{"id":81,"date":"2005-04-16T22:48:33","date_gmt":"2005-04-16T21:48:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/geldwascherei-warum-will-die-wirtschaft-moglichst-wenig-transparenz\/"},"modified":"2008-11-16T00:27:18","modified_gmt":"2008-11-15T23:27:18","slug":"geldwascherei-warum-will-die-wirtschaft-moglichst-wenig-transparenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/geldwascherei-warum-will-die-wirtschaft-moglichst-wenig-transparenz","title":{"rendered":"Geldw\u00e4scherei: Warum will die Wirtschaft m\u00f6glichst wenig Transparenz?"},"content":{"rendered":"<p>Der Kampf gegen die Geldw&auml;scherei m&uuml;sste eigentlich ein zentrales Anliegen der Wirtschaft sein. Geldw&auml;scherei geh&ouml;rt zu Stichworten wie Steuerhinterziehung, Fluchtgeld, Drogenhandel, Schmuggel, Schwarzgeld, Bestechungsgeld, Schmiergeldern. Derartige Finanzstr&ouml;me werfen kein gutes Licht auf das Finanzgebaren der Wirtschaft.<!--more--><\/p>\n<p>So ist es sehr befremdlich, wenn Wirtschaftsvereinigungen wie die economiesuisse oder die staatstragenden und wirtschaftsnahen Parteien FDP und SVP verlangen, dass bei der Bek&auml;mpfung der Geldw&auml;scherei die Schweiz weniger tun solle. So geschehen bei den Vernehmlassung zur Umsetzung der revidierten Empfehlungen der internationalen &#8222;Groupe d&#8217;action financi\u008fre sur la lutte contre le blanchiment de capitaux (GAFI)&#8220; im April 2005. Die Wirtschaftsorganisationen und Parteien verlangen nichts anders, als dass die Schweiz die behauptete Vorreiterrolle in der Gelddw&auml;schereibek&auml;mpfung aufgeben solle. Diese Haltung erschreckt, lassen schliesslich die Wirtschaftsorganisationen und FDP\/SVP erkennen, dass sie erwarten, dass Unternehmen auch zuk&uuml;nftig nicht vollst&auml;ndige Tranasparenz &uuml;ber ihre Geldfl&uuml;sse herstellen m&uuml;ssen &#8211; dass also eigentlich verwerfliche Machenschaften in den Finanzgesch&auml;ften der Schweizer Wirtschaft nicht offengelegt werden sollen. Ein Skandal! Muss doch die Gesellschaft davon ausgehen, dass die Schweizer Wirtschaftspolitik Finanzgesch&auml;fte praktiziert, die nicht &uuml;ber jeden Zweifel erhaben sind &#8211; Geldsch&auml;fte, die das Tageslicht der &ouml;ffentlichen Transparenz nicht ertragen. Und dies ausgerechnet in einer Branche, die f&uuml;r sich eine wichtige Bedeutung f&uuml;r die gesamte Volkswirtschaft reklamiert. Da scheint einiges unsauber sein! Ist die Schweizer Wirtschaft tats&auml;chlich auf Gesch&auml;fte angewiesen, die bei n&auml;herer Betrachtung als Geldw&auml;scherei betrachtet werden m&uuml;ssen? Die Reaktion der Wirtschaftsverb&auml;nde und der Parteien l&auml;sst dies bef&uuml;rchten! Wenn dem so w&auml;re, w&auml;redies &auml;usserst problematisch: eine solche Gesch&auml;ftspraxis ist kaum als zukunftsf&auml;hig zu bezeichnen!<\/p>\n<p>Allerdings erkl&auml;ren die Vorbehalte der Wirtschaft gegen die Verst&auml;rkung der Geldw&auml;schereibek&auml;mpfung zumindest die Haltung der Wirtschaft im Umweltbereich. Aus den Anforderungen zum Schutz von mensch und Umwelt lassen sich klare, naturwissenschaftlich begr&uuml;ndete Grenzwerte ableiten, etwa zur Begrenzung der Luftverschmutzung, zur Verminderung der L&auml;rmbelastung, zur Reduktion des Ausstosses von Treibhausgasen, usw. Wie Forderungen der Wirtschaft und von FDP\/SVP zu Projekten f&uuml;r Einkaufszentren (vom Stadion-Einkaufszentrum Hardturm &uuml;ber diverse weitere Vorhaben von IKEA, Migros, Coop etc) oder Strassenbauvorhaben aufzeigen, kann die Wirtschaft mit diesen Anforderungen nicht umgehen und erwartet, dass auch im Umweltschutz &auml;hnlich geschummelt werden kann, wie dies bei den Finanzgesch&auml;ften der Wirtschaft offenbar &uuml;blich ist.<\/p>\n<p>Eine Wirtschaft, die voraussetzt, dass klare Vorgaben auf gesetzlicher Ebene &#8211; sei es im Bezug auf Finanzgesch&auml;fte, sei es beim Schutz von Mensch und Umwelt &#8211; bei Bedarf frei interpretiert werden k&ouml;nnen, vergisst, dass wirtschaftliche T&auml;tigkeit keinen Selbstzweck darstellt, sondern darauf ausgerichtet sein muss, die Existenz der Menschheit (und damit auch des menschlichen Lebensraumes Planet Erde) heute und auch in Zukunft sicherzustellen.<\/p>\n<p>Die Haltung der Wirtschaftsverb&auml;nde und der Parteien FDP\/SVP zur Verst&auml;rkung des Kampfes gegen die Geldw&auml;scherei illustriert, dass die VertreterInnen der Wirtschaft nach wie vor zuerst die Interessen des pers&ouml;nlichen Profits vertreten &#8211;  und dabei die Bed&uuml;rfnisse der Gesamtgesellschaft ignorieren!<\/p>\n<p>>Es wird spannend sein, welche Haltung der Bundesrat bei der F&ouml;rderung der Geldww&auml;scherei einnimmt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kampf gegen die Geldw&auml;scherei m&uuml;sste eigentlich ein zentrales Anliegen der Wirtschaft sein. 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