{"id":836,"date":"2009-07-11T22:24:23","date_gmt":"2009-07-11T21:24:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=836"},"modified":"2009-09-13T11:42:40","modified_gmt":"2009-09-13T10:42:40","slug":"optionen-offenhalten-oder-anti-angst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/optionen-offenhalten-oder-anti-angst","title":{"rendered":"Optionen offenhalten oder Anti-Angst?"},"content":{"rendered":"<p>Die Atomenergie-LobbyistInnen versuchen eine unn\u00f6tige Renaissance der sinnlosen und immer unmittelbar an die Atombombe gekoppelten Nuklearenergie. Da wird behauptet, es gehe darum, Optionen offen zu halten, gleichzeitig wird den GegnerInnen dieser  Sackgassen-Technologie unterstellt, mit <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,634844,00.html\" target=\"_blank\">Angst<\/a> zu argumentieren. Die Fakten nach Tschernobyl scheinen aus der Erinnerung der Allgemeinheit zu verschwinden, ebenso l\u00e4sst sich mit den Argument Klimaschutz ziemlich viel Schindluderei betreiben.<!--more--><\/p>\n<p>Atomkraftwerke, Kernkraftwerke, allenfalls auch Nuklearkraftwerke genannt erfordern f\u00fcr den Betrieb einen endlichen Rohstoff &#8211; analog zum <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/erdol-ist-und-bleibt-endlich\/\" target=\"_blank\">Peak Oil<\/a> und Peak Gas gibt es auch einen Peak Uranium oder Peak Uran. Wie weit entfernt diese Peaks sind, spielt f\u00fcr die politische Diskussion keine Rolle &#8211; nur schon die Tatsache, dass Rohstoffe begrenzt sind, bedeutet, dass eine nachhaltige Nutzung solcher Rohstoffe ausgeschlossen sind. Es macht also keinen Sinn, eine auf den fossilen Ressourcen Erd\u00f6l und Erdgas basierende Energiewirtschaft durch eine Energiewirtschaft auf der Basis des vor-fossilen Rohstoffs Uran aufzubauen, weil dann mindestens zwei Mal Umstellungskosten aufzubringen sind &#8211; warum nicht gleich in erneuerbare Energien investieren?<\/p>\n<p>Angesichts des geringen Anteils der Atomenergie an der globalen Energieversorgung &#8211; deutlich unter zehn Prozent &#8211; und des Potentials Erneuerbarer Energien &#8211; die gesamte Weltbev\u00f6lkerung kann selbst bei einer deutlichen Verbrauchszunahme ausschliesslich mit erneuerbaren Energien beliefert werden &#8211; macht es keinen Sinn, eine Technologie zu pushen, die nachweislich ein erhebliches Risiko darstellt und die globalpolitisch zu unabsehbaren Konflikten f\u00fchrt (Stichwort <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/iran-verzicht-auf-atomenergie-ist-zukunftsgerichtet\/\" target=\"_blank\">Iran<\/a>).<\/p>\n<p>Im Strombereich besteht ein erhebliches Stromeffizienzpotential &#8211; bis zum Beweis des Gegenteils ist es ohne gr\u00f6ssere Schwierigkeiten machbar, den Stromverbrauch der heutigen Anwendungen mindestens zu halbieren &#8211; auch wenn neue Anwendungen eine Steigerung des Verbrauchs bewirken werden (in der Summe allerdings immer noch tiefer als der heutige Stromverbrauch). Dieser Stromverbrauch ist in Zukunft ohne Schwierigkeiten, allerdings mit h\u00f6heren Investitionskosten, ausschliesslich aus erneuerbaren Energien nutzbar.<\/p>\n<p>Die grosse Zahl von Standorten und die verschiedensten Nutzungstechniken &#8211; die eingestrahlte Sonnenenergie kann sowohl auf elektronischem als auf thermischem Weg in Strom umgewandelt werden, Wind kann sowohl im K\u00fcstenbereich verschiedener L\u00e4nder als auch in bestimmten Kontinentalgebieten genutzt werden, es sind unterschiedliche Anlagengr\u00f6ssen m\u00f6glich, usw. &#8211; stellen eine ausreichende Diversifikation der Stromerzeugung dar: die Option Kernenergie ist schlicht unn\u00f6tig.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Atomenergie spricht nur, dass einzelne Unternehmen eine bereits mehrere Jahrzehnte dauernde Erfahrung im Betrieb solcher Anlagen haben (was, wie das Beispiel Vattenfall\/Kr\u00fcmel zeigt, eher ein Makel als ein Vorteil dieser Technologie ist), und sowohl die technischen als auch betriebswirtschaftlichen und politischen Aspekte von AKWs einigermassen beurteilen k\u00f6nnen. Es handelt sich um ein klassisches Marketingthema, etwas plump mit dem bekannten Spruch &#8222;Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht&#8220; illustriert. Einzelne Grosskraftwerke stellen ein eigentliches Klumpenrisiko dar, sowohl in der Realisierungs- als auch in der Betriebsphase; demgegen\u00fcber ist der aus einer Vielzahl von kleinen und mittleren Anlagen bestehende Kraftwerkspark mit erneuerbaren Energien wesentlich weniger riskant. Und trotzdem bestehen diverse Kraftwerksgesellschaften auf den Hochrisikoprojekten &#8211; das hat mit vern\u00fcnftiger Wirtschaftsweise schlicht nichts zu tun!<\/p>\n<p><strong>Weder Klimaschutz noch die Gesellschaft erfordern neue Atomkraftwerke &#8211; solche k\u00f6nnen nur in der Vergangenheit verhaftete LobbyistInnen wollen.<\/strong><\/p>\n<p>P.S. Wer andern unterstellt, auf der Schiene &#8222;Angst&#8220; zu fahren, muss extrem schlechte Argumente haben &#8211; offenbar scheinen diese nicht mal die SchreiberInnen zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Atomenergie-LobbyistInnen versuchen eine unn\u00f6tige Renaissance der sinnlosen und immer unmittelbar an die Atombombe gekoppelten Nuklearenergie. Da wird behauptet, es gehe darum, Optionen offen zu halten, gleichzeitig wird den GegnerInnen dieser Sackgassen-Technologie unterstellt, mit Angst zu argumentieren. 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