<\/p>\n 2008 hat die Stadt Z\u00fcrich mit der 2000-Watt-Gesellschaft eine aus damaliger Sicht vision\u00e4re Klimaschutz-Vorgabe beschlossen: bis 2050 maximal 1 Tonne CO2<\/sub>-\u00c4quivalente pro Person und Jahr, bezogen auf den Endenergieverbrauch auf Stadtgebiet und den bev\u00f6lkerungsproportionalen Anteil am Flugverkehr. Um 2012 wurde klar, dass diese Vorgabe nicht zu ausreichendem Klimaschutz f\u00fchrt. Dies wurde explizit auch durch das Pariser Klimaschutz-\u00dcbereinkommen vom Dezember 2015 festgehalten. Seither hat es die Stadt Z\u00fcrich verpasst, ihre Klimapolitik an zwingende Vorgaben anzupassen. Die Stadt Z\u00fcrich ist also noch nicht angekommen bei den \u00abschnellen, weitreichenden und beispiellosen Ver\u00e4nderungen in allen Bereichen der Gesellschaft<\/em>\u00bb (Weltklimarat IPCC, Oktober 2018<\/a>)! Und leider leider will der Stadtrat von Z\u00fcrich dies offenbar auch nicht, obwohl dazu eine internationale Verpflichtung besteht. Dies meint auch der Verein Klimastadt Z\u00fcrich: \u00abDie Netto-Null-Strategie des Z\u00fcrcher Stadtrats ist weder mutig noch enkeltauglich. Der Stadtrat scheint die Dringlichkeit der Lage nicht zu erkennen<\/em>\u00bb. Wir stehen derzeit in einer Klimakrise. Zur Behebung der Klimakrise braucht es \u2013 absichtlich wiederholt \u2013 \u00abschnelle, weitreichende und beispiellose Ver\u00e4nderungen in allen Bereichen der Gesellschaft<\/em>\u00bb. Das \u00abGeschwafel\u00bb in der stadtr\u00e4tlichen Weisung f\u00fchrt dazu, dass der dringliche Charakter der Klimapolitik nicht erkennbar wird.<\/p>\n Deshalb: ernsthaften Klimaschutz braucht es ab sofort, nicht erst 2030 oder 2040! Diese Aufforderung zum sofortigen und schnellen Handeln muss der Stadtrat noch nachholen, und zwar m\u00f6glichst schnell! Dazu passt: Am 12. April 2021 hat das Bundesamt f\u00fcr Umwelt eine Medienmitteilung mit dem Titel \u00abSchweizer Treibhausgas-Ausstoss 2019 kaum gesunken<\/em>\u00bb<\/a> ver\u00f6ffentlicht. Ein Zitat daraus: \u00abUm die Emissionen deutlich zu senken, ist eine Verst\u00e4rkung der Massnahmen \u2026 unumg\u00e4nglich<\/em>\u00bb. <\/p>\n Da noch eine Abstimmung \u00fcber die neuen und\/oder ge\u00e4nderten Gemeindeordnungs-Bestimmungen ansteht, wird sich in den n\u00e4chsten Monaten der Gemeinderat der Stadt Z\u00fcrich mit dieser Vorlage<\/a> besch\u00e4ftigen. Dies bietet die M\u00f6glichkeit, die st\u00e4dtische Klimapolitik im Sinne der Zukunftsf\u00e4higkeit und EnkelInnen-Tauglichkeit nachzubessern. Einige \u00dcberlegungen dazu:<\/p>\n Diese Auflistung ist jederzeit erweiterbar.<\/p>\n Klimaschutz betrifft jede und jeden auf diesem Planeten \u2013 wenn St\u00e4dte wie Z\u00fcrich ambiti\u00f6s vorangehen. hat dies erhebliche Auswirkungen auf das Gesamtsystem.<\/p>\n Zwei Hinweise:<\/p>\n Jede Solaranlage hat eine motivierende und \u00abansteckende\u00bb Wirkung: Solarzellen sind ansteckend \u2013 auf gute Weise: Studie<\/em><\/a><\/b> Wieviele Solarpanele wie weit weg vom eignen Haus sind \u2014 das bestimmt die Wahrscheinlichkeit, ob man ebenfalls eine solche Anlage auf dem Dach hat. Dieser Ansteckungs-Effekt ist wohl wesentlich wichtiger als andere sozio\u00f6konomische und demografische Variablen, wie eine neue Studie des Potsdam-Instituts f\u00fcr Klimafolgenforschung zur US-Stadt Fresno zeigt. Obwohl bekannt ist, dass Vorbilder f\u00fcr Entscheidungen \u00fcber die eigene Energieversorgung relevant sind, waren sehr hochaufl\u00f6sende Daten in Kombination mit Techniken der k\u00fcnstlichen Intelligenz notwendig, um die Bedeutung schlichter N\u00e4he dingfest zu machen. Das Ergebnis ist relevant f\u00fcr politische Ma\u00dfnahmen, die auf einen breiten Einsatz von Solarzellen abzielen, um die Energieerzeugung aus klimasch\u00e4dlichen fossilen Brennstoffen zu ersetzen. (www.pik-potsdam.de, 22.4.21)<\/em><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n <\/p>\n Gerade etwa ein Jahr nach dem Abschluss des Pariser Klimaschutz-\u00dcbereinkommens hat der Stadtrat im Dezember 2016 eine st\u00e4dtische Energie(versorgungs)planung<\/strong> beschlossen, die noch immer an den st\u00e4dtischen Beschl\u00fcssen von 2008 orientiert war. Diverse Literaturquellen halten fest, dass derartige Beschl\u00fcsse als illegal zu bezeichnen sind.<\/p>\n Erhebliche Auswirkungen haben die Beschl\u00fcsse aus dem Jahr 2016 f\u00fcr die Gasversorgung \u2013 bekanntlich haupts\u00e4chlich mit fossilem Erdgas und etwas Greenwashing-Biogas aus dem nord\u00f6stlichen Europa. Damit signalisierte die Stadt Z\u00fcrich, dass fossiles Erdgas auf absehbare Zeit weiterhin verf\u00fcgbar sein w\u00fcrde \u2013 statt schon damals den l\u00e4ngst f\u00e4lligen Ausstieg aus dem Erdgas einzuleiten. Mit einiger Verz\u00f6gerung soll dies nun doch umgesetzt werden. In der Weisung an den Gemeinderat steht dazu: \u00ab\u2026 im gesamten Stadtgebiet [wird] das Gasverteilnetz gr\u00f6sstenteils stillgelegt. Ausnahmen bilden insbesondere die wenigen Gebiete, in denen keine alternative W\u00e4rmeversorgung mit erneuerbaren Energietr\u00e4gern m\u00f6glich ist. Die verbleibende Gasversorgung soll sp\u00e4testens 2040 vollst\u00e4ndig mit erneuerbarem Gas erfolgen.<\/em>\u00bb Da wurde also in den letzten f\u00fcnf bis zehn Jahren einiges verlauert. Dadurch verst\u00e4rkten sich die Sachzw\u00e4nge.<\/p>\n Auch haben Stadtrat und Gemeinderat den Stimmberechtigten mindestens zwei Vorlagen zur Abstimmung vorgelegt, die auf einer illegalen Klimapolitik beruhen:<\/p>\n Am 2. Dezember 2020 hat der Stadtrat eine weitere Aktualisierung der offensichtlich illegalen Energieplanung beschlossen, also immer noch auf den Vorgaben aus dem Jahr 2008. Hin und wieder wird angedeutet, dass sich dies nach den Beschl\u00fcssen zu Netto Null 20XY<\/em> \u00e4ndern k\u00f6nnte.<\/p>\n Vor nicht einmal einem Monat stand in einer Medienmitteilung der Energie 360\u00b0 AG<\/a>: 100 % erneuerbare Energie bis 2050<\/strong><\/em>.<\/p>\n Fast gleichzeitig zu lesen war aus Deutschland: Erdgasausstieg bis sp\u00e4testens 2038<\/strong> \u2013 Nord-Stream 2 wird nicht gebraucht, sagt Professorin Claudia Kemfert, die auch die Bundesregierung ber\u00e4t. F\u00fcr das Pariser Klimaziel brauche es einen \u201eErdgasausstieg bis sp\u00e4testens 2038\u201c, so Kemfert im DW-Interview vom 25. M\u00e4rz 2021<\/a>.<\/em><\/p>\n Dies l\u00e4sst den Schluss zu, dass die Klimapolitik der Stadt Z\u00fcrich zu stark R\u00fccksicht nimmt auf das Klimaschmutz-Unternehmen Energie 360\u00b0 AG. Da hilft nur ein m\u00f6glichst rasches Divestment! Da k\u00f6nnte auch ein Werbeverbot f\u00fcr Erd\u00f6l- und Erdgasprodukte realisiert werden.<\/p>\n
\u00abNetto Null 2030\u00bb ist eine der Forderungen der Klimabewegung f\u00fcr eine zukunftsf\u00e4hige Klimapolitik. Der Stadtrat von Z\u00fcrich will offenbar keine solche Klimapolitik, wie die sehr langen Ausfl\u00fcchte in der am 21. April 2021 ver\u00f6ffentlichten Weisung<\/a> dokumentieren. Es braucht auch in Z\u00fcrich schnelle, weitreichende und beispiellose Ver\u00e4nderungen in allen Bereichen der Gesellschaft<\/em>.<\/p>\n
Dazu kommt: Wie die im Sommer 2019 ver\u00f6ffentlichte Treibhausgas-Bilanz<\/a> zeigt, hat die Stadt Z\u00fcrich zwar einiges erreicht, ist aber nicht auf dem Klimaschutzpfad f\u00fcr die 2000-Watt-Gesellschaft, Zitat: \u00abBei den Treibhausgasemissionen n\u00e4hert sich Z\u00fcrich dem Zwischenziel, allerdings noch zu langsam.<\/em>\u00bb Damit ist auch der Beitrag der Stadt Z\u00fcrich zur Erreichung der Ziele gem\u00e4ss Pariser Klimaschutz-\u00dcbereinkommen ungen\u00fcgend.<\/p>\nDie Netto-Null-Strategie des Z\u00fcrcher Stadtrats ist weder mutig noch enkelInnen-tauglich<\/h5>\n
Absurd dabei: aufgrund einer auf die Jetzt-Sicht fixierten schwergewichtig \u00f6konomischen Optik wird dargelegt, dass ein ambitioniertes Klimaschutz-Ziel nicht m\u00f6glich sei. Allerdings: Politische Mittel- und Langfrist-Ziele m\u00fcssen sich zwingend an den wissenschaftlich begr\u00fcndeten Notwendigkeiten und nicht an einer eingebildeten (Nicht-)Machbarkeit orientieren. Nicht nur beim Klimaschutz ist die Abfolge \u00abWollen \u2013 K\u00f6nnen \u2013 Tun<\/strong>\u00bb f\u00fcr zukunftsorientierte Vorhaben zwingend.
Anmerkung dazu: SMART (s<\/strong>pezifisch, m<\/strong>essbar, a<\/strong>ktivierend, r<\/strong>ealistisch, t<\/strong>erminiert) als Anforderung an Ziele ist haupts\u00e4chlich beim Projektmanagement zu beachten. In der Politik hat das Wollen<\/strong> an erster Stelle zu stehen. K\u00f6nnen und Tun sind entsprechend zu gestalten.
Eine gewichtige Ausrede f\u00fcr die schnellen, weitreichenden und beispiellosen Ver\u00e4nderungen sind die in den letzten Jahren umgesetzten oder auch nicht umgesetzten Massnahmen. Offensichtliche Fehlentscheide der letzten Jahre wirken sich somit auf die zukunftsf\u00e4hige Entwicklung aus.<\/p>\nIn der Klimakrise ist sofortiges und schnelles Handeln zwingend<\/h5>\n
Gemeinderat: bitte nachbessern!<\/h5>\n
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PS: Es geht schon lange um ein \u00abUnd\u00bb, nicht mehr um ein \u00abOder\u00bb. Die Herausforderungen der Klimakrise sind so riesig, dass derzeit jeder noch so kleine Beitrag zur Reduktion der Emission von Treibhausgasen erforderlich ist.<\/li>\n<\/ul>\nBeispiele wirken<\/h5>\n
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\nZur Vertiefung<\/h5>\n
\u00abEine unzureichende Klimapolitik ist illegal\u00bb<\/h5>\n
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Divestment aus Klimaschmutz-Unternehmen dringend<\/h5>\n