{"id":87,"date":"2009-05-31T09:45:33","date_gmt":"2009-05-31T08:45:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/gesundheitswesen-krankheitswesen\/"},"modified":"2009-05-31T09:55:43","modified_gmt":"2009-05-31T08:55:43","slug":"gesundheitswesen-krankheitswesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/gesundheitswesen-krankheitswesen","title":{"rendered":"Gesundheitswesen? Krankheitswesen?"},"content":{"rendered":"<p>Endlich hat das Bundesamt f&uuml;r Statistik einen Wachstumtr&auml;ger (zu deutsch: Beitrag zur Steigerung des Bruttoinlandproduktes BIP) ermittelt, n&auml;mlich das <a href=\"http:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/portal\/de\/index\/news\/medienmitteilungen.Document.51716.html\" target=\"_blank\">Gesundheitswesen<\/a> (Medienmitteilung aus dem Jahr 2005 f\u00fcr 2003, <a href=\"http:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/portal\/de\/index\/themen\/14\/05\/blank\/key\/leistungserbringer.html\" target=\"_blank\">neuere Zahlen hier<\/a>. Seit mindestens 20 Jahren nehmen die <a href=\"http:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/portal\/de\/index\/themen\/14\/05\/blank\/key\/internationaler_vergleich.html\" target=\"_blank\">Kosten des Gesundheitswesens<\/a> wesentlich schneller zu als das gesamte Bruttoinlandprodukt, erst in letzter Zeit gibt es eine gewisse Verlangsamung. Eigenartig: alle, die sonst so lautstark nach einer Zunahme eben dieses Bruttoinlandproduktes schreien, runzeln die Stirne angesichts dieser Zahlen. Somit wird einmal mehr offensichtlich, dass das BIP kaum etwas mit dem Wohlstand zu tun hat.<!--more--><\/p>\n<p>Dieser Beitrag stammt urspr\u00fcnglich vom M\u00e4rz 2005 &#8211; die aktuellen Diskussionen \u00fcber die st\u00e4ndig steigenden Krankenkassenpr\u00e4mien erfordern nur leichte Anpassungen, die Situation hat sich in diesen vier Jahren nicht wirklich ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Was wird denn von den Statistikerinnen als Ursache f&uuml;r die Zunahme des BIP-Beitrages des dieses Wirtschaftssektors angenommen? Es ist wie nicht anders zu erwarten ein grosses Spektrum:<\/p>\n<ul>\n<li>alle AkteuerInnen (Angebot und Nachfrage) tragen zur Kostensteigeruzng bei.<\/li>\n<li>wachsende Spezialisierung und Technisierung<\/li>\n<li>die zunehmende Anzahl privat praktizierender &Auml;rztInnen<\/li>\n<li>die Entwicklung neuer, kostspieliger Medikamente (das unm&auml;ssige und unanst&auml;ndige Millioneinkommen der obersten Chefs der Chemiefirmen l&auml;sst gr&uuml;ssen)<\/li>\n<li>die strukturelle Entwicklung der Bev&ouml;lkerung (meint die Ver&auml;nderung der Altersstruktur, dazu geh&ouml;rt die Zunahme der Langzeitpflege, die SchweizerInnen werden zwar &auml;lter, aber nicht ges&uuml;nder) und der Haushalte (abnehmende Haushaltsgr&ouml;sse)<\/li>\n<li>die abnehmende soziale Solidarit&auml;t (Selbsthilfe, ehrenamtliche T&auml;tigkeit usw.) &#8211; offenbar ist das Gesundheitswesen bis anhin zu einem nicht unbedeutenden Teil auf Selbstausbeutung angewiesen gewesen.<\/li>\n<li>der verbesserte Zugang der Bev&ouml;lkerung zu qualitativ hoch stehenden Pflegeleistungen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Gesundheitswesen ist eigentlich ein Krankheitswesen &#8211; es geht in erster Linie nach wie vor darum, die Symptome von &#8222;Krankheiten&#8220; zu bek&auml;mpfen. Einige Stichworte dazu:<\/p>\n<ul>\n<li>Luftschadstoffe schaden der Gesundheit &#8211; sie stammen zu einem massgeblichen Teil aus dem motorisierten Strassenverkehr. Trotz technologischem Fortschritt nehmen die Belastungen nicht entscheidend ab.<\/li>\n<li>L&auml;rm pr&auml;gt die Lebensrealit&auml;t von nach wie vor sehr viel Menschen &#8211; Strassenl&auml;rm, Bahnl&auml;rm, Flugl&auml;rm, Nachtl&auml;rm aus diversen Quellen. L&auml;rm hat negative Auswirkungen auf die Desundheit.<\/li>\n<li>Sehr viele Krankheiten sind nicht wirklich Krankheiten, sondern sogenannte Zivilisationserscheinungen. Wesentlich mehr k&ouml;rperliche Bewegung brauchte der Mensch, um zu gesunden respektive weniger zu erkranken. Am besten jeden Tag, als Nebeneffekt zur Alltagsbesch&auml;ftigung. Treppensteigen, Einkaufen im Quartierladen, zu Fuss oder mit dem Velo zum Sporttraining, zur Musikprobe, und so weiter und so fort. Auch hier: das Auto konkurrenziert viele dieser Bewegungsm&ouml;glichkeiten.<br \/>Nachweislich f&uuml;hrt der Zwang zu hoher Eigenkapitalrendite und tiefem Steuerfuss zu erheblichen Belastungen (Stress) am Arbeitsplatz &#8211; und m&ouml;glicherweise zu einem erh&ouml;hten Konsum von Genussmitteln, die nicht wirklich gesund sind, angefangen vom Kaffee &uuml;ber Zigaretten und z.B. gem&uuml;rtsaufhellenden Medikamenten zu Drogen.<br \/>Zu viel Zucker, zu viel Fett, zu viel tierisches Eiweiss, zu wenig Ballaststoffe (nicht zuletzt wegen des Billig-Fimmels der Dumping-Discounter): so lassen sich die heutigen Nahrungsmittel beschreiben. Diese m&uuml;ssen wieder zu Lebensmitteln werden, auf jeden Fall aus &ouml;kologischem Landbau.<\/li>\n<li>Das Gesundheitswesen muss zu einem wirklichen Gesundheitswesen werden &#8211; nicht bloss ein bisschen Pr&auml;ventivmedizin. Gesundheitserziehung im Elternhaus und in der Schule, Gesundheitskurse im Berufsalltag und &auml;hnliches m&uuml;ssen selberst&auml;ndlich werden.<\/li>\n<li>Solange ausschliesslich Erwerbsarbeit als wertvoll gilt, ist es politisch nicht verantwortbar, dass ausgerechnet die Pflege von kranken und &auml;lteren Menschen zu einem gewichtigen Teil von Freiwilligenarbeit gepr&auml;gt ist. Auch daher ist ein dringlicher &Uuml;bergang von der bezahlten Erwerbsarbeit zum bedingungslosen Grundeinkommen f&uuml;r alle erforderlich.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Erste Fassung 21.3.2005<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endlich hat das Bundesamt f&uuml;r Statistik einen Wachstumtr&auml;ger (zu deutsch: Beitrag zur Steigerung des Bruttoinlandproduktes BIP) ermittelt, n&auml;mlich das Gesundheitswesen (Medienmitteilung aus dem Jahr 2005 f\u00fcr 2003, neuere Zahlen hier. 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