{"id":7116,"date":"2018-01-29T14:43:43","date_gmt":"2018-01-29T13:43:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=7116"},"modified":"2018-01-29T14:43:43","modified_gmt":"2018-01-29T13:43:43","slug":"energieplanungsbericht-kanton-zuerich-tschuess-klimaschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/energieplanungsbericht-kanton-zuerich-tschuess-klimaschutz","title":{"rendered":"Energieplanungsbericht Kanton Z\u00fcrich: Tsch\u00fcss Klimaschutz"},"content":{"rendered":"<p>Ende 2017\/Anfang 2018 behauptet der Z\u00fcrcher Regierungsrat, die im Energiegesetz \u00a71 enthaltene Forderung, den CO<sub>2<\/sub>-Ausstoss bis 2050 auf h\u00f6chstens 2,2 Tonnen pro Kopf und Jahr zu senken, entspreche dem Pariser Klimaschutz-\u00dcbereinkommen von Dezember 2015. Mit dieser Aussage verabschiedet sich der Z\u00fcrcher Regierungsrat endg\u00fcltig vom Klimaschutz \u2013 die im Energieplanungsbericht 2017 dargelegten \u00dcberlegungen sind bestenfalls eine lustlose Anh\u00e4ufung von <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/phrasendrescher-phrasengenerator\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">inhaltsleeren Phrasen<\/a>. \u00ab<a href=\"https:\/\/www.zh.ch\/internet\/de\/aktuell\/news\/medienmitteilungen\/2018\/energieplanung-die-richtung-stimmt.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Die Richtung stimmt<\/a>\u00bb, wird in der Medienmitteilung vom 18. Januar 2018 fabuliert \u2013 dies erinnert fatal an den Spruch \u00abHeute stehen wir vor dem Abgrund, morgen machen wir einen grossen Schritt vorw\u00e4rts\u00bb. Es f\u00fchrt nichts daran vorbei: Auch der Kanton Z\u00fcrich muss m\u00f6glichst schnell den Weg finden zu einer ausschliesslich auf erneuerbaren Energien aufbauende Energieversorgung!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich zitiere einmal mehr sowohl Aussagen zum Pariser Klimaschutz-\u00dcbereinkommen als zur Erreichung der Klimaschutzziele:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Im Dezember 2015 wurde in Paris entschieden, alles daran zu setzen, den Mensch gemachten Klimawandel auf deutlich unter 2 \u00b0C (gegen\u00fcber dem vorindustriellen Zustand), besser sogar auf 1.5 \u00b0C zu beschr\u00e4nken.<\/em><\/li>\n<li><em>Soll das 1,5\u00b0-Ziel ohne Einsatz der \u00abCarbon Capture and Storage-Technik\u00bb erreicht werden, muss die Verbrennung fossiler Energietr\u00e4ger bis ca. 2040 komplett eingestellt werden und die Energieversorgung \u2013 d. h. Strom, W\u00e4rme und Verkehr \u2013 in diesem Zeitraum vollst\u00e4ndig auf erneuerbare Energien umgestellt werden.<\/em> (Quelle: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/UN-Klimakonferenz_in_Paris_2015\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Wikipedia-Seite zur Pariser COP 21-Konferenz<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bekanntlich ist auch die Klimaschutzpolitik der Schweiz nicht auf dem Pariser Klimaschutz-Pfad. Die Kantone haben von sich auch aktiv zu werden, um internationale Verpflichtungen der Schweiz in ihren Aktivit\u00e4ten zu ber\u00fccksichtigen; dies nennt sich Subsidiarit\u00e4tsprinzip. Die Bundesverfassung weist den Kantonen etwa die energie- und damit klimaschutzpolitische Verantwortung f\u00fcr den Geb\u00e4udebereich zu. Auch im Vergleich mit dem internationalen Umfeld ist die Sache klar: <strong>Fossilfrei um 2040 bis sp\u00e4testens 2050, ab dann hundert Prozent erneuerbare Energien, nachhaltig genutzt!<\/strong> Dies muss zur zentralen Botschaft auch der Z\u00fcrcher Energie- und Klimaschutzpolitik werden. <\/p>\n<p>St\u00e4dte wie Z\u00fcrich haben etwa in der Gemeindeordnung bereits jetzt weitergehende Klimaschutzziele als der Kanton Z\u00fcrich festgesetzt. Die Stimmberechtigten der Stadt Z\u00fcrich haben 2008 beschlossen, dass bis zum Jahr 2050 die Treibhausgasemissionen auf eine Tonne Treibhausgase als CO<sub>2<\/sub>-Aequivalente pro Person und Jahr zu begrenzen sind. Zu beachten ist, dass selbst derartig anspruchsvolle Ziele nicht konform sind mit dem Pariser Klimaschutz-\u00dcbereinkommen! <\/p>\n<p>Eine Energiepolitik, die eine v\u00f6lkerrechtlich wichtige Vorgabe nicht ber\u00fccksichtigt, noch schlimmer in falscher Form einbezieht, ist nicht vertr\u00e4glich mit dem demokratischen Rechtsstaat. Ob derartige Falschaussagen \u2013 allenfalls gar vors\u00e4tzliche L\u00fcgen \u2013 wohl damit zu tun haben, dass der zust\u00e4ndige Baudirektor SVP-Mitglied ist und kaum nochmals zu den Erneuerungswahlen 2019 antreten wird?<\/p>\n<p>Der Z\u00fcrcher Kantonsrat tut gut daran, auch den Energieplanungsbericht 2017 nicht zu genehmigen.<\/p>\n<p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende 2017\/Anfang 2018 behauptet der Z\u00fcrcher Regierungsrat, die im Energiegesetz \u00a71 enthaltene Forderung, den CO2-Ausstoss bis 2050 auf h\u00f6chstens 2,2 Tonnen pro Kopf und Jahr zu senken, entspreche dem Pariser Klimaschutz-\u00dcbereinkommen von Dezember 2015. 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