Verkehrspraxis kann unter keinem Gesichtspunkt als nachhaltig bezeichnet werden. Der Verkehr trägt in erheblichem Umfang zum übermässig grossen ökologischen Fussabdruck der Menschheit bei. In ausgeprägtem Mass ist der motorisierte Individualverkehr, geprägt durch mit fossilen Treibstoffen betriebenen Verbrennungsmotor-Fahrzeuge, bestimmend für die übermässige Umweltbelastung des Verkehrs. Der Skandal um die Software-Manipulation bei der Steuerung von VW-Dieselmotoren ist durchaus als Fingerzeig zu verstehen, dass derartige Verbrennungsmotoren definitiv und ausschliesslich ins Museum gehören, und zwar möglichst schnell.

Es ist aufgrund zahlreicher Indikatoren offensichtlich, dass der Verkehr in erheblichem Umfang nicht nachhaltig ist. Der Verkehr ist zu vermindern, um die Mobilität zu erhalten (Original von Udo J. Becker). Danach sind in erster Linie Verkehrsmittel zu bevorzugen, die nachweislich die geringsten Umweltbelastungen verursachen. Im Wesentlichen ist alles darauf auszurichten, dass Menschen mit den zur Gesundheitsvorsorge empfohlenen 7000 täglichen Schritten die Bedürfnisse der Alltagsmobilität abdecken können. Die Füsse, das Velo, der öffentliche Nahverkehr müssen den grössten Anteil der zurückgelegten Wege und Strecken übernehmen.

Autos mit Verbrennungsmotoren sind zu laut, sie verursachen Luftverunreinigungen in erheblichem Umfang, sie beanspruchen zu viel Platz (sie sind zuerst Stehzeuge, und ausnahmsweise auch mal Fahrzeuge), sie stossen zuviel an Treibhausgasen aus. Aus einer Informationsseite der Automobilbranche: Knapp 80 % der Kraftstoffenergie gehen ‚verloren‘.

Auch wenn mindestens 95 % aller Autofahrten vermieden werden könnten, durch Verkehrssparen, Alternativen, mehr Denken beispielsweise, wird ein kleiner Bedarf verbleiben nach einem angetriebenen individuellen Verkehrsmittel. Elektrische Fahrzeuge, die mit aus erneuerbaren, nachhaltig nutzbaren Quellen produziertem Strom angetrieben werden, mit Batteriekonzepten, die bezüglich des Rohstoffeinsatzes dem Grundsatz von der Wiege zur Wiege entsprechen, sind bereits heute grundsätzlich verfügbar.

Ich stelle seit etwa 20 Jahren Endlosschleifen bei den Diskussionen über die besten Antriebstechniken für Fahrzeuge fest. Ich habe ein gewisses Verständnis dafür, dass insbesondere die deutsche Automobilindustrie aus geschichtlichen Gründen an den Verbrennungsmotoren hängt. Andererseits ist aber festzuhalten, dass selbst hoch entwickelte Gesellschaften (und dies zu sein behaupten ja die Staaten in Mitteleuropa und Nordamerika von sich) nicht in der Lage sind, eine Vielzahl von Antriebstechnologien sowohl dauernd zu optimieren als auch neu zu entwickeln.

Wenn die Verbrennungsmotoren so rasch als möglich dorthin gelangen sollen, wo sie hingehören, nämlich ins Museum, braucht es endlich einen gesellschaftlichen und technologischen Konsens: spätestens in fünf Jahren werden nur noch Fahrzeuge ohne Verbrennungsmotor, idealerweise solche mit Elektromotor, verkauft – Occasionsautos dürfen noch fünf Jahre länger auf dem Markt bleiben. Mit der Konzentration auf eine Technologie werden die Voraussetzungen geschaffen, alle verfügbaren Kräfte und Ressourcen etwa in der Forschung auf diese Technologie auszurichten. Damit wird ein massiver Innovationsschub ausgelöst, welcher dazu beitragen kann, die offenen Punkte zu klären und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Und parallel dazu ist politisch und zivilgesellschaftlich dafür zu sorgen, dass deutlich weniger Wege und Strecken erforderlich sind, um im Alltag mobil sein zu können.

The post Verbrennungsmotoren gehören ins Museum! first appeared on umweltnetz.ch.]]> 6336 Coop: Benzin und Diesel billiger – Öko bloss Marketing! #GoFossilFree https://www.umweltnetz.ch/content/coop-benzin-und-diesel-billiger-oeko-bloss-marketing-gofossilfree Sat, 08 Nov 2014 21:04:23 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=5996 Das Coop-Supercard-Unwesen produziert übermässig lange Kassenzettel – zum Beispiel als Dank für den Einkauf «Spar-Bon 5 Rappen Rabatt pro Liter Benzin oder Diesel». Für viele Coop-KundInnen dürfte dieser Dank nichtsnutzig sein, weil sie kein Auto nutzen. Da Autofahren in keiner Form nachhaltig ist, trägt Coop bei jenen KundInnen, die diesen Dank-Gutschein nützen, zu nicht nachhaltiger … „Coop: Benzin und Diesel billiger – Öko bloss Marketing! #GoFossilFree“ weiterlesen

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Angesichts der Vielzahl von Produktelabels und Produktelinien – von Super-Billig bis Öko – ist davon auszugehen, dass ökologische Aspekte bei Coop bloss ein Marketingargument mit Blick auf ein eher kleines KundInnensegment sind. Wäre das Nachhaltigkeitsengagement von Coop ehrlich und ernsthaft, eben nachhaltig, würde Coop von sich aus auf jede Form von Benzin- und Dieselverbilligung verzichten.

Da die Nutzung von fossilen Rohstoffen kategorisch unnachhaltig ist – weil diese Rohstoffe endlich sind, weil die Nutzung dieser Rohstoffe lokal und global zu erheblichen negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt führt, weil diese Rohstoffe Ursache des «Kriegs um Öl» respektive des «Kriegs gegen den Terror» sind – ist es gesellschaftlich nicht akzeptabel, dass ein oligopolistischer Detailhändler sich am Geschäft mit fossilen Brenn- und Treibstoffen beteiligt.

Dies gilt in ähnlicher Art und Weise auch für die MIGROS.

Ganz klar: „FOSSIL FREE“ gilt auch für Coop und Migros. Fossile Brenn- und Treibstoffe sind ein Risiko für InvestorInnen und für den Planeten Erde – darum sind sämtliche Institutionen aufgerufen, auf Investments in die Fossilwirtschaft zu verzichten. Fossil-Divestment ist ab sofort angesagt, auch für Coop und Migros.

The post Coop: Benzin und Diesel billiger – Öko bloss Marketing! #GoFossilFree first appeared on umweltnetz.ch.]]> 5996 Der Oelpreis spielt Karussell – was jetzt? https://www.umweltnetz.ch/content/der-oelpreis-spielt-karussell-was-jetzt Tue, 14 Oct 2008 21:10:03 +0000 https://www.umweltnetz.ch/content/?p=252 Was genau macht der Oelpreis in nächster Zeit? Fällt er wieder Richtung vierzig oder gar dreissig Dollar pro Barrell, oder steht der Preis bald bei 200 oder gar 250 Dollar? Der Oelpreis ist allerdings nur ein Element, welches den Umgang der Menschheit mit dieser endlichen, fossilen Ressource bestimmt. Wenn es um Zukunftsinvestitionen geht, verhalten sich … „Der Oelpreis spielt Karussell – was jetzt?“ weiterlesen

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Wenn es um Zukunftsinvestitionen geht, verhalten sich Menschen sehr unterschiedlich, beziehen auch sehr unterschiedliche Argumentationen in ihre Ueberlegungen ein. Der Oelpreis – und damit reine betriebswirtschaftliche Rechnungen – spielt zwar regelmässig mit hinein, ist aber glücklicherweise selten die prägende Grösse: ökologische Aspekte und die Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen werden von sehr vielen Menschen in den Entscheidungsprozess miteinbezogen.

Immer grössere Wohnflächen ist einer der Untertitel einer Medienmitteilung des Statistischen Amtes des Kantons Zürich vom 14. Oktober 2008 zur Wohnbautätigkeit im Kanton Zürich: seit 1973 hat die durchschnittliche Fläche einer Neubauwohnung im Kanton Zürich um 44 Prozent zugenommen.

Dies hat Auswirkungen: pro Person wird 2007 in der Schweiz im Durchschnitt etwa gleichviel Energie für die Wärmebereitstellung (Raumheizung und Warmwasser) gebraucht wie im Jahr 1973, obwohl in diesen gegen 35 Jahren einiges an energetischen Massnahmen an Gebäuden und Haustechnik umgesetzt wurden. Die Energie-Effizienzsteigerung in und an Gebäuden konnte gerade etwa den Flächenzuwachs kompensieren – ein klassischer Rebound-Effekt! Mit Blick auf die Zukunft: es wurde zwar bereits einiges getan, aber dies reicht bei weitem nicht, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Dazu gehört auch, bewusst und freiwillig den Flächenanspruch pro Person zu begrenzen.

Aus der Wirkungsanalyse der Energiepolitik der Stadt Zürich kann abgeleitet werden, dass derzeit rund ein halbes Prozent des städtischen BIP für die Bereitstellung von Wärme (Raumheizung und Warmwasser) in Wohnbauten verwendet werden muss. Am Beispiel einer typischen Vierzimmer-Wohnung auf Stadtgebiet (80 Quadratmeter) mit dem Energiestandard der 70er-Jahre und einer Monatsmiete von Fr. 1800.– heisst dies: bei einem Oelpreis von 70 Franken pro Hundert Liter machen die reinen Energiekosten für Heizung und Warmwasser etwa vier Prozent der Mietzinses aus, bei 140 Franken (Stand Ende Juli 08) sind dies 7.5 %, und bei einem Preis von 210 Franken für 100 Liter Heizöl würden die Wärmekosten etwas mehr als 12 Prozent der Jahresmiete ausmachen. Eine interessante Renditeberechnung für Energieeffizienzmassnahmen wurde am 22.6.2008 im Sonntagsblick publiziert: Investieren statt Oelscheichs finanzieren! Eigentlich müssten diese Berechnungen ergänzt werden, wie sich eine zum Beispiel um 15 Prozent reduzierte Wohnfläche pro Person auswirkt…

Genau wie beim Wohnen sind auch beim motorisierten Individualverkehr ( = Autoverkehr) nicht in erster Linie die Benzin- oder Diesel-Kosten bestimmend für die Verkehrskosten. Beim TCS-Musterauto sind die Treibstoffkosten mit etwa einem Sechstel der Kilometerkosten von 75 Rappen „nur“ der zweitgrösste Posten neben der Amortisation. Selbst bei einer Verdreifachung des Treibstoffpreises auf 5 Franken pro Liter würde der Kilometerpreis auf nur etwa einen Franken pro Kilometer steigen. Sollten sich auf dem europäischen Markt Billigst-Autos wie der Tata Nano oder das neue „Nicht-Fiat“-Projekt zu einem Preis von um die 3000 Dollar durchsetzen, würden die Kilometerkosten stärker sinken als durch diese Benzinpreiserhöhung!

Als Stossseufzer: obwohl diese Zahlen objektiv zeigen, wie teuer Autofahren bereits heute ist, hat dies nur begrenzt Auswirkungen auf die Verkehrsmittelwahl! Im Schweizerischen Strassenverkehr werden die Energie-Effizienzfortschritte im Fahrzeugbau durch die zunehmende Verkehrsleistung überkompensiert – mit spannenden Ausnahmen in den grossen Städten wie Zürich.

Fazit: da ökonomische Ueberlegungen nur bei einem kleinen Teil der EntscheidungsträgerInnen – sowohl bei Bauten wie bei der Verkehrsmittelwahl – eine Rolle spielen, ist die Sache klar: um die ambitiösen Klimaschutzziele zu erreichen, sind zwingend die Vorschriften im Energiebereich deutlich zu verschärfen. Die von den Kantonen angekündigte Anpassung der Vorschriften ist eigentlich schon längst fällig, geht aber deutlich zu wenig weit; zudem fehlen Vorgaben an die Energie-Effizienz von elektrischen Geräten. Und bei den Fahrzeugen sind sehr sanfte Verbrauchsvorschriften erst zu erahnen. Hier besteht ebenfalls dringlicher Handlungsbedarf.

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