<\/p>\n NettoNull2030 geht von einer Weltklimarat-Aussage aus dem Jahr 2018 aus: Soll die mittlere globale Temperaturzunahme auf f\u00fcr die Gesellschaft ertr\u00e4gliche 1.5 °C gegen\u00fcber dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden, k\u00f6nnen h\u00f6chstens noch zehn Jahre lang Treibhausgasse im bisherigen Umfang ausgestossen werden (roter Verlauf im nachfolgenden Diagramm). Wenn m\u00f6glichst bald ein deutlicher Absenkpfad der Treibhausgas-Emissionen eingehalten wird, reicht das Budget einige Jahre weiter (gr\u00fcner und lilafarbiger Verlauf in der nachfolgenden Grafik). Wenn wir dies wirklich wollen, ist dies erreichbar!<\/p>\n Nimmt die Gesellschaft fahrl\u00e4ssig in Kauf, dass sich die globale Mitteltemperatur deutlicher erh\u00f6ht \u2013 weil doppelt so viele Treibhausgase wie nach Budget zul\u00e4ssig ausgestossen werden \u2013 k\u00f6nnte als fauler Kompromiss (resp. Kompromist) auch NettoNull2050 anvisiert werden (gelber gestrichelter Verlauf in vorangehender Grafik). Dies wird nachfolgende Generationen zu sehr aufw\u00e4ndigen Klimaanpassungsmassnahmen und\/oder noch nicht wirklich verf\u00fcgbaren und kaum finanzierbaren Massnahmen zur Entnahme und sicheren Lagerung von Treibhausgasen zwingen.<\/p>\n Als negative Utopien respektive Dystopien gibt es zu ungen\u00fcgendem Klimaschutz erschreckende Titel, etwa Klima-Prognose 2050: \u201eHohe Wahrscheinlichkeit, dass die menschliche Zivilisation endet\u201c<\/a> <\/p>\n Das ist sicher nicht enkelInnentauglich, darum wollen wir im zukunftsf\u00e4higen Bereich bleiben.<\/p>\n Die drei Ebenen Bund, Kantone und Gemeinden haben je ihre Aufgaben und Pflichten, meist auf Verfassungs- oder Gesetzesstufe vorgegeben. Die Kantone haben f\u00fcr den Geb\u00e4udebereich 2014 die \u00abMustervorschriften der Kantone im Energiebereich<\/a>\u00ab (MuKEn 2014) beschlossen. Die Kantone haben diese Bestimmungen in ihre Energiegesetzgebung aufzunehmen. Im Kanton Z\u00fcrich ist dies bis jetzt nicht erfolgt, es liegt nicht einmal ein Vorschlag des Regierungsrates vor. Dabei zu beachten: der von den Stimmberechtigten als Klimaschutz-Regierungsrat gew\u00e4hlte Martin Neukom ist seit etwa zwei Monaten im Amt; es wird spannend sein, wie die vom neu zusammengesetzten Regierungsrat beantragte Energiegesetz\u00e4nderung aussieht. Zwei Dinge sind dabei zu beachten:<\/p>\n Auch wenn der Kanton Z\u00fcrich Gesetzgebungskompetenz im Geb\u00e4udebereich hat, gilt auch hier das Subsidiarit\u00e4tssprinzip. Sind die Vorgaben des Kantons zu schwach, um den Anforderungen der EnkelInnen-Tauglichkeit zu gen\u00fcgen, haben Gemeinden wie die Stadt Z\u00fcrich das Recht, sogar die Pflicht, Bestimmungen zu erlassen, die ihren Anforderungen gen\u00fcgen. So ist beispielweise festzuhalten, dass ab sp\u00e4testens 2025 keine W\u00e4rmeerzeugungsanlagen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, eingebaut werden d\u00fcrfen, sowohl beim Neubauten wie beim Ersatz bestehender W\u00e4rmeerzeugungsanlagen. An der Sinnhaftigkeit dieser liberalen Vorgabe \u2013 keine Pflicht mehr zum Ausstoss von f\u00fcr das Weltklima giftigem CO2<\/sub>-Abgas \u2013 kann niemand zweifeln.<\/p>\n Wichtig ist daher auch das Divestment \u2013 es ist nicht nachvollziehbar, warum eine Stadt Hauptaktion\u00e4rin eines Energieversorgers ist, wenn ein solches Unternehmen den gr\u00f6ssten Umsatz mit einem fossilen Energietr\u00e4ger wie Erdgas erreicht. <\/p>\n Die Alternativen zu den fossilen Brenn- und Treibstoffen sind in vielen Bereichen vorhanden. Wenn f\u00e4hige PlanerInnen im Einsatz stehen, ist es m\u00f6glich, jedes Geb\u00e4ude mit dezentral nutzbaren erneuerbaren Energien zu betreiben. Es gibt diverse Studien, die aufzeigen, dass diese Alternativen volkswirtschaftlich g\u00fcnstiger sind als Heizungen mit Heiz\u00f6l oder Erdgas! Es mag sein, dass in einigen F\u00e4llemn die Investitionskosten h\u00f6her sind; daf\u00fcr sind die Betriebskosten in der Regel tiefer. Zu beachten sind zudem die Preisentwicklungen, wenn der Marktanteil der L\u00f6sungen mit erneuerbaren Energien deutlich zunimmt.<\/p>\n Klimaschutz ist ein Element von Nachhaltigkeitsstrategien. Dazu geh\u00f6ren immer auch die sozialen Aspekte. Dazu passt, dass die SP Schweiz Anfang Juli 2019 ihren \u00abKlima-\u00abMarshallplan\u00bb f\u00fcr die Energiewende<\/a>\u00bb vorgestellt hat, unter anderem mit der Botschaft \u00abEs ist ein Wirtschaftsf\u00f6rderungsprogramm mit historischen Dimensionen, von dem die Schweiz wirtschaftlich und sozial profitieren wird.<\/em>\u00bb Bei Nachhaltigkeitskonkretisierung sind immer die Elemente Suffizienz, Effizienz und Konsistenz<\/a> zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n Schon vor vielen Jahren hat Sir Nicholas Stern<\/a> festgehalten, dass Klimaanpassung teurer zu stehen kommt als Klimaschutz. Klimaschutz kann also nicht abgeblockt werden mit Kostenargumenten \u2013 bei fehlendem Klimaschutz muss auch irgendwer die wesentlich h\u00f6heren Kosten f\u00fcr die Klimaanpassung bezahlen.<\/p>\n Wenn wir es wollen, ist NettoNull2030 bestens m\u00f6glich. Darum: Achtung, fertig und LOS!<\/strong><\/p>\n NettoNull2030 betrifft nicht nur die Schweiz \u2013 diese Klimastreiks haben etwa am 24. Mai 2019 in 126 L\u00e4ndern in mindestens einer Stadt stattgefunden, oder Zitat TAZ<\/a>: So eine gro\u00dfe Ausdehnung hatten weltweite Proteste noch nie<\/em> \u2026 <\/p>\n In diesem Text wurde der Fokus bewusst auf den Klimaschutz im Geb\u00e4udebereich gelegt. Damit verbunden ist die Aussage, dass Klimaschutz derart dr\u00e4ngend ist, dass die Frage \u00abW\u00e4re es nicht besser, man w\u00fcrde stattdessen dies oder jenes tun\u00bb nicht mehr zul\u00e4ssig ist. Es gibt kein \u00aboder\u00bb mehr, nur noch viele \u00abund\u00bb: es braucht einen riesigen Strauss an Klimaschutzmassnahmen. Dazu geh\u00f6rt auch, dass sich lokale Politik und CO2<\/sub>-Bilanzierung auf die direkt beeinflussbaren Dinge wie Geb\u00e4ude und Verkehr beschr\u00e4nken \u2013 Konsum beispielsweise geh\u00f6rt auch in der Stadt Z\u00fcrich dazu, wenn dies in der Bilanz enthalten ist, was an G\u00fctern und Dienstleistungen \u00fcber die Stadtgrenze exportiert wird.<\/p>\n \n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" Wenn wir die Klimakrise auf ein f\u00fcr die Menschheit akzeptables Niveau begrenzen wollen, bedeutet dies, dass wir bis 2030 Netto Null CO2-Emissionen zu erreichen haben. Dieses Klimaschutzziel setzt die Vorgabe des Weltklimarates IPCC aus dem Jahr 2018 \u2013 schnelle, weitreichende und beispiellose Ver\u00e4nderungen in allen Bereichen der Gesellschaft \u2013 um. 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Wenn wir die Klimakrise auf ein f\u00fcr die Menschheit akzeptables Niveau begrenzen wollen, bedeutet dies, dass wir bis 2030 Netto Null CO2<\/sub>-Emissionen zu erreichen haben. Dieses Klimaschutzziel setzt die Vorgabe des Weltklimarates IPCC aus dem Jahr 2018 \u2013 schnelle, weitreichende und beispiellose Ver\u00e4nderungen in allen Bereichen der Gesellschaft \u2013 um. Es ist erstaunlich, dass etwa Medien gegen bestens naturwissenschaftlich begr\u00fcndete Vorgaben polemisieren, am 2. Juli 2019 ein Beispiel der offenbar von der fossilen Energie-Misswirtschaft abh\u00e4ngige Tages-Anzeiger, mit Schlagzeilen wie \u00abDie linke Forderung ist eine Illusion<\/a>\u00bb. Dabei ist schon lange klar: wenn wir wirklich wollen, sind auch schnelle, weitreichende und beispiellose Klimaschutzziele bestens umsetzbar! Es heisst also: Achtung, fertig \u2013 und jetzt los!<\/strong>
PS: \u00abwir\u00bb meint in diesem Zusammenhang speziell die Schweiz \u2013 ein reiches Land mit einem eher hohen Treibhausgas-Fussabdruck hat eine besondere Verantwortung beim Klimaschutz.<\/p>\n
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