{"id":6821,"date":"2017-07-30T18:47:38","date_gmt":"2017-07-30T16:47:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/das-ende-des-fossilen-zeitalters-vorwaerts-nicht-zurueck"},"modified":"2017-07-30T18:55:41","modified_gmt":"2017-07-30T16:55:41","slug":"das-ende-des-fossilen-zeitalters-vorwaerts-nicht-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/das-ende-des-fossilen-zeitalters-vorwaerts-nicht-zurueck","title":{"rendered":"Das Ende des fossilen Zeitalters: vorw\u00e4rts, nicht zur\u00fcck!"},"content":{"rendered":"<p>Die Steinzeit endete nicht wegen zu wenig Steinen. Das fossile Zeitalter wird vor dem Ende der fossilen Brenn- und Treibstoffe vorbei sein \u2013 weil es bessere L\u00f6sungen gibt. Dies zeigt sich einerseits bei den Dieselmotoren, aber auch bei den \u00d6l- und Gasheizungen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Auch wenn der Strassenverkehr schon lange auf den Verbrennungsmotor-Technologien beruht, ist klar, dass es bessere L\u00f6sungen braucht: Etwa ein Sechstel der in Diesel, Benzin oder Gas enthaltenen Energie wird in Vortriebsenergie umgewandelt, der Rest f\u00e4llt als Abw\u00e4rme an. Die \u00abVerbrennung\u00bb der Treibstoffe ist ein physikalisch heikler Vorgang, der zu hohem Luftschadstoffausstoss f\u00fchrt, welcher in der Regel nur mit End-of-Pipe-Ans\u00e4tzen teilweise begrenzt werden kann. Zudem sind Verbrennungsmotoren laute Antriebsaggregate, und es wird sehr viel Tara f\u00fcr eher wenig Nutzlast bewegt.<\/p>\n<p>Bei allem Respekt vor den Leistungen der Herren Otto und Diesel, von Generationen von IngenieurInnen: die Zeit von Otto- und Dieselmotoren ist vorbei! Auch wenn die hohe Energiedichte von Diesel und Benzin verlockend ist, braucht es neue L\u00f6sungen. Gasmotoren und Brennstoffzellen sind bestenfalls \u00dcbergangstechnologien. Wer dies nicht respektiert, wird weiterhin von Skandal zu Skandal unterwegs sein.<\/p>\n<p>Ein erster Schritt: Verkehr vermeiden kommt vor technologischen Ans\u00e4tzen. Wir brauchen endlich eine Verkehrspolitik, die dazu beitr\u00e4gt, die Verkehrsmengen deutlich zu reduzieren \u2013 eine der Chancen der Digitalisierung.<\/p>\n<p>Wir brauchen eine Verkehrs-, Wirtschafts- und Siedlungspolitik, die daf\u00fcr sorgt, dass Menschen ihre allt\u00e4glichen Mobilit\u00e4tsbed\u00fcrfnisse mit jenen t\u00e4glich 7&#8217;000 bis 10&#8217;000 Schritten abdecken k\u00f6nnen, die aus gesundheitlicher Sicht als empfehlenswert gelten. Mit dem Auto von zu Hause oder vom B\u00fcro zum Fitness-Zentrum ist genau so skandal\u00f6s wie Dieselmotoren, die \u00fcberm\u00e4ssig Schadstoffe ausstossen.<\/p>\n<p>7&#8217;000 Schritte pro Tag, das sind neben den etwa 3&#8217;000 Schritte, dies sich w\u00e4hrend eines Arbeitstages ohne Lift und Co ergeben, entsprechen etwa 60 Minuten Unterwegszeit. Das ist weniger als die <a href=\"https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/mobilitaet-verkehr\/personenverkehr\/verkehrsverhalten\/tageszeit-unterwegszeit.assetdetail.1840420.html\" target=\"_blank\">gem\u00e4ss Mikrozensus Mobilit\u00e4t und Verkehr 2015 ermittelten etwa 90 Minuten Verkehrszeiten<\/a>. Auch z\u00fcgiges Velofahren hat positive Auswirkungen auf den Schrittez\u00e4hler.<\/p>\n<p>Reisen erweitert den Horizont \u2013 fraglich ist, ob dies auch f\u00fcr die t\u00e4glichen Pendelfahrten zutrifft. Braucht es allerdings f\u00fcr solche horizonterweiternden Reisen tats\u00e4chlich ein Auto mit mehreren hundert Kilometern Reichweite?&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist davon auszugehen, dass eine nachhaltige Verkehrspolitik die gesamthaften Autokilometer um mindestens den Faktor 10 reduzieren kann \u2013 auch wenn dies nicht zu den von Autoimporteuren gepr\u00e4gten Politiken etwa von FDP und SVP passt.<\/p>\n<p>Inbesondere die Heiz\u00f6l- und Erdgas-Vereinigung (HEV, fr\u00fcher Hauseigent\u00fcmer-Verband) erweckt den Eindruck, als bestehe ein zwingendes und absolutes Recht auf den unbeschr\u00e4nkten Verbrauch an Heiz\u00f6l und Erdgas f\u00fcr das bisschen Raumheizung und Wassererw\u00e4rmung. Nun gibt es bereits eine sehr grosse Zahl von Geb\u00e4uden, auch von seit l\u00e4ngerem bestehenden Geb\u00e4uden, selbst Geb\u00e4uden unter Denkmalschutz, die ohne Heiz\u00f6l und Erdgas ausreichend mit W\u00e4rme f\u00fcr Raumheizung und Warmwasser versorgt werden, mit unterschiedlichen erneuerbaren Energietr\u00e4gern. Wenn sich nun der HEV mit dem Festhalten an \u00d6l und Gas gegen solche L\u00f6sungen ausspricht, ist dies eine r\u00fcckw\u00e4rtsgewandte Haltung, die weder den Interessen der Geb\u00e4udeeigent\u00fcmerschaften noch der MieterInnen entspricht \u2013 auch diese wollen sich n\u00e4mlich so rasch als m\u00f6glich aus dem fossilen Zeitalter verabschieden k\u00f6nnen. Dazu kommt, dass auch bei den \u00d6l- und Gaskesseln ein guter energetischer Wirkungsgrad als auch ein minimaler Luftschadstoffausstoss teilweise nur mit aufw\u00e4ndigen und unsicheren End-of-Pipe-L\u00f6sungen erreicht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Fazit: Es braucht so rasch als m\u00f6glich den Ausstieg aus den fossilen Energien, sowohl im Verkehr als auch f\u00fcr die W\u00e4rmeversorgung von Bauten. Da es sich dabei noch um neue Technologien am Anfang der Entwicklungsm\u00f6glichkeiten handelt, sind bei einer Fokussierung auf diese Technologien schnell L\u00f6sungen erreichbar, die eine dauerhafte nachhaltige Nutzung der erneuerbaren Energien gew\u00e4hrleisten.<\/b><\/p>\n<p>Zum Schluss: Auch wenn die Steinzeit schon lange vorbei ist, noch nie hat eine Gesellschaft mehr \u00abSteine\u00bb gebraucht als heute. Jedes Jahr findet der \u00abEarth Overshoot Day\u00bb fr\u00fcher statt, dieses Jahr am 2. August, einen Tag fr\u00fcher als letztes Jahr.<\/p>\n<p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Steinzeit endete nicht wegen zu wenig Steinen. Das fossile Zeitalter wird vor dem Ende der fossilen Brenn- und Treibstoffe vorbei sein \u2013 weil es bessere L\u00f6sungen gibt. 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